Schock-Zustand am Westbahnhof: Eigentlich wollten die Moskitos gestern Abend ihren neuen Trainer für die Saison 2008/09 präsentieren. Stattdessen verkündeten die Gesellschafter des Eishockey-Zweitligisten, dass sie einen Antrag auf Insolvenz gestellt haben. "Wir haben keine andere Möglichkeit mehr gesehen, als die Notbremse zu ziehen", sagte Frank Dittmann, der 2. Geschäftsführer der Moskitos Eishockey GmbH. Und seine versteinerte Miene ließ erahnen, wie sehr ihn diese Entwicklung in seinem Innersten erschütterte. Als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellte das Amtsgericht Essen den hiesigen Rechtsanwalt Rolf Weidmann. Seine primären Aufgaben in den nächsten Tagen lauten: Feststellung, ob eine Überschuldung und/oder Zahlungsunfähigkeit vorliegt, ob das Unternehmen fortgeführt werden kann und ob die Kosten für ein mögliches Insolvenzverfahren gedeckt sind. "Zudem muss ich noch vorhandene Masse für die Gläubiger sichern", erklärte Weidmann.
Ausschlaggebend für die gestrigen Ereignisse war auch ein so genannter "Fremdantrag" des Finanzamtes Essen, das laut Dittmann "eine hohe sechsstellige Summe" an Steuerschulden einfordert. Laut Geschäftsführer Bernd Piel waren die geplanten Verschärfungen des Lizenzierungsverfahrens für die neue Saison dann die Tropfen, die das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Außerdem hätten einige sicher geglaubte Sponsoren dem Verein dann doch kein zusätzliches Geld mehr zur Verfügung gestellt.
Die 100 000 Euro, mit der ein nicht genannter Sponsor die Moskitos erst kürzlich am Leben erhalten hatte, sind laut Piel auch geflossen. "Nur durch sie und das Aufbringen erheblicher privater Mittel der Gesellschafter ist es uns überhaupt gelungen, die Saison sauber zu Ende zu bringen", erklärte Piel. Das Finanzloch, das durch unterhalb der Kalkulation liegende Zuschauerzahlen anfiel, bezifferte der Geschäftsführer auf 150 000 Euro für die gesamte Saison.
"Wir haben immer wieder alles versucht. Aber was nicht geht, das geht nicht", stellte Frank Dittmann resigniert fest. "Aber im Kreis der Gesellschafter und im engsten Umfeld sind nun auch alle privaten Mittel aufgebraucht. Die nun noch ausstehenden Forderungen aller Gläubiger beziffert er ebenfalls auf "einige hunderttausend Euro".
Den Namen des Trainers, dem nach Abschluss der Verhandlungen ein unterschriftsreifer Vertrag vorlag, nannte Piel auch: Mike Bullard. Der reiste zur gestern geplanten Vorstellung aber gar nicht erst an. Die wenigen Spieler, die noch einen Vertrag über das Ende dieser Saison hinaus bei den Moskitos hatten, werden an diesem Mittwoch informiert. "Sie sind jetzt quasi frei auf dem Markt. Und wir werden ihnen auch keine Steine in den Weg legen", so Piel.
Maximal sechs Wochen hat Insolvenzverwalter Rolf Weidmann nun Zeit, um zu entscheiden, ob es eine sportliche Zukunft am Westbahnhof gibt: "Spätestens Ende Mai fällt der Hammer."
Die Moskitos waren am gestrigen Dienstag übrigens nicht der einzige Zweitligist, der einen Insolvenzantrag stellen musste. Regensburg ereilte das gleiche Schicksal. Dieser Klub soll laut Presseberichten sogar mit 1,1 Millionen Euro in der Kreide stehen. "Na, da sind wir aber noch ein Stück weit von weg", sagte Frank Dittmann. Und sein Lächeln auf den Lippen, es war ein bittersüßes.
Quelle: www.derwesten.de
1 | esw77schrulle | 16.04.2008 @ 11:03
das ist der hammer. aber war klar, dass das während der saison nicht nur gerüchte waren. gerüchte entstehen nicht von ungefähr...
2 | böhser dynamo | 16.04.2008 @ 11:23
"unterhalb der Kalkulation liegende Zuschauerzahlen anfiel" naja
ham wir ja nen schuldigen.
