Die Idee der Fraktionen von CDU und DieLinke, per Anträgen im Rat eine Spielstätte für Cracks auf den Weg zu bringen, ist plötzlich überflüssig.
Die große Kreisstadt Weißwasser hat dank eiserner Sparpolitik und Millioneneinnahmen aus der Gewerbesteuer genug finanziellen Spielraum, um sich massiv in den Eishockeysport einzubringen. „Wir haben nach Gesprächen mit dem ESW die Bauherrenrolle für die neue Eishalle übernommen“, sagt Oberbürgermeister Hartwig Rauh (parteilos) zu Beratungen beim künftigen Betreiber der neuen Eishalle, dem Architekten Professor Rolf Rüdiger Sommer von der FH-Lausitz und dem grünen Licht aus dem Stadtrat.
Mehrere Fördertöpfe nutzen
Damit sind zwei Anträge obsolet, die die Stadt und in persona OB Rauh für den Hallenbau in die Pflicht nehmen sollen. Karin Gründel von der Fraktion DieLinke hat den Linken-Antrag zurückgezogen, Mittel für Sanierung oder Neubau in den 2008er Haushalt einzustellen. Die CDU-Fraktion hat ihren Antrag zurückgezogen, einen Terminrahmen für Planung, Fördermittelakquise, Bau oder Sanierung des Komplexes aufzustellen.
Das ist mit der Übernahme der so genannten Bauherrenverantwortung hinfällig. „Wir wollen wesentlich weiter gehen, als die Anträge es fordern“, so Rauh. Dass die Stadt diese Aufgabe übernommen hat, kommt nicht von ungefähr. „Bei Förderanträgen hat die Kommune viel mehr Vorteile und Chancen gegenüber einem Verein“, sagt Rauh. Zudem seien Gespräche mit dem Regierungspräsidium gut verlaufen – sogar mehrere Fördermittelprogramme könnten hier ineinandergreifen. „Aber klar ist, dass wir den ESW zur Betreibung benötigen.“ Die vom Architekten Sommer vorgelegten Varianten von drei bis zehn Millionen Euro Kosten – je nach Größe und Ausstattung – seien nicht real. „Da müssen wir 30 bis 35 Prozent mehr einplanen“, so Rauh. Auch der Architekt weiß darum: „Mit dem Auftrag lassen sich meine ersten Modellberechnungen konkretisieren“, sagt er. Liegen die bis ins Detail vor, entscheidet sich der Weißwasseraner Rat in Rücksprache mit dem ESW für eine Variante, die dann Fördermittelgebern in Dresden vorgestellt wird. Läuft alles nach Plan, zahlt Weißwasser zehn Prozent der Kosten – bleibt also im Hunderttausender-Bereich.
Ratsmann Andreas Taugs (CDU) hat anfangs auf der Forderung bestanden, einen Zeitrahmen abzustecken. „Das ist wichtig, um das Innenministerium in die Pflicht zu nehmen“, so Taugs. Jedoch hat sich der Rat nun geeinigt, dass erst eine konkrete Planung vorliegen muss, um Termine zu setzen. OB Rauh prognostiziert: „Im Februar-Bauausschuss haben wir die Unterlagen vorliegen, sowohl die Betreiberkosten des ESWs als auch Baukosten“, so Rauh. Er sei überzeugt, im März mit dem Ministerium über Fördergelder zu verhandeln. Und auch Sommer sieht da keine Probleme: „Die Modelle stehen ja.“
Neuer Komplex spart Geld
Auch die Frage nach der Position der Stadt zum Eishockeysport ist in der Ratssitzung angeklungen. Ratsmann Hartmut Schirrock (Wir für Hier): „Wir haben uns als Stadtrat alle für den Eissport ausgesprochen.“ Hintergrund sind Berichte in Funkmedien, wonach die Stadt den ESW mit der Problematik alte Eishalle allein lasse. Zudem hat es hinter den Kulissen Verstimmung gegeben, weil Sommer Geld und Zeit in erste Planungen gesteckt habe – doch die Bauplanung ausgeschrieben werden muss. Mit dem Auftrag an Sommer, zumindest die Vorplanungen durchzuführen, ist der Streitpunkt vom Tisch.
Die Bauherrenrolle ist zudem im Hinblick auf den Haushalt sinnvoll. „Eishockey ist ein teurer Sport“, betont Rauh. Aber eine energieeffiziente Eishalle spart auf lange Sicht Betreiberkosten. Da die Stadt Weißwasser für die alte Halle zuständig ist und sich Planung und Neubau-Eigenanteil leisten kann, wird die neue Eishalle Geld oder zumindest Risiko sparen helfen. (Wulf Stibenz)
Quelle: SZ vom 30.11.2007, Lokalteil WSW
1 | Odin | 30.11.2007 @ 14:50
Da mir die regionalpolitischen Verhältnisse weitgehend unbekannt sind, hoffe ich mal, dass man eine einigermaßen Vernünftige Lösung für das Bauvorgaben findet. Beim Thema "Wir für hier", soll man aber auch daran denken, möglichst einheimische Firmen zu beauftragen.
2 | Odin | 30.11.2007 @ 14:58
Ach ja und wenn wir schon bei "Wünsch Dir was" sind, bitte nicht irgend einen sterilen Kasten hinsetzten. Und wenn man beim Bau dann noch, wenigstens etwas an den gemeinen Fan denkt, bin ich schon zu frieden. Es gibt doch so viele schmucke Hallen. Machen Sie (die Verantwortlichen) doch vorher mal ne kleine Besichtigungstour.
