Weißwasser steigt nach 4:6-Niederlage in Bremerhaven in die Oberliga ab
Aus, Schluss, vorbei: Die Lausitzer Füchse konnten ihre Erfolgsgeschichte aus der vergangenen Saison diesmal nicht wiederholen und steigen nach einer dramatischen Play-down-Runde aus der 2. Eishockey-Bundesliga in die Oberliga ab. Weißwasser verlor gestern Abend das entscheidende siebte Spiel bei den Fishtown Pinguins Bremerhaven 4:6. Während die Gastgeber jubelten, trug Blau-Gelb an der Nordsee ein schwarzes Trauergewand. Für die Füchse ist es der zweite Abstieg in die Drittklassigkeit nach der Saison 2002/03. Damals gelang Weißwasser der sofortige Wiederaufstieg. Das ist diesmal ebenfalls das erklärte Ziel, auch wenn derartige Gedanken gestern in Bremerhaven kaum Trost spenden konnten. «Die Enttäuschung ist schwer in Worte zu fassen» , sagte Füchse-Stürmer Carsten Gosdeck nach der Niederlage. «Wir haben uns in der Serie und auch in diesem Spiel immer wieder rangekämpft, aber es sollte einfach nicht sein.» Und Manager Ralf Hanschke befand: «Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wenn sie in der ganzen Saison so gespielt hätte wie in den Play-downs, wären wir nie und nimmer abgestiegen.»
Die gestrige Partie war der Höhepunkt einer hart umkämpften Play-down-Serie, in der die Füchse schon scheinbar aussichtslos im Hintertreffen lagen, sich dann aber willensstark zurückmeldeten und am Sonntag mit dem Erfolg nach Penaltyschießen zum 3:3 ausgleichen konnten. Sie erzwangen damit das siebte und alles entscheidende Spiel gestern Abend in Bremerhaven. Die RUNDSCHAU dokumentiert noch einmal den wichtigsten Tag der Saison.
12 Uhr: Die Fahrt zur Mission Klassenerhalt erfährt ihre erste Zwangspause. Mega-Stau auf der A 10 am Dreieck Nuthetal, der Füchse-Bus steckt wegen eines LKW-Unfalls über zwei Stunden fest. Die minutiös geplante Anreise nach Bremerhaven ist damit über den Haufen geworfen. Das Mittagessen für die Spieler gibt es erst am Nachmittag. Wegen der Verspätung führt Trainer Thomas Popiesch die letzte Mannschaftsbesprechung kurzerhand im Bus durch.
19 Uhr: Nach fast neunstündiger Fahrt haben die Füchse endlich die Nordsee-Stadt erreicht. Aus dem Bus geht es direkt zur Erwärmung auf das Eis. Die Mannschaft wird von zwei Fanbussen begleitet. Weitere Füchse-Fans sind im Auto nach Bremerhaven angereist. Ursprünglich bekamen die Gäste nur ein Kontingent von 160 Karten zugeteilt. Findige Füchse-Anhänger hatten jedoch am Morgen in Bremerhaven weitere Karten gekauft, sodass über 200 Blau-Gelbe auf den Rängen sind.
19.45 Uhr: Während die Eismaschine ihre Runden dreht, heizt der Hallensprecher die Stimmung an. «Es darf heute nur einen Sieger geben – die Pinguine» , brüllt er in sein Mikrofon und «fleht» vorsorglich sogar um Unterstützung für die Gastgeber. Die Füchse-Anhänger halten lautstark dagegen. Die Bremerhavener «Fischbüchse» ist übrigens genauso altertümlich wie die Weißwasseraner Eishalle. Es gibt kaum Komfort für die Zuschauer. Der Kommentatorenplatz für den Reporter von Radio WSW befindet sich direkt über einer Pommesbude.
20.13: Schiedsrichter Georg Jablukov aus Berlin gibt das Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt frei. Auf Weißwasseraner Seite muss erneut Stürmer Chanse Fitzpatrick als überzähliger Ausländer zuschauen. Trainer Thomas Popiesch entscheidet sich wieder für Verteidiger Adam Drgon als fünften Kontingentspieler. 20.20 Uhr: Die Füchse gehen in Führung. Alan Reader trifft in Überzahl zum 1:0 (4.). Aber der Jubel der Füchse-Fans ist nur von kurzer Dauer, denn Sachar Blank gelingt schnell der Ausgleich (1:1/5.).
20.36 Uhr: Schon Mitte des ersten Drittels nimmt Füchse-Trainer Po piesch eine Auszeit. Nach dem guten Start ist Weißwasser stark unter Druck geraten. Fraser Clair hatte nach elf Minuten die verdiente 2:1-Führung für Bremerhaven erzielt.
20.47 Uhr: Es steht 2:2 am Ende des ersten Drittels, Zeit zum Durchatmen. Peter Szabo erzielte zuvor aus Nahdistanz den Ausgleich (18.) für die Füchse, die anschließend bei einer 3:5-Unterzahl erneut hart kämpfen müssen. Die Füchse sind mit diesem Zwischenstand gut bedient, denn Bremerhaven ließ mehrere Chancen ungenutzt.
