Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditionsreichen Weißwasseraner Eishockeys! Halsschlagadern in der Stärke eines Gartenschlauches sieht man ja nicht so oft. Letzten Sonntag gab es ein derartiges Exemplar mal wieder zu bestaunen. Unser Coach Thomas Popiesch war der „Inhaber“. Mensch: War der nach dem 1:3 gegen Kassel angefressen. Das allerdings mehr als verständlich. Wenn es im Spielzeugladen eine Popeye- Puppe mit eingebautem und programmierbarem Sprachcomputer gäbe, dann könnte diese ab sofort die Pressekonferenzen an Thomas Statt abhalten: „Meine Mannschaft hat gut gespielt und gekämpft und sich viele Chancen erarbeitet. Leider haben wir die nicht genutzt und durch individuelle Fehler Gegentore bekommen. Zwar waren wir mindestens gleichwertig aber stehen wieder ohne Punkte da. Danke!“
Und weil das so ist, zudem in Sachen „Verstärkungen“ nicht so viel passierte, steigt mit der Spannung auch Puls und Blutdruck.
Vor meinem Urlaub hatte ich auf viele neue Gesichter bei der Rückkehr gehofft. Tatsächlich gab es ja ein Paar Veränderungen. Allerdings endete das Match Zu- gegen Abgänge 1:1... Den Gala- Einstand vom „Fitze“ konnte ich bloß via Infos vom Mozart verfolgen. Am Sonntag bekam ich von ihm nicht so viel zu sehen, zumal er mit zunehmender Spieldauer sichtbare Schwierigkeiten mit dem Tempo hatte. Klar: Etwas Eingewöhnungszeit muss man einem Neuen immer gewähren. Schließlich gilt es, den Rhythmus und zu „Harmonie“ zu finden. Aber in unserer momentanen Situation ist das mit dem „Zeithaben“ so ein Problem: Wir haben keine Zeit für Punktverluste, wir haben keine Zeit für Gedankenspiele um mögliche Platzierungen, wir haben keine Zeit für eine gezielte Vorbereitung auf mögliche Play- downs. Wenigstens haben wir nun etwas Zeit zum Regenerieren. Die haben die anderen Teams allerdings auch. Und deshalb sind konditionelle Wunderdinge für die letzten 10 Vorrundenspiele nicht zu erwarten. Aber vielleicht reicht die Zeit ja auch, um den Teamgeist nochmals zu beschwören und die mannschaftliche Geschlossenheit zu einem kleinen Plus für uns zu machen.
Der Druck, der sich mit Blick auf mögliche Szenarien entwickelt, ist nicht nur an Thomas Popieschs Halsschlagader ablesbar. Frontalangriffe Spieler/ Fans oder die in den Foren nachlesbaren Statements zeigen, dass die Nerven hoch angespannt sind. Ich sage mal: Da regiert auch die Angst. Wir sind dabei, auf der Zielgeraden einer insgesamt passablen Saison in Stolpern zu geraten. Und ganz ehrlich: Beim Gedanken daran, eventuell wieder in die Abstiegsduelle zu müssen, wird einem ja nicht wirklich besser. Es kommt, wie es in solchen Situationen immer kommt: Bei ausbleibendem Erfolg wird gleich alles und jeder in Frage gestellt. Dabei ist gerade das am wenigsten hilfreich. Mit Ablauf der Transferfrist ist nun klar, welche Akteure für uns die Kohlen aus dem Feuer holen müssen. Dann kann es nur noch heißen, den Trainer in Ruhe seinen Job machen zu lassen und die Jungs noch mehr in die Verantwortung zu nehmen. Denn es kommt keiner mehr, auf die man sie abschieben könnte. Ergo: Backen zusammenkneifen und einer für alle, alle für einen...
Jetzt könnten ja die „einschlägigen Experten“ wieder auf die Idee kommen, Etats zu vergleichen und „logische Schlüsse“ auf daraus zwingend zu erreichende Tabellenränge zu ziehen. Für alle „Etatliebhaber“: Guckt euch das Beispiel Essen an- und ihr wisst, wie aussagekräftig Etats sind! Klar hat unser EHC nur mit reichlich einer Millionen Euro Etat kalkuliert. Aber bei uns ist eine Zuschauerzahl in den Planungsansatz gebracht worden, die man noch realitätsnah nennen kann. Ausgerechnet beim erfolgsorientierten Publikum am Westbahnhof werden Zuschauerzahlen kalkuliert, die nur bei gutem Wetter und freiem Eintritt zu erreichen sind... Für alle Nörgler: Bei unseren Füchsen könnten wir nächstes Jahr glatt einen Zweikommafünf- Millionen- Euro- Etat aufstellen. Wir müssen nur mit durchschnittlich 3.500 Zuschauern pro Spiel planen...
