Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
P.F.I.F.F.
16.01.2008 | 06:26 Uhr von
Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditionsreichen Weißwasseraner Eishockeys! Es war eine zugegebenermaßen herbe Enttäuschung, gegen die Eispiraten im eigenen Bau mit 0:2 geschlagen vom Eis zu gehen. Aber auch in der Niederlage muss man Größe zeigen. Schade, dass das nach der Derbyschlappe einer ganzen Reihe von Fans nicht gelang. Ich habe volles Verständnis dafür, dass nach einem solchen Negativerlebnis auch mal Frustabbau angesagt ist. Aber noch immer macht der Ton die Musik. Deshalb kann ich absolut nicht nachvollziehen, warum ein Spieler der eigenen Mannschaft, der zudem noch überall, wo er spielte, weder sich noch seinen Körper im Kampf für sein Team geschont hat, als „Hohlbirne“ abqualifiziert wird. Wer mit größerem Abstand zum Spiel daheim am Computer noch derart in Wallungen ist, dass er die eigenen Cracks beschimpft, sollte mal den Versuch unternehmen, sich in die Lage eines Akteurs zu versetzen, der unter dem unmittelbaren Eindruck des Spiels, vom Gegner provoziert, sich vom Referee nicht ausreichend geschützt fühlend und im Willen, das Ding noch „zu ziehen“, sich in Bruchteilen einer Sekunde zu einer (nicht so cleveren) Handlung hinreißen lässt. Hinterher ist man ja immer schlauer. Ich will damit so genannte „dumme Strafen“ keinesfalls schönreden. Aber für wen es einfacher ist, seine Nerven im Zaum zu behalten, und wer in puncto „Sich- Provozieren- Lassen“ die größere Schwäche gezeigt hat, ist für mich unstrittig. Es ist nicht der Mann auf dem Eis.

Als Hoffi geholt wurde, war mal grundsätzlich klar, wo seine Stärken und wo seine Schwächen liegen. Nicht wenige haben einen Gagnon angehimmelt, wenn der als „Rächer“ auf den Plan trat und für strafminutenbewehrte Ordnung sorgte. Nun ist der Robert in die Rolle des Ab- und Aufräumers getreten. Und wer genauer hinschaut wird gesehen haben, dass er vor dem eigenen Tor schon ziemlich kompromisslos arbeitet. Es ist Aufgabe des Trainers, die Problematik der Disziplin mit seinen Schützlingen zu klären. Und glaubt mir: Der tut es. Auch ein Robert Hoffmann wird über die Szenen vor dem 0:1 alles andere als glücklich gewesen sein. Dass die Strafen samt folgender Unterzahl für uns leicht vermeidbar gewesen wären, ist auch ihm klar. Von mir aus soll ihm das jeder „Co- Trainer“ von den Rängen noch mit ins Stammbuch schreiben. Entgleisungen wie die im Forum rechtfertigt das nach meiner Sichtweise nicht. Robert: Ich hoffe, dass Du über solchen Anfeindungen stehst. Mach Dein Ding weiter wie bisher- und überlege vielleicht in der einen oder anderen Szene einfach noch zwei Sekunden länger, was angesagt ist. Dann passt das schon.

Weniger passend fand ich die Überschrift über dem Endresultat des Derbys: „Füchse mit katastrophaler Leistung.“ Vielleicht sehe ich die Spiele ja – wie auch immer – anders, als andere Betrachter. Vielleicht bin ich – von anderen so gesehen – auch ein Schönfärber. Aber ich mag mich an ganz andere „katastrophale Leistungen“ erinnern. Klar ist mir nicht verborgen geblieben, dass unsere Jungs nicht zu Topform aufgelaufen sind. Aber wer will ihnen denn Einsatzbereitschaft sowie Spiel- und Chancenvorteile absprechen? Wir können es meines Erachtens Woche für Woche auf’s Neue diskutieren: Was kann unsere Mannschaft real leisten?

Wer bisher nicht so genau wusste, wie wertvoll Steven Crampton ist, der hat es gegen den ETC aber eindrucksvoll gesehen- als er fehlte. Und damit verteilte sich die Last des Verantwortungtragens auf praktisch noch zwei Schultern. Kraftfrage hin wie her; überspielt sein oder nicht: Wir sind inzwischen für die Gegner ausrechenbar. Nach mindestens zwei Duellen gegen jedes Zweitligateam wissen die, wen sie „unschädlich“ machen müssen. Und sie tun es. Wenn dann nicht gleich zu Beginn der Partien ein Tor für uns die taktischen Spielchen der Gegner unterbindet, dann werden wir noch mehr Matches a la ETC erleben. Ob das einer Katastrophe gleich käme, kann jeder für sich selbst entscheiden. Mich würde brennend interessieren: Wie trainiert man Toreschießen? Denn wie es gehen kann, wenn sich die Blockade im Kopf löst, hat ja das letzte Drittel gegen Landsberg gezeigt.

