Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
P.F.I.F.F.
21.11.2007 | 12:39 Uhr von
Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditionsreichen Weißwasseraner Eishockeys! Mit dem Aberglaube ist es so eine Sache. Ich kannte einen Berufskraftfahrer, der immer, wenn eine Katze vor dem von ihm geführten Fahrzeug über die Straße lief, eine Vollbremsung machte und vor der „Katzenpassierlinie“ stehen blieb, bis ein anderes Gefährt diese als Erstes und somit vor ihm überfuhr. Auf etwas ländlicheren Strecken haben wir nächtens durchaus auch mal länger als eine Viertelstunde gestanden, bis endlich jemand angerollt kam, um den „Spuk“ zu brechen. Auf der Anreise zu den Heimspielen unserer Füchse muss ich jeweils zwei Bahnübergänge passieren- den in Rietschen und den kurz vor Weißwasser aus Weißkeißel kommend. Und ob ihr es glaubt oder nicht: Ein geschlossener Bahnübergang ist eines der schlimmsten Zeichen für den Spielausgang. Klar: Die letzte Saison war zur Vertiefung des Aberglaube wie gemacht. Egal ob die Schranken offen oder zu waren- verloren wurde ja fast immer. Aber auf dem Weg zu den Play- down- Heimmatches stoppte uns nur einmal die Bahn- und die Füchse unterlagen mit 1:2. Letzten Freitag war es nach Wochen der freien Fahrt mal wieder so weit: Durch Rietschen rollend sah ich schon von weitem, dass die Schranke geschlossen war. „Schei....! Dabei streiken die Lokführer doch.“, schoss es mir durch den Kopf. Und der Fahrzeug- Rückstau war inzwischen so lang, dass es nicht einmal die Chance gab, über den Schleichweg Richtung Daubitz der drohenden Pleite zu entgehen. Also: Tempo verlangsamt und mit 10 km/h Richtung Schienen gerollt. Damit konnte ich vermeiden, bis zum Stillstand abbremsen zu müssen. „Vielleicht reicht es so wenigstens noch für einen Punkt.“, orakelten wir im Auto. Wie es ausgegangen ist, wisst ihr ja selbst. Wer seine Chancen bei bwin erhöhen will, braucht mich einfach nur zu fragen, wie die Anreise war... Wenn auf die Bahn wirklich Verlass wäre, könnte man mit einem auswendig gelernten Fahrplan das Punktekonto unseres EHC positiv beeinflussen. Aber wie es im wahren „Zugleben“ zugeht, musste ja schon die Olsenbande schmerzlich erfahren, als sie die Weichen stellte!

Mit den Gefühlen ist es auch so eine Sache. Die trügen zumindest selten. Und so bestand in der 2. Drittelpause des Riessersee- Spiels an unserem Biertisch absolute Einigkeit, dass das 2:0 noch nicht reiche und unbedingt ein drittes Tor für uns her müsse, um zu siegen. Denn die Garmischer waren bei weitem nicht so schlecht, wie sie von ihrem Coach dargestellt wurden. Wenn der M. Bleicher an das, was er in der Pressekonferenz erzählt hat („Die ersten 40 Minuten waren wir unterirdisch.“), wirklich glaubt, dann müsste der SCR mit seinem dann „wahren“ Leistungsvermögen die Liga aufmischen und an die DEL- Tür klopfen. So aber wurde man das Gefühl nicht los, dass unsere Blau- Gelben irgendwie blockiert waren. Erst recht nach dem 1:2. Denn da sah man den berühmten Kupferbolzen förmlich blitzen und der Ausgleich war – egal ob mit oder ohne Schlittschuh, obwohl es selten ein klareres Schlittschuhtor mit Lehrbuchcharakter gab – nur eine Frage der Zeit. Ohne Nolan wäre sogar die Bahnschrankenhoffnung auf einen Punkt noch zerstoben. Und als ich dann nach der Niederlage aus der Halle ging hatte ich das Gefühl, einen irgendwie anderen EHC als in den Spielen zuvor gesehen zu haben. Gefühlsbestätigung gab es durch unseren Trainer, der von der schlechtesten Saisonleistung sprach.

