Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Was von Dresden und Ravensburg zu lernen ist
18.04.2008 | 09:47 Uhr von
Weißwassers Eishalle darf nicht mehr als 10 Millionen kosten
Auf Informationsreise hatten sich Vertreter der Stadtverwaltung, des Bau- und Wirtschaftsausschusses des Stadtrates und des Eissportvereins Weißwasser begeben, um sich über Möglichkeiten und vorraussichtliche Kostenbelastungen einer neuen Eissporthalle zu informieren.
Die erste Station war Dresden, die zweite Ravensburg gewesen. Was sich dort an Erkenntnissen für die in Weißwasser diskutierte Sanierung der Eissporthalle oder deren Neubau ergeben hat, darüber wird zunächst noch weiterhin intern im Stadtrat informiert und beraten werden. Wie Weißwassers Finanzbürgermeister Ronald Krause (SPD) erklärte, werde es eine Information im nichtöffentlichen Teil der kommenden Stadtratssitzung am 30. April geben. «Wir haben in Dresden und Ravensburg die Möglichkeit genutzt, über die Bewirtschaftung der dortigen Eishallen vor und hinter den Kulissen Gespräche mit den Betreibern zu führen» , erklärte Krause gegenüber der RUNDSCHAU. «Das sind in beiden Fällen kommunale Betriebe.»
So werde der Sportkomplex in Dresden mit Eisstadion, Eishalle und Drei-Felder-Halle (er war nach der Elbeflut komplett neu erbaut worden) von der Stadt mit 2,5 Millionen Euro im Jahr bezuschusst. Die vor fünf Jahren neu gebaute Eishalle in Ravensburg benötige 500 000 Euro Zuschuss pro Jahr von der Stadt. «Wenn man bedenkt, dass Dresden etwa 25 mal so groß ist wie Weißwasser und Ravensburg ein fünfmal größeres Haushaltsvolumen hat, liegen wir mit einem geschätzten Zuschussbedarf von 100 000 Euro im Jahr schon in den richtigen Relationen» , sagt Krause.

Abschreibungen bedenken
Allerdings beinhalte der Zuschuss in beiden Fällen noch keine Verzinsung und Abschreibung. «Die muss man aber ehrlicherweise mit kalkulieren» , sagt Krause. «Wir müssten also bei einem Hallenneubau mit einer zusätzlichen Belastung von 400 000 bis 500 000 Euro rechnen.»
Vor allem in Ravensburg habe man bis weit nach Mitternacht über die unterschiedlichen Vorstellungen von einem Hallen-Neubau diskutiert, über die Frage zum Beispiel, ob Weißwasser wirklich eine DEL-taugliche Halle braucht, eine Sportstätte also, die den Ansprüchen der höchsten Spielklasse, der Deutschen Eishockeyliga, entspricht. Dafür müssten unter anderem 4000 Zuschauer-Sitzplätze vorgesehen werden.
In Ravensburg seien es nur 3000 Sitzplätze, aber auch dieser Hallenneubau habe schon 12 Millionen Euro gekostet. «Diese Summe hat sich in dem Bau selbst übrigens kaum widergespiegelt» , schildert Krause seinen Eindruck. «Details sind da absolut auf der Strecke geblieben. Kabinen und Vorbereitungsräume haben ein sehr einfaches Niveau.»
Man könne daraus schon für Weißwasser ableiten, was hier gegebenenfalls anders gemacht werden sollte, meint Krause. Eines sei aber auch klar: «Zehn Millionen Euro ist die größte Investition, die wir in den nächsten Jahren in Weißwasser auf die Beine bringen werden. Das ist das Maximum, was der Haushalt nach derzeitiger Lage für den Neubau einer Eissporthalle hergibt, ohne auf andere Investitionsvorhaben wie zum Beispiel das Volkshaus zu verzichten. Die Liste zur Beantragung von Efre-Vorhaben hat der Stadtrat ja in seiner letzten Sitzung erst beschlossen.»

