Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Verhängnisvolle Sekunden
28.03.2008 | 10:57 Uhr von
Unaufmerksamkeit kostet Weißwasser womöglich den Klassenerhalt
Im Abstiegskampf der 2. Eishockey-Bundesliga stehen die Lausitzer Füchse heute mit dem Rücken zur Wand: Nur ein Sieg im Auswärtsspiel bei den Fishtown Pinguins (Beginn um 20 Uhr) würde die Weißwasseraner Chancen auf den Klassenerhalt wahren und gleichzeitig die 2:3- Heimniederlage nach Verlängerung wettmachen. Am Mittwoch kostete eine Unaufmerksamkeit den Füchsen den mö glichen Sieg. Und damit auch den Klassenerhalt?
Angeblich gibt es Momente, in denen in Bruchteilen von Sekunden vor dem geistigen Auge noch einmal das gesamte Leben vorbeizieht. Oder eben eine komplette Eishockey-Saison. Am Mittwoch kurz nach 22 Uhr könnten die Zuschauer in Weißwasser einen solchen Moment erlebt haben. Eigentlich schienen die Gastgeber in der neutralen Zone den Puck schon unter Kontrolle zu haben. Doch dann purzelten der an diesem Tag überaus nervöse Kapitän Martin Masak und André Mücke übereinander her, der Bremerhavener Darin Olver schnappte sich als lachender Dritter die Scheibe und lief allein auf das Tor von Nolan McDonald zu. Olvers Treffer zum 3:2-Endstand in der 7. Minute der Verlängerung beendete die Partie und ließ die Hoffnungen der Füchse auf den Ausgleich in der Play-down-Serie wie Seifenblasen zerplatzen. «In einer solchen Situation darf man nicht auf Risiko spielen. Es war wie so oft in dieser Saison: Wir haben mit unseren Fehlern den Gegner stark gemacht» , betonte Trainer Thomas Popiesch.

Knipser fehlt
Und noch in einem weiteren Punkt ließen sich verhängnisvolle Parallelen zu vielen anderen Partien ziehen. Denn die Füchse taten sich erneut sehr schwer mit dem Toreschießen. Vor allem im zweiten Drittel spielten sie gefällig und setzten Bremerhaven unter Druck. Mehr als der zwischenzeitliche Ausgleich sprang jedoch nicht heraus. Am Ende blieb der große Aufwand wieder einmal unbelohnt, weil vor dem gegnerischen Kasten die nötige Kaltschnäuzigkeit fehlte. «Wir haben leider keinen echten Knipser in unseren Reihen» , musste Popiesch konstatieren.
Deutlich effektiver präsentierten sich vor den 1887 Zuschauern die Gäste aus Norddeutschland. Sie verlegten sich zwar überwiegend aufs Kontern, aber das durchaus effektiv. Und Bremerhaven hatte mit dem dreifachen Torschützen Darin Olver den überragenden Spieler in seinen Reihen. „Es war ein harter Kampf beider Mannschaften. Wir haben im letzten Drittel eine sehr gute Unterzahl gespielt. Das war der Schlüssel zum Sieg, der allerdings auch etwas glücklich ausfiel“, sagte Tom Coolen. Der Pinguins- Trainer sorgte vor dem Spiel für reichlich Wirbel, indem er in der «Nordsee- Zeitung» Bremerhaven die Füchse als «Pussycats» verhöhnte. Weißwasser hätte ihm auf dem Eis gern die entsprechende Antwort für diese Rüpelhaftigkeit gegeben. Aber das gelang an diesem Tag nicht.
Und es stellt sich die Frage: Können sich die Füchse von diesem Rückschlag noch einmal erholen? «Wir müssen uns jetzt ganz schnell sammeln» , gab Coach Popiesch unmittelbar nach Spielschluss als Devise aus. Doch auch ihm stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Gestern klang der Coach schon wieder ein Stück entschlossener. Bei der Trainingseinheit am Abend stand psychologische Aufbauarbeit im Vordergrund. «Ich als Trainer kann der Mannschaft zwar Hilfestellungen geben. Aber es ist natürlich auch jeder einzelne Spieler gefragt, um sich noch einmal zu straffen» , betonte Popiesch.
Hilfestellungen will er auch durch personelle Umstellungen in der Abwehr geben. So wird heute Adam Drgon wieder ins Team rücken. Er musste als überzähliger Ausländer zuletzt pausieren. Drgon soll gemeinsam mit André Mücke verteidigen. Die anderen Duos heißen Vogl/Bartlick und Masak/Pohling.

Fehler abstellen
Vor allem aber forderte Popiesch mit Blick auf die spielentscheidende Szene am Mittwoch noch einmal, dass seine Mannschaft die vielen einfachen Fehler abstellen müsse. «Bremerhaven hat zuletzt fast ausschließlich von unseren Fehlern gelebt, und das leider sehr gut.» Wenn das Abstellen der Fehler endlich gelingt, könnte es heute vielleicht erneut sehr spannend werden. Denn: Weißwasser steht angesichts des 1:3-Rückstandes in der Serie zwar mit dem Rücken zur Wand. Aber noch sind die Füchse im Spiel.

Statistik-Nachtrag: Lausitzer Füchse – Fishtown Pinguins Bremerhaven 2:3 n.V. (1:2, 1:0, 0:0/0:1)
Tore: 0:1 Olver (10.), 0:2 Olver (17.), 1:2 Crampton (18.), 2:2 Masak (22.), 2:3 Olver (67.); Schiedsrichter: Reik van Gameren (Berlin); Zuschauer: 1887; Strafminuten: 22 / 26 + 10 (Dejdar).
RUNDSCHAU-Spieler des Tages: André Mücke.
Play-off-Stand (best of seven): 1:3.

VON FRANK NOACK


Quelle: Lausitzer Rundschau vom 28. März 2008
637 mal gelesen
 
1 | Stefan-ESW | 28.03.2008 @ 16:56
Jeder Gegner lebt fast nur von unseren Fehlern,den die meist auch nutzen...nur,wenn unser Gegner mal Fehler macht,wir können das meist nicht nutzen und das ist der Unterschied. Das wird wohl heut das letzte Spiel in der 2.Liga sein...wer glaubt schon daran,das wir heut das Tore schießen erlernt haben?? Wer glaubt schon daran,das wir mal 60min konstant gut und fehlerfrei spielen??Wer glaubt schon daran,das unsere Spieler heut erkannt haben,das man auf der Strafbank kein Spiel gewinnt???
2 | fanmutti | 28.03.2008 @ 18:26
..abwarten..tee trinken..in ein paar stunden können wir uns hier "abfrusten" wenn ES passiert ist! solange der patient lebt gibt es einen funken hoffnung!
» Die News ist älter als 14 Tage. Die Kommentarfunktion wurde deshalb deaktiviert.
MATCHUP
 
SOMMERPAUSE
LETZTER SPIELTAG
So. 29.03.26
  1 2 3 F
LF 0 0 0 0
KH 0 0 0 0
KURZTABELLE
1. Krefeld Pinguine 114
2. Kassel Huskies 106
3. Star Bulls Rosen 97
4. Ravensburg Tower 91
5. SC Bietigheim St 89
6. EV Regensburg 81
7. Lausitzer Füchse 79
8. EV Landshut 76
9. Düsseldorfer EG 74
10. Eispiraten Crimm 68
11. EHC Freiburg 61
12. Blue Devils Weid 57
13. EC Bad Nauheim 55
14. ESV Kaufbeuren 44
KALENDER
LINKS
ADMINISTRATION