So eine Sache ist es auch mit der Aufarbeitung des Ein- Punkte- Wochenendes. Rufen wir uns mal das Saisonziel ins Gedächtnis – und das heißt eben nicht Play-offs – dann ist eine Penalty- Heimniederlage gegen Garmisch zwar bitter, aber keine Sensation. Und ein 2:5 in Landshut zählt nicht in die Kategorie „unfassbar“. Natürlich muss über das Wie der erfolglosen Begegnungen gesprochen werden. Das aber bitte in aller Ruhe und Sachlichkeit. Noch will ich nicht meckern. Aber das Auftauchen „einschlägig Verdächtiger“ nach der vierten Pleite in Folge kann doch kein Zufall sein... ;-)) Oder ist es nur Zufall, dass wir seit Chris Straubes Weggang nur noch geloost haben? Ich sage: Mit Chris Straube wären die Niederlagen noch klarer ausgefallen. Der 3. Block hätte noch offensiver gespielt und wäre so für Konter noch anfälliger gewesen. Ein richtiger Torjäger war der Chris ja auch nicht und zuletzt sind ihm die Pucks auch reihenweise versprungen, was Gefahr vor unserem Tor heraufbeschwörte. Und das auch in Überzahl, wie die sechs Shorthänder belegen... Okay, okay: Bevor ihr jetzt auf mich einprügelt gebe ich zu, dass ich an das, was ich zu Chris schrieb, nicht wirklich glaube. Aber ich wollte den Versuch unternehmen mal klarzustellen, wie vielschichtig – und sinnlos – die Spekulationen über andere Spielausgänge mit Straube sind. Deshalb sollte in der Aufarbeitung der Niederlagenserie eher über solche Dinge gesprochen werden wie: Warum wirkte die Mannschaft nach der Deutschland- Cup- Pause überspielt und irgendwie saftlos? Eine mögliche Ursache: Nach anstrengendem Training war die Lockerheit noch nicht da. Dann ist doch offenkundig, dass uns die Tore von Robert Brezina fehlen. Seit er nicht mehr (viel) trifft, sind die Spiele noch enger. Warum aber erscheint Brezel auch kaum als Assist? Weshalb wird in Überzahl so wenig geschossen, obwohl man von der Tribüne aus meint, gute Schusspositionen zu erkennen? Weshalb fehlt im Powerplay häufig „die laufende Zielscheibe vor dem Tor“, die für Unruhe sorgt und dem Keeper die Sicht nimmt? Wieso klappt beim EVL plötzlich das Penaltykilling nur noch so schlecht wie in dieser Saison noch nie?

Das sind einige der Themen, die mit Sicherheit die Gespräche und Übungseinheiten unter der Woche bestimmen. Und das Füchse- Wort des Jahres wird reichlich strapaziert werden: EINFACHES EISHOCKEY! Ich bin gespannt, wie sich die Mannschaft am Freitag präsentiert. Noch ist nichts Weltbewegendes passiert. Für Krisenstimmung ist es viel zu früh. Das Team hat weiter uneingeschränkte Unterstützung verdient. Jede Mannschaft hat Phasen in einer langen Saison, wo es mal nicht optimal läuft. Vielleicht durchleben wir eben eine solche Phase. Und gegen Bietigheim gibt es das große Comeback...

Spätestens hier will ich noch darauf hinweisen, dass es auch mit den Quervergleichen so eine Sache ist. Haben doch die in Weißwasser „ach so schlechten“ Garmischer zwei Tage später von Bietigheim mit 1:6 den Arsch versohlt bekommen. Damit dürften wir am Freitag praktisch mega- chancenlos sein. Es sei denn, die Bahnschranken sind offen...

In diesem Sinne: Bleibt sauber! Und: Alles was recht ist!

Euer Sebastian Matthieu
1377 mal gelesen
 
1 | esw77schrulle | 21.11.2007 @ 16:27
in diesem sinne... hoch die schranken und mit volldampf voraus! formtiefs sind ok, wir sind schließlich alle nur menschen. trotzdem sollte der blick nun langsam wieder nach vorn gerichtet und arbeit gemacht werden :-) und ich freue mich hoffentlich im radio eine riesen überraschung zu hören, wenn ich freitag arbeiten bin... :-)
2 | Crazy Com | 21.11.2007 @ 20:32
Ohjee, als ichs das erste Mal gelesen hab, dachte ich, die armen Katzen wurden überfahren *g*
3 | HGX78 | 22.11.2007 @ 04:11
Na dann hoffen wir mal das diese "Phase" nicht zu einem Dauerzustand wird. Es sind mir, zur Zeit, einfach zuviele Spieler in dieser "Phase". Jeder Optimismus in allen Ehren, aber gegen die steelers sollten wir uns anders präsentieren. Andernfalls siehts so dunkel aus wie nachts in ländlicher Gegend, nachdem eine Katze über die Strasse gelaufen ist.
4 | Brian | 22.11.2007 @ 17:19
Ok am Freitag Abend halte ich in Rietschen den Schrankenwart gefesselt und geknebelt in seiner Bude fest. Allerdings ist dann die Fahrt wie Russisches Roulett. Viel Glück also Jörg.
5 | Renegade | 22.11.2007 @ 17:32
Ich bin für unbeschrankte Bahnübergänge auf der Strecke ;-)
6 | Spongebob | 22.11.2007 @ 22:14
Man könnte sich auch eine neue Halle aus dem Kopf schlagen und statt dessen mit dem geld in Rietschen und Weißkeißel Brücken über die Gleise bauen. DEL wir kommen ;-)
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