Eine ganze Woche Freizeit hatte Huskies-Trainer Stéphane Richer seinen Schützlingen für zwei Siege aus den Gastspielen in Weißwasser und Crimmitschau versprochen. Nach dem Sieg gestern stehen die Zeichen dafür zwar gut, aber die Pause werden die Kasseler auch brauchen: Eishockey der allerbesten Sorte, mit Herz und Leidenschaft vorgetragen, boten die Lausitzer und machten es dem Gegner unheimlich schwer. Prompt gab Thomas Popiesch seinen Jungs ebenfalls die nächste Woche frei.
Top-Eishockey mit Kampf und Leidenschaft boten die Füchse den über 2000 Zuschauern. Auch Thomas Vogl (links, gegen Sven Gerbig) ging keinem Zweikampf gegen die physisch starken Kasseler Huskies aus dem Weg. Foto: Sport-Press
Bei den Füchsen nahm Thomas Götz die Position des abgewanderten Chris Straube ein, Lehnigk rückte dafür in die dritte Sturmreihe, und machte seine Sache gut.
Die Partie zeigte sich von Beginn an auf hohem Niveau. Nach zwei Riesenmöglichkeiten für Kassel in den Anfangssekunden fingen sich die Füchse, auch weil sie die körperliche Härte der Huskies immer besser annahmen. Schon in der ersten Überzahl – Boisvert musste wegen Behinderung vom Eis – nach knapp drei Minuten stellten die Füchse eine druckvolle Box auf das Eis und zwangen Rousson im Gästetor zu guten Paraden. Was dieser Rousson drauf hat, zeigte er, als Kassel bei ihrer ersten Überzahl ausgekontert wurde und Pulliainen allein vor ihm auftauchte. Geschickt verkürzte er die Ecke und vereitelte die Großchance. Aber es fand sich einer, der den DEL-erfahrenen Gästegoalie überwand. Nachdem sich Kassel ein, zwei Minuten wie in Überzahl im gegnerischen Drittel eingenistet hatte, konterten die Füchse. Den herrlichen Diagonalpass von Crampton nahm Peter Szabo auf, kreuzte vor dem Tor und schoss zur Führung ein.
Nachlässigkeit wird bestraft
Kassel reagierte giftig, zum Teil unsportlich mit permanentem Reklamieren und versteckten Stockfouls. Die Lausitzer zeigten sich davon wenig beeindruckt und nahmen ihrerseits etwas Tempo aus dem bis dahin irrwitzig schnellen Spiel. In dieser Schlussphase des Drittels fiel völlig überraschend der Ausgleich. Einen Schlenzer vor das Füchse-Tor fälsche Bannister unhaltbar ab. Und als ob das nicht genug gewesen wäre, schob wenig später Thomas Vogl den Puck nicht zum unbedrängten Jörg Pohling, sondern versuchte einen halbherzigen Pass in die Tiefe. Den fingen die Huskies ab und demonstrierten, wie man eine drei-gegen-eins Überzahl abschließt und einen Rückstand in eine 2:1-Pausenführung verwandelt.
Zu Beginn des zweiten Drittels war Kassel die überlegene Mannschaft, nicht zuletzt indem sie ihre starke Physis bis an die Grenze des Erlaubten ausspielten. Dass es die Füchse auch auf diese Tour können, bewies Robert Bartlick mit dem „Check des Tages“, als der den erfahrenen und nicht gerade als zimperlich bekannten Glusanok an der Bande derart erwischte, dass der noch eine Weile benommen auf dem Eis taumelte. Solche Momente hatte das Publikum in Weißwasser lange nicht erlebt und war aus dem Häuschen. Schiedsrichter Györgyicze bewertete die Aktion richtigerweise als regelkonform, überhaupt hatte er die körperbetonte Partie fest im Griff. Die Form der Füchse machte Hoffnung auf ein hochklassiges Schlussdrittel mit dem guten Ende für die Lausitzer. Besonders Gosdeck, dessen Einsatz wegen einer Fußverletzung fraglich war, und der deswegen sogar auf das Warmlaufen verzichtet hatte, machte ein überragendes Spiel. Immer wieder setzte er sich vor dem Gästetor geschickt ein und suchte den Abschluss. Und auch McDonald im Füchsetor zeigte keine Unsicherheit und scheint auf dem Weg zu seiner Playdown-Form.
