Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
P.F.I.F.F.
25.10.2007 | 21:43 Uhr von
Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditionsreichen Weißwasseraner Eishockeys! Mit den Augen ist es ja immer so eine Sache. Offen sollen die Teile sein, wenn man durch den Alltag wandert oder im Straßenverkehr unterwegs ist. Unter den Blinden soll der, der nur eins hat, König sein. (Ob es deshalb zwei Aumüllers gibt? ;-) ) Man kann diese Organe auf einen werfen. Die aus der Kategorie „Holz“ werden stets zur Wachsamkeit ermahnt. Und dann gibt es die Lachenden und die Weinenden. Mit exakt denen habe ich zu kämpfen, wenn es um unseren Chris Straube geht. Nun ist sein Abschied also beschlossene Sache. Zweimal stürmt er noch für unsere Farben auf Torejagd. Dann heißt es: „Tschüss und winkewinke!“. Weil wir soeben bei Sprichwörtern waren: Was man an einer Person habe soll man für gemeinhin immer dann begreifen, wenn eben diese Person weg ist. Nächsten Freitag gegen Kassel ist der erste Begreiftag. Ich bin gespannt, wen der Coach zu Fliege und Götze beordert.

Zunächst aber gilt es, den Chris würdig zu verabschieden. Als ich heute mit ihm telefonierte, habe ich ihn nochmals als Sportsmann durch und durch erlebt. Dankbar sei er den Verantwortlichen im Fuchsbau, dass sie ihm die Chance gaben, hier zu trainieren und zu spielen. Respekt habe er vor dem Coach, der die schwierige Aufgabe gehabt habe, ihn ins Team zu integrieren obwohl absehbar war, dass man mit ihm nicht bis zum Saisonende habe planen können. Die Fans der Füchse seien super. Kein Wort darüber, dass er nach seiner Verpflichtung vor fast exakt einem Jahr viele Wochen Pfiffe und deftige Kritik einstecken musste. „Für meinen Spielstil ist das Schlittschuhlaufen das A und O.“, erklärte mir der Chris: „Wenn Kopf und Arme in Ordnung sind, aber die Beine nicht optimal funktionieren, dann geht mir die große Stärke verloren. Die Fans konnten nicht sehen, warum ich nicht topfit war. Deshalb habe ich vollstes Verständnis für ihren Unmut damals.“, gibt es keinen Blick im Groll zurück. Der Abschied aus Weißwasser falle ihm deshalb nicht so schwer, weil er eine Mannschaft verlasse, die deutlich stärker sei als die des Vorjahres und auch seinen Weggang kompensieren werde.

Lieber Chris! Dein Gastspiel in Weißwasser werden die Mehrzahl der Fans und ich so schnell nicht vergessen. Ungeachtet des Umstandes, dass Du einer der wenigen Nationalspieler warst, die den Weg so tief in die Lausitz fanden, hat Dich Dein technisches Tor gegen Dresden am 28. März 2007 ein Stück weit unsterblich gemacht. Warum auch immer Du gehst: Ich werde Dich vermissen.

Deshalb das weinende Auge! Das andere lacht dennoch, weil eine zunehmend nervige Hängepartie damit ein Ende findet. Auf Sicht immer nur von Woche zu Woche planen zu können und abwarten zu müssen, wann denn nun zum großen Sprung nach Übersee angesetzt wird, war für Trainer, Managment und Mitspieler sicher nicht einfach. Nun muss sich zeigen, wer in die Fußstapfen des Routiniers treten kann. Warum soll es nicht auch aus dem eigenen Nachwuchs Akteure geben, die die sich ihnen jetzt bietende Chance nutzen und in die Stammformation spielen können?!?! Und falls die Lücke, die Chris hinterlässt, am Ende doch zu groß sein sollte, dann gibt es keinerlei Zeitdruck, sich nach Alternativen umzusehen.

Bestimmt wird es nicht so lange dauern, dann gehen die Debatten los: Wenn noch ein Akteur geholt werden sollte, dann besser ein Stürmer oder doch ein Verteidiger? Schwer zu entscheiden, würde ich sagen. Denn die Mannschaft hat zuletzt auch defensiv durchaus mehr Stabilität gewonnen. Sollen also ein Hoffi oder Ede auf die Bank, die sich Stück für Stück etabliert haben?!? Oder wäre Golle besser der Mann für den Sturm, den ein gelernter Abwehrspezialist ersetzen könnte?!? Ich sage: Abwarten und beobachten! Denn Geld im Überfluss gibt es in Weißwasser auch heuer bestimmt nicht.

