Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditionsreichen Weißwasseraner Eishockeys! Man lernt ja nie aus im Leben. Und so musste ich am letzten Sonntag erfahren, dass es im Eishockey nicht nur schöne Tore, Schlittschuhtore oder technische Tore gibt, die ich allesamt schon kannte, sondern auch – Achtung: schwule Tore! Da fragt sich der geneigte Leser sicher ebenso wie ich mich: Hä??? Es geschah im 1. Drittel gegen Bremerhaven, als Robert Brezina zum 3:1 einschob. Und dann fuhr er zum Abklatschen an unserer Spielerbank vorbei und ließ verlauten: „So ein schwules Tor.“ Fortan war meine Konzentration auf das Spiel etwas eingeschränkt, da ich mir Gedanken darüber machte, was denn nun ein „schwules Tor“ sein könnte, zumal ich Roberts Treffer nicht in allen Details hatte sehen können. Ist bei einem schwulen Tor vielleicht das Gehäuse warm? Oder ist der Puck eventuell erst an die Latte und von dort ins Netz gesprungen? Gilt ein Tor möglicherweise als schwul, wenn das Teil von hinten rein gemacht wird? Da ich des Rätsels Lösung nicht finden konnte, habe ich nach dem Spiel beim „schwulen- Tor- Schützen“ ;-)) nachgefragt. „Weißt du!“, erklärte mir der Robert: „Wenn man im Spiel immer wieder richtig gute Torchancen hat, aber nicht trifft, einem dann plötzlich die Scheibe vor die Kelle fällt und fast von allein ins Tor geht, dann ist das ein schwules Tor.“ Aha- Problem erkannt und schwules Tor verstanden! Weil aber unser bester Torjäger wegen der vergebenen klaren Torchancen so trauerte, habe ich nachgehakt. Denn schließlich zählt unser Fuffzehner ja nicht unmittelbar als Nachwuchsspieler. „Klar habe ich solche Phasen schon erlebt. Trotzdem regt es mich aber auf.“, gab Robert ehrlich zu. Und so habe ich ihm die Nutzung von Zielwasser empfohlen, wobei wir noch keine Einigkeit über die äußere (Zielwasser auf den Schläger) oder innere (Zielwasser durch die Leber) Anwendung finden konnten. Noch ist ja etwas Zeit, über den optimalen Einsatz dieses subhomöopathischen Hilfsmittels nachzudenken. Inzwischen habe ich jedenfalls eine Probe „Zielwasser“ besorgt. Und so es der Zeitplan und Robert will, werde ich das Zeug vor dem Kassel- Spiel übergeben. Mal sehen, ob und wie es dann knallt!!! Übrigens: Mir ist dabei völlig egal, ob die Tore wieder schwul oder doch mal heterosexuell sind...
Weniger Glück als der Robert Brezina hatte am Sonntag der Adam Drgon. Wenn es Tage gibt, an denen man besser nicht aus dem Bett klettern sollte, dann war für unseren slowakischen Abwehrrecken beim Heimspielcomeback nach den vier Auswärtspartien ein solcher. Erst wurde der Adam bereits beim Einspielen (!) von einem Schlagschuss an der Schulter getroffen. Vielleicht hätte er da schon merken können, dass das nicht sein Spieltag würde. Aber einige Schmerzen und kurze Behandlungen später lief er dennoch auf. Bis zum zweiten Drittel schien sich der Eishockeygott doch noch seiner erbarmt zu haben, ehe er mit einem brutalen Crosscheck niedergestreckt wurde und sich erneut in medizinische Obhut begeben musste. Wieder kehrte Adam zurück und bekam im Schlussabschnitt einen Schlagschuss gegen den Knöchel. Das war’s, war ich mir sicher, zumal Adam gleich im Kabinengang verschwand. Denkste! Wer den Unterschied zwischen einem deutschen und einem slowakischen Stehaufmännchen noch nicht kannte, der weiß seit Sonntag: Es gibt keinen! Unser Top- Verteidiger kämpfte sich brav durch bis zum Spielende und gönnte sich erst dann wirkliche Linderung. Ihr kennt doch die großen Kühlboxen, in denen insbesondere die Familien vom Lande immer ihre gesamten Getränkevorräte an den Strand schleppen?! In einer solchen Kühlbox voller Eis hatte Adam nach Spielschluss seine geschundenen Füße vergraben. Und weil das so komisch aussah, musste ich trotz jeder Menge Mitgefühl ob der erlittenen Schmerzen herzlich lächeln. Nicht überliefert ist, ob Adam irgendwann nur noch den Deckel der Box schloss und diese gleich als Schuh nutzend den Heimweg antrat...
