Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Klubs scheitern an einfachsten Formalitäten
06.06.2007 | 22:06 Uhr von
Ratlos schlug Aufsichtsratsmitglied Uwe Harnos die Hände über dem Kopf zusammen. „Was Vereine der zweiten Bundesliga und der Oberliga an Unterlagen einreichten, ist haarsträubend. Da viele Clubs an einfachsten Formalitäten scheitern, könnte die Lizenzierung für die neue Saison ein böses Ende nehmen“, monierte der Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Als Mitglied des Aufsichtsrates der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft ESBG wacht Harnos über die Einhaltung der in diesem Jahr verschärften Lizenz-Regeln. Sein Fazit nach Sichtung der bis 15.Mai eingereichten Papiere: „Derzeit erhalten nur fünf Zweitligisten mit kleinen Abstrichen sofort ihre Lizenz.“

Nach einem Jahr bei Oberligist Riessersee ist der 36-jährige Stürmer und Ex-Kapitän Petr Sikora zurück in Dresden. Foto: Ronald Bonß
Alle anderen mussten bis heute nacharbeiten. Auch Sachsens Vertreter Lausitzer Füchse, ETC Crimmitschau und Oberliga-Absteiger Dresdner Eislöwen. Neu ist für alle Zweit- und Oberligisten die auf 50000 Euro angehobene Grundgebühr, die als Anteil in die ESBG eingeht. Helmut Bauer, viele Jahre Geschäftsführer und nun im Aufsichtsrat, erklärt die Forderung: „Dieser Betrag ist eher symbolisch. Die Vereine erwerben damit Anteile an der GmbH. Im Falle einer Insolvenz ist das jedoch ein Tropfen auf den heißen Stein. Um Unkosten anderer Teams auszugleichen, müsste der Anteil mindestens sechsstellig sein. Aber das könnten viele Vereine, die bereits hart am Limit kalkulieren, nicht mehr stemmen. Der Spielbetrieb wäre akut gefährdet.“

So bleibt die ESBG zumindest in Fragen der Formalitäten stur. Bei den Lausitzern fehlen Bilanz-Dokumente, Auszüge aus dem Handelsregister und Bestätigungen der Berufsgenossenschaft. Härtere Nüsse müssen Dresdens Eislöwen knacken. Die ESBG fordert eine Patronats-Erklärung, vergleichbar mit einer Bürgschaft, für Altschulden in Höhe von 150000 Euro. Zudem ist seit Jahren die Kooperation mit einem Stammverein, zu dem sieben Nachwuchs-Teams gehören, angemahnt. Eislöwen-Präsidentin Barbara Lässig sieht eine Wiedervereinigung mit dem ESCD Dresden, von dem man sich 2001 nach Insolvenz trennte, auf gutem Weg. Da ein Zusammenschluss und die neue Satzung erst zur Mitgliedersitzung im September geplant sind, hofft die Eislöwen-Chefin, dass „die ESBG die Hühneraugen zudrückt“.

Die Crimmitschauer, die erst am Tag der Lizenz-Beantragung eine Insolvenz abwendeten, sind laut Aufsichtsrat Bauer „sowieso ein Sonderfall“. Er wünscht sich, „dass die Vereine begreifen, dass die Lizenzvergabe keine Schikane ist. Leider wird in unserem teuren Sport weniger verdient als im Fußball. Wir wollen unseren Spielbetrieb gewährleisten. Wenn Etats frisiert werden, kann es im Fiasko enden. Davor wollen wir die Vereine und unseren Sport bewahren.“ (Andree Merbt)

Quelle: Sächsische Zeitung vom 06.06.2007
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