Leistet sich Weißwasser eine neue Eissporthalle?
Im Rathaus haben sich am Donnerstag Vertreter des Eissportklubs Weißwasser (ESW), der Stadtverwaltung und des Stadtrates, der Fachhochschule Lausitz (FHL) und von Vattenfall getroffen, um ein für den Eishockeysport in Weißwasser entscheidendes Vorhaben zu besprechen. Dabei geht es, wie auf RUNDSCHAU-Nachfrage sowohl von der Stadtverwaltung als auch vom ESW bestätigt wurde, möglicherweise sogar um den Neubau einer Eishalle.
Vor dem Hintergrund eines auf Dauer nicht mehr vertretbaren veralteten Zustandes der bisherigen Eissporthalle, die einen energiesparenden, wirtschaftlichen Betrieb kaum zulässt, hatte bei der Runde Prof. Ralf-Rüdiger Sommer von der FHL Entwürfe für einen Um- beziehungsweise Neubau vorgestellt.
Dabei sei, so Oberbürgermeister Hartwig Rauh, sowohl die Möglichkeit einer Sanierung der bestehenden Halle betrachtet worden, (etwa vier Millionen Euro), die Variante eines kompletten Neubaus auf dem Gelände des alten Freiluftstadions und die einer Mischung, bei der ein Neubau das alte Funktionsgebäude einbezieht. Letzteres könne sieben Millionen Euro kosten.
Die Frage ist nun zum ersten, wie die Halleninvestition finanziert werden kann. Laut Rauh besteht die Möglichkeit der Förderung. Das Regierungspräsidium in Dresden habe aber die Bereitstellung von Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe Aufbau Ost (GA) ausgeschlossen und auf die Sportstättenförderung verwiesen. Die unterstützt aber maximal mit 50 Prozent der förderfähigen Summe. Nun komme es darauf an, ob sich mit Hilfe der Sächsischen Aufbaubank weitere europäische Fördermittel auftreiben ließen.
Zum zweiten muss die Frage geklärt werden, ob die künftige Eissporthalle vom ESW oder einem von ihm beauftragten Dritten dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden kann. Dazu werde der Verein in den nächsten vier bis acht Wochen ein Finanzierungskonzept erstellen, bestätigte gestern ESW-Pressesprecher Andreas Friebel. Das soll dem Stadtrat noch vor Jahresende vorliegen.
Für Oberbürgermeister ist Rauh eine wirtschaftliche Betriebsführung und die Frage, was die Stadt dabei noch jährlich zuschießen müsste, ein Knackpunkt. «Eine Entscheidung für eine Investition von sieben Millionen Euro, in denen Fördermittel stecken, bedeutet, dass die Halle auf längere Zeit – das kann zwischen 20 und 25 Jahre sein – zweckgebunden genutzt werden muss» , erklärt Rauh. Folglich müssten auf diese lange Sicht auch die nötigen Zuschüsse durch die Stadt sichergestellt werden. Und sollte gar, was keiner hoffen wolle, etwas beim Betreiber schief laufen, weil der sich verkalkuliert habe, dann könne letztlich die ganze finanzielle Last auf die Stadt als Antragsteller für die Fördermittel zurückfallen. «Ich möchte gern die Last der Zweckbindungsgewährleistung auf mehrere Schultern verteilen, und da gucke ich schon auch nach Niesky» , sagt Rauh. «Wenn sich der Landkreis nicht direkt an den laufenden Kosten beteiligt, dann doch wenigstens an dem Risiko, das mit dem Neubau entsteht.» Er jedenfalls, so Rauh, könne dem Stadtrat nicht ruhigen Gewissens empfehlen, das Risiko ganz allein zu tragen. (Thoralf Schirmer)
Zukunft auf Kufen
In dieser Woche wurden Weichen für die Zukunft gestellt.
Ganz sichtbar mit der Grundsteinlegung beim beruflichen Schulzentrum in Weißwasser. Und weniger sichtbar, aber dennoch leidenschaftlich, hinter verschlossenen Türen im Rathaus.
Es geht um Sanierung oder Neubau einer Eissporthalle, und damit um nicht weniger als die Zukunft des Eishockeysportes in der Stadt. Darüber sind sich alle Beteiligten im Klaren. Denn die alte Halle, von der noch nicht mal sicher ist, was das jetzt in Auftrag gegebene Statik-Gutachten ergeben wird, muss dringend saniert oder ersetzt werden. Eine Aufgabe, die der ESW allein nicht finanziell stemmen kann. Auch das steht fest. Also kommt es jetzt darauf an, zu wie viel Risiko (oder auch Mut) Stadt, Kreis und Land bereit sind.
Weißwassers Zukunft auf Kufen steht auf dem Spiel.
Ich denke, Vattenfall könnte doch aus diesem Stadion ein weiteres Prestigeobjekt machen. So wie das CO2-freie Kraftwerk in Schwaze Pumpe (hat auch ne Menge gekostet). Nur eben nicht zur Energieerzeugung, sondern besonders Energiesparend. Das ist momentan eh ein sehr aktuelles Thema. Man könnte sich da richtig ausspielen. Sachen wie Solar, Wärmepumpe... Diese Geschichten werden ja auch noch staatlich gefördert. Ist nur mal so ein Gedankengang.
