Füchse-Neuzugang Carsten Gosdeck über seine aggressive Spielweise und das große Ziel
Carsten Gosdeck (28) wechselt vom Zweitliga-Konkurrenten EV Landsberg zu den Lausitzer Füchsen nach Weißwasser. Der Stürmer gilt als kompromissloser Arbeiter auf dem Eis. «Und wenn es mal härter wird, bin ich auch zur Stelle» , sagt Gosdeck. Im RUNDSCHAU- Interview spricht er über seine aggressive Spielweise, sein großes Ziel und die Perspektive mit den Füchsen.
Carsten Gosdeck, Sie trainieren jetzt seit zwei Wochen mit den Lausitzer Füchsen in Weißwasser. Decken sich die ersten Eindrücke mit Ihren ursprünglichen Erwartungen«?
Ja! Ich muss sagen, es geht hier sehr professionell zu. Allein die Größe des Kabinentraktes hat mich beeindruckt. Aber auch das Drumherum stimmt. Und besonders toll ist natürlich, dass wir jetzt schon auf dem Eis trainieren können.
Wie wichtig ist für Sie persönlich das Sommer-Training?
Sehr wichtig. Ich halte mich eigentlich jeden Sommer mit Inlinehockey fit und mache zusätzlich noch Krafttraining. Diese Kombination macht mir mehr Spaß, als sechs Stunden im Fitnessraum zu hängen.
Was dürfen die Weißwasseraner Fans von Ihnen erwarten? Beschreiben Sie mal den Eishockey-Spieler Carsten Gosdeck!
Also, ich gebe nie auf und kämpfe immer 60 Minuten lang. Egal, wie es steht. Denn es gibt immer eine Chance, das Spiel noch zu gewinnen. Ich bin ein sehr aggressiver Spieler, der in die Zweikämpfe geht. Ich arbeite gern in den Ecken und vor dem Tor. Und wenn es mal härter wird auf dem Eis, bin ich auch zur Stelle.
Und wie fällt Ihre Beschreibung des Menschen Carsten Gosdeck aus?
Außerhalb der Eisfläche bin ich natürlich anders. Denn wenn ich so zur Sache gehen würde wie auf dem Eis, dann wäre ich wahrscheinlich schon im Gefängnis. Aber im Ernst: Ich unternehme viel mit meiner Freundin, bin viel auf dem Fahrrad unterwegs und surfe gern im Internet. Kurzum: Ich mag es, die Seele baumeln zu lassen. Das ist mein Ausgleich. Denn Eishockey ist schon eine sehr aggressive Sportart.
Wie wichtig war Trainer Thomas Popiesch für Ihre Unterschrift in Weißwasser? Sie haben ja bei den Moskitos Essen gemeinsam auf dem Eis gestanden.
Das war vor zwei Jahren und seine letzte Saison als Spieler. Damals war er 40 Jahre. Das sagt eigentlich alles. Wer mit 40 Jahren noch auf so hohem Niveau in der 2. Liga Eishockey spielt, der muss schon Ahnung vom Sport haben. Als er mit dem Oberligisten Ratingen in der Vorbereitung Köln und Düsseldorf geschlagen hat, bin ich zum ersten Mal auf den Trainer Popiesch aufmerksam geworden. Und auch in Weißwasser hat er bisher einen guten Job gemacht. Immerhin haben die Füchse in den Play-downs Dresden bezwungen. Als er mich dann gefragt hat, ob ich nach Weißwasser komme, musste ich aus sportlicher Sicht nicht lange überlegen. Na ja, und auch finanziell haben wir uns geeinigt.
Trainer Popiesch sagt, Carsten Gosdeck hätte eigentlich das Potenzial für die DEL.
Das sehe ich auch so.
Er sagt aber auch, Sie hätten Ihr Potenzial in den vergangenen zwei Jahren nicht durchgehend abrufen können. Woran lag es?
Schwer zu sagen. Ich finde es besser, wenn andere das beurteilen. Ich blicke lieber nach vorn: Mein Ziel ist es, noch einmal den Sprung in die DEL zu schaffen. Dafür arbeite ich jetzt im Sommer so hart wie noch nie in meiner Karriere. Ich denke, ich habe mit 28 Jahren noch eine Chance. Dafür muss ich eine gute Saison in Weißwasser spielen. Und Thomas kann mir dabei als Trainer ganz sicher helfen.
Eine andere Neuverpflichtung, Richard Hoffmann, hat über Sie gesagt: «Wir wissen beide, dass Eishockey kein Mädchensport ist. Wenn wir aneinander geraten sind, haben wir den Zweikampf bis zum Ende ausgetragen.» Erzählen Sie mal!
