Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Der Arzt, dem die Füchse vertrauen
13.08.2007 | 00:57 Uhr von
Wenn der Puck ins Tor knallt, springt Detlef Mansfeld im Eisstadion vom Sitz hoch, um zu jubeln. Knallt die hartplastne Scheibe gegen einen Spieler der Füchse, springt Detlef Mansfeld von seinem Platz hoch – um das Verletzungspotenzial abzuschätzen. Denn er ist der Arzt der Lausitzer Füchse.

Der Facharzt für Chirurgie, Detlef Mansfeld, lebt in Weißwasser und ist der Arzt der Lausitzer Füchse. Foto: Gunnar Schulze
Mittlerweile ist der in Mecklenburg Vorpommern geborene 58-Jährige ein waschechter Lausitzer, der in Weißwasser seine Heimat gefunden hat. Mit dem Abschluss der Facharztausbildung stand für ihn eine entscheidende Frage: Hoyerswerda, oder Weißwasser? Am Ende entscheidet vor allem der Eishockeysport und die Drei-Raum-Wohnung für Weißwasser. Der verheiraten Familienvater von drei Kindern bleibt hier. „Diese Entscheidung für Weißwasser habe ich nie bereut“, sagt er. Und überall, wo er mal Urlaub mache – diese Stadt ist durch den Eishockeysport bekannt, berichtet Detlef Mansfeld.

Der Weg auf das Eis

Der Facharztausbildung im Krankenhaus Weißwasser folgt die Chefarztposition. Durch Eishockeyspieler und späteren Trainer Rüdiger Noack wurde Detlef Mansfeld Anfang der 80er Jahre gebeten, die medizinische Betreuung Kufencracks zwei bis drei Stunden wöchentlich zu übernehmen. „Als Dankeschön wurde ich Mannschaftsarzt der B-DDR-Nationalmannschaft“, erzählt er. Die erste Reise geht zu Dynamo Bukarest, wo prompt ein Sieg eingefahren wird. Weitere Spiele folgen. Eine schöne Zeit, sagt Detlef Mansfeld. Auch beim letzten DDR-Meistertitel der Weißwasseraner verfolgt er das Geschehen hautnah mit. „Das ist mein Job – die Mannschaft ist das Wichtigste“, erzählt Detlef Mansfeld. In den Sommermonaten fiebert er, wie alle Fans, dass es wieder losgeht. Mit Saisonbeginn hat er wieder mehr Arbeit, denn die ärztlichen Untersuchungen der Spieler laufen alle bei ihm ab. Gerade hier ist größte Sorgfalt angesagt, da die Gesundheit der Spieler oberstes Gebot sind. Der Mannschaftsarzt ist einer der wichtigsten Leute im Profisport – seine Arbeit entscheidet über Fitness und Durchhaltevermögen der Spieler.

Auch Kämpfer brauchen Trost

„Ich sehe oft schon, wie schlimm die Verletzung eines Spielers beim Zusammenprall mit dem Gegner wird – und was bei unseren Leuten so alles kaputt gehen könnte“, sagt er über sein Mitfiebern am Rand. Aber er ist auch Fan: „Ich wusste einfach, dass wir in der zurückliegenden Saison Dresden rausknacken“, sagt Detlef Mansfeld stolz.

Viel Psychologie spielt in seine Arbeit hinein, wenn es auf dem Eis kracht. Auch bullige Spieler brauchen jemanden, der ihre körperlichen oder seelischen Leiden kennt – und ihnen zur Seite steht. Das aktuelle Gefüge im Fuchsbau sieht er als solide Grundlage an. „Damit können wir eine ordentliche Leistung bringen“, sagt er. Die Chemie stimme eben. Für den Arzt ist der unbezahlte Job auch persönlich wichtig. „Ich liebe diese Aufgabe“, sagt er. Und die gegnerischen Spieler werden natürlich ebenso professionell versorgt, wie die Füchse.

Die Lausitz, sagt Detlef Mansfeld, ist ihm ans Herz gewachsen. Und Weißwasser sowieso. Wenn er nicht am Eis ist, spaziert der Arzt durch die Natur im Kromlauer oder Muskauer Park. Aber die Eishockeystadt sei ganz klar die „Heimat“. (Gunnar Schulze)

Detlef Mansfeld

Am 23. Oktober 1948 wird Detlef Mansfeld in Demmin geboren.

Von 1954 an bis zum Besuch der Erweiterten Oberschule lebte Detlef Mansfeld in Birkenwerder bei Berlin.

Bereits in der 8. Klasse stand für ihn der Berufswunsch Arzt fest.

Er macht sein Abitur in Potsdam und erlernt den Beruf Krankenpfleger.

Detlef Mansfeld besucht die Humboldt Universität und absolviert seine Facharztausbildung ab 1974 zwei Jahre in Lübben.

Seit 1976 ist er in Weißwasser, wird Facharzt für Chirurgie.

Seit 1982 steht er hinter der Bande vom damaligen Dynamo Weißwasser, er ist der Mannschaftsarzt der DDR- B- Nationalmannschaft. Zudem wird er Chefarzt der Kreispoliklinik Weißwasser und ist auch noch Betriebsarzt des Tagebaus Nochten.

Seit April 1992 hat er sich als Arzt mit eigener chirurgischer Praxis in Weißwasser niedergelassen.

Die Eishockeyspieler überwacht er als Fan und Arzt Rund um die Uhr..

Quelle: Sächsische Zeitung Lokalteil WSW vom 13.08.2007
1715 mal gelesen
 
1 | Odin | 13.08.2007 @ 13:56
Schick. Wie wäre es, wenn ihr auch die anderen Betreuer und guten Seelen im und um den Bau porträtiert?
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