Kanadier sind nicht zimperlich. Es krachte mächtig, als der Füchse-Stürmer Steven Crampton den Berliner Abwehrspieler Dominik Bielke im Testspiel gegen die Bande checkte. Für den Rempler, bei dem sich der Eisbären-Junior den Brustkorb prellte, flog der etwas verdutzte 25-jährige Lausitzer Neuzugang mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe vom Eis.
Ganz große Brocken wollen Steven Crampton und Alan Reader (r.) in der bevorstehenden Saison mit den Füchsen aus dem Weg räumen. Beim Pressetermin für das Mannschaftsfoto im Findlingspark Nochten deuteten die beiden Weißwasseraner Neulinge ihr Potenzial schon einmal an.Foto: Peter Aswendt
Crampton empfand den Check zwar als hart, aber keineswegs brutal. Auch Thomas Popiesch, Trainer der Lausitzer Füchse, glaubt, dass „der Schiri den Arm zur Strafe zu schnell hob“. Popiesch, der die Truppe im Herbst letzten Jahres als Zweitliga-Schlusslicht übernahm und sich mit ihr in den Play-downs gegen die Dresdner Eislöwen zum Klassenerhalt zitterte, erwartet seine Füchse in der neuen Saison von Beginn an bissiger. Abstiegsängste sollen ihnen erspart bleiben.
In Schlüsselszenen gefordert
Dabei baut er auf das Sturmduo mit Crampton und Peter Szabo, die aus den USA kamen. „Sie sollen die Mannschaft führen und in Schlüsselszenen präsent sein“, wünscht sich der 42-jährige Coach. Dafür muss alles passen. Mit Manager Ralf Hantschke bastelte Popiesch lange am Aufgebot. Hantschke beschreibt, wie kompliziert es war: „Der Trainer wollte Verstärkung im Sturm. Wir sondierten den Markt, schauten wer sportlich, charakterlich und finanziell zu uns passen könnte. Dann verhandelten wir mit Spielern und ihren Managern.“
Crampton wusste von einem dänischen Vermittler und Eishockey-Profis aus seiner Heimatstadt Winnipeg (700000Einwohner) ungefähr, was ihn in Weißwasser erwartet. Er hörte, wie Spieler im Verein behandelt und bezahlt werden. Ihm gefiel die Story von Publikums-Liebling und Play-down-Held Nolan McDonald. Und er erfuhr, dass es nicht weit nach Berlin oder Dresden ist und zu einem Golfplatz, wo er seinem Hobby frönen kann. Der 1,90m große und 90 Kilo schwere Athlet ist befreundet mit Neville Rautert (EHCMünchen) und Matt Hubbauer (Moskitos Essen). Mit ihnen spielte er in der Junioren-Auswahl der Provinz Manitoba.
Mit Hubbauer machten die Lausitzer schlechte Erfahrungen. Sie boten ihm im Vorjahr nach langer Verletzungspause eine sportliche Chance. Bis ihn ein Spielervermittler unter umstrittener Vorgabe einer Verletzung zur Konkurrenz ins Ruhrgebiet lotste. Crampton, der beim ECHL-Verein Las Vegas keine Perspektive sah, erwartet viel vom neuen Job: „Ich habe einen Vertrag für eine Saison mit Option auf Verlängerung. Mein Verdienst und die Wohnung vom Verein mit Einbauküche und Satelliten-TV sind besser als in Las Vegas. Ich bekam ein Auto, und mit den Jungs hier verstehe ich mich. Also lasst es uns anpacken.“ Im Oktober besucht ihn Freundin Melinda. Sie arbeitet für eine Öko-Energie-Firma und will einige Zeit ihren Job per Computer von der Lausitz aus erledigen.
Spiel mit offenen Karten
Das klappte nicht bei der Freundin des US-Amerikaners Chris Chaput. Weil ihre berufliche Karriere wichtiger war, löste der spielstarke Center noch vor dem ersten Punktspiel seinen Vertrag wieder auf. Füchse-Manager Hantschke gesteht: „Wir ließen ihn nur schweren Herzens ziehen. Er war ein Denker und Lenker. Aber wenn der Rahmen nicht passt, hat ein Engagement wenig Sinn.“ Hantschke hat Verständnis für die Rückkehr: „Wir alle sind keine Maschinen. Er will uns nicht austricksen, sein Grund ist nachvollziehbar. Es spricht für ihn, dass er mit offenen Karten gespielt hat.“ (Andree Merbt)
In Schlüsselszenen gefordert
Dabei baut er auf das Sturmduo mit Crampton und Peter Szabo, die aus den USA kamen. „Sie sollen die Mannschaft führen und in Schlüsselszenen präsent sein“, wünscht sich der 42-jährige Coach. Dafür muss alles passen. Mit Manager Ralf Hantschke bastelte Popiesch lange am Aufgebot. Hantschke beschreibt, wie kompliziert es war: „Der Trainer wollte Verstärkung im Sturm. Wir sondierten den Markt, schauten wer sportlich, charakterlich und finanziell zu uns passen könnte. Dann verhandelten wir mit Spielern und ihren Managern.“
Crampton wusste von einem dänischen Vermittler und Eishockey-Profis aus seiner Heimatstadt Winnipeg (700000Einwohner) ungefähr, was ihn in Weißwasser erwartet. Er hörte, wie Spieler im Verein behandelt und bezahlt werden. Ihm gefiel die Story von Publikums-Liebling und Play-down-Held Nolan McDonald. Und er erfuhr, dass es nicht weit nach Berlin oder Dresden ist und zu einem Golfplatz, wo er seinem Hobby frönen kann. Der 1,90m große und 90 Kilo schwere Athlet ist befreundet mit Neville Rautert (EHCMünchen) und Matt Hubbauer (Moskitos Essen). Mit ihnen spielte er in der Junioren-Auswahl der Provinz Manitoba.
Mit Hubbauer machten die Lausitzer schlechte Erfahrungen. Sie boten ihm im Vorjahr nach langer Verletzungspause eine sportliche Chance. Bis ihn ein Spielervermittler unter umstrittener Vorgabe einer Verletzung zur Konkurrenz ins Ruhrgebiet lotste. Crampton, der beim ECHL-Verein Las Vegas keine Perspektive sah, erwartet viel vom neuen Job: „Ich habe einen Vertrag für eine Saison mit Option auf Verlängerung. Mein Verdienst und die Wohnung vom Verein mit Einbauküche und Satelliten-TV sind besser als in Las Vegas. Ich bekam ein Auto, und mit den Jungs hier verstehe ich mich. Also lasst es uns anpacken.“ Im Oktober besucht ihn Freundin Melinda. Sie arbeitet für eine Öko-Energie-Firma und will einige Zeit ihren Job per Computer von der Lausitz aus erledigen.
Spiel mit offenen Karten
Das klappte nicht bei der Freundin des US-Amerikaners Chris Chaput. Weil ihre berufliche Karriere wichtiger war, löste der spielstarke Center noch vor dem ersten Punktspiel seinen Vertrag wieder auf. Füchse-Manager Hantschke gesteht: „Wir ließen ihn nur schweren Herzens ziehen. Er war ein Denker und Lenker. Aber wenn der Rahmen nicht passt, hat ein Engagement wenig Sinn.“ Hantschke hat Verständnis für die Rückkehr: „Wir alle sind keine Maschinen. Er will uns nicht austricksen, sein Grund ist nachvollziehbar. Es spricht für ihn, dass er mit offenen Karten gespielt hat.“ (Andree Merbt)
Quelle: Sächsische Zeitung Regionalsport vom 14.09.2007