Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
P.F.I.F.F.
13.02.2008 | 20:59 Uhr von
Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditionsreichen Weißwasseraner Eishockeys! Es ist mal wieder die Zeit der „Ich- habe- es- ja- schon- immer- gewusst!“ – Experten angebrochen. Willkommen Herr Girke! Fachmänner wie Sie liebe ich!!! Wir werden „...uns jetzt am Tabellenende festsetzen und haben keine Chance, die Klasse zu halten – es beginnt nun die Zeit des Leerspielens der Halle.“, verkündeten Sie in der LR. Bloß gut, dass das von Ihnen so hart kritisierte Management mit einem Weitblick, der Ihrem vergleichbar scheint, angesichts der absehbar schmaler werdenden Zuschauereinnahmen (leergespielte Halle) keine neuen Spieler mehr geholt hat. Zumal wir doch sowieso absteigen. Ich finde, man könnte das Eishockey in Weißwasser mit folgendem Schachzug wenigstens so attraktiv machen, dass wir jedes zweite Jahr um die Meisterschaft spielen: Zweitligasaison mit Minietat und Abstieg, aber viel Kohle akquirieren! Und dann mit voller Kapelle und noch mehr Schotter einen Durchmarsch sondersgleichen in der Oberliga samt Titelgewinn und Aufstieg. Dann käme wieder das Konsolidierungsjahr...

Beeindruckt hat mich auch Ihr sportlicher Sachverstand: Der mit Abstand beste Spieler habe uns schon vor dem Punktspielbeginn verlassen. Vermutlich ist Chris Chaput gemeint. Ob der wirklich eine Granate war, hätte sich in den Punktekämpfen herausstellen sollen. In der Vorbereitung war er auffällig gut. Mehr nicht! Wie schnell man doch zum mit Abstand besten Spieler werden kann- angesichts solch hochkarätiger Gegner wie Leipzig (gegen die wir mit dem mit Abstand Besten unterlagen!) oder Jonsdorf. Und dann ist Eishockey noch immer ein Mannschaftssport.

Das Problem in Weißwasser ist nicht das „katastrophale Management“, sondern das völlig realitätsfremde Anspruchsdenken! Wenn Sie, werter Herr Girke, mit anderen Anhängern des Eissports einhellig der Meinung waren, „...dass wir in dieser Saison nicht wieder am Tabellenende stehen werden und bis zum letzten Spiel zittern müssen.“, dann deckt sich Ihre Meinung zwar mit dem von den EHC- Verantwortlichen ausgegebenen Saisonziel. Allerdings sind im Sport die Resultate schwer planbar und trotz aller Ihrer Unkenrufe wir bei Leibe noch nicht abgestiegen. Wer wären denn vor der Saison die vielen Teams gewesen, die wir problemlos hinter uns lassen sollten?

Jegliches Verständnis fehlt mir auch für Ihre „Lacher“ am Pausentisch. Da sucht der Verein, der nicht im Reichtum schwimmt, nach Spielern für die Spitze und die Tiefe des Kaders. Um das Risiko zu minimieren werden Akteure – auch aus unter Ligen – zum Probetraining geholt. Das kostet ja mal nix. Und wenn der Mann nichts taugt, wird man ihn „finanzneutral“ schnell wieder los. Warum führt das bei Ihnen oder Ihren Begleitern zum Lachkrampf? Ich stelle mir gerade vor, der Spieler aus der 4. Liga wäre ein überdurchschnittlich Guter gewesen und hätte statt bei den Füchsen z.B. in Regensburg unterschrieben. Wahrscheinlich hätten dann Schrei- oder Weinkrämpfe Ihr Seelenleben dominiert...

Könnte es sein, dass Ihnen entgangen ist, dass sich die Einnahmen eines Proficlubs nicht nur aus Eintrittsgeldern rekrutieren? Denn Ihre Frage, weshalb trotz kleinen Kaders und über dem geplanten Schnitt liegenden Besuchs finanzielle Probleme auftreten können, mutet – Entschuldigung – naiv bis „sachlich überfordert“ an. Gegen eine solche Wertung meinerseits spricht aber Ihre Folgefrage: „Wenn die vier Spieler nicht weggegangen wären ..., wie wären diese dann finanziert worden?“ Das habe ich mich auch schon gefragt. Andererseits ist ja auch Ihnen nicht entgangen, dass in Sachen neuer Sponsoren bisher nur sehr wenig „sichtbar“ wurde. Ist es so fernliegend, dass geplante Sponsoreneinnahmen fehlen, weil nicht genügend Gönner gefunden wurden? Könnte man angesichts der Euphorie um den Klassenerhalt und der durch die DSF- Übertragungen gesicherten TV- Präsenz mit leichterer Sponsorenwerbung gerechnet haben? Und ist Ihnen bewusst, dass alle Zweitligaclubs für die DSF- Berichte eine nicht unerhebliche Summe im fünfstelligen Bereich zahlen mussten? Es ist immer so einfach, alles ins Negative zu ziehen! Häufig wird nur um des Kritisierens willen genörgelt, ohne das tatsächliche Wie und Warum wissen (und akzeptieren) zu wollen. Hätten nur drei Spieler der Mannschaft Ihre Grundeinstellung (...keine Chance, die Klasse zu halten...), dann stünde es wahrhaft schlecht um unseren EHC.