Und weil wir bei Augen waren und Geld sind: Mit großen Augen verfolge ich die Entwicklung in Regensburg. Dort deutet Vieles auf „fiskalische Ebbe“ hin- nicht erst seit gestern. Wenn sogar schon die Spieler auf Teile ihres Gehalts verzichten, ist das nicht unbedingt nur ein gutes Zeichen. Auch in Sachen EVR- Eisbären habe ich das Problem mit dem weinenden und dem lachenden Sehwerkzeug. Nein: Es geht mir nicht um Schadenfreude. Dafür ist es viel zu traurig, wenn ein Eishockeyclub – wer auch immer – auf der Strecke bleibt. Aber ich habe auch nicht vergessen, in welch höchst schulmeisterlicher Art uns die Führungsetage der Regensburger vor zwei Jahren Professionalität ins Stammbuch schreiben wollten. Wie haben sich die smarten Herren aus der Donau- Arena in Sachen Gagnon und Elle als Retter deutscher Eishockeykultur geriert! Der Bogen zu den Sprichwörtern lässt sich auch hier bequem schlagen: Man sieht sich immer zweimal im Leben. Und: Waren es nicht auch die Regensburger, die vor der Saison jenen Weg, den wir gegangen sind – billige Mannschaft/ Kampf um den Klassenerhalt bis zum letzten Spieltag – belächelten und für dortige Verhältnisse für ausgeschlossen hielten? Ich weiß nicht, warum: Aber bei derartigem Anflug von Hochmut fällt mir ganz plötzlich das Stichwort „Dresden“ ein...

Ich drücke alle Daumen – und das wirklich ehrlich – das man beim EVR den Weg aus der Krise findet. Und dabei geht es mir nicht in erster Linie um die sechs Punkte, die wir im schlechtesten Falle verlieren könnten bzw. die zwei Heimspiele, die wir gegen die Donaustädter noch haben – oder eben nicht. Es geht mir um unseren geliebten Sport, der mal wieder krassen Imageschaden nehmen könnte, wenn ein Team die Saison vorzeitig beenden müsste!

Für unseren nächsten Gegner, die wilden Schwäne, trifft ein derartiges Szenario zum Glück nicht zu. Und es ist auch nicht zu erwarten, dass unsere Füchse – und deren Fans – am Freitag die Entlassung des Schwenninger Trainers beschleunigen könnten. Es sei denn, man ist noch immer mit Frau Bullard im Bunde und schafft es wieder bis an die Biervorräte im dortigen VIP- Raum... Wichtig scheint mir, dass die Entlassung von Peter Ustorf schon ein paar Tage zurück liegt und die Wild Wings unter Interims- Coach Greg Pruden aus den letzten vier Spielen 10 Punkte holten. Damit scheidet das Argument, Weißwasser käme als Aufbaugegner angeschlagener Teams immer gerade recht, aus. Und der SERC hat sich in der Nach- Ustorf- Ära auch schon austoben können... Vielleicht liegt gerade da unsere Chance.

Mit welcherlei Augen unsere Ligenleitung den Fall Brezina entscheiden wird, erfahren wir in Kürze. Es wäre jedenfalls jammerschade, wenn der Robert nicht wenigstens noch einmal mit Chris Straube nach Siegpunkten greifen könnte. Bleibt zu hoffen, dass die gestrengen Eishockeyrichter mal beide Augen zudrücken und Milde walten lassen. Nicht alles, was der Otty zu erkennen glaubt, muss mit der Todesstrafe geahndet werden!

In diesem Sinne: Bleibt sauber! Und: Alles was recht ist!

Euer Sebastian Matthieu
1110 mal gelesen
 
1 | Fuchs | 25.10.2007 @ 21:59
es war der 27.03
2 | Crazy Com | 25.10.2007 @ 22:10
Wirklich gut *rofl* Und schön, dass auch Userkommentare von hier nicht verschont werden ;)
3 | fanmutti | 26.10.2007 @ 09:47
klasse beitrag!
4 | P.F.E.I.F.F.E.R | 26.10.2007 @ 09:58
Freispruch für Robert!Damit dürfte unter Wertung angeblich einschlägiger Beobachtungen Otty ebenso wenig Durchblick haben wie R.Au-Müller...
5 | esw77schrulle | 26.10.2007 @ 10:08
hab auch grad gelesen, dass brezina heute wieder dabei sein wird :-) feini! und der bericht ist auch mal wieder ne glatte 1!
6 | Kiesi71 | 26.10.2007 @ 12:43
vielleicht sollten wir es in zukunft vermeiden spieler zu verpflichten die mit vornamen chris heißen :)
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