Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditionsreichen Weißwasseraner Eishockeys! Ich war in Liberec und habe mir nochmals den Josef gegönnt! Und bin dabei zahlreichen Überlegungen erlegen gewesen. Ist der Kerl in einen Jungbrunnen gefallen? Welche Chancen hätte eigentlich die Mannschaft aus der Saison 1994/95 mit Reznicek und seinen damaligen Mitstreitern, u.a. Mike Flemming, Branjo Heisig, Toni Fonso, Matthias Kliemann, Janusz Janikowski oder dem umstrittenen Jari Grönstrand, – einfach in die Neuzeit gebeamt – gegen unser heutiges Team? Wie hat sich das Eishockey in diesen 13 Jahren eigentlich verändert? Und wie gelingt es dem Josef, auf diesem hohen Niveau über so viele Jahre problemlos mitzuhalten? Zum Glück kam dann irgendwann eine Situation, die den „Eishockeygott“ in höchst menschlichem Lichte erscheinen ließ: Als ein deutlich jüngerer Stürmer den „alten Mann“ im Laufduell knapp überholen konnte, da klinkte sich Josef mit seinem Schläger kurz ein und nahm so in altbekannter „Rohre- Manier“ zusätzlich Fahrt auf. Der Referee ahndete das mit zwei Strafminuten. Im Fall „Josef“ erschien das schon fast ungerecht... Am Ende siegten Rezniceks Karlsbader mit 4:1, weil die Abwehr bombensicher stand und die Energetiker mit Scheibengewinn sofort auf Angriff umschalteten. Gerade das tat Liberec nicht. Und wer sich immer fragt, was mit schnellem Umschalten von Abwehr auf Angriff gemeint ist, der bekam von den Weißen Tigern ein negatives Lehrbeispiel geboten.
Eben dieses schnelle Umkehrspiel verlangt auch Thomas Popiesch von unseren Füchsen. Zuweilen sind da im Vergleich zur Vorsaison deutliche Verbesserungen zu erkennen. Mit Scheibengewinn wird nicht mehr regelmäßig zunächst hinter das eigene Tor gefahren und abgewartet, bis die gegnerische Defensive ihre Positionen gefunden hat. Puck erkämpft- und vorwärts geht’s. Noch kommt der erste Pass nicht immer sauber. Aber daran kann man ja arbeiten. Jedenfalls war das, was wir am Sonntag gegen Landshut zu sehen bekamen, attraktiver und durchaus auch gutklassiger Sport. Der wohltuende Beifall für unsere Blau- Gelben bewies: Den Fans hatte das angebotene „Produkt“ gefallen. Denn schließlich ist eine Eishockeyprofimannschaft Dienstleister. Und auf Dauer kauft der Kunde nur, was ihm gefällt. Ist die Ware mangelhaft, wird sie zum Ladenhüter. Insofern lag der „Mangel“ diesmal in der Chancenverwertung. Ich persönlich hielt ihn aber nicht für so groß, als damit gleich das gesamte Produkt in Frage zu stellen. Zurück zu Josef: Das Produkt „Liberec vs. Karlsbad“ war in meinen Augen nicht so gut, wie „Füchse vs. Kannibalen“. Aber das ist ohnehin sicher Geschmackssache.
Geschmackssache ist auch der „Fall Chris Straube“. Bleibt er – für das nächste Wochenende oder länger? Geht er – nach Amerika oder zu einem anderen deutschen Club? Ist er bezahlbar – für uns oder nur für den Geldadel? Hat er mit Weißwasser mehr am Hut als nur die „Übergangsmoneten“ bis zu einem wunschdotierten Vertrag? Ich habe Verständnis für all jene, die ungeduldig werden. Chris: Jetzt muss „Butter bei die Fische“. Geht es Dir bei dem Dauergepokere noch gut? Bist Du noch frei im Kopf- oder belastet Dich die ungeklärte Situation auch? Ich wiederhole mich: Von mir aus möge Chris Straube ein Fuchs bleiben- wenn er ohne wirtschaftlichen Spagat finanzierbar ist. Wenn ich richtig informiert bin, sind die Stunden der Entscheidung gezählt.