Ich glaube, ich bin schon ein sehr unangenehmer Gegenspieler, weil ich immer auf den Körper gehe. Wenn mir einer in den Weg kommt, dann tut er sich eben weh. Ich denke, das hat der Robert gemeint.
Trainer Popiesch möchte Sie sowohl in der Abwehr als auch im Angriff einsetzen. Wo sehen Sie denn Ihre Position?
Ich gehe jetzt in meine zehnte Profisaison. Ich habe in dieser Zeit ausschließlich Stürmer gespielt. Aber das Eishockey hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Der Trainer möchte mich deshalb zum Allrounder machen und auch in der Verteidigung einsetzen. Ich denke, das könnte klappen. Denn ich habe einen guten Schuss und auch das Auge für die Mitspieler.
Wie stark ist aus Ihrer Sicht der bisherige Kader der Füchse?
Ich freue mich, dass Robert Brezina kommt. Er ist sehr torgefährlich. So einen Spieler brauchst du in der Mannschaft. Die anderen sind auch gute Jungs. Mit Thomas Vogl habe ich in der vergangenen Saison in Landsberg gespielt. Und einen Jörg Pohling kenne ich natürlich aus den Duellen mit Weißwasser.
Welches Saisonziel ist realistisch?
Wichtig ist, dass die Chemie im Team stimmt. Aber ich bin sicher, dass der Thomas das hinbekommt. Dann sollte der Kader stark genug sein, damit wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Egal, wo ich unterschreibe: Ich persönlich möchte immer in die Play-offs kommen.
Der Richard Hoffmann wird uns noch ewig verfolgen... ;-) Bloß gut, dass er nur vom *piep* abstammt... Ansonsten ist das Interview mit unserem "Elektro-Neger" net das schlechteste. Hoffentlich lässt er seinen Worten Taten folgen.
2 | DavidH. | 23.06.2007 @ 09:38
Richard Hoffmann muss man nur richtig aussprechen und schon hat man nen neuen Amerikaner verpflichtet :)
3 | Scottie | 23.06.2007 @ 09:44
"Immerhin haben die Füchse in den Play-downs Dresden bezwungen. "
Das hört sich fast so an als ob wir nur Gewonnen hatten weil wir Popiesch hatten. Oder empfinde ich das nur so? XD Naja, scheint ja ein ganz netter zu sein! XD Hoffentlich bringt er das was er hier sagt...
4 | Renegade | 23.06.2007 @ 15:15
@scottie: ist nun mal so , dass ein trainer bei allem schlechte aufm eis die verantwortung trägt, also warum so er nicht auch die hauptschuld am erfolg haben ? Aber ich denke mal, es ist nicht ganz so gemeint, wie du es aufgefasst hast !
5 | Scottie | 24.06.2007 @ 12:19
@Renegade: ok hast ja recht! Wer schuld am Misserfolg kriegt kann auch die Schuld am Erfolg kriegen XD. Ich glaube auch das das net so gemeint wurde, wollte nur mal fragen =) LG
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Carsten Gosdeck (28) wechselt vom Zweitliga-Konkurrenten EV Landsberg zu den Lausitzer Füchsen nach Weißwasser. Der Stürmer gilt als kompromissloser Arbeiter auf dem Eis. «Und wenn es mal härter wird, bin ich auch zur Stelle» , sagt Gosdeck. Im RUNDSCHAU- Interview spricht er über seine aggressive Spielweise, sein großes Ziel und die Perspektive mit den Füchsen.
Carsten Gosdeck, Sie trainieren jetzt seit zwei Wochen mit den Lausitzer Füchsen in Weißwasser. Decken sich die ersten Eindrücke mit Ihren ursprünglichen Erwartungen«?
Ja! Ich muss sagen, es geht hier sehr professionell zu. Allein die Größe des Kabinentraktes hat mich beeindruckt. Aber auch das Drumherum stimmt. Und besonders toll ist natürlich, dass wir jetzt schon auf dem Eis trainieren können.
Wie wichtig ist für Sie persönlich das Sommer-Training?
Sehr wichtig. Ich halte mich eigentlich jeden Sommer mit Inlinehockey fit und mache zusätzlich noch Krafttraining. Diese Kombination macht mir mehr Spaß, als sechs Stunden im Fitnessraum zu hängen.
Was dürfen die Weißwasseraner Fans von Ihnen erwarten? Beschreiben Sie mal den Eishockey-Spieler Carsten Gosdeck!
