Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
P.F.I.F.F.
24.01.2008 | 06:23 Uhr von
Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditionsreichen Weißwasseraner Eishockeys! Es gibt Niederlagen, von denen man behauptet, sie würden Mut machen. Es gibt aber auch Siege, die nachdenklich stimmen. Von der Art mutmachender Misserfolge hatten wir in dieser Saison bereits reichlich zu bestaunen. Aber das 6:4 gegen Regensburg am Sonntag dürfte der erste Dreier gewesen sein, nach dem man dennoch mit einem mulmigen Gefühl nach Hause ging.

Weil die Botschaften nach dem bitteren 2:4 in Ravensburg wieder unisono lauteten, die bessere Mannschaft mit den größeren Spielanteilen und dem Mehr an Torchancen habe verloren, entschied ich mich am Sonntag dazu, mal die Torschüsse zu zählen. Eins vorweg: „Traue nur den Statistiken, die du selber gefälscht hast!“, kann für meine Schuss- Strichelei nicht gelten. Denn angesichts dessen, was sich zuweilen auf dem Eis abspielte, stand mir minutenlang der Mund offen und die rechte Hand war wie gelähmt... Jedenfalls vermeldete meine Statistik nach dem 1. Drittel 11:10 Torschüsse für Regensburg. Nun ist ja Torschuss nicht gleich Torschuss. Aber das Drittel war insgesamt ausgeglichen und wir lagen nur vorn, weil wir beim 5 gegen 3- Powerplay den Gose mit seinem Hammer von der blauen Linie feiern durften.

Zu Beginn des Mittelabschnitts nahm das Match zunächst den erwarteten – und mich zum Stricheln motivierenden – Verlauf. Nach 25 Spielminuten führten wir da mit 6:0 Schüssen und durch Ede Bartlicks Überzahltor auch auf der Anzeigetafel deutlich mit 3:1. Aber dann... Als ich zum Pausenbier ging, hatte ich in den zweiten 20 Minuten 21:11 Torschüsse für die Eisbären gezählt. Egal ob die Scheibe beim Treffer zum 3:3 drin war oder nicht: Bei dem im eigenen Drittel veranstalteten Freischwimmerfest war es doch nur eine Frage der Zeit, bis der EVR ausglich. Es kam einer in diesem Spiel glücklichen Fügung gleich, dass Golle 25 Sekunden nach dem Remis nachlegen konnte. Ich mag gar nicht darüber nachdenken, was eventuell gewesen wäre, wenn u.s.w. Denn selbst im Schlussdrittel mit 12:5 Torschüssen für uns war nach dem 4:5 wieder viel offen- lange acht Spielminuten! Freunde: Das Gesamt- Torschussverhältnis beim Spiel Füchse gegen Schlusslicht lautete 33:39 (Kann das stimmen? Hätte ich Ahnung von Mathe gehabt, wäre nicht bloß ein Jura- Studium möglich gewesen. * g * ). Auch hatte ich nie den Eindruck, dass wir den EVR wirklich in den Griff bekommen hätten. Deshalb mag ich mir trotz des auch mich froh machenden Sieges gar nicht vorstellen, was uns in diesem Jahr im Falle einer Play- down- Teilnahme an Nervenkitzel erwarten würde.

1. Ein EV Regensburg hat von der Papierform her eine Mannschaft, der das Talent nicht abzusprechen ist. Die zahlreichen Routiniers werden wissen, wie man entscheidende Spiele gestalten und gewinnen kann. Und Igor Pavlov hat in Bremerhaven gezeigt, wie er junge und alte Spieler in einen Block stellt und sportlich vorwärts bringt.

2. Der EHC München mag zwar den dritten Trainer haben. Aber wie ein Pat Cortina aus einem Hühnerhaufen eine spiel- und kampfstarke Mannschaft formen kann, hat er letzte Saison bewiesen. Die Bayern darf man keinesfalls abschreiben!

3. Ravensburg hat (wahrscheinlich) Geld und sich enorm verstärkt. Sollten die beiden Siege vom letzten Wochenende nicht bestätigt werden, könnte da auch noch der Trainer gekippt werden. Ansonsten: Völlig unkalkulierbar, die Puzzlestädter.

