Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Nachwuchs hat’s nicht leicht im Fuchsbau
04.06.2008 | 11:43 Uhr von Sven Schimanski
Marco Noack, 21 Jahre und bisher Stürmer der Lausitzer Füchse, ist sauer. Dass seinen 112 Spielen im Füchse-Trikot ( fünf Tore/drei Vorlagen) zumindest vorerst kein weiteres folgen würde, war ihm klar, nachdem er das Vertragsangebot der Füchse nicht angenommen hatte. Das Füchse-Manager Ralf Hantschke in einer Pressemitteilung derart scharf nachwäscht, allerdings nicht.

In dieser lässt sich Hantschke – bezogen auf Marco Noack und Verteidiger Daniel Wimmer – zitieren: „Dass, was sich die beiden in den letzten Wochen erlaubt haben, können wir nicht hinnehmen. Der Verein und auch wir als Profiabteilung haben uns in den vergangenen Jahren sehr intensiv um Daniel und Marco bemüht und sie gefördert. Durch uns haben sie ihre Lehrstelle bekommen und später sogar einen Arbeitsvertrag erhalten. Leider haben sie das inzwischen vergessen und sind jetzt in einer Art und Weise aufgetreten, die wir nicht akzeptieren können.“

Urlaub für Spieltage
Beide Spieler sagen zu diesen Aussagen des Managers, dass sie nicht wüssten, was er damit meint. Marco Noack: „Ich war 16 Jahre in diesem Verein, habe immer alles gegeben. Ich war bei zwei Gesprächsterminen, danach war klar, dass ich das Angebot nicht annehme.“ Finanziell sei es eigentlich eine Beleidigung gewesen, auf keinen Fall hätte man davon existieren können. Daniel Wimmer fügt hinzu: „Wir opfern viel für Eishockey, zum Beispiel Urlaub für Spieltage. Und jetzt arbeite ich gerade die Minusstunden wieder ab, die ich von Januar bis März angesammelt hatte. Dann müsste ich schon wieder versuchen, Plusstunden für den Herbst aufzubauen.“ Das finanzielle Angebot sei diesem Aufwand ganz einfach nicht angemessen. Dass der Rhythmus Nachtschicht – Training – Vier-Stunden-Schlaf – Training – Nachtschicht nicht leistungsförderlich sei, ist auch Daniel Wimmer klar.

Das sieht auch Füchse-Trainer Thomas Popiesch so: „In unserem Konzept steht ja, dass wir auf die jungen Leute setzen, sie verstärkt einsetzen wollen. Ich habe aber bei den beiden im Training nicht die Entwicklung gesehen.“ Infolgedessen sei das Angebot jetzt eben nicht so gut ausgefallen wie in der vergangenen Saison. Eine Forderung, die Arbeit für Eishockey aufzugeben, habe es an die beiden aber nie gegeben.

Vollprofi nicht im Angebot
Vollprofi zu werden, kam für Noack und Wimmer nicht in Frage, weil es im Eishockey keine Sicherheit gibt, man immer von Jahr zu Jahr denken müsse und der Vattenfall-Job deshalb für sie der erstrebenswertere ist. Aber auch, weil es dafür kein Angebot der Füchse gab.

„Übrig“ von der jungen Füchse-Garde unter 23 Jahre sind damit noch Thomas Götz, Christian Rösler und Markus Lehnigk – eine ganze Reihe anderer Talente hat den Sprung in die 2. Bundesliga entweder nicht geschafft oder hat Weißwasser noch als Nachwuchsspieler verlassen.

Beispiele sind U20-Nationalspieler Elia Oswald (Eisbären Berlin), U18-Nationalspieler Steve Hanusch (wechselt jetzt von Krefeld zu den Eisbären Juniors), U18-Nationalspieler Toni Ritter (wechselt wohl in die kanadische Nachwuchsliga) oder auch Kevin Thau, einer der Top-Scorer in der Deutschen Nachwuchsliga (wechselt zum Oberligateam nach Rostock).

