Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
P.F.I.F.F.
09.04.2008 | 14:11 Uhr von
Popeyes Füchse Im FanFokus
Lieber Matthias Berlinke!

Vielen Dank für Ihre netten Worte in der EHN unter der Rubrik „Kommentar zum Spieltag“.* Trost können wir gut gebrauchen wenn es gilt, sich mit dem Gedanken an Oberliga- Eishockey abzufinden. Ja- der Abstieg ist sehr, sehr bitter. Er hat uns mit einem Jahr Verspätung ereilt. Ich weiß, dass Sie von der Leistung unserer Mannschaft in den Play- downs angetan waren, als Sie von den Spielen berichteten. Nach diesem Kampf auf Biegen und Brechen am Ende doch der Unterlegene zu sein, schmerzt ungemein. Deshalb sind die Tränen der Fans nur allzu verständlich. Aber es sind nicht nur Tränen der Trauer, die vergossen wurden. Es sind auch Tränen der Wut geflossen. Denn der Klassenerhalt wurde in der Hauptrunde einigermaßen leichtfertig verschenkt. Dazu kommt auch: Wie kann es der Fan, der Woche für Woche sein schwer verdientes Geld ausgibt, um seinen Verein zu unterstützen, verstehen, dass er mit einem „wirtschaftlich sauberen“ Abstieg leben soll, derweil die Konkurrenz mit Scheinen wedelt, die nicht da sind, am Ende aber in großer Glücksseligkeit den Ligenverbleib feiert!? Wie soll es der Fan mit seinem Gerechtigkeitsempfinden vereinbaren, wenn z.B. die Cracks aus Essen, weil sie ihr Gehalt nicht bekamen, mal eben ein „Zeichen setzen“ und ihr Heimspiel gegen Regensburg sang- und klanglos vergeigen (0:3), woraufhin der EVR mit diesem „Erfolgserlebnis“ im Rücken plötzlich eine Siegesserie startet und ohne Geld, aber mit neuem Trainer, doch noch den vorzeitigen Klassenerhalt schafft!? Ich vermute, dass Ihnen der Anhang der Füchse auch deshalb leid tut. Denn so verliert der schöne Kufensport Stück für Stück seine Authentizität.

Zum Glück gilt in Eishockey- Weißwasser mehr denn je der Spruch: „Blau und Gelb- ein Leben lang.“ Daran wird der Abstieg, egal unter welchen Umständen er zustande kam, nichts ändern.

Sie schrieben, dass die Fans ihrem Team treu zur Seite standen. Das mag für den Außenstehenden schon etwas Besonderes sein, wenn man die sportlichen Erfolge der Weißwasseraner in den letzten Jahren bilanziert. Aber gerade diese Leidensfähigkeit, gepaart mit einem großen Stück Realitätssinn und ungebrochenem Enthusiasmus, macht die Füchse- Fans so sympathisch. Hier gilt schon als „Erfolgsfan“, wer nach fünf Niederlagen am Stück darüber nachdenkt, beim nächsten Match dem Fuchsbau fernzubleiben. Den Stellenwert des Eishockeys in „Randpolen“, wie wir so häufig geografisch eingeordnet werden, kann vielleicht ermessen, wer sich neben der „Erfolgskurve“ des EHC die Entwicklung der Zuschauerzahlen auch unter Beachtung demografischer Besonderheiten anschaut. Wenn dann z.B. die Weltstadt München trotz zahlreicher bajuwarischer Derbys mit einem Besucherschnitt von 1.520 glänzt, darf man sich in der Lausitz trotz aller Trauer und Wut getrost auf die Schulter klopfen.

Bremerhavens Geschäftsführer Hans- Werner Busch lobte in der Euphorie nach dem Klassenerhalt die Fischtown- Anhänger als die besten Fans der Liga. Diesen Titel nehmen auch wir in Weißwasser für uns in Anspruch. Sie, als Kenner der Szene, können nach dem dramatischen Ende dieser Saison vielleicht bewerten, welches Fanvolk das wahrhaft Beste der Liga ist. Verstecken braucht sich die große Schar der Füchse- Schlachtenbummler auf keinen Fall. Auch deshalb tut Ihre Hommage an Eishockey- Weißwasser so gut.

Sie sollen wissen: Füchse geben niemals auf!

Herzlichst

Sebastian Matthieu

* Matthias Berlinke schrieb:
Die Tränen der Weißwasseraner Fans werde ich nie vergessen. Mir tut der Anhang der Füchse leid. Die Fans standen ihrem Team treu zur Seite. Dieser Abstieg tut weh. Es wird lange dauern, bis die Tränen getrocknet sind. Kopf hoch, tollen Füchse.
1829 mal gelesen
 
1 | alridge1 | 09.04.2008 @ 16:12
Genau so ist es! PS: Die Tränen sind getrocknet und wir freuen uns jetzt schon auf nicht so weite Auswärtsfahrten und natürlich auf unser Team!!!
2 | ottoNULLvier | 10.04.2008 @ 01:03
bei ir auch wieder "freie sicht"....und, ich hätte nie gedacht, das ich das mal sagen könnte/wollte. ich kann mich langsam mit der oberliga anfreunden! fahren wir eben mit der s-bahn ins stadion....
3 | szdd | 10.04.2008 @ 10:12
Die Tränen der Fans sind getrocknet. Ziemlich pathetisch. Ich habe zwar keine Tränen vergossen, aber eine Stinkwut - und die hält an. Ich freue mich nicht auf die Oberliga. Mag sein, dass das alles sportlich gesehen werden sollte, ich frage mich aber, wer übernimmt bitte die Verantwortung für diese Scheiß-Saison und mit welchen Konsequenzen?
4 | Matzl | 10.04.2008 @ 11:12
@3: Mir geht es genauso. Ich kann mich nicht auf die Oberliga freuen. Es wird ein Graus! Und über eine Woche ist vergangen und keiner von unseren Verantwortlichen hält es für nötig Stellung zu beziehen.
5 | böhser dynamo | 10.04.2008 @ 12:11
was willste hören. das gerede geht einen o offm sa... sollen ne gute truppe zusammenstellen - gesagt wird eh - haben fehler gemacht - war aber mehr drinn bedanken uns für eure unterstützung ... bla bla bla
6 | Renegade | 10.04.2008 @ 12:56
@3: Was erwartest du mit "Verantwortung übernehmen" und "Konsequenzen" ziehn. Immer gleich den Kopf fordern oder den Leuten die Chance lassen , es besser zu machen. Letztlich dürfte Jedem klar sein , dass sich niemand selbst entlässt !!!
7 | alridge1 | 10.04.2008 @ 13:07
@3: Klar hab ich geheult. War schließlich eine kleine Beerdigung. Ist halt nicht jeder so wie du und fordert nach einer verlorenen Schlacht die Hinrichtung. Woanders müssen Leute gehen, weil sie die Klasse gehalten haben. Nach der Beerdigung folgt die Wiederauferstehung. Eigentlich gab es diese schon, als wir in Bremerhaven unser Team feierten, welches gerade abgestiegen war.
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