Wohin es führt, Spielern Gehälter zuzusagen, die man am Ende nicht aufbringen kann, hat dereinst die Personalie Morgan Samuelsson gezeigt. Der Gute durfte damals seine ausstehenden Löhne in fahrbaren Untersätzen einheimsen. Dem Vernehmen nach soll er mehrere Tage auf Tour durch die Autohäuser der Region gewesen sein und sich schlussendlich mit mehr als vier Rädern eingeschifft haben. Wer Genaueres weiß – mal melden...
Ich weiß noch genau, dass dem Morgan Abwehrarbeit schmeckte wie einem Alkoholiker Mineralwasser. Aber er hatte ja seinen „Vasallen“ Per Wallin. Der machte dir Drecksarbeit, damit „Samu“ in der Offensive glänzen konnten. Der damalige Trainer Bror Hansson, den ich sehr schätzen gelernt habe, hatte das Duo bewusst gebastelt, um Morgans Stärken nutzen und seine Schwächen ausgleichen zu können.
Später spielte Dorian Anneck bei uns. Der war ein Torjäger vor dem Herren und kam doch nicht optimal zum Zuge, weil ihn Trainer Horymir Sekera ständig zu mehr Defensivarbeit vergatterte, die Dorian überhaupt nicht mochte. Damals erklärte der Coach, er würde keinen Spieler von den Aufgaben befreien, die jeder Akteur zu leisten hätte. Warum schreibe ich das jetzt? Am Sonntag überraschte mich Thomas Popiesch mit einer klaren Ansage, die mich in meiner Auffassung über die Nutzung von Stärken bzw. den Ausgleich von Schwächen eines Spielers bestärkte.
Mir war aufgefallen, dass unser „richtiger Fuffzehner“ nach Fehlpässen oder Scheibenverlusten zunächst immer noch ein Stück Richtung Objekt aller Begehrlichkeiten (sprich: gegnerisches Tor) fuhr, ehe er umdrehte, um Abwehrarbeit zu leisten (Ich glaube sogar eher, er fährt nur zurück, um sich die Scheibe für den nächsten Angriff zu holen :-) ). Und weil mir mal irgendwann ein Trainer sagte, dass man Eishockeyspieler ab dem 20. Lebensjahr nur noch gering um- bzw. verformen kann, fragte ich beim Oberfuchs nach, ob er da Umerziehungsgedanken hegt. Die frappierende Antwort: „Mich wollten die Trainer jahrelang umerziehen- und haben es nicht geschafft. Deshalb fange ich das gar nicht erst an.“ Plautz! Womit ich meine These zu Dorian Anneck bestätigt sah, dass man einem Akteur seinen Wert nimmt, wenn man nicht seine Stärken nutzt und die Schwächen anderweitig ausgleicht. Also, Robert: Vorwärts immer- rückwärts nimmer bzw. nur, wenn der Peter Szabo mal nicht flugs genug nach hinten kann...
Mal sehen, wie das am Wochenende funktioniert. Meine These: Zwischen null und sechs Punkten ist alles drin! Das überrascht – oder? Und sollte es mit dem Zählbaren nicht so klappen, dann meckern wir nur, wenn sich die Mannschaft unter Wert verkauft. Denn wir dürfen einfach nicht vergessen, was vor der Saison der Anspruch war: Attraktives Eishockey mit stabileren Leistungen als im Vorjahr und einer besseren Punktausbeute. Von Titelgewinnen war nicht die Rede...
Bleibt sauber! Und: Alles was Recht ist...
Euer Sebastian Matthieu
1 | stesi | 26.09.2007 @ 23:04
immer wieder schön:) weiter so.
2 | SvenSchimanski | 27.09.2007 @ 08:13
je mehr breze vorne reinhaut je weniger brauchen sie zurück laufen
3 | 3liter | 27.09.2007 @ 09:17
Naja, wie gesagt - sowas ist Geschmackssache. Mein Trainer hat immer gesagt: "Geh ma mit 5 Mann nach vorn, aber spiel ma mit 5 nach hinten."