Zum Glück gibt es ja noch lustige Episoden rund ums Spiel. Fast in jeder Partie wird in Block J/K gesungen: „Wenn wir wollen, kaufen wir euch auf.“ Na wollt’s doch endlich- und macht es! Da können die Reinert und Nadebor das Geld stecken lassen und die Fans kaufen z.B. den ETC auf. Klasse Sache: Wir hätten prompt einen Torwart, der zweimal am Stück zu Null spielt. * g * Wir könnten mit fünf Verteidigerpaaren und sechs Sturmreihen antreten und alle Gegner müde laufen. Trotzdem wäre die Auswechselbank noch voll. Wir hätten gleich vier Sätze Jerseys – davon zwei in „Tarnfarben“. Wir würden als Crimmitschauer getarnte Weißwasseraner starten und der Kontrahent wüsste nicht, auf welches Spielsystem er sich einstellen soll, weil ab dem Folgedrittel plötzlich doch wieder Blau- Gelb dominiert. Gunnar Leidborg könnte als Mannschaftskoch fungieren und für nur noch gesunde Ernährung sorgen, z.B. für Schinkennudeln. Niemz, Heine und Klenner wären wieder zu Hause. Vorteile über Vorteile. Rauf den Sahnpark auf einen Tieflader- und sogar das Hallenproblem wäre für paar Jahre länger vom Tisch. Also: Nicht nur singen- auch handeln! ;-))

Wirklich toll war die Choreografie in Block C + D. Allein die Aktion mit den blau- gelben Fahnen sah klasse aus und wäre drei Punkt wert gewesen. Aber es sollte nicht sein. Dafür gibt es Anhänger, die ihre Wut über ein verlorenes Spiel an einzelnen Personen – gegen den ETC war u.a. Ralf Hantschke „schuld“ ??? – und sogar an Fotografen auslassen. Letztere wurden vollgepöbelt, als trügen sie Verantwortung für die Mannschaft. Vielleicht immer noch besser, als wenn der Coach attackiert wird. Denn der muss mit dem kleinen Kader in den folgenden Partien gegen „Mitbewerber“ im Tabellenkeller unbedingt auf Punktejagd gehen. Zwischen Rang 8 und 14 ist noch alles möglich. Der Blick in der Tabelle nach hinten ist alles andere als beruhigend. Und der Druck, der auf dem Team lastet, wird nicht geringer. Deshalb gilt es die Kräfte zu bündeln und den Blick nach vorn zu richten- auf wieder mehr eigene Tore und damit Erfolgserlebnisse. Schon die kommende Partie in Ravensburg ist ein Schlüsselspiel. Mit einem Sieg halten wir die Tower Stars auf Distanz. Bei einer Pleite schieben sich die Niederungen der Tabelle noch mehr zusammen. Und dann ist da ja noch ein gewisser Herr Brezina, der vor Tatendrang sprühen dürfte...

Apropos Brezina: Immer wieder geht die Forderung nach Verstärkungen mit dem Satz einher, durch die Abgänge von Straube und Brezina habe man ja Geld gespart. Soweit mir das geläufig ist kann man nur sparen, was man auch hat. Dennoch bin ich mir sicher: Bis 31. Januar passiert noch etwas... In diesem Sinne:

Bleibt sauber! Und: Alles was Recht ist...