Also, ich gebe nie auf und kämpfe immer 60 Minuten lang. Egal, wie es steht. Denn es gibt immer eine Chance, das Spiel noch zu gewinnen. Ich bin ein sehr aggressiver Spieler, der in die Zweikämpfe geht. Ich arbeite gern in den Ecken und vor dem Tor. Und wenn es mal härter wird auf dem Eis, bin ich auch zur Stelle.
Und wie fällt Ihre Beschreibung des Menschen Carsten Gosdeck aus?
Außerhalb der Eisfläche bin ich natürlich anders. Denn wenn ich so zur Sache gehen würde wie auf dem Eis, dann wäre ich wahrscheinlich schon im Gefängnis. Aber im Ernst: Ich unternehme viel mit meiner Freundin, bin viel auf dem Fahrrad unterwegs und surfe gern im Internet. Kurzum: Ich mag es, die Seele baumeln zu lassen. Das ist mein Ausgleich. Denn Eishockey ist schon eine sehr aggressive Sportart.
Wie wichtig war Trainer Thomas Popiesch für Ihre Unterschrift in Weißwasser? Sie haben ja bei den Moskitos Essen gemeinsam auf dem Eis gestanden.
Das war vor zwei Jahren und seine letzte Saison als Spieler. Damals war er 40 Jahre. Das sagt eigentlich alles. Wer mit 40 Jahren noch auf so hohem Niveau in der 2. Liga Eishockey spielt, der muss schon Ahnung vom Sport haben. Als er mit dem Oberligisten Ratingen in der Vorbereitung Köln und Düsseldorf geschlagen hat, bin ich zum ersten Mal auf den Trainer Popiesch aufmerksam geworden. Und auch in Weißwasser hat er bisher einen guten Job gemacht. Immerhin haben die Füchse in den Play-downs Dresden bezwungen. Als er mich dann gefragt hat, ob ich nach Weißwasser komme, musste ich aus sportlicher Sicht nicht lange überlegen. Na ja, und auch finanziell haben wir uns geeinigt.
Trainer Popiesch sagt, Carsten Gosdeck hätte eigentlich das Potenzial für die DEL.
Das sehe ich auch so.
Er sagt aber auch, Sie hätten Ihr Potenzial in den vergangenen zwei Jahren nicht durchgehend abrufen können. Woran lag es?
Schwer zu sagen. Ich finde es besser, wenn andere das beurteilen. Ich blicke lieber nach vorn: Mein Ziel ist es, noch einmal den Sprung in die DEL zu schaffen. Dafür arbeite ich jetzt im Sommer so hart wie noch nie in meiner Karriere. Ich denke, ich habe mit 28 Jahren noch eine Chance. Dafür muss ich eine gute Saison in Weißwasser spielen. Und Thomas kann mir dabei als Trainer ganz sicher helfen.
Eine andere Neuverpflichtung, Richard Hoffmann, hat über Sie gesagt: «Wir wissen beide, dass Eishockey kein Mädchensport ist. Wenn wir aneinander geraten sind, haben wir den Zweikampf bis zum Ende ausgetragen.» Erzählen Sie mal!
Ich glaube, ich bin schon ein sehr unangenehmer Gegenspieler, weil ich immer auf den Körper gehe. Wenn mir einer in den Weg kommt, dann tut er sich eben weh. Ich denke, das hat der Robert gemeint.
Trainer Popiesch möchte Sie sowohl in der Abwehr als auch im Angriff einsetzen. Wo sehen Sie denn Ihre Position?
Ich gehe jetzt in meine zehnte Profisaison. Ich habe in dieser Zeit ausschließlich Stürmer gespielt. Aber das Eishockey hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Der Trainer möchte mich deshalb zum Allrounder machen und auch in der Verteidigung einsetzen. Ich denke, das könnte klappen. Denn ich habe einen guten Schuss und auch das Auge für die Mitspieler.
Wie stark ist aus Ihrer Sicht der bisherige Kader der Füchse?
Ich freue mich, dass Robert Brezina kommt. Er ist sehr torgefährlich. So einen Spieler brauchst du in der Mannschaft. Die anderen sind auch gute Jungs. Mit Thomas Vogl habe ich in der vergangenen Saison in Landsberg gespielt. Und einen Jörg Pohling kenne ich natürlich aus den Duellen mit Weißwasser.
Welches Saisonziel ist realistisch?
Wichtig ist, dass die Chemie im Team stimmt. Aber ich bin sicher, dass der Thomas das hinbekommt. Dann sollte der Kader stark genug sein, damit wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Egal, wo ich unterschreibe: Ich persönlich möchte immer in die Play-offs kommen.
Mit CARSTEN GOSDECK
sprach Frank Noack
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 23.06.2007