...setzt weiter auf die Jugend Eishockey - Der Kindergärtner aus Krefeld
Zwischen Spiel vier und fünf der dramatischen Play-down-Serie gegen die Eislöwen mussten Füchse-Trainer Thomas Popiesch leise Zweifel an seiner Marschroute kommen. Ausgerechnet Marco Noack, den er gerade erst in die erste Angriffsreihe befördert hatte, betrat mit einem leicht verkaterten Gesicht die Umkleidekabine im Weißwasseraner Eisstadion.
Doch bevor Popiesch die obligatorischen Fragen formulieren konnte (Hast du die Nacht durchgefeiert? Sieht so ein sportgerechtes Leben aus? Kurzum: Was fällt dir eigentlich ein?), hatte der 20-Jährige die verblüffende Antwort gegeben: "Trainer, ich komme gerade von der Nachtschicht."
Noack ist beim Energiekonzern Vattenfall angestellt und arbeitet dort im Drei-Schichtsystem in einer Anlage für die Anlieferung von Kohlezügen – natürlich auch während der Play-down-Runde. "Vor dem, was der Junge geleistet hat, kann ich nur den Hut ziehen", sagt Popiesch.
Viel Eiszeit
Doch Noack ist längst kein Einzelfall. Der Klassenerhalt basierte zu großen Teilen auf dem neuen Jugendboom im Fuchsbau. Popiesch fordert und fördert die Youngster wie schon lange kein Weißwasseraner Cheftrainer mehr. Selbst in kritischen Situationen wie Über- und Unterzahl wich er nicht von seiner Linie ab und gab auch der jungen dritten Reihe regelmäßig Eiszeit "Als ich nach Weißwasser kam, stellte sich die Frage: Auf welchem Weg wollen wir den Klassenerhalt schaffen", blickt der Coach zurück, der nach 20 Spieltagen Fred Carroll ablöste. "Mir war sofort klar, dass wir die jungen Spieler noch mehr integrieren und die Leistungsträger ihrer Vorbildrolle besser gerecht werden müssen", fasst Popiesch sein Erfolgsrezept zusammen.
Reisestress bleibt
René Reinert, Geschäftsführer der Füchse, lobt ihn inzwischen als "Glücksgriff", der "einen Riesenanteil am Klassenerhalt" hat. Schon vor dem Play-down-Start wurde der Coach mit einem neuen Vertrag bis 2010 ausgestattet. Denn Popiesch soll langfristig im Zusammenwirken mit dem Stammverein mithelfen, noch mehr Talente aus dem eigenen Nachwuchs an das Profiteam heranzuführen.
Dafür wird der eigentlich in Krefeld beheimatete Popiesch auch in Zukunft einigen Reisestress auf sich nehmen. Seine Familie bleibt vorerst im Ruhrgebiet. Er will jedoch auch in der Sommerpause regelmäßig für einige Tage in der Lausitz vor Ort sein, um vor allem dem Nachwuchs ein organisiertes Training anzubieten.
Es soll bereits im April beginnen. Trotz der erfolgreichen Play-downs sieht Popiesch seine Rasselbande noch längst nicht am Ende der Entwicklungsmöglichkeiten. "Es reicht nicht, nur dabei zu sein. Ich möchte von den jungen Spielern auch im Sommer eine Entwicklung sehen." Denn er ist gespannt darauf, was beispielsweise ein Marco Noack leisten kann, wenn er nicht von der Nachtschicht direkt zum Play-down-Spiel in die Eishalle kommt.
VON FRANK NOACK
Quelle: LR vom 30.April 2007
1 | muc_fuchs | 30.03.2007 @ 15:32
Da kann ich nur den Hut ziehen !! 24H hat der Tag :-)
2 | ESW-FAN-HH | 31.03.2007 @ 03:39
Da kann man ja hoffen, das nun endlich mal Kontinuität in das Profiteam kommt.
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Eishockey - Der Kindergärtner aus Krefeld
Zwischen Spiel vier und fünf der dramatischen Play-down-Serie gegen die Eislöwen mussten Füchse-Trainer Thomas Popiesch leise Zweifel an seiner Marschroute kommen. Ausgerechnet Marco Noack, den er gerade erst in die erste Angriffsreihe befördert hatte, betrat mit einem leicht verkaterten Gesicht die Umkleidekabine im Weißwasseraner Eisstadion.
Doch bevor Popiesch die obligatorischen Fragen formulieren konnte (Hast du die Nacht durchgefeiert? Sieht so ein sportgerechtes Leben aus? Kurzum: Was fällt dir eigentlich ein?), hatte der 20-Jährige die verblüffende Antwort gegeben: "Trainer, ich komme gerade von der Nachtschicht."
Noack ist beim Energiekonzern Vattenfall angestellt und arbeitet dort im Drei-Schichtsystem in einer Anlage für die Anlieferung von Kohlezügen – natürlich auch während der Play-down-Runde. "Vor dem, was der Junge geleistet hat, kann ich nur den Hut ziehen", sagt Popiesch.
Viel Eiszeit
Doch Noack ist längst kein Einzelfall. Der Klassenerhalt basierte zu großen Teilen auf dem neuen Jugendboom im Fuchsbau. Popiesch fordert und fördert die Youngster wie schon lange kein Weißwasseraner Cheftrainer mehr. Selbst in kritischen Situationen wie Über- und Unterzahl wich er nicht von seiner Linie ab und gab auch der jungen dritten Reihe regelmäßig Eiszeit "Als ich nach Weißwasser kam, stellte sich die Frage: Auf welchem Weg wollen wir den Klassenerhalt schaffen", blickt der Coach zurück, der nach 20 Spieltagen Fred Carroll ablöste. "Mir war sofort klar, dass wir die jungen Spieler noch mehr integrieren und die Leistungsträger ihrer Vorbildrolle besser gerecht werden müssen", fasst Popiesch sein Erfolgsrezept zusammen.
Reisestress bleibt
René Reinert, Geschäftsführer der Füchse, lobt ihn inzwischen als "Glücksgriff", der "einen Riesenanteil am Klassenerhalt" hat. Schon vor dem Play-down-Start wurde der Coach mit einem neuen Vertrag bis 2010 ausgestattet. Denn Popiesch soll langfristig im Zusammenwirken mit dem Stammverein mithelfen, noch mehr Talente aus dem eigenen Nachwuchs an das Profiteam heranzuführen.
Dafür wird der eigentlich in Krefeld beheimatete Popiesch auch in Zukunft einigen Reisestress auf sich nehmen. Seine Familie bleibt vorerst im Ruhrgebiet. Er will jedoch auch in der Sommerpause regelmäßig für einige Tage in der Lausitz vor Ort sein, um vor allem dem Nachwuchs ein organisiertes Training anzubieten.
Es soll bereits im April beginnen. Trotz der erfolgreichen Play-downs sieht Popiesch seine Rasselbande noch längst nicht am Ende der Entwicklungsmöglichkeiten. "Es reicht nicht, nur dabei zu sein. Ich möchte von den jungen Spielern auch im Sommer eine Entwicklung sehen." Denn er ist gespannt darauf, was beispielsweise ein Marco Noack leisten kann, wenn er nicht von der Nachtschicht direkt zum Play-down-Spiel in die Eishalle kommt.
VON FRANK NOACK
Quelle: LR vom 30.April 2007