Für Crimmitschauer Verhältnisse eher wenig Leute haben nach dem dortigen Heimspiel gegen Regensburg den Heimweg angetreten. Ganze 1.691 Zuschauer sollen (offiziell) das Kellerduell besucht haben. Da sieht man mal, wie sich die Zeiten – und Ansprüche – ändern. Denn ich erinnere mich an Phasen in der früheren Crimmitschauer Eishockeygeschichte, da sind über 6.000 Leute zu solch echten „Schlagerspielen“ wie ETC vs. Höchstadt geströmt. Wie neidisch haben wir immer wieder zum Zuschauerkrösus geschielt. Nicht nur, dass die Westsachsen im Vergleich zu uns immer die kürzeren Busfahrten zu den Auswärtsspielen hatten. Auch aus den Eintrittsgelder konnten die immer viel höhere Einnahmen verbuchen, als wir. Es dürfte noch nicht viele Spiele gegeben haben, bei denen wir höhere Zuschauerzahlen hatten (gegen den REV waren 2.352 Besucher angesagt – also selbst bei Abzug der Vattenfall- Karten lägen wir über den 1.691), als parallel der ETC. Dass dem nun so ist, hat sicher etwas mit der demografischen und finanziellen Gesamtentwicklung zu tun. Aber es gibt bestimmt auch Ursachen in den sportlichen Darbietungen. Denn mit dem Erfolg kommen auch die Zuschauer in die Stadien, wie wir es zum Glück bei uns gerade erleben. Andererseits darf man nicht vergessen, dass wegen knapper Kassen der Gunnar Leidborg bei den Eispiraten aus jeder Menge No- Name- Spielern immer das Optimum herausholte und die vorgegebenen Saisonziele erreichte. Wenn denn also Anspruchsdenken und Realitätssinn weit auseinander klaffen, dann neigen offenbar nicht wenige „Fans“ dazu, ihren Lieblingen abzuschwören. Angesichts solcher Zahlen wie der vom letzten Sonntag beim ETC kann man vor dem Fan- Stamm unserer Füchse, die sich im letzten Spieljahr eher selten erfolgreiche Auftritte der Profis gönnen konnten, nur den Hut ziehen. Allerdings hat Zweitligahockey in Weißwasser eben auch nur eine Chance, wenn man bereit ist, die Realitäten zu sehen und mit ihnen zu leben.
Dazu gehört auch, dass Etats keine Tore schießen. Wie viel ein geplanter Etat über die Klasse einer Mannschaft aussagt, wird ja immer wieder heftig diskutiert. Und häufig sind die Verantwortlichen bei uns dann immer viel zu „doof“, weil es ja Teams mit geringerem Etat gibt, die sportlich viel besser dastünden, als wir. Im Vorjahr war Landsberg so eine Truppe, die mit noch geringerem Etat als wir lange um die Play- offs mitspielte. Mein Tipp an alle „Etat- Freaks“: Beobachtet mal die aktuelle Situation beim EVL. Da gibt es nur Gehaltsabschläge an die Arbeitnehmer, weil der geplante Etat momentan nicht erreicht wird. Deshalb sollen nach Möglichkeit Firmen gefunden werden, die Spielergehälter übernehmen. Im Klartext: Der oder die Cracks werden in irgendwelchen Betrieben angestellt und von dort entlohnt. Damit belasten sie mit ihren Gehältern den Etat des EVL nicht mehr. Wenn denn also z.B. 10 von 22 Spielern einer Eishockeymannschaft in Fremdfirmen untergebracht werden, und diese 10 vielleicht noch die „Teuerkandidaten“ sind, dann kann eine Mannschaft mit einem Etat von 400 T€ dennoch klar stärker sein, als eine Millionentruppe. Wer im Vergleichsfall also zu blöd ist, muss immer intensiv geprüft und hinterfragt, jedoch nicht an banalen Zahlen fest gemacht werden.