21.17 Uhr: Das Toreschießen geht munter weiter. Erst bringt Thomas Vogl die Füchse wieder in Führung (29.), aber Craig Streu trifft kurz danach zum 3:3 (29.). Es ist bereits das fünfte Überzahltor in der Partie.
21.32 Uhr: Die zweite Pause, am Spielverlauf hat sich nicht viel geändert. Bremerhaven macht Druck.
22.01 Uhr: Die Füchse am Abgrund, Sergej Janzen sorgt in der 46. Minute für die Bremerhavener Führung. Es beginnt ein verzweifelter Kampf gegen die Uhr. Jörg Pohling vergibt die Riesenchance zum Ausgleich. Auf der anderen Seite sorgte Fraser Clair mit dem 5:3 (50.) scheinbar für die Vorentscheidung.
22.14 Uhr: Wieder Hoffnung! Steve Crampton bringt die Gäste auf 4:5 (52.) heran. Doch die Uhr tickt gnadenlos runter. Torhüter Nolan McDonald geht vom Eis, ein sechster Feldspieler kommt. Ins leere Tor trifft erneut Clair zum 6:4 (60.).
22.29 Uhr: Aus, Schluss, vorbei: Die Lausitzer Füchse verabschieden sich mit erhobenem Kopf aus der 2. Bundesliga. (AUS BREMERHAVEN BERICHTET FRANK NOACK)
grade clair und streue... diese assen mussten ja ein tor. meine fresse. irgendwie wäre das alles nur halb so schlimm, wenn diese spinner nicht auch noch ein tor reingemacht hätten. ohne olver und ihre del-spieler wäre bremerhaven weg vom fenster!
2 | Ninocsas | 02.04.2008 @ 09:36
hätte, wenn und aber... kopf hoch, weiter gehts!
3 | fanmutti | 02.04.2008 @ 09:48
aber recht hat esw schrulle!wer weiß wie es gekommen wäre wenn die spiele in der del anders gelaufen wären.
nun gilt es erhobenes haupt, personelle konsequenzen und wiederaufstieg.
und ich hoffe doch sehr beim länderspiel viele füchsefans im trikot zu sehen!wir sind stolz..mehr ging nicht!
4 | Senator | 02.04.2008 @ 11:32
Trotzdem darf man eines bemängeln: So, ohne Einplanung von Stau, darf man zu einem solchen Spiel nicht anreisen !
5 | Scottie | 02.04.2008 @ 17:51
Also es is sehr Schade das nächste Saison die Dritte Liga ansteht! Aber Die Füchse haben toll gespielt und wirklich gekämpft, es hat nur des letze quäntchen Glück gefehlt! Was wirklich sehr sehr Schade is! Aber Schämen brauchen wir uns nicht! Ich bin Stolz auf unser Team! Und wünsch Ihnen viel Glück in der Nächsten Saison beim aufsteigen... =D!
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Aus, Schluss, vorbei: Die Lausitzer Füchse konnten ihre Erfolgsgeschichte aus der vergangenen Saison diesmal nicht wiederholen und steigen nach einer dramatischen Play-down-Runde aus der 2. Eishockey-Bundesliga in die Oberliga ab. Weißwasser verlor gestern Abend das entscheidende siebte Spiel bei den Fishtown Pinguins Bremerhaven 4:6. Während die Gastgeber jubelten, trug Blau-Gelb an der Nordsee ein schwarzes Trauergewand. Für die Füchse ist es der zweite Abstieg in die Drittklassigkeit nach der Saison 2002/03. Damals gelang Weißwasser der sofortige Wiederaufstieg. Das ist diesmal ebenfalls das erklärte Ziel, auch wenn derartige Gedanken gestern in Bremerhaven kaum Trost spenden konnten. «Die Enttäuschung ist schwer in Worte zu fassen» , sagte Füchse-Stürmer Carsten Gosdeck nach der Niederlage. «Wir haben uns in der Serie und auch in diesem Spiel immer wieder rangekämpft, aber es sollte einfach nicht sein.» Und Manager Ralf Hanschke befand: «Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wenn sie in der ganzen Saison so gespielt hätte wie in den Play-downs, wären wir nie und nimmer abgestiegen.»
Die gestrige Partie war der Höhepunkt einer hart umkämpften Play-down-Serie, in der die Füchse schon scheinbar aussichtslos im Hintertreffen lagen, sich dann aber willensstark zurückmeldeten und am Sonntag mit dem Erfolg nach Penaltyschießen zum 3:3 ausgleichen konnten. Sie erzwangen damit das siebte und alles entscheidende Spiel gestern Abend in Bremerhaven. Die RUNDSCHAU dokumentiert noch einmal den wichtigsten Tag der Saison.