4. Bremerhaven kommt langsam in Fahrt und Freitag mit breiter Brust zu uns. Haben sich beim starken SCR teuer verkauft (6:7) und in Crimmitschau 4:0 gesiegt. Übrigens: Die Jubelschreie am Sonntag nach Bekanntgabe des Resultats konnte ich nicht so recht einordnen. Warum muss man sich freuen, wenn ein Kontrahent im Kampf gegen den Abstieg statt möglichen 8 Zählern Rückstand auf uns nur noch 5 hat???

Momentan am berechenbarsten scheint noch Landsberg zu sein. Die werden konstant nach hinten durchgereicht. Aber: Auch da muss sich die neu formierte Mannschaft erst finden. Und möglicherweise wissen die Lechstädter als Erste, dass sie in die Play- downs müssen. Damit wäre – so wie letztes Jahr bei uns – eine gezielte Vorbereitung auf den finalen Show-down möglich! Deshalb meine ganz große Bitte an unsere Jungs: Erspart uns die Abstiegsrunde! Sammelt ab sofort alle greifbaren Punkte ein und verschont uns vom großen Zittern. Dann nehme ich gern auch gewonnene Matches a la Regensburg in Kauf!

Die schönste Szene der gesamten Partie gegen die Eisbären war doch jene, als kurz vor Ende des 1. Drittels der Steven Crampton und der Schiri Vogl erst verbal und dann sogar körperlich aneinander gerieten. Beim Zusammenprall das Gleichgewicht verlierend versuchten sie sich strauchelnd am jeweiligen Gegenüber festzuhalten, um den Sturz zu vermeiden. Köstlich! Heraus kam ein 1a- Eistanz, wie ihn nur Rodnina/ Saizew schon perfekter aufführten...

Eine durchaus angenehme Situation gab es noch nach dem Schlusspfiff. Fanratschef Silko kam zu mir und bat: „Kannste nicht in die nächste Kolumne mal was über die unterirdischen Äußerungen der Fans wie ‚Augenkrebs’ oder die Verunglimpfung einzelner Spieler schreiben?“ Ja ob der Silko meine Texte nicht liest- grübelte ich. „Zuletzt habe ich mich doch schon zur Problematik ‚Hohlbirne’ ausgelassen.“, tat ich kund. „Trotzdem- wie stillos hier bewertet wird, ist schlecht zu ertragen.“, erwiderte Silko. Okay: Wir sind Eishockeyfans und keine Anhänger vom Wattebällchenrugby. Deshalb gibt’s da auch mal ordentlich Zunder. Aber wem die nicht so selten primitiven, plumpen und/ oder diffamierenden Statements wirklich helfen, darf schon hinterfragt werden. Deshalb habe ich mich gefreut, dass der Fanrat offenbar auf dem richtigen Trip ist und sicher auch mit seinen Möglichkeiten für wieder gehobenere Fankultur sorgen wird.

Sorgen braucht Ihr Euch keine machen, wenn es nächste Woche mal keinen PFIFF – zumindest keinen von mir – gibt. Ich gönne mir ein paar Tage Ostseeurlaub. Angeblich soll noch kein Badewetter sein!? Ich werde es testen- wie auch die „Arbeitsbedingungen“ in der Fremde. Falls die akzeptabel sind, „pfeift’s“ vielleicht doch. Ihr leistet derweil bitte Euren Beitrag zu Punktzuwächsen auf der Füchse- Habenseite. Ein Sieg gegen Bremerhaven ist nach den vielen verschenkten Zählern in den Begegnungen zuvor eigentlich Pflicht. Und warum sollen wir in Schwenningen und Essen chancenlos sein? Wenn ich am 3. Februar auf der Urlaubsrückfahrt direkt zum Kassel- Spiel im Fuchsbau einfliege, werde ich mich erst an die vielen neuen Gesichter in der Mannschaft gewöhnen müssen- hoffe ich. ;-) Der Wunsch nach maximalen Erfolgen geht deshalb heute besonders an den Manager: Toi, toi, toi! Und keinen Griff in die gleichnamige –lette...

In diesem Sinne: Bis früher oder später. Bleibt sauber! Und: Alles was Recht ist...

Euer Sebastian Matthieu
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1. Krefeld Pinguine 114
2. Kassel Huskies 106
3. Star Bulls Rosen 97
4. Ravensburg Tower 91
5. SC Bietigheim St 89
6. EV Regensburg 81
7. Lausitzer Füchse 79
8. EV Landshut 76
9. Düsseldorfer EG 74
10. Eispiraten Crimm 68
11. EHC Freiburg 61
12. Blue Devils Weid 57
13. EC Bad Nauheim 55
14. ESV Kaufbeuren 44
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