Herr Popiesch, die Lausitzer Füchse führen mit neun Punkten aus fünf Spielen derzeit die Auswärtstabelle an. Spielen Sie lieber auf fremden Eis?
Ach was, wir haben auswärts bisher auch das Glück gehabt, das uns in den ersten Partien zu Hause gefehlt hat. Viel wichtiger ist mir eigentlich, dass wir in bisher jedem Spiel auf Augenhöhe mit dem Gegner gespielt haben, wir immer die Chance hatten, Punkte zu holen.
Thomas Popiesch ist nicht immer ein Mann der leisen Töne. Seine Spieler aber scheinen ihn zu verstehen. Foto: Gunnar Schulze
Trotzdem, in der Hauptrunde der vergangenen Saison gelangen auswärts gerade einmal sieben Punkte, irgend etwas müssen Sie doch gemacht haben?
Gezaubert haben wir nicht, zumal unsere finanziellen Möglichkeiten nicht wesentlich besser geworden sind. Aber Ralf Hantschke und ich haben bei den Spielerverpflichtungen darauf geachtet, dass die Neuen auch offensiv kreativ sind und das eine oder andere Tor schießen. Das hilft uns auch auswärts. Mehr Bammel haben wir eigentlich vor dem Reisen. Wir waren in den vergangenen Wochen zu drei Auswärtsspielen rund 4000 Kilometer mit dem Bus unterwegs. Das steckt dann auch in den Knochen. Mal sehen, wie sich das über die Saison auswirkt.
Vieles auf dem Eis wirkt einfach solider, auch das Über- und Unterzahlspiel.
Das war ja unser Ziel. Wir schaffen es bisher, die Spiele eng zu halten. Dazu muss man viel laufen, immer bei der Sache sein. Dafür benötigt man gar nicht so viel Talent und kann mit viel Einsatz auch Fehler beim Gegner produzieren. Das ist jetzt in den Köpfen drin. Und dann ist richtig, dass sich das Über- und Unterzahlspiel deutlich verbessert haben. Die ,special Teams’ entscheiden heute oft die Spiele – und da läuft es zurzeit ganz gut bei uns.
Lassen Sie das besonders trainieren?
Natürlich ist das Teil des Trainings, aber man sollte aufpassen, genau das nicht überzutrainieren, damit die Lockerheit im Spiel nicht verloren geht. Es gibt beim Überzahlspiel kein Geheimnis: Schnelle Pässe, ständige Bewegung und viele Schüsse. Außerdem kommt es darauf an, für die ständig neu entstehenden Situationen Lösungen parat zu haben. Aber Spielzüge einzustudieren, wie vielleicht im Fußball, das bringt im Eishockey nichts.
Extrem wichtig ist auch der Tormann. Hätten Sie gedacht, dass Sie jetzt zwei fast gleichstarke zur Verfügung haben?
Boris Ackers hat uns wirklich überrascht. Er hatte in den vergangenen Jahren ja wenig Spielpraxis. Deshalb war es uns auch so wichtig, ihn so frühzeitig in der Saison zu testen.
Gibt es die Überlegung, in wichtigen Spielen Ackers ins Tor zu stellen und McDonald auf die Tribüne zu setzen? Dann wäre ein Ausländerplatz frei.
Darüber haben wir schon nachgedacht. Aber auch da müssen wir an die Finanzen denken.
Gibt es Neues von Chris Straube und Tuukka Pulliainen, deren Zusage beziehungsweise Vertrag in den nächsten Tagen auslaufen?
Bei Chris steht die Zusage bis 21. Oktober. Darüber hinaus hat er seine Pläne, die ich akzeptiere. Sollten die sich zerschlagen, müssen Chris und der Vorstand alles klären. Pulli wollen wir gern behalten. Da laufen Gespräche zwischen dem Vorstand und seinem Manager.
Am Freitag kommt Crimmitschau zum Sachsenderby – für Sie ein Spiel wie jedes andere?
Nein, nein – jedes Derby ist ein besonderes Spiel, mit mehr Emotionen und mehr Leidenschaft. Es entsteht immer ein besonderes Flair, auch durch die Fans im sicherlich vollen Fuchsbau.
Die Lausitzer Füchse sind eigentlich seit über einem Jahr in kein Punktspiel als klarer Favorit gegangen – aber am Freitag?
Wir können zwar mit breiter Brust in das Spiel gehen, aber als Favorit sehe ich unser Team in keinem Spiel. Dazu sind unsere Mittel einfach zu begrenzt. Wir werden keine Mannschaft spielerisch einfach so an die Wand nageln. Crimmitschau haben wir in dem Vorbereitungsspiel in Leipzig ganz gut beherrscht, aber seitdem hat es in dem Team einige Veränderungen gegeben, die gefruchtet haben. Wir müssen auf der Hut sein.
ich find auch thomas popi ein super kerl ist, der sein fach versteht
3 | alridge | 10.10.2007 @ 10:29
Klasse Trainer und ne ehrliche Haut.