Tatsächlich blieb das Tempo hoch, die Füchse brandgefährlich und wurden belohnt: Nach einem Schuss von Reader aufs kurze Eck wollen die Zuschauer den Puck hinter der Torlinie gesehen haben, der Referee berät sich kurz mit seinen Linesmen und gibt den Treffer. Wenig später schien er diese Entscheidung zu bereuen, als er ein Beinstellen von Lehoux an Crampton nicht ahndete. Der Kasseler schnappte sich den Puck, tankte sich bis vor McDonalds Gehäuse und ließ ihm keine Abwehrmöglichkeit – 2:3.
Bis zum Schluss peitschte, feierte und sang das Publikum sein Team nach vorn, das noch einmal eine Überzahlmöglichkeit hatte, aber immer wieder am starken Boris Rousson scheiterte. Mit dem Treffer ins leere Tor war die Partie zugunsten des Favoriten entschieden, aber sein Kommen bereute keiner. (Sascha Hache und Marcel Pochanke)
Stimmen zum Spiel
Stéphane Richer (Trainer Kassel Huskies): Die Füchse haben super dagegengehalten, so habe ich heute ein richtig gutes Eishockeyspiel gesehen, bei dem es sich lohnte, dabei zu sein. In der Verfassung schaffen die Lausitzer die Play-Offs locker, haben sogar das Potenzial, am Ende unter den ersten Vier zu stehen. Der Knackpunkt des Spiels war neben den von beiden Teams ungenutzten Überzahlchancen sicher das 2:3.
Thomas Popiesch (Trainer Lausitzer Füchse): Ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen. Sie hat mich nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch völlig überzeugt. Leider haben wir den einen oder anderen kleinen Fehler zuviel gemacht, welche die Huskies eiskalt ausgenutzt haben.
Matthias Kliemann (Marketingchef Lausitzer Füchse): Ich bin sehr zufrieden mit der heutigen Zuschauerzahl. Aber man sieht auch, die Mannschaft tut alles, um die Eishockey-Anhänger zu locken. Erfreulich ist auch die Medienpräsenz, die unser Verein mittlerweile erfährt. Ich denke da etwa an das MDR, das in der Sendung „Sport im Osten“ am Sonnabendnachmittag regelmäßig über unsere Spiele berichtet. Und auch das DSF hat seine Zweitliga-Berichterstattung ausgeweitet. Das macht unseren Verein europaweit bekannt und erleichtert uns die Kontaktaufnahme zu Sponsoren ungemein. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch die Sächsische Zeitung, die wir als offiziellen Medienpartner gewinnen konnten.
Dirk Rohrbach (Sportlicher Berater der Füchse): Nach der gezeigten Leistung kann es beruhigt in die Länderspielpause gehen. Peter Szabo hat sich als wahrer Glücksgriff erwiesen. Was wir darüber hinaus auf dem Transfermarkt unternehmen, bleibt abzuwarten – etwa, was die Entwicklung in Regensburg und Landsberg angeht.
Die Partie zeigte sich von Beginn an auf hohem Niveau. Nach zwei Riesenmöglichkeiten für Kassel in den Anfangssekunden fingen sich die Füchse, auch weil sie die körperliche Härte der Huskies immer besser annahmen. Schon in der ersten Überzahl – Boisvert musste wegen Behinderung vom Eis – nach knapp drei Minuten stellten die Füchse eine druckvolle Box auf das Eis und zwangen Rousson im Gästetor zu guten Paraden. Was dieser Rousson drauf hat, zeigte er, als Kassel bei ihrer ersten Überzahl ausgekontert wurde und Pulliainen allein vor ihm auftauchte. Geschickt verkürzte er die Ecke und vereitelte die Großchance. Aber es fand sich einer, der den DEL-erfahrenen Gästegoalie überwand. Nachdem sich Kassel ein, zwei Minuten wie in Überzahl im gegnerischen Drittel eingenistet hatte, konterten die Füchse. Den herrlichen Diagonalpass von Crampton nahm Peter Szabo auf, kreuzte vor dem Tor und schoss zur Führung ein.
Nachlässigkeit wird bestraft
Kassel reagierte giftig, zum Teil unsportlich mit permanentem Reklamieren und versteckten Stockfouls. Die Lausitzer zeigten sich davon wenig beeindruckt und nahmen ihrerseits etwas Tempo aus dem bis dahin irrwitzig schnellen Spiel. In dieser Schlussphase des Drittels fiel völlig überraschend der Ausgleich. Einen Schlenzer vor das Füchse-Tor fälsche Bannister unhaltbar ab. Und als ob das nicht genug gewesen wäre, schob wenig später Thomas Vogl den Puck nicht zum unbedrängten Jörg Pohling, sondern versuchte einen halbherzigen Pass in die Tiefe. Den fingen die Huskies ab und demonstrierten, wie man eine drei-gegen-eins Überzahl abschließt und einen Rückstand in eine 2:1-Pausenführung verwandelt.