Noch ein Wort zu Marco Noack: Der Shooting- Star der letzten Saison ist nun also mit einer Förderlizenz für die Jonsdorfer Falken spielberechtigt. So gut wie es für ihn ist, Spielpraxis zu sammeln, so schade finde ich es, dass er bisher wenig Gelegenheit hatte, sein Können in Liga 2 zu zeigen. Auch Daniel Wimmer, Markus Lehnigk, „Bombe“ Rösler oder der andere Förderlizenzler, Johann Geddert, kamen nur sporadisch bis kaum zum Einsatz. Dabei sollte doch der eigene Nachwuchs wie auch im Vorjahr einen Schritt weiter an das Zweitliganiveau herangeführt werden. Ich möchte nicht der Trainer sein, der den Spagat zwischen Einsätzen der „jungen Wilden“ mit zu erwartenden Fehlern oder dem Setzen auf die Stammformation, um den Erfolg möglichst wenig zu gefährden, bewältigen muss. Vielleicht etabliert sich ja einer der Akteure aus unserem Nachwuchs in den Fußstapfen von Chris Straube. Ansonsten gilt: Im Training noch mehr zulegen, bis der Coach gar nicht mehr anders kann, als auf die Jugend zurückzugreifen!
In diesem Sinne: Bleibt sauber! Und: Alles was recht ist!
Euer Sebastian Matthieu
1 | Mozart | 31.10.2007 @ 12:35
Trotz Feiertags wieder eine erstklassige Arbeit. Danke Sebastian!
2 | Joshi | 31.10.2007 @ 12:49
Werden die Texte eigentlich immer länger? Sehr gut geschrieben :-)
3 | Mozart | 31.10.2007 @ 12:53
Feiertagszuschlag... ;-)
4 | Heidi | 31.10.2007 @ 14:05
Toller letzter Absatz zum Thema Jugend...
5 | fanmutti | 31.10.2007 @ 14:18
toller letzter absatz zur. auch wir werden jetzt öfter mal nach jonsdorf fahren um marco zu sehen..
6 | stesi | 31.10.2007 @ 15:34
haste schön jeschrieben sagt der berliner.
7 | Odin | 31.10.2007 @ 19:49
Warts mal ab, die Grippewelle wird auch in dieser Saison zu schlagen (auf die ist Verlass) und dann sind die "Stifte" mode. Und vor Verletztungen sind die Füchse auch nicht gefeit.
8 | kojoti | 31.10.2007 @ 21:20
immer wieder genial. wirklich. wo nimmste nur soviel zeit her? freitag könnteste bitte mal den kopp drehen, hab mir sonntag bald die bronchien rausgepfiffen nach dir.*wink*
9 | Lischi | 01.11.2007 @ 10:24
absolut genialer Artikel und klasse geschrieben. Und die jungen wilden werden schon ihre Eiszeiten bekommen, da bin ich mir bei unseren Trainer ziemlich sicher, und diese müssen sie dan aber auch nutzen.
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Liebe Freunde des traditionsreichen Weißwasseraner Eishockeys! Man lernt ja nie aus im Leben. Und so musste ich am letzten Sonntag erfahren, dass es im Eishockey nicht nur schöne Tore, Schlittschuhtore oder technische Tore gibt, die ich allesamt schon kannte, sondern auch – Achtung: schwule Tore! Da fragt sich der geneigte Leser sicher ebenso wie ich mich: Hä??? Es geschah im 1. Drittel gegen Bremerhaven, als Robert Brezina zum 3:1 einschob. Und dann fuhr er zum Abklatschen an unserer Spielerbank vorbei und ließ verlauten: „So ein schwules Tor.