Einfach SUPER!!
4 | Kiesi71 | 10.10.2007 @ 11:05
und vor allem ein realist, gefällt mir
5 | Cracky | 10.10.2007 @ 11:11
hallöchen | realistisch und zurückhaltend. klasse, danke popey :) | es grüsst dat *Cracky†
6 | esw77schrulle | 10.10.2007 @ 12:03
den bereits gesagten dingen kann man beherzt zustimmen! :-)
7 | ESWgirl | 10.10.2007 @ 13:22
ich find den typ och klasse einfach SUPER
8 | stesi | 10.10.2007 @ 13:30
der popi is schon a juter hat das richtige händchen und bleibt aufen teppich is echt klasse der typ weiter so und was mich am meisten überrascht das wir seit jahren wieder eine einheit sind wo man endlich mal ne klare handschrift vom trainer sieht.
9 | Eddy08 | 10.10.2007 @ 14:50
der Trainer ist gut keine Frage, bin nur gespannt ob alle hier ihn auch noch so hochloben wenn der Erfolg mal nachlässt...das es nicht so sein wird ist eigentlich das traurige... bei Erfolg loben alle und bei Mißerfolg steht er allein da ....obwohl er meist am wenigsten Schuld hat. Merkt euch also eure Zitate und stärkt ihm den Rücken wenn es mal ne Weile nicht so erfolgreich mit dem Team zugeht
10 | Mozart | 10.10.2007 @ 14:52
@9 Daumen hoch für diesen Kommentar!
11 | stesi | 10.10.2007 @ 15:08
und die ersten die trainer raus brüllen,sind die nach dem 7.spieltag ein feuerwerk gezündet haben wo man noch nichts erreicht hat.
12 | HeavensDJ | 10.10.2007 @ 16:55
ich will ja nich die bockwurst an die wand malen, aber ich gebe @ 9 völlig recht! es werden spiele kommen wo wir uns wieder an kopp greifen.. und es wird früher oder später wieder einen Trainer wechsel geben da machen wir uns mal nix vor! aber bis DAHIN lieber Rücken STÄRKEN als rücken BRECHEN! aloha
13 | Polly | 10.10.2007 @ 17:49
@11, das ist so nicht richtig denn die trainer raus brüller sind meistens die *schönwetterfans,unter alk*
@9 gibt es nix hinzuzufügen da es die traurige wahrheit ist,
bis jetzt sehr gute arbeit vom T.P. weiter so und dann kommt es auch nicht zu solchen *brüllaffen*
sport frei
14 | Odin | 10.10.2007 @ 21:03
Wen interessiert schon was ein Teil der Fans denkt/brüllt?! Die Chefetage muss ihm den Rücken stärken. T.P: ist im Falle, des Falles einen Schei*dreck geholfen, wenn Fans ihm ermutigend die Schultern klopfen. Und von oben (aus welchen Gründen auch immer) die Laune der Natur zu schlägt.
15 | HeavensDJ | 10.10.2007 @ 23:23
aha, und wer bringt des Geld inne Halle? ^^
16 | Cracky | 10.10.2007 @ 23:44
hallöchen | die spieler ;) |es grüsst dat *Cracky†
17 | esw77schrulle | 11.10.2007 @ 01:41
@16: nicht ganz. die spieler sorgen dafür, dass das zusehen des spiels mal wieder wert ist einige euro dafür zu zahlen. schau dir die zuschauerzahlen an: letzte saison war kaum einer da, wirklich nur noch der harte kern (kaum mal etwas über 1000 leute) und nun...?! 1700, 1900... es hat sich quasi fast verdoppelt. spieler und fans, trainer und marketing... eine art zahnratreihe, wo eins ins andere greift!
18 | Odin | 11.10.2007 @ 06:54
@15, Beispiel F.C. Da haben zwar schon einige F.C. rausgebrüllt, aber subjektiv gesehen, standen die meisten Fans hinter ihm und seiner Art. Wie es weiterging, wissen wir.....
19 | Dracula | 11.10.2007 @ 08:17
@9 kann man nur zustimmen hoffentlich ist der Rückhalt bei evtl.Niederlagen auch so groß T.P.einfach super seine ruhige Art kommt gut rüber.