Auch mir tut der Trainer leid, dem ich mehr personelle Alternativen gewünscht hätte. Aber sauberes Wirtschaften statt Neuverpflichtungen um jeden Preis halte ich für den lobenswerteren und einzig richtigen Weg. Es beeindruckt mich regelmäßig, wenn sich Außenstehende ohne echtes sportliches know- how und ohne Einblick in die Wirtschaftslage des Vereins über die Transferpolitik auslassen. Klar sind nicht „...die Fans und Bürger von Weißwasser...“ für die Zusammenstellung der Mannschaft zuständig. Aber wenn ich nur Hartz IV habe, kann ich mir keinen Daimler leisten- auch wenn der Markt davon voll ist. Ich zumindest würde keinem derartigen Bürger einen Vorwurf machen, wenn er ohne Wagen das Autohaus wieder verlässt.

Was, sehr geehrter Herr Girke, wollen Sie mit Ihrem Leserbrief eigentlich erreichen? Für schlechte Stimmung sorgt schon die Erfolglosigkeit. Korrekt ist, bestimmte Zustände zu hinterfragen. Dazu gehört sicherlich, ob der so genannte „Wasserkopf“ erforderlich und sein Geld wert ist. Das zu beurteilen fehlt mir der detaillierte Einblick. Ihnen offenbar auch- wie Ihr „wahrscheinlich“ vermuten lässt. Mir ist aber aufgefallen, dass in der GmbH Strukturen geschaffen wurden (Marketing/ sportliches Management), die überfällig waren. Und: Das in dieser Saison angebotene „Produkt“ ist eine Klasse besser, als das der Vorsaison (leider hat sich das nicht ausreichend in Punkten niedergeschlagen). Damals war ich in Sachen Klassenerhalt angesichts der Zahlen und Fakten eher skeptisch. Weshalb aber bei Ihnen heuer schon 10 Spieltage vor Schluss der Weltuntergang prognostiziert wird, bleibt mir unverständlich.

Ich hoffe und wünsche mir ganz sehr, dass Sie mit Ihrem „Ausblick“ ein (bedauernswerter) Einzelfall bleiben. Ich würde Sie bedauern, wenn Ihre Weissagung nicht eintrifft. Ich würde Sie noch mehr bedauern, wenn wir absteigen würden. Denn dann mit einem: „Und ich habe es gewusst.“, frohlocken zu können, hilft weder Ihnen noch der ohnehin komplizierten Situation in Eishockey- Weißwasser.

Es ist nicht die Zeit, jetzt schon den Stab über Trainer, Mannschaft oder Management zu brechen. Denn wir haben noch alle Chancen, aus eigener Kraft das Saisonziel zu erreichen- über zwei denkbare Wege! Deshalb sollte sich alle Energie und Konzentration auf das Erreichbare richten, nicht auf das Zeichnen von Schreckensszenarien. Ab Freitag müssen Punkte her, keine klugen Sprüche!

In diesem Sinne: Lasst die Mannschaft nicht im Stich! Bleibt sauber! Und: Alles was Recht ist...

Euer Sebastian Matthieu

P.S. Nichts für ungut- Herr Girke! Dankenswerterweise haben Sie in der punktspiellosen Zeit eine schöne Vorlage für meine wöchentliche Kolumne geliefert. Die musste ich einfach nutzen. Und trotzdem: Recht behalten sollen Sie nicht! ;-))
1755 mal gelesen
 
