Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Aus für die Eisbären
16.04.2008 | 10:30 Uhr von
Der 14. April 2008 geht als schwarzes Datum in die Regensburger Eishockey-Geschichte ein: Zum zweiten Mal nach 1992 muss Konkurs angemeldet werden. Nach zwei Wochen der Prüfung vermeldete der als Krisenmanager tätige Wirtschaftsanwalt Bernhard Schmeilzl gestern, dass die 19-köpfige Gesellschafterversammlung der Eisbären-GmbH „nach sehr intensiven dreieinhalb Stunden“ am Montagabend beschlossen habe, Insolvenz anzumelden. 1,09Millionen Euro seien als Verbindlichkeiten aufgelaufen und nicht mehr stemmbar: „Es gibt keinen Ausweg. Selbst bei optimistischster Betrachtung würden es nicht weniger als 750 000 bis 800000 Euro werden. Meiner Meinung nach wird der Konkurs mangels Masse nicht einmal eröffnet.“ Der Zweitligist muss damit seine Lizenz zurückgeben. Nach dem aktuellen Stand der Dinge wird der EV Regensburg nun in der nächsten Spielzeit nur noch in der Landesliga vertreten sein. Dass ein Neuanfang in der Oberliga für eine Nachfolge-Organisation so leicht zu bewerkstelligen ist, glaubt Schmeilzl nicht. Zumal Konrad Altenbuchner, Geschäftsführer von Buchbinder rent-a-car, der die Eisbären in dieser Saison finanziell über Wasser gehalten hatte, bereits früh erklärt hatte, als Sponsor in der Oberliga nicht zur Verfügung zu stehen. Altenbuchner (Schmeilzl: „Er hat viel mehr gezahlt, als an die Öffentlichkeit gedrungen ist“) wollte sich gestern nicht mehr zu den Vorgängen um die Eisbären äußern.

Gestern Oberliga-Meldeschluss
Auch Oliver Seeliger, Geschäftsführer der für die 2. Liga und Oberliga zuständigen Eishockeyspielbetriebsgesellschaft ESBG, gab sich gestern auf MZ-Anfrage vorsichtig: „Für die Oberliga ist ebenfalls am 15. April Meldeschluss, auch wenn die wirtschaftlichen Daten erst bis 15. Mai abgegeben werden müssen. Aber für Regensburg wird es schwierig. Eine Entscheidung kann nur der zuständige Aufsichtsrat treffen.“ Nutznießer der Regensburger Pleite werden die sportlich abgestiegenen Lausitzer Füchse aus Weißwasser sein, die Zweitligist bleiben dürften.
Bernhard Schmeilzl teilte die Verkündung der schlechten Botschaft in zwei Blöcke. „Die Finanzierung der nächsten Saison war nicht das Hauptproblem. Mit der Unterstützung von Oberbürgermeister Hans Schaidinger hatten wir relativ bald 650000, 750000 Euro von Premium-Sponsoren als Grundstock zusammen. Dazu hatten wir noch weitere positive Signale.“
Problem sei die aktuelle Lage gewesen. Schmeilzl verkündete „ein negatives Eigenkapital von 225000 Euro zum 30.April 2006“. 2006/07 seien 850000 Euro zusätzlich aufgelaufen. Allein die Personalkosten wären von 1,3 Millionen Euro auf 2 Millionen gestiegen, die sonstigen Betriebskosten von 0,75 Millionen auf eine Million. Wobei Kapitän Sven Gerike Wert darauf legt, dass nicht die Gehälter explodiert seien, schließlich hätten sieben Spieler beim im November vermeldeten Vergleich Zugeständnisse machen müssen. Gerike verweist vielmehr auf die hohe Fluktuation im Kader sowie Abfindungen (Kanadier Mark Woolf hatte einen Zweijahresvertrag, d. Red.) und Gehälter für Spieler wie Ex-Nationalspieler Shayne Wright, die erst bei dessen Prozess um Urlaubsgeld an die Öffentlichkeit drangen.
Auch die noch beim Vergleich nur nebenbei erwähnten Schwierigkeiten mit dem Finanzamt erklärte Schmeilzl und bezifferte die Verbindlichkeiten dort „auf 350000 Euro“.

„Standort nicht der beliebteste“
Auch zu eventuellen Alternativszenarios erklärte Schmeilzl nach Gesprächen mit ESBG-Geschäftsführer Seeliger und ESBG-Justitiar Uwe Harnos die Lage. „Ein sogenanntes Plan-Insolvenzverfahren sowie eine Lizenzübertragung sind Diskussionen um des Kaisers Bart, weil die Regularien genau solche Tricksereien ausschließen sollen und unsolides Wirtschaften gewollt bestraft wird.“ Außerdem hätte das Regensburger Geschäftsgebaren die allgemeine Beliebtheit nicht gesteigert. „Offensichtlich ist der Standort Regensburg nicht der allerbeliebteste. Die Argumentation war: Erst macht Regensburg durch überzogene Preise die Gehälter kaputt, die man nicht einmal zahlt. Dann geht es schlecht, und jetzt sollen wir helfen.“

von Claus-Dieter Wotruba

Quelle: Mittelbayerische Zeitung
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1 | esw77schrulle | 16.04.2008 @ 11:09
das sind echt böse news...!
2 | Dynamix12 | 16.04.2008 @ 12:10
Wenn man in R-burg schon nach der Saison 06/07 850000,- Euro Schulden hatte, wie konnte man ihnen eine 2. Liga-Lizenz zugestehen. Die waren doch schon 2007 pleite. Schade für die Fans in R-burg, dass sie so von den Verantwortlichen so verschaukelt wurden. Gibt es schon Zahlen aus WSW?
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