3 | Magdeburger | 01.12.2007 @ 13:40
Ich finde es natürlich schön, wenn WSW eine neue Halle bekommt, doch wenn ich so die Statistiken betrachte, habt ihr eine Menge Fan - Arbeit zu leisten, was in der momentanen Situation sicher nicht leicht ist. Bei 9 Heimspielen gab es 5 Niederlagen, gesamt sieht es auch nicht rosig aus, 8 Siege 14 Niederlagen, dazu der Weggang von 3 Spielern und kein Ersatz. Die Zuscherzahlen sind zwar im Schnitt noch knapp 2000, doch wenn ich die nächsten Gegner so sehe, wird da sicher nicht viel zu holen sein.
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Die große Kreisstadt Weißwasser hat dank eiserner Sparpolitik und Millioneneinnahmen aus der Gewerbesteuer genug finanziellen Spielraum, um sich massiv in den Eishockeysport einzubringen. „Wir haben nach Gesprächen mit dem ESW die Bauherrenrolle für die neue Eishalle übernommen“, sagt Oberbürgermeister Hartwig Rauh (parteilos) zu Beratungen beim künftigen Betreiber der neuen Eishalle, dem Architekten Professor Rolf Rüdiger Sommer von der FH-Lausitz und dem grünen Licht aus dem Stadtrat.
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Damit sind zwei Anträge obsolet, die die Stadt und in persona OB Rauh für den Hallenbau in die Pflicht nehmen sollen. Karin Gründel von der Fraktion DieLinke hat den Linken-Antrag zurückgezogen, Mittel für Sanierung oder Neubau in den 2008er Haushalt einzustellen. Die CDU-Fraktion hat ihren Antrag zurückgezogen, einen Terminrahmen für Planung, Fördermittelakquise, Bau oder Sanierung des Komplexes aufzustellen.
Das ist mit der Übernahme der so genannten Bauherrenverantwortung hinfällig. „Wir wollen wesentlich weiter gehen, als die Anträge es fordern“, so Rauh. Dass die Stadt diese Aufgabe übernommen hat, kommt nicht von ungefähr. „Bei Förderanträgen hat die Kommune viel mehr Vorteile und Chancen gegenüber einem Verein“, sagt Rauh. Zudem seien Gespräche mit dem Regierungspräsidium gut verlaufen – sogar mehrere Fördermittelprogramme könnten hier ineinandergreifen. „Aber klar ist, dass wir den ESW zur Betreibung benötigen.“ Die vom Architekten Sommer vorgelegten Varianten von drei bis zehn Millionen Euro Kosten – je nach Größe und Ausstattung – seien nicht real. „Da müssen wir 30 bis 35 Prozent mehr einplanen“, so Rauh. Auch der Architekt weiß darum: „Mit dem Auftrag lassen sich meine ersten Modellberechnungen konkretisieren“, sagt er. Liegen die bis ins Detail vor, entscheidet sich der Weißwasseraner Rat in Rücksprache mit dem ESW für eine Variante, die dann Fördermittelgebern in Dresden vorgestellt wird. Läuft alles nach Plan, zahlt Weißwasser zehn Prozent der Kosten – bleibt also im Hunderttausender-Bereich.
Ratsmann Andreas Taugs (CDU) hat anfangs auf der Forderung bestanden, einen Zeitrahmen abzustecken. „Das ist wichtig, um das Innenministerium in die Pflicht zu nehmen“, so Taugs. Jedoch hat sich der Rat nun geeinigt, dass erst eine konkrete Planung vorliegen muss, um Termine zu setzen. OB Rauh prognostiziert: „Im Februar-Bauausschuss haben wir die Unterlagen vorliegen, sowohl die Betreiberkosten des ESWs als auch Baukosten“, so Rauh. Er sei überzeugt, im März mit dem Ministerium über Fördergelder zu verhandeln. Und auch Sommer sieht da keine Probleme: „Die Modelle stehen ja.“
Neuer Komplex spart Geld
Auch die Frage nach der Position der Stadt zum Eishockeysport ist in der Ratssitzung angeklungen. Ratsmann Hartmut Schirrock (Wir für Hier): „Wir haben uns als Stadtrat alle für den Eissport ausgesprochen.“ Hintergrund sind Berichte in Funkmedien, wonach die Stadt den ESW mit der Problematik alte Eishalle allein lasse. Zudem hat es hinter den Kulissen Verstimmung gegeben, weil Sommer Geld und Zeit in erste Planungen gesteckt habe – doch die Bauplanung ausgeschrieben werden muss. Mit dem Auftrag an Sommer, zumindest die Vorplanungen durchzuführen, ist der Streitpunkt vom Tisch.
Die Bauherrenrolle ist zudem im Hinblick auf den Haushalt sinnvoll. „Eishockey ist ein teurer Sport“, betont Rauh. Aber eine energieeffiziente Eishalle spart auf lange Sicht Betreiberkosten. Da die Stadt Weißwasser für die alte Halle zuständig ist und sich Planung und Neubau-Eigenanteil leisten kann, wird die neue Eishalle Geld oder zumindest Risiko sparen helfen. (Wulf Stibenz)
Quelle: SZ vom 30.11.2007, Lokalteil WSW