Eingemeindung wäre hilfreich
Zehn Millionen Euro also, und diese Summe zu mindestens 75 Prozent aus Efre-Mitteln gefördert – das müsste für Weißwassers Eishalle reichen. Dabei sieht Krause diesen Part sogar ganz zuversichtlich. «Die Bauinvestition ist nicht die große Hürde, wenn der Eigenanteil der Stadt da ist» , sagt Krause. «Viel wichtiger ist: Die Betriebskosten müssen langfristig im Haushalt darstellbar sein. Hier wäre ein größeres Stadtgebiet natürlich besser, weil dann die Schlüsselzuweisung entsprechend höher ausfallen würde.»
Anders gesagt: Die eine oder andere Eingemeindung nach Weißwasser könnte den Eishallenbau auch betriebswirschaftlich sichern helfen. «Das hilft natürlich nicht nur der Eishalle, sondern auch den Vorhaben der Umlandgemeinden» , betont Krause. «Nur mal angenommen, es gäbe ein Zusammengehen mit Krau schwitz, dann hätten wir sofort 800 000 Euro mehr an Schlüsselzuweisung, die vorher keinem von beiden zugute gekommen wäre. Da wären der Betrieb der Erlebniswelt, der Bibliothek, des Tierparks und der Eissporthalle gar kein Thema mehr. Mit Weißkeißel und Gablenz dazu wären wir sogar schon bei einer Million Euro Schlüsselzuweisung mehr.»
Sowohl mit den Umlandgemeinden als auch mit dem Kreis und Firmen, die den Eissport unterstützen, werde man in der nächsten Zeit noch Gespräche führen, um die Betriebskosten für eine neue Eishalle absichern zu können, so Krause.

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 18. April 2008
2058 mal gelesen
 
1 | Aigars44 | 18.04.2008 @ 10:03
nur mal so: in Liberec steht ne TOP-halle!!!! vieleicht nicht unsere größe aber sehr gemütlich, freundlich und kompfortabel! man sollte sich dort die halle mal genauer anschauen und lernen!!!
2 | böhser dynamo | 18.04.2008 @ 11:00
neue halle - sind schon wieder wahlen
3 | 3liter | 18.04.2008 @ 11:29
Die neue Halle scheint ja langsam doch Realität zu werden. Das darf man zumindest aus den ernsthaft geführten Diskussionen ableiten, Ich finde es richtig, wenn man in Sachen neue Halle kleinere Bröthcen bäckt. Acu aus meiner Sicht muss die Halle nciht zwingend DELL-tauglich sein. Wir werden in WSW nie wieder DEL erleben. Wer schonmal in einer DEL-Arena war, die ja mittlerweile fast alle DEL-Mannschaften haben, wird mir sicher zustimmen, dass das eine völlig andere Welt ist -abseits des Sportes.
4 | accomander | 18.04.2008 @ 11:36
@3 Da stimme ich Dir zu, man braucht sich bloß mal die SAP Arena anschauen.Obwohl Vattenfall wirklich Geld für die Halle geben könnte bei 1,1 Mrd. Gewinn letztes Jahr.
5 | Aigars44 | 18.04.2008 @ 12:04
sie muss ja nicht groß sein 4000 plätze reiche locker aus! klein und fein eben*g*! aber bitte nicht mit so einem blöden "graben" wie in DD!!!!!!!!!!
6 | Hoki | 18.04.2008 @ 12:37
Ein "Miniatur-Liberec" wäre ein Traum. Wird es aber wahrscheinlich auch bleiben. Das dürfte wohl nicht zu finanzieren sein.
7 | Flüchtling | 18.04.2008 @ 12:44
Wie stehen denn die Chancen dass die oben genannten Gemeinden zu WSW eingemeindet werden? Gibt es denn dahingehend schon irdendwelche Verhandlungen?
8 | Axel | 18.04.2008 @ 18:20
OT: Was will man in DD lernen? Das geht Doch nicht! Die sind Blau Weis... ;o)! Sry, ich kann das nicht so gut. Ich war dort kurz im Forum, so bald dort was mit Blau Gelb auftaucht werden einige GAGA! Zum Thema: @7 Eingemeindungen funktionieren nur, wenn es von "oben" gewollt ist! Sonst sind sich die Kommunen selbst am nächsten. Kirchturmpolitik sage ich mal, zur Not wird dann die hohe Hundesteuer ran gezogen!
