Trainingsauftakt beim Eishockey-Club in Weißwasser / Wiegen und Organisatorisches statt harter Übungen
Eishockey-Spieler müsste man sein. Da kann es nämlich vorkommen, dass beim offiziellen Trainingsauftakt überhaupt kein richtiges Training stattfindet. So geschehen ist das gestern bei den Lausitzer Füchsen. Die Weißwasseraner ließen es nach der Sommerpause recht locker angehen und blieben dem Eis erst mal fern. Stattdessen hatte die Zusammenkunft alter und neuer Spieler sehr viel Ähnlichkeit mit dem ersten Schultag nach den Ferien.
In der Materialausgabe führt Mannschaftsleiter und Zeugwart Pierre Pfarsky akribisch Buch über die Dinge, die Jörg Pohling (r.) sich gerade abholt. Foto: Aswendt
«Organisatorisches» stand bei den Füchsen zunächst auf dem Plan. Das mag so mancher Spieler auch in der Schule geliebt haben – einfach nur zuhören und nicht viel machen müssen. Und «Lehrer» Thomas Popiesch reichte seinen Schützlingen dabei sogar reichlich Kaffee und ein zweites Frühstück. Der Trainer selbst wollte diesen mit «Trainingsauftakt» betitelten Tag dann auch gar nicht als solchen verstanden wissen. Den halbwegs strengen Blick setzte er später lediglich auf, als er seine Spieler auf die Waage bat – Gewichts-Check.
So geriet der Trainingsauftakt nach organisatorischer Stunde und Frühstückspause schließlich auch noch zur Unterhosen-Schau. Glück für die Neuzugänge Peter Szabo, Chris Chaput und Steve Crampton sowie Torhüter Nolan McDonald: Sie alle mussten die Hosen wegen entschuldigten Fehlens nicht runterlassen – noch nicht zumindest.
Unterhosen und nackte Zahlen
Die vielfältigen Unterhosen- Exemplare interessierten Trainer Popiesch natürlich eher weniger. Sein Blick galt den nackten Zahlen. Auch wenn Eishockey-Spieler durchaus Schwergewichte sein dürfen – Kontrolle muss schließlich sein. Sanktionen bei Übergewicht hatte aber niemand zu befürchten. Popiesch erklärte: «Heute werden nur Ausgangswerte genommen. Wer dann allerdings im Dezember zu viel drauf hat…» Die Bestrafungsmaßnahmen verschwieg der Coach fürs Erste. Unnötiger Druck gleich am ersten «Schultag» könnte ja durchaus kontraproduktiv sein. Christian Rösler musste sich da aber ohnehin keine Sorgen machen. Der 20-Jährige konnte bei gemessenen 74,6 Kilo stolz verkünden, fünf Kilo abgenommen zu haben. Er machte das freiwillige Training in den Ferien und das weiträumige Umfahren von Fastfood-Ketten dafür verantwortlich.
Ebenso löblich war auch die Tatsache, dass die Spieler gestern übrigens nicht gänzlich unproduktiv blieben. Als alle Körper wieder bedeckt waren, ging es nämlich ran an die Werkbank. Dort zeigten zum Beispiel die Neuzugänge Carsten Gosdeck und Thomas Vogl ihr handwerkliches Geschick. Dieses hat tatsächlich jeder nötig, der ein ordentliches Arbeitsgerät in den Händen halten will. Denn die Eishockeyschläger werden zumeist in Standardgröße geliefert. Auf eine für sich passable Größe muss sie der Spieler dann selbst bringen. Heißt: Raus mit dem Heißluft-Fön, um das Carbon geschmeidig zu machen und ran an die Säge oder gegebenenfalls an die Verlängerungsstücke.
Supermarkt im Fuchsbau
Die Schläger waren gestern allerdings nur einige der Utensilien, welche in der Materialausgabe gestern einzuheimsen waren. Ob Schlittschuhe, Handschuhe oder Schutzausrüstung – dort gab es alles, was das Eishockeyspieler-Herz begehrte. Da kam selbst der Dienstälteste, Füchse-Kapitän Jörg Pohling, richtig ins Schwärmen: «Das ist ja wie im Supermarkt.»
Damit war die Spielerausstattung aber noch nicht erledigt. Später am Tag wurden sogar noch Autos an einige Füchse übergeben.
Und ganz ohne Sport ging es dann doch nicht, wenn auch nicht auf dem Eis. Abends stand ein Fußball-Freundschaftsspiel gegen Bad Muskau auf dem Programm, das mit 4:13 verloren wurde.
Nach diesem ereignisreichen ersten «Schultag» gehen die Füchse morgen übrigens auf «Klassenfahrt» . Das Kurztrainingslager im polnischen Novy Targ kann getrost als eine solche bezeichnet werden. Denn neben den vier, fünf sportlichen Einheiten stehen laut Trainer Popiesch hauptsächlich «Kennenlernen und Eisgewöhnung» auf dem Programm. Erst am kommenden Montag folgt in Weißwasser der scharfe Trainingsstart. Mit dabei ist dann übrigens auch Chris Straube, der die Saisonvorbereitung als vollwertiger Fuchs absolvieren wird. So verlautete es gestern aus dem Verein. Mitte September fliegt Straube jedoch nach Kanada, um sich in einem Trainingscamp für ein Team in der AHL (American Hockey League) zu empfehlen.
