Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Jagdszenen auf dem Eis
29.01.2008 | 09:02 Uhr von
137 Strafminuten und 100 Kilogramm Hoffnung: Füchse mit rekordverdächtigem Wochenende
Hinter den Lausitzer Füchsen liegt ein Wochenende der Jagdszenen in der 2. Eishockey-Bundesliga: Am Freitag sammelte Neuzugang Chanse Fitzpatrick in seiner ersten Partie gegen Bremerhaven (4:2) gleich vier Scorerpunkte und feierte damit ein starkes Debüt. Am Sonntag bei der 1:6-Niederlage häuften die Füchse und der Kontrahent Schwenningen rekordverdächtige 137 Strafminuten an. Es gibt Menschen, die verbrachten einen deutlich angenehmeren Sonntagabend als Bernd Lösselt. Der Mann ist nämlich Hallensprecher im Bauchenberg-Eisstadion von Schwenningen. Dort fiel dummerweise die Stadionuhr aus, sodass Lösselt bei jeder Unterbrechung die aktuelle Spielzeit und die Restdauer der Strafen durchsagen musste. Das mit der Spielzeit gestaltete sich überschaubar. Bei den Strafen hingegen kam der Hallensprecher gehörig ins Schwitzen. Allein im ersten Drittel verhängte Schiedsrichter Roland Seckler aus Geretsried insgesamt 90 Strafminuten. So richtig erklären konnte sich Füchse-Trainer Thomas Popiesch die Flut an Herausstellungen auch gestern noch nicht. Er machte jedoch nicht den Fehler und suchte die Schuld allein bei Schiedsrichter Seckler. «Einerseits haben wir uns schlecht auf dem Eis bewegt. Deshalb kamen wir zu spät in die Zweikämpfe und mussten deshalb oft die Strafminuten in Kauf nehmen. Andererseits hat der Schiri aber auch die nötige Souveränität vermissen lassen» , betonte Popiesch.
Am schlimmsten erwischte es Füchse-Stürmer Carsten Gosdeck. Wegen eines Checks von hinten kassierte er eine Zehn-Minuten-Strafe und anschließend gleich weitere zehn Minuten wegen unnötiger Härte. Der Toptorschütze der Füchse ist damit am Freitag in der Auswärtspartie bei den Moskitos Essen gesperrt – ein herber Verlust für den Tabellenachten aus Weißwasser, der trotz der Niederlage in Schwenningen mit 50 Punkten ganz knapp seinen Play-off-Platz behalten durfte. Knapp dahinter rangieren Crimmitschau (50) und München (49).
Angesichts der rekordverdächtigen Strafminuten-Flut in Schwenningen gingen zwei bemerkenswerte Debüts am Wochenende etwas unter. Neben dem am Freitag gegen Bremerhaven überragenden Neu zugang Chanse Fitzpatrick spielte zwei Tage später in Schwenningen auch Ersatz-Torhüter Christian Wendler zum ersten Mal für die Füchse in der 2. Liga. Ihre Debüts fielen jedoch gänzlich unterschiedlich aus. Fitzpatrick durfte sich für seine zwei Tore und zwei Vorlagen ausgiebig feiern lassen. Der neue Hoffnungsträger mit dem stolzen Wettkampfgewicht von 100 Kilogramm schoss sich auf Anhieb in die Herzen der Füchse-Fans, die ihn nach Spielschluss mit viel Beifall und einer blau-gelben Fahne auf die Ehrenrunde schickten.
Nach der wochenlangen Suche nach Verstärkungen legte Trainer Popiesch den Fokus vor allem auf die psychologische Komponente des Transfers. «Die Mannschaft hat gleich im ersten Spiel gesehen: Da ist einer, der weiß, wo das Tor steht» , atmete Popiesch auf. Bei der Niederlage in Schwenningen war dann der erste Rausch schon wieder verflogen. Denn trotz seiner Dynamik konnte auch Neuzugang Fitzpatrick die deutliche Abfuhr gegen den Tabellenzweiten nicht verhindern. Es zeigte sich, dass ihm angesichts der kurzen Eingewöhnungszeit natürlich noch die Bindung zum Rest des Teams fehlt.
Von einem Traum-Einstand, wie ihn Fitzpatrick am Freitag erlebte, durfte Christian Wendler nur träumen. Immerhin bekam der junge Keeper trotz der sechs Gegenteffer am Ende wenigstens aufbauende Worte von Trainer Popiesch mit auf den Weg. An den Gegentreffern sei Wendler schuldlos gewesen. «Er hat eine noch höhere Niederlage verhindert» , bilanzierte Popiesch.
Wendler musste für den angeschlagenen Nolan McDonald einspringen. Der Stammtorhüter hatte sich schon beim Aufwärmen vor der Freitag-Partie gegen Bremerhaven eine Leistenverletzung zugezogen, die einen Einsatz in Schwenningen unmöglich machte. McDonald hofft, bis zum Wochenende wieder fit zu sein. Möglicherweise können die Füchse jedoch auch auf Förderlizenzler Boris Ackers von den Frankfurt Lions zurückgreifen.

VON FRANK NOACK

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 29.Januar 2008
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