9 | petl01 | 18.04.2008 @ 19:40
Neue Halle ist ja prima.So wie in Liberec nur kleiner wäre toll und es sollten auch genügend Stehplätze vorhanden sein um auch weiter die altbekannte Stimmung in der Halle zu erhalten.Nicht jeder will beim Eishockey sitzen. Warum übernimmt Vattenfall eigentlich nicht den Bau der Halle und macht gleich richtig Nägel mit Köpfen und baut so eine Art Sport-und Freizeit Zentrum?Wäre mal interessant zu hören welche Gründe dagegen sprechen.
10 | Odin | 18.04.2008 @ 21:38
@9, die Höhe der gewollten Investition zum Beispiel. Wenn wie bei "Wünsch dir was" wären, würde ich mir ein Dach über dem W. P.-Stadion wünschen und erneuerte Tribünen. Leider wird es dabei nicht bleiben.
11 | Joshi | 18.04.2008 @ 22:59
Weiß zufällig jemand, was die Halle in Bad Tölz gekostet hat?
12 | Mozart | 18.04.2008 @ 23:12
11 Millionen. Hätte eigentlich nur einstellig gekostet, aber der Untergrund hat bisschen Probleme bereitet. Man hätte auch an einen Abfluss denken müssen. Nach dem ersten Abtauen des Eises standen die Keller unter Wasser. ;-)
13 | Rocco Roletti | 19.04.2008 @ 11:09
Die Halle in Liberec kostete 1. Mrd. Kronen zum damaligen Zeitpunkt ca. 34.Mio Euro Daran brauch sich WSW definitiv kein Beispiel nehmen. Der Denkansatz mit Tölz ist gar nicht so schlecht aber mir gefällt die Halle dort nicht, mal schaun wie unsere denn wird.
14 | Hoywoyfux | 19.04.2008 @ 14:31
Sehr interessant. Lobenswert ist die nüchterne Herangehensweise in WSW. Keine überschwengliche Euphorie sondern Realität - aber im Sinne der Sache. Übr, sobald der "Zug Eingemeindung" mal richtig losfährt, kommen viele auf den Geschmack. Und für Interessierte . Falls es noch keiner mitgekriegt hat, dies ist im Sinne der Zeit (weniger Verwaltung, mehr Effekt). Ich denke, das Projekt bekommt Form. Mit DD brauchen wir uns nicht messen, da gelten (z.B. mit E´kunstlauf u.a.) andere Prämissen...
15 | Alter Schwede | 19.04.2008 @ 16:42
@Mozart: 11 Millionen für DIE Eishalle oder DEN KOMPLEX mit der Trainingshalle? Danke für die Auskunft
16 | Matze | 19.04.2008 @ 17:46
«Wenn man bedenkt, dass Dresden etwa 25 mal so groß ist wie Weißwasser und Ravensburg ein fünfmal größeres Haushaltsvolumen hat, liegen wir mit einem geschätzten Zuschussbedarf von 100 000 Euro im Jahr schon in den richtigen Relationen» , sagt Krause. WAS BITTE HAT DIE EINWOHNERZAHL MIT DEM ZUSCHUSSBEDARF ZU TUN? MIT DIESEM BÜRGERMEISTER KRAUSE UND ERST RECHT NICHT MIT DEM OBERBÜRGERMEISTER RAUH WIRD ES EINE NEUE HALLE NIE GEBEN!
17 | Matze | 19.04.2008 @ 17:47
LEIDER!!!
18 | Mozart | 19.04.2008 @ 18:08
"Im Dezember soll die neue Eisarena in Bad Tölz fertig gebaut sein. Dieses Stadion kostet knapp 11 Mio." www. arena-dresden.de/Seiten/sonstiges/Archiv%202003/Presse_August_2003.html
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