“ Fortan war meine Konzentration auf das Spiel etwas eingeschränkt, da ich mir Gedanken darüber machte, was denn nun ein „schwules Tor“ sein könnte, zumal ich Roberts Treffer nicht in allen Details hatte sehen können. Ist bei einem schwulen Tor vielleicht das Gehäuse warm? Oder ist der Puck eventuell erst an die Latte und von dort ins Netz gesprungen? Gilt ein Tor möglicherweise als schwul, wenn das Teil von hinten rein gemacht wird? Da ich des Rätsels Lösung nicht finden konnte, habe ich nach dem Spiel beim „schwulen- Tor- Schützen“ ;-)) nachgefragt. „Weißt du!“, erklärte mir der Robert: „Wenn man im Spiel immer wieder richtig gute Torchancen hat, aber nicht trifft, einem dann plötzlich die Scheibe vor die Kelle fällt und fast von allein ins Tor geht, dann ist das ein schwules Tor.“ Aha- Problem erkannt und schwules Tor verstanden! Weil aber unser bester Torjäger wegen der vergebenen klaren Torchancen so trauerte, habe ich nachgehakt. Denn schließlich zählt unser Fuffzehner ja nicht unmittelbar als Nachwuchsspieler. „Klar habe ich solche Phasen schon erlebt. Trotzdem regt es mich aber auf.“, gab Robert ehrlich zu. Und so habe ich ihm die Nutzung von Zielwasser empfohlen, wobei wir noch keine Einigkeit über die äußere (Zielwasser auf den Schläger) oder innere (Zielwasser durch die Leber) Anwendung finden konnten. Noch ist ja etwas Zeit, über den optimalen Einsatz dieses subhomöopathischen Hilfsmittels nachzudenken. Inzwischen habe ich jedenfalls eine Probe „Zielwasser“ besorgt. Und so es der Zeitplan und Robert will, werde ich das Zeug vor dem Kassel- Spiel übergeben. Mal sehen, ob und wie es dann knallt!!! Übrigens: Mir ist dabei völlig egal, ob die Tore wieder schwul oder doch mal heterosexuell sind...
Weniger Glück als der Robert Brezina hatte am Sonntag der Adam Drgon. Wenn es Tage gibt, an denen man besser nicht aus dem Bett klettern sollte, dann war für unseren slowakischen Abwehrrecken beim Heimspielcomeback nach den vier Auswärtspartien ein solcher. Erst wurde der Adam bereits beim Einspielen (!) von einem Schlagschuss an der Schulter getroffen. Vielleicht hätte er da schon merken können, dass das nicht sein Spieltag würde. Aber einige Schmerzen und kurze Behandlungen später lief er dennoch auf. Bis zum zweiten Drittel schien sich der Eishockeygott doch noch seiner erbarmt zu haben, ehe er mit einem brutalen Crosscheck niedergestreckt wurde und sich erneut in medizinische Obhut begeben musste. Wieder kehrte Adam zurück und bekam im Schlussabschnitt einen Schlagschuss gegen den Knöchel. Das war’s, war ich mir sicher, zumal Adam gleich im Kabinengang verschwand. Denkste! Wer den Unterschied zwischen einem deutschen und einem slowakischen Stehaufmännchen noch nicht kannte, der weiß seit Sonntag: Es gibt keinen! Unser Top- Verteidiger kämpfte sich brav durch bis zum Spielende und gönnte sich erst dann wirkliche Linderung. Ihr kennt doch die großen Kühlboxen, in denen insbesondere die Familien vom Lande immer ihre gesamten Getränkevorräte an den Strand schleppen?! In einer solchen Kühlbox voller Eis hatte Adam nach Spielschluss seine geschundenen Füße vergraben. Und weil das so komisch aussah, musste ich trotz jeder Menge Mitgefühl ob der erlittenen Schmerzen herzlich lächeln. Nicht überliefert ist, ob Adam irgendwann nur noch den Deckel der Box schloss und diese gleich als Schuh nutzend den Heimweg antrat...