Wie auch immer ... funktionnieren muss es.
4 | Polly | 27.09.2007 @ 12:03
fein fein....
macht immer wieder spass sowas zu lesen...
» Die News ist älter als 14 Tage. Die Kommentarfunktion wurde deshalb deaktiviert.
Liebe Freunde des traditionsreichen Weißwasseraner Eishockeys! Ich war in Liberec und habe mir nochmals den Josef gegönnt! Und bin dabei zahlreichen Überlegungen erlegen gewesen. Ist der Kerl in einen Jungbrunnen gefallen? Welche Chancen hätte eigentlich die Mannschaft aus der Saison 1994/95 mit Reznicek und seinen damaligen Mitstreitern, u.a. Mike Flemming, Branjo Heisig, Toni Fonso, Matthias Kliemann, Janusz Janikowski oder dem umstrittenen Jari Grönstrand, – einfach in die Neuzeit gebeamt – gegen unser heutiges Team? Wie hat sich das Eishockey in diesen 13 Jahren eigentlich verändert? Und wie gelingt es dem Josef, auf diesem hohen Niveau über so viele Jahre problemlos mitzuhalten? Zum Glück kam dann irgendwann eine Situation, die den „Eishockeygott“ in höchst menschlichem Lichte erscheinen ließ: Als ein deutlich jüngerer Stürmer den „alten Mann“ im Laufduell knapp überholen konnte, da klinkte sich Josef mit seinem Schläger kurz ein und nahm so in altbekannter „Rohre- Manier“ zusätzlich Fahrt auf. Der Referee ahndete das mit zwei Strafminuten. Im Fall „Josef“ erschien das schon fast ungerecht... Am Ende siegten Rezniceks Karlsbader mit 4:1, weil die Abwehr bombensicher stand und die Energetiker mit Scheibengewinn sofort auf Angriff umschalteten. Gerade das tat Liberec nicht. Und wer sich immer fragt, was mit schnellem Umschalten von Abwehr auf Angriff gemeint ist, der bekam von den Weißen Tigern ein negatives Lehrbeispiel geboten.
Eben dieses schnelle Umkehrspiel verlangt auch Thomas Popiesch von unseren Füchsen. Zuweilen sind da im Vergleich zur Vorsaison deutliche Verbesserungen zu erkennen. Mit Scheibengewinn wird nicht mehr regelmäßig zunächst hinter das eigene Tor gefahren und abgewartet, bis die gegnerische Defensive ihre Positionen gefunden hat. Puck erkämpft- und vorwärts geht’s. Noch kommt der erste Pass nicht immer sauber. Aber daran kann man ja arbeiten. Jedenfalls war das, was wir am Sonntag gegen Landshut zu sehen bekamen, attraktiver und durchaus auch gutklassiger Sport. Der wohltuende Beifall für unsere Blau- Gelben bewies: Den Fans hatte das angebotene „Produkt“ gefallen. Denn schließlich ist eine Eishockeyprofimannschaft Dienstleister. Und auf Dauer kauft der Kunde nur, was ihm gefällt. Ist die Ware mangelhaft, wird sie zum Ladenhüter. Insofern lag der „Mangel“ diesmal in der Chancenverwertung. Ich persönlich hielt ihn aber nicht für so groß, als damit gleich das gesamte Produkt in Frage zu stellen. Zurück zu Josef: Das Produkt „Liberec vs. Karlsbad“ war in meinen Augen nicht so gut, wie „Füchse vs. Kannibalen“. Aber das ist ohnehin sicher Geschmackssache.