Und da liegt das Problem: Wenn die ESBG sich von rosaroten Zahlen blenden lässt, dann braucht sich niemand beklagen, wenn im Sommer wieder bei fünf Vereinen der Gerichtsvollzieher anklopft. Ich kenne natürlich nicht die Bilanzen anderer Clubs. Aber ich bin mir sicher, dass aktuell reihenweise dunkelrote Betriebsergebnisse produziert werden. Nicht ausgeschlossen ist, dass wir absteigen und Vereine, die den Trainer (zum Teil mehrfach) wechselten und reihenweise Spieler verpflichteten, sportlich in der Liga bleiben. Nicht ausgeschlossen ist, dass das wirtschaftliche Dilemma bei den dann Nichtabsteigern mit geschönten Zahlen in eine weitere Saison verschoben wird. Aber wenn es so käme, dann würde uns im „worst case“ eine Nachrückerregelung nicht mehr helfen. Und das soll gerecht sein???
Deshalb kann das Ziel nur so lauten, wie vor einem Jahr: Mit aller Gewalt – Klassenerhalt. Die Blue Sons sollten ihr inzwischen verstaubtes Spruchband wieder auskramen und vor das Wort „Klassenerhalt“ zusätzlich noch „vorzeitiger“ pinseln.
Schließlich gäbe es damit auch etwas früher Planungssicherheit bezüglich der nächsten Saison. Die müsste übrigens längst begonnen haben: Sponsorengewinnung, Vertragsverlängerungen – damit kann man nicht erst im April starten. Ich vermute, dass es bereits erste konkrete Ergebnisse gibt, die wir am 14. März nach dem Ende der Partie gegen Ravensburg erfahren. Weil nämlich da der Vorsprung auf Platz 11 vier Zähler beträgt...
Man muss nur Visionen haben! In diesem Sinne: Bleibt sauber! Und: Alles was Recht ist...
Euer Sebastian Matthieu
1 | mat | 06.02.2008 @ 18:18
Genau so und nicht anders!!! Unsere Leistungsträger können nun ihre Wehwehchen auskurieren und dann gehts nochmal Rund. Jeder Spieler sollte nocheinmal in sich gehn und daran denken wir schön Play Offs sein können. Im schlimmsten Fall rutscht man halt in die PD`s. Na und! Dort hätte man es immer noch selbst in der Hand. Also positiv denken & an die Chance glauben! Auf gehts Füchse.... !!!!!
2 | Heidi | 06.02.2008 @ 18:32
Recht haste mit der ESBG, aber daran glauben kann ich nicht das die einen Umdenkprozess starten werden.
3 | obelix | 06.02.2008 @ 18:34
Voll und ganz unterschreib!
4 | Mozart | 06.02.2008 @ 18:42
Saisonvorbereitung... Läuft, jedenfalls ab nächste Woche im sportlichen Teil...
5 | Ninocsas | 06.02.2008 @ 19:37
absolut genialer artikel! macht immer wieder spass so etwas zu lesen...!
6 | fanta | 06.02.2008 @ 20:13
die spieler die man halten will (und das wird ja nicht die menge sein) werden jetzt bestimmt noch nicht ihre zusage für eine weitere saison geben.
zum beitrag von H.matthieu war mal wieder geil zu lesen .schreibste in der sommerpause auch?
7 | P.F.E.I.F.F.E.R | 07.02.2008 @ 08:25
Vielleicht!Aber nur bei Klassenerhalt.Sonst bin ich dauerhaft am Heulen...
8 | Fuchs-Blau | 11.02.2008 @ 20:37
Wenn wir nächstes jahr mit 3500 zuschauer planen steht dem neu bau einer halle ja nichts mehr im weg.
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Liebe Freunde des traditionsreichen Weißwasseraner Eishockeys! Halsschlagadern in der Stärke eines Gartenschlauches sieht man ja nicht so oft. Letzten Sonntag gab es ein derartiges Exemplar mal wieder zu bestaunen. Unser Coach Thomas Popiesch war der „Inhaber“. Mensch: War der nach dem 1:3 gegen Kassel angefressen. Das allerdings mehr als verständlich. Wenn es im Spielzeugladen eine Popeye- Puppe mit eingebautem und programmierbarem Sprachcomputer gäbe, dann könnte diese ab sofort die Pressekonferenzen an Thomas Statt abhalten: „Meine Mannschaft hat gut gespielt und gekämpft und sich viele Chancen erarbeitet. Leider haben wir die nicht genutzt und durch individuelle Fehler Gegentore bekommen. Zwar waren wir mindestens gleichwertig aber stehen wieder ohne Punkte da. Danke!“
Und weil das so ist, zudem in Sachen „Verstärkungen“ nicht so viel passierte, steigt mit der Spannung auch Puls und Blutdruck.
