Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Eissporthallen-Projekt nicht gefährdet
03.04.2008 | 10:01 Uhr von DavidH.
Der Abstieg der Lausitzer Füchse in die Eishockey-Oberliga trifft den Verein hart – und in einer sensiblen Phase. In diesem Jahr entscheiden die Stadträte, ob sie die Eissporthalle auf Profi-Sport-Niveau sanieren, erweitern oder neu bauen wollen. Trotz des Abstiegs ist dieser Plan nicht vom Tisch. Dabei kann die Stadt auf den Rückhalt von Fans und Sponsoren zählen.
Zwei Tage Auszeit hatten sich die Bau- und Verwaltungsspitze der Stadt Weißwasser, Stadträte und Vertreter des Eissportvereins Weißwasser «Die Füchse» am Dienstag und Mittwoch genommen. Lokaltermine in Dresden und in Ravensburg standen auf dem Plan, um die neuen Eissporthallen in beiden Städten genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Dienstreisenden aus Weißwasser erhoffen sich Anregungen und Aufschluss über Betriebsmöglichkeiten und -kosten für ein eigenes ehrgeiziges Projekt im Heimatort der «Lausitzer Füchse» . Das könnte im Falle eines Eishallen-Neubaus bis 2011 eine Investition von elf Millionen Euro ausmachen, davon 8,25 Millionen Euro Fördergeld, das aus dem Efre-Fond beantragt werden soll.
Auch durch den Füchse-Abstieg in die Oberliga soll das Vorhaben weder infrage gestellt noch gekürzt werden. «Wir planen für eine Hallennutzung von 25 bis 30 Jahren im Voraus. Da wäre es kurzsichtig, wenn wir die Herangehensweise an ein solches Bauvorhaben von einer Spielklasse des Profi-Teams abhängig machen würden» , sagt Oberbürgermeister Hartwig Rauh (parteilos). Es werde nach wie vor über eine Halle gesprochen, in der Profi-Spiele stattfinden werden, egal, ob in der Bundes- oder der Oberliga. Wobei Rauh es so sieht: «Das ist nur ein Ausflug in die Oberliga, bei dem die EHC GmbH Schwung holen und die Rückkehr in die 2. Bundesliga vorbereiten kann. Denn da gehört die Mannschaft nach meiner Überzeugung hin.» Außerdem, fügt Rauh hinzu, wolle man ja nicht allein für die Profis, sondern für den Eissport bauen, der in Weißwasser eine lange Tradition hat.