Geschmackssache ist auch der „Fall Chris Straube“. Bleibt er – für das nächste Wochenende oder länger? Geht er – nach Amerika oder zu einem anderen deutschen Club? Ist er bezahlbar – für uns oder nur für den Geldadel? Hat er mit Weißwasser mehr am Hut als nur die „Übergangsmoneten“ bis zu einem wunschdotierten Vertrag? Ich habe Verständnis für all jene, die ungeduldig werden. Chris: Jetzt muss „Butter bei die Fische“. Geht es Dir bei dem Dauergepokere noch gut? Bist Du noch frei im Kopf- oder belastet Dich die ungeklärte Situation auch? Ich wiederhole mich: Von mir aus möge Chris Straube ein Fuchs bleiben- wenn er ohne wirtschaftlichen Spagat finanzierbar ist. Wenn ich richtig informiert bin, sind die Stunden der Entscheidung gezählt.
Wohin es führt, Spielern Gehälter zuzusagen, die man am Ende nicht aufbringen kann, hat dereinst die Personalie Morgan Samuelsson gezeigt. Der Gute durfte damals seine ausstehenden Löhne in fahrbaren Untersätzen einheimsen. Dem Vernehmen nach soll er mehrere Tage auf Tour durch die Autohäuser der Region gewesen sein und sich schlussendlich mit mehr als vier Rädern eingeschifft haben. Wer Genaueres weiß – mal melden...
Ich weiß noch genau, dass dem Morgan Abwehrarbeit schmeckte wie einem Alkoholiker Mineralwasser. Aber er hatte ja seinen „Vasallen“ Per Wallin. Der machte dir Drecksarbeit, damit „Samu“ in der Offensive glänzen konnten. Der damalige Trainer Bror Hansson, den ich sehr schätzen gelernt habe, hatte das Duo bewusst gebastelt, um Morgans Stärken nutzen und seine Schwächen ausgleichen zu können.
Später spielte Dorian Anneck bei uns. Der war ein Torjäger vor dem Herren und kam doch nicht optimal zum Zuge, weil ihn Trainer Horymir Sekera ständig zu mehr Defensivarbeit vergatterte, die Dorian überhaupt nicht mochte. Damals erklärte der Coach, er würde keinen Spieler von den Aufgaben befreien, die jeder Akteur zu leisten hätte. Warum schreibe ich das jetzt? Am Sonntag überraschte mich Thomas Popiesch mit einer klaren Ansage, die mich in meiner Auffassung über die Nutzung von Stärken bzw. den Ausgleich von Schwächen eines Spielers bestärkte.
Mir war aufgefallen, dass unser „richtiger Fuffzehner“ nach Fehlpässen oder Scheibenverlusten zunächst immer noch ein Stück Richtung Objekt aller Begehrlichkeiten (sprich: gegnerisches Tor) fuhr, ehe er umdrehte, um Abwehrarbeit zu leisten (Ich glaube sogar eher, er fährt nur zurück, um sich die Scheibe für den nächsten Angriff zu holen :-) ). Und weil mir mal irgendwann ein Trainer sagte, dass man Eishockeyspieler ab dem 20. Lebensjahr nur noch gering um- bzw. verformen kann, fragte ich beim Oberfuchs nach, ob er da Umerziehungsgedanken hegt. Die frappierende Antwort: „Mich wollten die Trainer jahrelang umerziehen- und haben es nicht geschafft. Deshalb fange ich das gar nicht erst an.“ Plautz! Womit ich meine These zu Dorian Anneck bestätigt sah, dass man einem Akteur seinen Wert nimmt, wenn man nicht seine Stärken nutzt und die Schwächen anderweitig ausgleicht. Also, Robert: Vorwärts immer- rückwärts nimmer bzw. nur, wenn der Peter Szabo mal nicht flugs genug nach hinten kann...
Mal sehen, wie das am Wochenende funktioniert. Meine These: Zwischen null und sechs Punkten ist alles drin! Das überrascht – oder? Und sollte es mit dem Zählbaren nicht so klappen, dann meckern wir nur, wenn sich die Mannschaft unter Wert verkauft. Denn wir dürfen einfach nicht vergessen, was vor der Saison der Anspruch war: Attraktives Eishockey mit stabileren Leistungen als im Vorjahr und einer besseren Punktausbeute. Von Titelgewinnen war nicht die Rede...
Bleibt sauber! Und: Alles was Recht ist...
Euer Sebastian Matthieu