1 | SEFI | 13.02.2008 @ 22:51
Das kann doch 1 zu 1 als Leserbriefreaktion an die LR gehen.
2 | Schnaps DWH | 13.02.2008 @ 23:40
@1....das seh ich genauso, ich freu mich schon auf Herrn Girkes Antwort.... :o)
3 | S.W.A.T. | 14.02.2008 @ 07:11
jaaa, so wollte ich das eigentlich auch sagen, aber ich hab ja gewusst, dass du Sebastian das aufnimmst. :-) Ich bekomme immer einen Lachkrampf wenn ich die "Expertengruppe" in den Pausen Tagen sehe und höre!
4 | Pinky | 14.02.2008 @ 08:36
Danke! Die BESTE Kolumne die Du bisher geschrieben hast. Ich würde gern mal das "Original" von Herrn Girke lesen ... und freue mich auf eine eventuelle Reaktin des besagten Herren
5 | hutsche | 14.02.2008 @ 09:07
Ich bin auch dafür diese Kolumne als Leserbrief in der LR zu veröffentlichen, denn nicht jeder schaut in Netz. Klasse Kolumne!
6 | Turbotox | 14.02.2008 @ 09:31
Bei jedem Heimspiel sind ca. 1200 Trainer sowie ca. 1200 Manager im Fuchsbau und was man da stellenweise für einen Sachverstand antrifft hat jeden von Euch sicherlich schon mal das ein oder andere Mal ein Lächeln oder Stirnrunzeln abgefordert, oder irre ich mich da? Aber dieser eine glaubt nun mal mit einer Dauerkarte, auch gleich die Befriedigung seines Öffentlichkeitsegos bezahlt zu haben. Sei es Ihm gegönnt, obwohl es seinen Wünschen auch nach mehr Sponsoren wahrlich nicht dienlich ist.
7 | Turbotox | 14.02.2008 @ 09:32
Aber bis dahin wird der „Pausenmanager“ in seiner Expertengruppe nicht gedacht haben, vielleicht ging die Drittelpause zu diesem Zeitpunkt gerade zu Ende… Was mich viel mehr aufregt, ist der Aspekt, dass in der LR jeder „Experte“ eine Plattform findet sich zu präsentieren. Das sollte man mal dem Herrn der LR der selber in den PK’s fast nie Fragen stellt Seitens der GmbH mal unter die Nase reiben.
8 | Turbotox | 14.02.2008 @ 09:32
Denn ich glaube schon, dass eine Zeitung immer noch selbst entscheiden kann, ob sie jeden „Käse“ veröffentlich oder gekürzt wiedergibt. Apropos Käse: „Je mehr Käse desto mehr Löcher, je mehr Löcher, desto weniger Käse! Fazit: Je mehr Käse, desto weniger Käse! In diesem Sinne, Sport frei!
9 | Axel | 14.02.2008 @ 09:59
@6,7,8 Die LR (früher Lügen Rudi ;o)) ist ein Wirtschaftsunternehmen. Schlechte Nachrichten lassen sich besser verkaufen!
10 | P.F.E.I.F.F.E.R | 14.02.2008 @ 10:38
@4: Habe den gesamten Brief mal in den Thread "Offener Brief an die Geschäftsführung" im Forum gestellt.
11 | elFranzo | 14.02.2008 @ 10:56
@10 super, da ist er auch schon seit gestern zu finden.
12 | willithefish | 14.02.2008 @ 12:14
dazu gibt es nichts mehr hinzuzufügen es wurde alles uf den punkt getroffen ! Danke sebastian !!!
13 | 3liter | 14.02.2008 @ 13:23
Feine Sache das ... da sind wir uns wohl alle einig :)
14 | Kiesi71 | 14.02.2008 @ 15:05
das ist genauso überspitzt dargestellt, wie der leserbrief ich möchte einige von euch mal in den drittelpausen reden hören die wahrheit liegt bekanntlich in der mitte, aber das ganze geschehen sollte man nach dem erfolgreichen klassenerhalt nochmal aufgreifen
15 | Hoywoyfux | 14.02.2008 @ 20:04
@Kiesi71 - genauso sehe ich das auch; ich kenne den Girke-brief zwar nicht ganz, denke jedoch auch, der Herr weit übers Ziel schießt. Hr Matthieu allerdings greift dies auf, kritisiert, bleibt aber insgesamt jedoch an der Oberfläche. Darum kann ich leider nicht blind "Hurra" schreien wie @1-13. Genau richtig gesehen Kiesi71
16 | Axel | 14.02.2008 @ 21:11
@15 Hier schreit keiner Hurra. Lies den Brief im Forum. Wer irgendwie hier finanzielle Schwierigkeiten in den Raum stellt, tml das geht ein bisschen zu weit!
17 | Hoywoyfux | 14.02.2008 @ 21:29
Danke Axel, ich hab verstanden, wir haben keine finanzielle Schwierigkeiten, alles in Raum gestellt. Wenigstens weißt Du Bescheid und ich jetzt auch.
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