12 Uhr: Die Fahrt zur Mission Klassenerhalt erfährt ihre erste Zwangspause. Mega-Stau auf der A 10 am Dreieck Nuthetal, der Füchse-Bus steckt wegen eines LKW-Unfalls über zwei Stunden fest. Die minutiös geplante Anreise nach Bremerhaven ist damit über den Haufen geworfen. Das Mittagessen für die Spieler gibt es erst am Nachmittag. Wegen der Verspätung führt Trainer Thomas Popiesch die letzte Mannschaftsbesprechung kurzerhand im Bus durch.
19 Uhr: Nach fast neunstündiger Fahrt haben die Füchse endlich die Nordsee-Stadt erreicht. Aus dem Bus geht es direkt zur Erwärmung auf das Eis. Die Mannschaft wird von zwei Fanbussen begleitet. Weitere Füchse-Fans sind im Auto nach Bremerhaven angereist. Ursprünglich bekamen die Gäste nur ein Kontingent von 160 Karten zugeteilt. Findige Füchse-Anhänger hatten jedoch am Morgen in Bremerhaven weitere Karten gekauft, sodass über 200 Blau-Gelbe auf den Rängen sind.
19.45 Uhr: Während die Eismaschine ihre Runden dreht, heizt der Hallensprecher die Stimmung an. «Es darf heute nur einen Sieger geben – die Pinguine» , brüllt er in sein Mikrofon und «fleht» vorsorglich sogar um Unterstützung für die Gastgeber. Die Füchse-Anhänger halten lautstark dagegen. Die Bremerhavener «Fischbüchse» ist übrigens genauso altertümlich wie die Weißwasseraner Eishalle. Es gibt kaum Komfort für die Zuschauer. Der Kommentatorenplatz für den Reporter von Radio WSW befindet sich direkt über einer Pommesbude.
20.13: Schiedsrichter Georg Jablukov aus Berlin gibt das Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt frei. Auf Weißwasseraner Seite muss erneut Stürmer Chanse Fitzpatrick als überzähliger Ausländer zuschauen. Trainer Thomas Popiesch entscheidet sich wieder für Verteidiger Adam Drgon als fünften Kontingentspieler. 20.20 Uhr: Die Füchse gehen in Führung. Alan Reader trifft in Überzahl zum 1:0 (4.). Aber der Jubel der Füchse-Fans ist nur von kurzer Dauer, denn Sachar Blank gelingt schnell der Ausgleich (1:1/5.).
20.36 Uhr: Schon Mitte des ersten Drittels nimmt Füchse-Trainer Po piesch eine Auszeit. Nach dem guten Start ist Weißwasser stark unter Druck geraten. Fraser Clair hatte nach elf Minuten die verdiente 2:1-Führung für Bremerhaven erzielt.
20.47 Uhr: Es steht 2:2 am Ende des ersten Drittels, Zeit zum Durchatmen. Peter Szabo erzielte zuvor aus Nahdistanz den Ausgleich (18.) für die Füchse, die anschließend bei einer 3:5-Unterzahl erneut hart kämpfen müssen. Die Füchse sind mit diesem Zwischenstand gut bedient, denn Bremerhaven ließ mehrere Chancen ungenutzt.
21.17 Uhr: Das Toreschießen geht munter weiter. Erst bringt Thomas Vogl die Füchse wieder in Führung (29.), aber Craig Streu trifft kurz danach zum 3:3 (29.). Es ist bereits das fünfte Überzahltor in der Partie.
21.32 Uhr: Die zweite Pause, am Spielverlauf hat sich nicht viel geändert. Bremerhaven macht Druck.
22.01 Uhr: Die Füchse am Abgrund, Sergej Janzen sorgt in der 46. Minute für die Bremerhavener Führung. Es beginnt ein verzweifelter Kampf gegen die Uhr. Jörg Pohling vergibt die Riesenchance zum Ausgleich. Auf der anderen Seite sorgte Fraser Clair mit dem 5:3 (50.) scheinbar für die Vorentscheidung.
22.14 Uhr: Wieder Hoffnung! Steve Crampton bringt die Gäste auf 4:5 (52.) heran. Doch die Uhr tickt gnadenlos runter. Torhüter Nolan McDonald geht vom Eis, ein sechster Feldspieler kommt. Ins leere Tor trifft erneut Clair zum 6:4 (60.).
22.29 Uhr: Aus, Schluss, vorbei: Die Lausitzer Füchse verabschieden sich mit erhobenem Kopf aus der 2. Bundesliga.
(AUS BREMERHAVEN BERICHTET FRANK NOACK)
Fishtown Pinguine Bremerhaven – Lausitzer Füchse 6:4 (2:2, 1:1, 3:1)
Tore: 0:1 Reader (4.), 1:1 Blank (5.), 2:1 Clair (11.), 2:2 Szabo (18.), 2:3 Vogl (22.), 3:3 Streu (29.), 4:3 S. Janzen (46.), 5:3 Clair (50.), 5:4 Crampton (52.), 6:4 Clair (60.); Zuschauer: 2050; Strafminuten: 12 / 14. Endstand der Play-down-Serie: 4:3
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 02. April 2008