Eine Möglichkeit, auf Top-Niveau vom Kindesalter an bis in den Männerbereich in Weißwasser Eishockey anzubieten und so Talente länger zu halten, wird es so schnell nicht geben: Der ES Weißwasser hat in der neuen Saison keine Juniorenmannschaft mehr im Spielbetrieb und in der Jugend keine komplette, sondern eine Spielgemeinschaft mit Crimmitschau.

Von Frank Thümmler

Nachtrag: Kommentar der SZ, ebenfalls im Regionalsportteil erschienen

Schlechter Stil
Was hat da nur den Füchse-Manager Ralf Hantschke geritten? Kein Wort des Dankes für jeweils über 100 Spiele im Lausitzer Trikot, nicht für die Bereitschaft, fast alle Freizeit dem Eishockey geopfert und dem Verein auch geholfen zu haben! Stattdessen wird noch einmal Schmutz über zwei junge Spieler ausgeschüttet. Wenn es bei beiden aus Sicht der Füchse-Verantwortlichen für die zweite Liga nicht reicht, hätte man es ihnen auch direkt sagen können -– ohne den Umweg über ein nicht akzeptables Angebot. Oder wurde da einfach nur versucht, eine „Noch-billiger-Lösung“ für die Plätze hinter den ersten drei Reihen zu finden? Die beiden haben sich folgerichtig für ihre berufliche Laufbahn bei Vattenfall und Hobby-Eishockey in Jonsdorf oder Niesky entschieden.