Bloß nicht sitzen bleiben
Bis dahin wird sich Straube mit seinen Klassen…, äh Vereinskameraden ganz regulär auf die 2. deutsche Liga und das Projekt Klassenerhalt vorbereiten. Coach Popiesch will dabei versuchen, die «Euphorie» aus den vergangenen Playdowns in die neue Saison hinüberzuretten. Denn wenngleich er nach diesem ersten «Schultag» wieder «bei null» beginnen müsse, ist klar: Sitzen bleiben will ganz sicher keiner der Lausitzer Füchse. (VON MIRJAM HECHT)
Eishockey-Spieler müsste man sein. Da kann es nämlich vorkommen, dass beim offiziellen Trainingsauftakt überhaupt kein richtiges Training stattfindet. So geschehen ist das gestern bei den Lausitzer Füchsen. Die Weißwasseraner ließen es nach der Sommerpause recht locker angehen und blieben dem Eis erst mal fern. Stattdessen hatte die Zusammenkunft alter und neuer Spieler sehr viel Ähnlichkeit mit dem ersten Schultag nach den Ferien.
So geriet der Trainingsauftakt nach organisatorischer Stunde und Frühstückspause schließlich auch noch zur Unterhosen-Schau. Glück für die Neuzugänge Peter Szabo, Chris Chaput und Steve Crampton sowie Torhüter Nolan McDonald: Sie alle mussten die Hosen wegen entschuldigten Fehlens nicht runterlassen – noch nicht zumindest.
Unterhosen und nackte Zahlen
Die vielfältigen Unterhosen- Exemplare interessierten Trainer Popiesch natürlich eher weniger. Sein Blick galt den nackten Zahlen. Auch wenn Eishockey-Spieler durchaus Schwergewichte sein dürfen – Kontrolle muss schließlich sein. Sanktionen bei Übergewicht hatte aber niemand zu befürchten. Popiesch erklärte: «Heute werden nur Ausgangswerte genommen. Wer dann allerdings im Dezember zu viel drauf hat…» Die Bestrafungsmaßnahmen verschwieg der Coach fürs Erste. Unnötiger Druck gleich am ersten «Schultag» könnte ja durchaus kontraproduktiv sein. Christian Rösler musste sich da aber ohnehin keine Sorgen machen. Der 20-Jährige konnte bei gemessenen 74,6 Kilo stolz verkünden, fünf Kilo abgenommen zu haben. Er machte das freiwillige Training in den Ferien und das weiträumige Umfahren von Fastfood-Ketten dafür verantwortlich.
Ebenso löblich war auch die Tatsache, dass die Spieler gestern übrigens nicht gänzlich unproduktiv blieben. Als alle Körper wieder bedeckt waren, ging es nämlich ran an die Werkbank. Dort zeigten zum Beispiel die Neuzugänge Carsten Gosdeck und Thomas Vogl ihr handwerkliches Geschick. Dieses hat tatsächlich jeder nötig, der ein ordentliches Arbeitsgerät in den Händen halten will. Denn die Eishockeyschläger werden zumeist in Standardgröße geliefert. Auf eine für sich passable Größe muss sie der Spieler dann selbst bringen. Heißt: Raus mit dem Heißluft-Fön, um das Carbon geschmeidig zu machen und ran an die Säge oder gegebenenfalls an die Verlängerungsstücke.
Supermarkt im Fuchsbau
Die Schläger waren gestern allerdings nur einige der Utensilien, welche in der Materialausgabe gestern einzuheimsen waren. Ob Schlittschuhe, Handschuhe oder Schutzausrüstung – dort gab es alles, was das Eishockeyspieler-Herz begehrte. Da kam selbst der Dienstälteste, Füchse-Kapitän Jörg Pohling, richtig ins Schwärmen: «Das ist ja wie im Supermarkt.»
Damit war die Spielerausstattung aber noch nicht erledigt. Später am Tag wurden sogar noch Autos an einige Füchse übergeben.
Und ganz ohne Sport ging es dann doch nicht, wenn auch nicht auf dem Eis. Abends stand ein Fußball-Freundschaftsspiel gegen Bad Muskau auf dem Programm, das mit 4:13 verloren wurde.
Nach diesem ereignisreichen ersten «Schultag» gehen die Füchse morgen übrigens auf «Klassenfahrt» . Das Kurztrainingslager im polnischen Novy Targ kann getrost als eine solche bezeichnet werden. Denn neben den vier, fünf sportlichen Einheiten stehen laut Trainer Popiesch hauptsächlich «Kennenlernen und Eisgewöhnung» auf dem Programm. Erst am kommenden Montag folgt in Weißwasser der scharfe Trainingsstart. Mit dabei ist dann übrigens auch Chris Straube, der die Saisonvorbereitung als vollwertiger Fuchs absolvieren wird. So verlautete es gestern aus dem Verein. Mitte September fliegt Straube jedoch nach Kanada, um sich in einem Trainingscamp für ein Team in der AHL (American Hockey League) zu empfehlen.
Bloß nicht sitzen bleiben
Bis dahin wird sich Straube mit seinen Klassen…, äh Vereinskameraden ganz regulär auf die 2. deutsche Liga und das Projekt Klassenerhalt vorbereiten. Coach Popiesch will dabei versuchen, die «Euphorie» aus den vergangenen Playdowns in die neue Saison hinüberzuretten. Denn wenngleich er nach diesem ersten «Schultag» wieder «bei null» beginnen müsse, ist klar: Sitzen bleiben will ganz sicher keiner der Lausitzer Füchse. (VON MIRJAM HECHT)
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 02.08.2007