Vor meinem Urlaub hatte ich auf viele neue Gesichter bei der Rückkehr gehofft. Tatsächlich gab es ja ein Paar Veränderungen. Allerdings endete das Match Zu- gegen Abgänge 1:1... Den Gala- Einstand vom „Fitze“ konnte ich bloß via Infos vom Mozart verfolgen. Am Sonntag bekam ich von ihm nicht so viel zu sehen, zumal er mit zunehmender Spieldauer sichtbare Schwierigkeiten mit dem Tempo hatte. Klar: Etwas Eingewöhnungszeit muss man einem Neuen immer gewähren. Schließlich gilt es, den Rhythmus und zu „Harmonie“ zu finden. Aber in unserer momentanen Situation ist das mit dem „Zeithaben“ so ein Problem: Wir haben keine Zeit für Punktverluste, wir haben keine Zeit für Gedankenspiele um mögliche Platzierungen, wir haben keine Zeit für eine gezielte Vorbereitung auf mögliche Play- downs. Wenigstens haben wir nun etwas Zeit zum Regenerieren. Die haben die anderen Teams allerdings auch. Und deshalb sind konditionelle Wunderdinge für die letzten 10 Vorrundenspiele nicht zu erwarten. Aber vielleicht reicht die Zeit ja auch, um den Teamgeist nochmals zu beschwören und die mannschaftliche Geschlossenheit zu einem kleinen Plus für uns zu machen.
Der Druck, der sich mit Blick auf mögliche Szenarien entwickelt, ist nicht nur an Thomas Popieschs Halsschlagader ablesbar. Frontalangriffe Spieler/ Fans oder die in den Foren nachlesbaren Statements zeigen, dass die Nerven hoch angespannt sind. Ich sage mal: Da regiert auch die Angst. Wir sind dabei, auf der Zielgeraden einer insgesamt passablen Saison in Stolpern zu geraten. Und ganz ehrlich: Beim Gedanken daran, eventuell wieder in die Abstiegsduelle zu müssen, wird einem ja nicht wirklich besser. Es kommt, wie es in solchen Situationen immer kommt: Bei ausbleibendem Erfolg wird gleich alles und jeder in Frage gestellt. Dabei ist gerade das am wenigsten hilfreich. Mit Ablauf der Transferfrist ist nun klar, welche Akteure für uns die Kohlen aus dem Feuer holen müssen. Dann kann es nur noch heißen, den Trainer in Ruhe seinen Job machen zu lassen und die Jungs noch mehr in die Verantwortung zu nehmen. Denn es kommt keiner mehr, auf die man sie abschieben könnte. Ergo: Backen zusammenkneifen und einer für alle, alle für einen...
Jetzt könnten ja die „einschlägigen Experten“ wieder auf die Idee kommen, Etats zu vergleichen und „logische Schlüsse“ auf daraus zwingend zu erreichende Tabellenränge zu ziehen. Für alle „Etatliebhaber“: Guckt euch das Beispiel Essen an- und ihr wisst, wie aussagekräftig Etats sind! Klar hat unser EHC nur mit reichlich einer Millionen Euro Etat kalkuliert. Aber bei uns ist eine Zuschauerzahl in den Planungsansatz gebracht worden, die man noch realitätsnah nennen kann. Ausgerechnet beim erfolgsorientierten Publikum am Westbahnhof werden Zuschauerzahlen kalkuliert, die nur bei gutem Wetter und freiem Eintritt zu erreichen sind... Für alle Nörgler: Bei unseren Füchsen könnten wir nächstes Jahr glatt einen Zweikommafünf- Millionen- Euro- Etat aufstellen. Wir müssen nur mit durchschnittlich 3.500 Zuschauern pro Spiel planen...
Und da liegt das Problem: Wenn die ESBG sich von rosaroten Zahlen blenden lässt, dann braucht sich niemand beklagen, wenn im Sommer wieder bei fünf Vereinen der Gerichtsvollzieher anklopft. Ich kenne natürlich nicht die Bilanzen anderer Clubs. Aber ich bin mir sicher, dass aktuell reihenweise dunkelrote Betriebsergebnisse produziert werden. Nicht ausgeschlossen ist, dass wir absteigen und Vereine, die den Trainer (zum Teil mehrfach) wechselten und reihenweise Spieler verpflichteten, sportlich in der Liga bleiben. Nicht ausgeschlossen ist, dass das wirtschaftliche Dilemma bei den dann Nichtabsteigern mit geschönten Zahlen in eine weitere Saison verschoben wird. Aber wenn es so käme, dann würde uns im „worst case“ eine Nachrückerregelung nicht mehr helfen. Und das soll gerecht sein???
Deshalb kann das Ziel nur so lauten, wie vor einem Jahr: Mit aller Gewalt – Klassenerhalt. Die Blue Sons sollten ihr inzwischen verstaubtes Spruchband wieder auskramen und vor das Wort „Klassenerhalt“ zusätzlich noch „vorzeitiger“ pinseln.
Schließlich gäbe es damit auch etwas früher Planungssicherheit bezüglich der nächsten Saison. Die müsste übrigens längst begonnen haben: Sponsorengewinnung, Vertragsverlängerungen – damit kann man nicht erst im April starten. Ich vermute, dass es bereits erste konkrete Ergebnisse gibt, die wir am 14. März nach dem Ende der Partie gegen Ravensburg erfahren. Weil nämlich da der Vorsprung auf Platz 11 vier Zähler beträgt...
Man muss nur Visionen haben! In diesem Sinne: Bleibt sauber! Und: Alles was Recht ist...
Euer Sebastian Matthieu