Für Crimmitschauer Verhältnisse eher wenig Leute haben nach dem dortigen Heimspiel gegen Regensburg den Heimweg angetreten. Ganze 1.691 Zuschauer sollen (offiziell) das Kellerduell besucht haben. Da sieht man mal, wie sich die Zeiten – und Ansprüche – ändern. Denn ich erinnere mich an Phasen in der früheren Crimmitschauer Eishockeygeschichte, da sind über 6.000 Leute zu solch echten „Schlagerspielen“ wie ETC vs. Höchstadt geströmt. Wie neidisch haben wir immer wieder zum Zuschauerkrösus geschielt. Nicht nur, dass die Westsachsen im Vergleich zu uns immer die kürzeren Busfahrten zu den Auswärtsspielen hatten. Auch aus den Eintrittsgelder konnten die immer viel höhere Einnahmen verbuchen, als wir. Es dürfte noch nicht viele Spiele gegeben haben, bei denen wir höhere Zuschauerzahlen hatten (gegen den REV waren 2.352 Besucher angesagt – also selbst bei Abzug der Vattenfall- Karten lägen wir über den 1.691), als parallel der ETC. Dass dem nun so ist, hat sicher etwas mit der demografischen und finanziellen Gesamtentwicklung zu tun. Aber es gibt bestimmt auch Ursachen in den sportlichen Darbietungen. Denn mit dem Erfolg kommen auch die Zuschauer in die Stadien, wie wir es zum Glück bei uns gerade erleben. Andererseits darf man nicht vergessen, dass wegen knapper Kassen der Gunnar Leidborg bei den Eispiraten aus jeder Menge No- Name- Spielern immer das Optimum herausholte und die vorgegebenen Saisonziele erreichte. Wenn denn also Anspruchsdenken und Realitätssinn weit auseinander klaffen, dann neigen offenbar nicht wenige „Fans“ dazu, ihren Lieblingen abzuschwören. Angesichts solcher Zahlen wie der vom letzten Sonntag beim ETC kann man vor dem Fan- Stamm unserer Füchse, die sich im letzten Spieljahr eher selten erfolgreiche Auftritte der Profis gönnen konnten, nur den Hut ziehen. Allerdings hat Zweitligahockey in Weißwasser eben auch nur eine Chance, wenn man bereit ist, die Realitäten zu sehen und mit ihnen zu leben.
Dazu gehört auch, dass Etats keine Tore schießen. Wie viel ein geplanter Etat über die Klasse einer Mannschaft aussagt, wird ja immer wieder heftig diskutiert. Und häufig sind die Verantwortlichen bei uns dann immer viel zu „doof“, weil es ja Teams mit geringerem Etat gibt, die sportlich viel besser dastünden, als wir. Im Vorjahr war Landsberg so eine Truppe, die mit noch geringerem Etat als wir lange um die Play- offs mitspielte. Mein Tipp an alle „Etat- Freaks“: Beobachtet mal die aktuelle Situation beim EVL. Da gibt es nur Gehaltsabschläge an die Arbeitnehmer, weil der geplante Etat momentan nicht erreicht wird. Deshalb sollen nach Möglichkeit Firmen gefunden werden, die Spielergehälter übernehmen. Im Klartext: Der oder die Cracks werden in irgendwelchen Betrieben angestellt und von dort entlohnt. Damit belasten sie mit ihren Gehältern den Etat des EVL nicht mehr. Wenn denn also z.B. 10 von 22 Spielern einer Eishockeymannschaft in Fremdfirmen untergebracht werden, und diese 10 vielleicht noch die „Teuerkandidaten“ sind, dann kann eine Mannschaft mit einem Etat von 400 T€ dennoch klar stärker sein, als eine Millionentruppe. Wer im Vergleichsfall also zu blöd ist, muss immer intensiv geprüft und hinterfragt, jedoch nicht an banalen Zahlen fest gemacht werden.
Noch ein Wort zu Marco Noack: Der Shooting- Star der letzten Saison ist nun also mit einer Förderlizenz für die Jonsdorfer Falken spielberechtigt. So gut wie es für ihn ist, Spielpraxis zu sammeln, so schade finde ich es, dass er bisher wenig Gelegenheit hatte, sein Können in Liga 2 zu zeigen. Auch Daniel Wimmer, Markus Lehnigk, „Bombe“ Rösler oder der andere Förderlizenzler, Johann Geddert, kamen nur sporadisch bis kaum zum Einsatz. Dabei sollte doch der eigene Nachwuchs wie auch im Vorjahr einen Schritt weiter an das Zweitliganiveau herangeführt werden. Ich möchte nicht der Trainer sein, der den Spagat zwischen Einsätzen der „jungen Wilden“ mit zu erwartenden Fehlern oder dem Setzen auf die Stammformation, um den Erfolg möglichst wenig zu gefährden, bewältigen muss. Vielleicht etabliert sich ja einer der Akteure aus unserem Nachwuchs in den Fußstapfen von Chris Straube. Ansonsten gilt: Im Training noch mehr zulegen, bis der Coach gar nicht mehr anders kann, als auf die Jugend zurückzugreifen!
In diesem Sinne: Bleibt sauber! Und: Alles was recht ist!
Euer Sebastian Matthieu