3 | Dynamix12 | 16.04.2008 @ 12:19
Bei mehreren hunderttausend Euro Verbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt, würden die 150.000,- Euro fehlende Zuschauereinnahmen auch nichts retten. Das sind übrigens ca. 300 Zuschauer pro Spiel mehr kalkuliert, als wirklich in der Halle waren (bei 10,- Euro Eintritt).
4 | altersachse | 16.04.2008 @ 13:23
Ich sah bereits vor Monaten auf Youtube wildgewordene Moskitofans, die irgendwelche Offiziellen des Klubs beschimpften. Das Aus kommt also mit Ansage und nicht von Ungefähr, nun muß der Martin S. wieder weiterreisen:-)
5 | DavidH. | 16.04.2008 @ 13:47
naja vielleicht ist seine alte Bude in DD noch frei :)
6 | eisloewe62 | 16.04.2008 @ 14:34
Er wäre in DD geblieben, wenn er gleiches Geld bekommen hätte. Das zeigt, worum es der Primaballerina geht. Wer sich zu schade war, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, der soll bleiebn, wo der Pfeffer wächst.
7 | böhser dynamo | 16.04.2008 @ 15:05
naja evtl. mit papa nach crimme
8 | fanta | 16.04.2008 @ 15:40
der posten also nachwuchtrainer in crimme ist ja schon vergeben und ich glaube kaum das papa sekera trainer der 1 manschaft wird.
9 | Odin | 16.04.2008 @ 18:17
@6, richtig, so sehe ich das auch.
10 | altersachse | 16.04.2008 @ 20:49
@6, und wo wächst der Pfeffer - in Indien. Also Martin, Gute Reise! Spielen die auch Eishockey, die Indianer?
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Ausschlaggebend für die gestrigen Ereignisse war auch ein so genannter "Fremdantrag" des Finanzamtes Essen, das laut Dittmann "eine hohe sechsstellige Summe" an Steuerschulden einfordert. Laut Geschäftsführer Bernd Piel waren die geplanten Verschärfungen des Lizenzierungsverfahrens für die neue Saison dann die Tropfen, die das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Außerdem hätten einige sicher geglaubte Sponsoren dem Verein dann doch kein zusätzliches Geld mehr zur Verfügung gestellt.
Die 100 000 Euro, mit der ein nicht genannter Sponsor die Moskitos erst kürzlich am Leben erhalten hatte, sind laut Piel auch geflossen. "Nur durch sie und das Aufbringen erheblicher privater Mittel der Gesellschafter ist es uns überhaupt gelungen, die Saison sauber zu Ende zu bringen", erklärte Piel. Das Finanzloch, das durch unterhalb der Kalkulation liegende Zuschauerzahlen anfiel, bezifferte der Geschäftsführer auf 150 000 Euro für die gesamte Saison.
"Wir haben immer wieder alles versucht. Aber was nicht geht, das geht nicht", stellte Frank Dittmann resigniert fest. "Aber im Kreis der Gesellschafter und im engsten Umfeld sind nun auch alle privaten Mittel aufgebraucht. Die nun noch ausstehenden Forderungen aller Gläubiger beziffert er ebenfalls auf "einige hunderttausend Euro".
Den Namen des Trainers, dem nach Abschluss der Verhandlungen ein unterschriftsreifer Vertrag vorlag, nannte Piel auch: Mike Bullard. Der reiste zur gestern geplanten Vorstellung aber gar nicht erst an. Die wenigen Spieler, die noch einen Vertrag über das Ende dieser Saison hinaus bei den Moskitos hatten, werden an diesem Mittwoch informiert. "Sie sind jetzt quasi frei auf dem Markt. Und wir werden ihnen auch keine Steine in den Weg legen", so Piel.
Maximal sechs Wochen hat Insolvenzverwalter Rolf Weidmann nun Zeit, um zu entscheiden, ob es eine sportliche Zukunft am Westbahnhof gibt: "Spätestens Ende Mai fällt der Hammer."
Die Moskitos waren am gestrigen Dienstag übrigens nicht der einzige Zweitligist, der einen Insolvenzantrag stellen musste. Regensburg ereilte das gleiche Schicksal. Dieser Klub soll laut Presseberichten sogar mit 1,1 Millionen Euro in der Kreide stehen. "Na, da sind wir aber noch ein Stück weit von weg", sagte Frank Dittmann. Und sein Lächeln auf den Lippen, es war ein bittersüßes.
Quelle: www.derwesten.de