Quelle: Sächsische Zeitung
3105 mal gelesen
 
1 | eishockey | 04.06.2008 @ 14:10
ein wirklich sehr sehr guter Artikel
2 | Jörg | 04.06.2008 @ 15:06
Schon für einen sehr guten Artikel würde mir eine Seite fehlen, die ne Rolle spielt, sich hier aber nicht äußert/ äußern konnte. Sehr, sehr gut scheidet damit aus.
3 | Turbotox | 04.06.2008 @ 15:24
… scheidet genauso aus, wie der Wunschgedanke Spieler zum Nulltarif… Getreu dem Motto: „Wer eine nicht für sich selbst bestimmte, quaderförmige Ausschachtung in der Pedosphäre vornimmt, wird sich deren Sohlbereich unter Einfluss der Gravitation nähern. Will heißen: Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“ ;-)
4 | thingslikehockey | 04.06.2008 @ 15:27
Damit is doch aber klar: zu schwach - mehr Training, mehr Schlaf, weniger Arbeit - wollen sie nicht - okay, danke für die letzten Jahre
5 | Odin | 04.06.2008 @ 15:31
Ohhhhhh, der Artikel sitzt. Damit gewinnt man keinen Blumentopf. Auch unter Berücksichtigung des Lehrstellenmangels sollte man evtl. versuchen günstigere Lehrstellen aufzutreiben. So geht die Nummer komplett gegen den Baum. Der oben genannte Rhythmus ist nicht nur Leistunghinderlich sondern gesundheitsgefährdend. Unverantwortlich.
6 | Odin | 04.06.2008 @ 15:38
@4 Grundgedanke richtig, aber kein Stück weiter. Der Junior wurde in WSW ausgebildet. Bekommt aber keine Lehrstelle bzw. Gehalt für das es lohnt Strapazen auf sich zu nehmen und geht dahin wo er sie bekommt. Der Schnitt ins Vereinsfleisch tut erst nicht weh, später entzündet sich die Wunde und der Arm fault ab. Der Nachwuchsspieler der sich nur auf Hockey verlässt ist entweder ballaballa oder naiv.
7 | Rocco Roletti | 04.06.2008 @ 16:29
Wer andeeren eine Gräbe grubt sich selber in die Hose pubt. Viel Glück in der Zukunft Wimmi und Marco.
8 | Mannix | 04.06.2008 @ 16:36
sehr guter artikel...besonders r.h. kommt nicht besonders gut weg :o) entscheiden wirklich die LF wer bei vattenfall nen job bekommt oder haben da doch ganz andere leute entscheidungsgewalt??? auf jeden fall weiß jetzt jeder wie es hinter den kulissen zugeht und wie das alles nach außen getragen wird....
9 | 3liter | 04.06.2008 @ 17:00
Guter Artikel, für mich liegt die Sache klar auf der Hand. Die beiden haben nciht die Leistung - warum,das wissen wir ja - erbracht, die erwartet wurde (incl. sportliche Weiterentwicklung) , entsprechend wurde ein für die beiden schlechteres Angebot vorgelegt. Davon fühlen sie sich beleidigt und bleiben Terminen fern. Wer weiß ob bzw. was noch hinter den Kulissen gelaufen ist. Wenn man beleidigt ist, neigt man dazu, Dinge zu tun, die man sonst anders regeln würde.
10 | 3liter | 04.06.2008 @ 17:04
Aber ich will hier mal keinem was unterstellen. Unter dem Strich muss man sich entscheiden, ob man Eishockeyprofi sein will oder eine "normalen" Arbeit nachgehen will. Beides zusammen geht einfach nicht in dieser Spielklasse. Mal ganz davon abgesehen gibt es viele, die mit dem Eishockey aufgehört haben, um einer geregelten Arbeit nachzugehen. Ich kann daran auch nichts schlimmes finden. Wer das eine will, muss das andere mögen.
11 | fanta | 04.06.2008 @ 17:29
@9-10 sehr schön und sachlich geschrieben!
12 | thingslikehockey | 04.06.2008 @ 19:10
@5: kann ich nicht nachvollziehen, ob es woanders auf diesem Niveau mehr Geld gibt.
13 | thingslikehockey | 04.06.2008 @ 19:11
Wie hat's denn Ede gemacht z.B. als Gebäudereiniger? Sicherlich auch kein Job mit Topverdiensten..
14 | fanmutti | 04.06.2008 @ 19:14
...übrig bleibt nach diesem klatsch durch die presse die art und weise wie unser verein sich darstellt.schon peinlich. so viel wind gab es nicht als uns zum beispiel ein r.b. in den allerwertesten getreten hat.die jungen haben sicher fehler gemacht-ohne frage-aber muss man dies so auswerten in der presse??
15 | Odin | 04.06.2008 @ 19:15
Wenn ich Nachwuchs halten oder holen will, muss ich ihm auch ne Perspektive geben. Sonst wird es mit dem deutschen Nachwuchs bald ganz dünn.
16 | Maik+Eve | 04.06.2008 @ 19:31
zu 14+15)Absolute Zustimmung.kann darüber einfach nur lachen,was der EHC hier macht.
17 | Paul (ESW) | 04.06.2008 @ 19:36