Zu Beginn des zweiten Drittels war Kassel die überlegene Mannschaft, nicht zuletzt indem sie ihre starke Physis bis an die Grenze des Erlaubten ausspielten. Dass es die Füchse auch auf diese Tour können, bewies Robert Bartlick mit dem „Check des Tages“, als der den erfahrenen und nicht gerade als zimperlich bekannten Glusanok an der Bande derart erwischte, dass der noch eine Weile benommen auf dem Eis taumelte. Solche Momente hatte das Publikum in Weißwasser lange nicht erlebt und war aus dem Häuschen. Schiedsrichter Györgyicze bewertete die Aktion richtigerweise als regelkonform, überhaupt hatte er die körperbetonte Partie fest im Griff. Die Form der Füchse machte Hoffnung auf ein hochklassiges Schlussdrittel mit dem guten Ende für die Lausitzer. Besonders Gosdeck, dessen Einsatz wegen einer Fußverletzung fraglich war, und der deswegen sogar auf das Warmlaufen verzichtet hatte, machte ein überragendes Spiel. Immer wieder setzte er sich vor dem Gästetor geschickt ein und suchte den Abschluss. Und auch McDonald im Füchsetor zeigte keine Unsicherheit und scheint auf dem Weg zu seiner Playdown-Form.
Tatsächlich blieb das Tempo hoch, die Füchse brandgefährlich und wurden belohnt: Nach einem Schuss von Reader aufs kurze Eck wollen die Zuschauer den Puck hinter der Torlinie gesehen haben, der Referee berät sich kurz mit seinen Linesmen und gibt den Treffer. Wenig später schien er diese Entscheidung zu bereuen, als er ein Beinstellen von Lehoux an Crampton nicht ahndete. Der Kasseler schnappte sich den Puck, tankte sich bis vor McDonalds Gehäuse und ließ ihm keine Abwehrmöglichkeit – 2:3.
Bis zum Schluss peitschte, feierte und sang das Publikum sein Team nach vorn, das noch einmal eine Überzahlmöglichkeit hatte, aber immer wieder am starken Boris Rousson scheiterte. Mit dem Treffer ins leere Tor war die Partie zugunsten des Favoriten entschieden, aber sein Kommen bereute keiner. (Sascha Hache und Marcel Pochanke)
Stimmen zum Spiel
Stéphane Richer (Trainer Kassel Huskies): Die Füchse haben super dagegengehalten, so habe ich heute ein richtig gutes Eishockeyspiel gesehen, bei dem es sich lohnte, dabei zu sein. In der Verfassung schaffen die Lausitzer die Play-Offs locker, haben sogar das Potenzial, am Ende unter den ersten Vier zu stehen. Der Knackpunkt des Spiels war neben den von beiden Teams ungenutzten Überzahlchancen sicher das 2:3.
Thomas Popiesch (Trainer Lausitzer Füchse): Ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen. Sie hat mich nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch völlig überzeugt. Leider haben wir den einen oder anderen kleinen Fehler zuviel gemacht, welche die Huskies eiskalt ausgenutzt haben.
Matthias Kliemann (Marketingchef Lausitzer Füchse): Ich bin sehr zufrieden mit der heutigen Zuschauerzahl. Aber man sieht auch, die Mannschaft tut alles, um die Eishockey-Anhänger zu locken. Erfreulich ist auch die Medienpräsenz, die unser Verein mittlerweile erfährt. Ich denke da etwa an das MDR, das in der Sendung „Sport im Osten“ am Sonnabendnachmittag regelmäßig über unsere Spiele berichtet. Und auch das DSF hat seine Zweitliga-Berichterstattung ausgeweitet. Das macht unseren Verein europaweit bekannt und erleichtert uns die Kontaktaufnahme zu Sponsoren ungemein. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch die Sächsische Zeitung, die wir als offiziellen Medienpartner gewinnen konnten.
Dirk Rohrbach (Sportlicher Berater der Füchse): Nach der gezeigten Leistung kann es beruhigt in die Länderspielpause gehen. Peter Szabo hat sich als wahrer Glücksgriff erwiesen. Was wir darüber hinaus auf dem Transfermarkt unternehmen, bleibt abzuwarten – etwa, was die Entwicklung in Regensburg und Landsberg angeht.
Quelle: Sächsische Zeitung Lokalteil WSW vom 03.11.2007