20 | Cracky | 11.10.2007 @ 08:58
hallöchen | @17 hehe, dessen is mir scho bewusst.ich wollt nur auf die eigendlichen "helden" hinweisen,denn wenn jene nicht funktionieren,läuft das rad zu den zuschauern und letztendlich zum trainer.also sind es wiederum doch die spieler.ein teufelskreis ^^ | es grüsst dat *Cracky†
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Ach was, wir haben auswärts bisher auch das Glück gehabt, das uns in den ersten Partien zu Hause gefehlt hat. Viel wichtiger ist mir eigentlich, dass wir in bisher jedem Spiel auf Augenhöhe mit dem Gegner gespielt haben, wir immer die Chance hatten, Punkte zu holen.
Gezaubert haben wir nicht, zumal unsere finanziellen Möglichkeiten nicht wesentlich besser geworden sind. Aber Ralf Hantschke und ich haben bei den Spielerverpflichtungen darauf geachtet, dass die Neuen auch offensiv kreativ sind und das eine oder andere Tor schießen. Das hilft uns auch auswärts. Mehr Bammel haben wir eigentlich vor dem Reisen. Wir waren in den vergangenen Wochen zu drei Auswärtsspielen rund 4000 Kilometer mit dem Bus unterwegs. Das steckt dann auch in den Knochen. Mal sehen, wie sich das über die Saison auswirkt.
Vieles auf dem Eis wirkt einfach solider, auch das Über- und Unterzahlspiel.
Das war ja unser Ziel. Wir schaffen es bisher, die Spiele eng zu halten. Dazu muss man viel laufen, immer bei der Sache sein. Dafür benötigt man gar nicht so viel Talent und kann mit viel Einsatz auch Fehler beim Gegner produzieren. Das ist jetzt in den Köpfen drin. Und dann ist richtig, dass sich das Über- und Unterzahlspiel deutlich verbessert haben. Die ,special Teams’ entscheiden heute oft die Spiele – und da läuft es zurzeit ganz gut bei uns.
Lassen Sie das besonders trainieren?
Natürlich ist das Teil des Trainings, aber man sollte aufpassen, genau das nicht überzutrainieren, damit die Lockerheit im Spiel nicht verloren geht. Es gibt beim Überzahlspiel kein Geheimnis: Schnelle Pässe, ständige Bewegung und viele Schüsse. Außerdem kommt es darauf an, für die ständig neu entstehenden Situationen Lösungen parat zu haben. Aber Spielzüge einzustudieren, wie vielleicht im Fußball, das bringt im Eishockey nichts.
Extrem wichtig ist auch der Tormann. Hätten Sie gedacht, dass Sie jetzt zwei fast gleichstarke zur Verfügung haben?
Boris Ackers hat uns wirklich überrascht. Er hatte in den vergangenen Jahren ja wenig Spielpraxis. Deshalb war es uns auch so wichtig, ihn so frühzeitig in der Saison zu testen.
Gibt es die Überlegung, in wichtigen Spielen Ackers ins Tor zu stellen und McDonald auf die Tribüne zu setzen? Dann wäre ein Ausländerplatz frei.
Darüber haben wir schon nachgedacht. Aber auch da müssen wir an die Finanzen denken.
Gibt es Neues von Chris Straube und Tuukka Pulliainen, deren Zusage beziehungsweise Vertrag in den nächsten Tagen auslaufen?
Bei Chris steht die Zusage bis 21. Oktober. Darüber hinaus hat er seine Pläne, die ich akzeptiere. Sollten die sich zerschlagen, müssen Chris und der Vorstand alles klären. Pulli wollen wir gern behalten. Da laufen Gespräche zwischen dem Vorstand und seinem Manager.
Am Freitag kommt Crimmitschau zum Sachsenderby – für Sie ein Spiel wie jedes andere?
Nein, nein – jedes Derby ist ein besonderes Spiel, mit mehr Emotionen und mehr Leidenschaft. Es entsteht immer ein besonderes Flair, auch durch die Fans im sicherlich vollen Fuchsbau.
Die Lausitzer Füchse sind eigentlich seit über einem Jahr in kein Punktspiel als klarer Favorit gegangen – aber am Freitag?
Wir können zwar mit breiter Brust in das Spiel gehen, aber als Favorit sehe ich unser Team in keinem Spiel. Dazu sind unsere Mittel einfach zu begrenzt. Wir werden keine Mannschaft spielerisch einfach so an die Wand nageln. Crimmitschau haben wir in dem Vorbereitungsspiel in Leipzig ganz gut beherrscht, aber seitdem hat es in dem Team einige Veränderungen gegeben, die gefruchtet haben. Wir müssen auf der Hut sein.
Wo stehen die Lausitzer Füchse zu Weihnachten?
Wenn ich das wüsste, wäre ich Hellseher.
Gespräch: Frank Thümmler
Quelle: Sächsische Zeitung Regionalsport vom 10.10.2007