Euer Sebastian Matthieu
1828 mal gelesen
 
1 | S.W.A.T. | 16.01.2008 @ 07:21
Wie wahr wie wahr...!
2 | Dynamix12 | 16.01.2008 @ 08:54
Klare Worte. Danke!
3 | Turbotox | 16.01.2008 @ 09:24
Somit hätte man doch, wenn genannte Spieler noch hier wären auch Geld ausgegeben, was man eigentlich gar nicht hätte? Verwirren Sie mich bitte nicht, werter Herr Matthieu… Hat wohl doch etwas mit Sicherheiten zu tun, apropos Sicherheit… „Wenn die so genannte "Black Box" eines Flugzeugs unzerstörbar ist, wieso baut man dann nicht das ganze Flugzeug aus dem Material?“ In diesem Sinne, Sport frei!
4 | 3liter | 16.01.2008 @ 09:53
@3: Weil eine Spielerverpflichtung nicht nur mit Gehaltskosten, sondern auch Transfergebühren usw. berücksichtigt werden. Hinzu kommt eine weitere Tatsache - Zitat Pressesprecher: "Wir haben uns in letzter Zeit mehrere Absagen eingefangen. Leider sind mache Klubs bereit, utopische Summen für Spieler zu bezahlen, nur um den Spieler zu bekommen". In der Saison ist die Verhandlungsposition eben schlechter, besonders dann, wenn man unter Druck steht.
5 | P.F.E.I.F.F.E.R | 16.01.2008 @ 10:17
@3:Wir müßten mal wieder über das Problem "Etat" philosophieren. Der ist ja - einfach formuliert - ein Planspiel Einnahmen ./. Ausgaben. Denkbar wäre, dass man nach der Euphorie um den Klassenerhalt mit mehr Einnahmen rechnete, als tatsächlich bisher akquiriert werden konnten, und deshalb auch meinte, mehr ausgeben zu können. Jetzt fehlen Einnahmen und da spart man bei den Ausgaben (z.B. Brezina weg). Denkbar- oder?
6 | Turbotox | 16.01.2008 @ 10:32
5) 1 setzen, Thema und Ironie verstanden, Schulfrei! :-) „Warum werden in den USA für tödliche Injektionen eigentlich sterile Nadeln benutzt?“ in diesem Sinne, Sport frei!
7 | DavidH. | 16.01.2008 @ 11:28
@5 es ist eigentlich immer so das zu Saisonbeginn der Etat noch nicht gedeckt ist. Wenn man gut ist schafft man vielleicht mal dreiviertel davon. der Rest besteht aus mündlichen Zusagen etc. Wenn die nicht kommen oder halt irgendwer warum auch immer nicht zahlt hat man irgendwann kein Geld mehr. Aber ums mal klar zu sagen das ist gänige Praxis in der gesamten Eishockeylandschaft .
8 | Scream | 16.01.2008 @ 11:48
Block J gibts doch gar nicht ;-)
9 | P.F.E.I.F.F.E.R | 16.01.2008 @ 13:08
@7:Korrekt- aber eben auch eine mögliche Erklärung dafür,weshalb bisher keine Verstärkungen kamen. Und ob die anderen Clubs, die alles verpflichten, was bei 3 nicht auf'm Baum ist, ihre "Etats" gedeckt bekommen,wage ich zu bezweifeln. @8: "J" gibt's nicht, aber ein großes I, dass auch so aussehen kann: "J" ;-))
10 | Aigars44 | 16.01.2008 @ 13:41
guter artikel..nur einen gagnon kann man nicht mit hoffi vergleichen. gagnon hats spielerisch drauf gehabt. er hat die pucks verteilt und auch mal paar tore geschossen. von daher war er nicht nur ein rächer oder respektperson auf dem eis, sondern auch ein scorer!
11 | Tabor25 | 16.01.2008 @ 13:49
@Aigars44: ich gebe dir 100% recht , einen MANN wie Gagnon bräuchten wir jetzt in unserer LAGE!!!
12 | Eintracht Adler | 16.01.2008 @ 13:50
@10 genau meine Meinung!
13 | P.F.E.I.F.F.E.R | 16.01.2008 @ 14:05
@10,11,12:Diesen MANN wieder hier zu haben hieße aber auch die Gefahr a) zahlreicher Unterzahlspiele; b) von Spielsperren; c) diverser Kontertore; d) zeitweiliger One- Man- Shows und e) gespliteten Teamgeists. Die Aufzählung darf fortgeführt werden... Nur zu Klarstellung: Auch ich fand das "Schauspiel" Gagnon amüsant und habe mir das Kissen mit seinem Konterfei gekauft.
14 | Kiesi71 | 16.01.2008 @ 14:07
hoffmann ist bereits bei 104 strafminuten
15 | schiri | 16.01.2008 @ 15:32
Schönrederei hilft aber auch niemanden!!!
16 | Odin | 16.01.2008 @ 17:37
Wat, Gagnon.........WO??? Also auf ne Wette diesbezüglich werde ich wohl diesmal verzichten. Auch wenn es für nen guten Zweck wäre.
17 | Erwin | 16.01.2008 @ 17:39
Gags vs Hoffi. Lächerlicher Vergleich...
18 | Robson | 16.01.2008 @ 20:25
zum ETC aufkaufen. Im deutschen Eishockey sollte man mit sowas sehr sehr vorsichtig sein! Wie schnell ist man selber der mit dem rücken zur Wand steht? grüsse
19 | Renegade | 16.01.2008 @ 22:27
@18: Kennst du das feine wort ironie nicht ? Kann doch nicht sein, dass du sowas bierernst nimmst !?
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