Oberliga hat auch Vorteile
Die Dienstreisenden in Sachen Eissporthalle sind gestern mit dem Gefühl heimgekehrt, dass die «Lausitzer Füchse» noch immer einen klangvollen Namen haben. «Wir haben in Dresden und in Ravensburg feststellen können, dass Weißwasser dort nach wie vor präsent und in aller Munde ist» , freute sich der Vorsitzende des Eissportvereins, Bernard Stephan. «Ob nun in der 2. Bundesliga oder in der Oberliga – wichtig ist, dass wir in der Lage sind, den Profi-Sport in Weißwasser zu erhalten, und dafür brauchen wir die Eishalle.» Die Profi-Abteilung ist dabei zwar der größte, aber eben nur ein Baustein. «Wir haben im Nachwuchs allein 170 aktive Sportler, die solide Trainingsbedingungen brauchen, und es gibt 13 Vereine, die ständig in Weißwassers Eishalle präsent sind» , so Stephan.
Dem bitteren Abstieg der «Lausitzer Füchse» kann der Vereinsvorsitzende sogar Positives abgewinnen. «Unsere Nachwuchsspieler dürften jetzt eine größere Chance haben, ins Profi-Team zu kommen. Der Sprung in die Oberliga ist ja nicht so groß, als wenn man gleich in der 2. Bundesliga landen muss.»
Das scheinen die Füchse-Fans ganz ähnlich zu sehen. Ralf Thielicke aus Hoyerswerda ist Insider der Fan-Szene und ganz sicher: «Vom wirtschaftlichen und spielerischen Potenzial spielt Weißwasser in der Oberliga im oberen Drittel mit.»
Keine Katastrophe ist der Abstieg auch für Bernd Nadebor. Der Chef eines Baubetriebs in Weißwasser mit 200 Beschäftigten ist einer von drei Gesellschaftern der Spielbetriebs GmbH des Profiklubs. Er engagiert sich seit mehr als zehn Jahren auch finanziell und denkt gar nicht daran, die Füchse jetzt im Stich zu lassen: «Der Abstieg ist keine Katastrophe. Das ist uns 2003 schon mal passiert. Es hat keinen Zuschauereinbruch gegeben, und wir sind gleich wieder aufgestiegen.» Der sofortige Wiederaufstieg muss für Nadebor ganz klar das Ziel sein. «Die besten Eishockey-Fans in ganz Deutschland» würden dabei helfen. Zumal Siege die Zuschauer zu mehr Unterstützung animieren. Und mit denen sei in der Oberliga zu rechnen.
So bleibt Nadebor ganz gelassen: «Diese kleine sportliche Krise ist doch längst nicht so schlimm wie eine wirtschaftliche Notlage» , erinnert er an die Beinahe-Insolvenz der Füchse vor fünf Jahren. Damit es dazu nicht kommt, müssen den Füchsen nicht nur die Fans, sondern auch die Sponsoren die Treue halten. Daran lässt Marco Bayer, Pressesprecher der Vattenfall Europe Mining & Generation keinen Zweifel: «Wie in einer guten Ehe halten wir auch in Krisenzeiten an den Füchsen fest.» Im April 2006 haben Verein und Energiekonzern einen Sponsorenvertrag unterschrieben. Er gelte unverändert bis Ende der Saison 2008/2009. Weiterhin werde auch die Nachwuchsarbeit beim Eissportverein Weißwasser gefördert, so Bayer. Vattenfall wolle Partner der Region bleiben, in der sie ein Kraftwerk baut und einen Tagebau betreibt. Dem Verein empfiehlt er eine Jetzt-erst-recht-Haltung.

Attraktive Regional-Derbys
Rückendeckung auch vom Bierbrauer Freiberger. «Der Abstieg hat keine Konsequenzen für unser Engagement» , so Pressesprecherin Andrea Berndt. Der vor zwei Wochen unterzeichnete Vertrag gelte bis Ende der nächsten Saison – ohne wenn und aber. Dabei ist die Pressesprecherin zuversichtlich, dass auch die Fans den Füchsen in der Oberliga treu bleiben. Das sei bei den Dresdner Eislöwen auch so.
Dass die Hauptsponsoren nicht abspringen, ist auch Matthias Kliemann, Marketing-Chef bei den Füchsen, schon signalisiert worden. Kliemann plant bereits für die neue Saison. Ende April gebe es ein Sponsorentreffen. Er hat dazu rund 100 Einladungen verschickt.
Mit Blick auf die Fans ist dem Marketing-Chef ebenfalls nicht bange: «Auch die Oberliga-Spiele sind attraktiv.» Im Kampf um den Wiederaufstieg komme es zu Regional-Derbys zum Beispiel gegen Halle oder gegen Erfurt. So ist Kliemann zuversichtlich einen Zuschauerschnitt von 1900 zu halten – am liebsten in einer neuen Halle, die derzeit im Stadtparlament von Weißwasser Thema ist und mehr der begehrten Sitzplätze bieten würde.
Von Thoralf Schirmer, Frank Noack
und Daniel Preikschat


Quelle: Lausitzer Rundschau Regionalausgabe vom 03.04.08
673 mal gelesen
 
» Die News ist älter als 14 Tage. Die Kommentarfunktion wurde deshalb deaktiviert.
MATCHUP
 
SOMMERPAUSE
LETZTER SPIELTAG
So. 29.03.26
  1 2 3 F
LF 0 0 0 0
KH 0 0 0 0
KURZTABELLE
1. Krefeld Pinguine 114
2. Kassel Huskies 106
3. Star Bulls Rosen 97
4. Ravensburg Tower 91
5. SC Bietigheim St 89
6. EV Regensburg 81
7. Lausitzer Füchse 79
8. EV Landshut 76
9. Düsseldorfer EG 74
10. Eispiraten Crimm 68
11. EHC Freiburg 61
12. Blue Devils Weid 57
13. EC Bad Nauheim 55
14. ESV Kaufbeuren 44
KALENDER
LINKS
ADMINISTRATION