2 | Birgit | 07.10.2007 @ 21:45
Vattenfall hat ja auch eine Verantwortug für unsere Region und kann den Menschen hier einiges zurück geben!
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Im Rathaus haben sich am Donnerstag Vertreter des Eissportklubs Weißwasser (ESW), der Stadtverwaltung und des Stadtrates, der Fachhochschule Lausitz (FHL) und von Vattenfall getroffen, um ein für den Eishockeysport in Weißwasser entscheidendes Vorhaben zu besprechen.
Dabei geht es, wie auf RUNDSCHAU-Nachfrage sowohl von der Stadtverwaltung als auch vom ESW bestätigt wurde, möglicherweise sogar um den Neubau einer Eishalle.
Vor dem Hintergrund eines auf Dauer nicht mehr vertretbaren veralteten Zustandes der bisherigen Eissporthalle, die einen energiesparenden, wirtschaftlichen Betrieb kaum zulässt, hatte bei der Runde Prof. Ralf-Rüdiger Sommer von der FHL Entwürfe für einen Um- beziehungsweise Neubau vorgestellt.
Dabei sei, so Oberbürgermeister Hartwig Rauh, sowohl die Möglichkeit einer Sanierung der bestehenden Halle betrachtet worden, (etwa vier Millionen Euro), die Variante eines kompletten Neubaus auf dem Gelände des alten Freiluftstadions und die einer Mischung, bei der ein Neubau das alte Funktionsgebäude einbezieht. Letzteres könne sieben Millionen Euro kosten.
Die Frage ist nun zum ersten, wie die Halleninvestition finanziert werden kann. Laut Rauh besteht die Möglichkeit der Förderung. Das Regierungspräsidium in Dresden habe aber die Bereitstellung von Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe Aufbau Ost (GA) ausgeschlossen und auf die Sportstättenförderung verwiesen. Die unterstützt aber maximal mit 50 Prozent der förderfähigen Summe. Nun komme es darauf an, ob sich mit Hilfe der Sächsischen Aufbaubank weitere europäische Fördermittel auftreiben ließen.
Zum zweiten muss die Frage geklärt werden, ob die künftige Eissporthalle vom ESW oder einem von ihm beauftragten Dritten dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden kann. Dazu werde der Verein in den nächsten vier bis acht Wochen ein Finanzierungskonzept erstellen, bestätigte gestern ESW-Pressesprecher Andreas Friebel. Das soll dem Stadtrat noch vor Jahresende vorliegen.
Für Oberbürgermeister ist Rauh eine wirtschaftliche Betriebsführung und die Frage, was die Stadt dabei noch jährlich zuschießen müsste, ein Knackpunkt. «Eine Entscheidung für eine Investition von sieben Millionen Euro, in denen Fördermittel stecken, bedeutet, dass die Halle auf längere Zeit – das kann zwischen 20 und 25 Jahre sein – zweckgebunden genutzt werden muss» , erklärt Rauh. Folglich müssten auf diese lange Sicht auch die nötigen Zuschüsse durch die Stadt sichergestellt werden. Und sollte gar, was keiner hoffen wolle, etwas beim Betreiber schief laufen, weil der sich verkalkuliert habe, dann könne letztlich die ganze finanzielle Last auf die Stadt als Antragsteller für die Fördermittel zurückfallen. «Ich möchte gern die Last der Zweckbindungsgewährleistung auf mehrere Schultern verteilen, und da gucke ich schon auch nach Niesky» , sagt Rauh. «Wenn sich der Landkreis nicht direkt an den laufenden Kosten beteiligt, dann doch wenigstens an dem Risiko, das mit dem Neubau entsteht.» Er jedenfalls, so Rauh, könne dem Stadtrat nicht ruhigen Gewissens empfehlen, das Risiko ganz allein zu tragen. (Thoralf Schirmer)
Zukunft auf Kufen
In dieser Woche wurden Weichen für die Zukunft gestellt.
Ganz sichtbar mit der Grundsteinlegung beim beruflichen Schulzentrum in Weißwasser. Und weniger sichtbar, aber dennoch leidenschaftlich, hinter verschlossenen Türen im Rathaus.
Es geht um Sanierung oder Neubau einer Eissporthalle, und damit um nicht weniger als die Zukunft des Eishockeysportes in der Stadt. Darüber sind sich alle Beteiligten im Klaren. Denn die alte Halle, von der noch nicht mal sicher ist, was das jetzt in Auftrag gegebene Statik-Gutachten ergeben wird, muss dringend saniert oder ersetzt werden. Eine Aufgabe, die der ESW allein nicht finanziell stemmen kann. Auch das steht fest. Also kommt es jetzt darauf an, zu wie viel Risiko (oder auch Mut) Stadt, Kreis und Land bereit sind.
Weißwassers Zukunft auf Kufen steht auf dem Spiel.
Kommentar von Thoralf Schirmer
Quelle: Lausitzer Rundschau Lokalteil WSW vom 6.10.2007