Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Tore waren Trumpf in Schwenningen
27.10.2007 | 09:53 Uhr von
Die Schwenninger Wild Wings bezwangen die Lausitzer Füchse gestern Abend vor 2400 Zuschauern mit 7:4 (3:2, 2:2, 2:0). In der unterhaltsamen Partie suchten beide Teams ihr Heil in der Offensive und legten keinen großen Wert auf eine vernünftige Abwehrarbeit.

Eishockey-Herz, was willst du mehr? Schwenningen und Lausitz schossen Tor um Tor, am Ende gewannen die Gastgeber mit 7:4. Auf unserem Bild freut sich Kevin Baker nach seinem Tor zum 2:0. Bild: Dieter Reinhardt
Da die Lausitzer Füchse bei Neckarsulm im Stau steckten und der Spielbeginn sich um 75 Minuten verzögerte, nutzten die Fans die Wartezeit, um über die Zukunft des Schwenninger Eishockeys zu diskutieren. Die könnte in der nächsten Saison dergestalt aussehen, dass die Wild Wings ihre ersten Heimspiele in einem fremden Stadion austragen müssen. Der Gemeinderat von Villingen-Schwenningen blockierte Gelder in Höhe von 330.000 Euro, die im Rahmen des Stadionausbaus notwendig sind, um ein Wasserbecken für die Sprinkleranlage zu bauen. Erst wenn dieses Becken fertig ist, können die Arbeiten am Dach beginnen. Deshalb wollte die Kunsteisbahn GmbH die milde Witterung nutzen, um das Wasserbecken vor Wintereinbruch zu bauen. "Das hätte von der finanziellen Seite her keine Rolle gespielt, denn die 330.000 Euro waren für den zweiten Bauabschnitt ohnehin genehmigt. Wir wollten das Projekt lediglich zeitlich vorziehen", sagte Erich Schlenker, Geschäftsführer der Kunsteisbahn GmbH.

Nun kann der Gemeinderat von VS frühestens in einen Monat neu entscheiden, ob die Summe doch vorzeitig freigegeben wird. Sollte bis dahin aber der Winter hereinbrechen, wären keine Betonarbeiten mehr möglich. So könnte sich der Neubau des Daches im Frühjahr derart verzögern, dass das Stadion zu Beginn der nächsten Saison nicht nutzbar wäre. "Für diesen Fall haben wir noch keinen Plan B in der Tasche", sagte Michael Werner, Geschäftsführer des Schwenninger Profi-Eishockeys. Man werde an einen möglichen Umzug keinen Gedanken verschwenden. Vielmehr hofft die Wild Wings GmbH, dass die Stadt den Stadion-Umbau trotz der Geldblockade rechtzeitig auf die Reihe bringt. Aber auch Michael Werner weiß: "Wenn viele Leute im Gemeinderat sitzen, sind solche Entscheidungen immer schwierig." Die kurze Aufwärmphase reichte den Lausitzer Füchsen augenscheinlich nicht, um die stundenlange Busfahrt aus den Knochen zu schütten. Wie gelähmt schauten sie zu, wie Dustin Whitecotton nach 18 Sekunden den ersten Angriff des Spiel zur 1:0-Führung nutzte. Die Gäste waren mit den Gedanken wohl immer noch im Bus, als Kevin Baker über rechts durchspazierte, Torwart Boris Ackers mit einem Flachschuss düpierte und den Puck zum zweiten Mal im Fuchsbau versenkte.

Dann jedoch legten die Füchse ihre Schlafmützigkeit ab und merkten schnell, dass auch die Schwenninger Abwehr trotz fehlender Busfahrt nicht im Bilde war. Verteidiger Sana Hassan störte Peter Szabo nicht energisch genug, der sich mit dem Anschlusstreffer (6.) bedankte. Bereits nach elf Minuten war die Partie für Boris Ackers zu Ende. Da auch Markus Schröders Treffer zum 3:1 bei 5:4-Überzahl nicht unhaltbar schien, reagierte Gästetrainer Thomas Popiesch und schickte Nolan McDonald zwischen die Pfosten. Der Kanadier hatte gleich mächtig Glück, als Whitecotton den Pfosten traf. Fast im Gegenzug verkürzte Carsten Gosdeck ebenfalls bei 5:4-Powerplay auf 3:2 (17.). Auch diesmal ließ Hassan den Schützen gewähren.

Im zweiten Abschnitt wurden die 2400 Zuschauer für ihre Geduld mit weiteren Treffern belohnt. Diesmal kamen die Füchse hellwach aus der Kabine und trafen durch Gosdeck nach 32 Sekunden. Die erneute Schwenninger Führung durch Frosch (25.) eröffnete eine Phase, in der fast nur die special teams im Einsatz waren. Pausenlos schickte Schiedsrichter Steffen Klau nun Spieler auf die Strafbank. Als die Wild Wings gar zwei Mann mehr auf dem Eis hatten, traf Garett Bembridge zum 5:3.

Das Angriffsspiel der Schwäne klappte zwar vorzüglich, doch die Abwehr hatte Löcher wie ein Schweizer Käse. Zwar parierte SERC-Keeper Rostislav Haas gegen Szabo, doch den Schuss von Thomas Götz (32.) musste er passieren lassen. Vier Gegentore 32 Minuten - das gefiel Schwenningens Trainer Greg Pruden überhaupt nicht. Der ehemalige Verteidiger nahm eine Auszeit und erklärte seinen nachlässigen Profis innerhalb von 30 Sekunden das kleine Einmaleins des Eishockeys.

Um den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen, baute Pruden im letzten Drittel auf seine besten Kräfte. Er reduzierte den Angriff auf drei Reihen und ließ Bogdan Selea, Robin Just sowie Robert Bote auf der Bank. Auch in Abwehr kamen mit Dominic Auger/ Kevin Lavallee und Brad Bergen/ Lukas Slavetinsky nur noch zwei Pärchen zum Zuge. Sana Hassan (verletzt) und Markus Schröder mussten fortan von der Wechselbank aus zuschauen, wie die Schwäne eine zweimalige 3:5-Unterzahl überstanden und das Ergebnis sogar noch auf 7:4 schraubten. Bembridge und Frosch machten in Minute 59 und 60 alles klar. Trainer Pruden hatte alles richtig gemacht. (WERNER FEIßT)

Quelle: Südkurier Regionalsport Schwarzwald vom 27.10.2007
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