@14 - Bist Du Dir sicher, daß diese Geschichte nicht auch ohne diese PM in die Presse gelangt wäre? Ich habe den Eindruck, daß einige ziemlich froh waren, diese Story nicht selber der Presse zutragen zu müssen. Meine Meinung. Kann mich auch täuschen.
18 | Paul (ESW) | 04.06.2008 @ 20:07
@15 - Das ist richtig. Nur solltest Du schreiben: "Wenn ich Nachwuchs mit Perspektive halten oder holen will....".
19 | rene72 | 04.06.2008 @ 20:37
der Punkt ist, dass sie beide selbst keine langfristige Perpektive im Eishockey gesehen haben und sich nicht sicher waren, dass sie lange davon leben können.
20 | alridge1 | 04.06.2008 @ 20:37
Wenn es ein wenig Spannungen bei den Füchsen gibt, dann schreibt die Sächssche Zeitung gerne über unsere Dynamos. Sie werden gleich ihren flotten Reporter im Stile der BILD Zeitung angerufen und zu Noack und Wimmer geschickt haben. Auf das Blatt gebe ich seit den PD 2007 sowieso nix mehr!
21 | eishockey | 04.06.2008 @ 20:45
ist doch klar das man nicht die Wahrheit wahr haben will da kauft man sich lieber die LR die eh immer alles ins liebe und gute zieht
22 | Erwin | 04.06.2008 @ 21:08
So, nu sind sie weg und gut. Wenig Geld für wenig sportliche Leistung (warum auch immer), das wollten sie nicht, nu können sie sich ganz auf ihre Schichten konzentrieren...
23 | Axel | 04.06.2008 @ 22:13
@all jetzt geht das schon wieder los! SZ & LR sind doch "nur" Wirtschaftsunternehmen PUNKT. Geht auf das Fanforum der Möwen, und Ihr seht der "Frank Thümmler" schreibt die ganze Zeit über die Icehedgehog. Also nur Futter gegen die Füchse. Lasst die beiden jetzt in Ruhe, ich glaube sie haben sich bei Ihrem Potenzial für Amateureishockey entschieden und dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg. @Supervisor macht bitte schnell wieder zu!
24 | eishockey | 04.06.2008 @ 22:35
komisch immer wenn hier etwas gegen den Verein gesagt wird was auch noch war ist wird immer alles schnell geschlossen .
25 | Axel | 04.06.2008 @ 23:02
@24 war nur nen Vorschlag! Es hat nichts mit berechtigter Kritik gegen den Verein oder gegen "..." man kann sich ganz schnell verhaspeln und man schreibt was, dass man eigentlich nicht schreiben will. Du weißt bestimmt was ich meine, Man kann sich verbal "versprechen" aber jedes geschriebenen Wort steht da und es wird schwer es zu revidieren. So ist das deutsche Recht. Also lieber reden als schreiben. Nur so ein Vorschlag.
26 | Axel | 04.06.2008 @ 23:03
Ich will Dich nur schützen, weil man sich eben schnell provozieren lassen kann. Gruß und viel glück in der Zukunft!
27 | Fuchstino | 05.06.2008 @ 08:49
Das Problem gibt es doch nicht nur in der 2liga im Eishockey selbst in der 1 Frauen Bundesliga im Volleyball.Meine schwester hatt auch jeden Tag training und neben bei macht sie noch eine Ausbildung mit schichten und spielt in der kommenden saison noch international nur sie vertritt die einstellung wer Profi werden will muß was dafür tun und auch für danach so ein geheule schlimm
28 | pasloe | 05.06.2008 @ 11:05
noch ist nicht aller tage abend. ich denke das wir mindestens einen von beiden in der neuen saison sehen. schau ma mal :-) ciao
29 | muc_fuchs | 05.06.2008 @ 11:38
ich hallte das für ein Grundsatzproblem vom Verein. Wie kann ein Herr Hantschke überhaupt in seine jetzige Position gehoben werden ? Vom Versicherungsverkäufer ins Management, da fehlt manchmal schon das taktgefühl. Den Beiden auf alle Fälle viel Glück. Und vieleicht sieht mann sie ja wieder. So alt sind Sie ja noch nicht :-)
30 | Baby | 05.06.2008 @ 15:47
@29: Erhälst meinen vollen Zuspruch. Endlich mal jemand der die Dramatik erkannt hat... Aber es wird sich leider dort oben nichts ändern...
31 | Schwarze Maske | 05.06.2008 @ 16:30
@29+30 Was für eine Ausbildung braucht man denn, um Manager eines Eishockey-Zweitligavereins zu sein? R. H. hat Eurer Meinung wohl den Fehler gemacht Profieishockeyspieler zu werden und nicht 20 Jahre studiert um Füchsemanager zu sein?
32 | Paul (ESW) | 05.06.2008 @ 17:37
@30 - Was macht denn der Herr Hantschke so dramatisch verkehrt? Ich gehöre wohl zu denen, die die Dramatik noch nicht erkannt haben.
33 | petl01 | 05.06.2008 @ 17:48
@19,23:volle Zustimmung.Auf BEIDEN Seiten wurden Fehler gemacht.Daniel und Marco hätten gleich sagen können,daß sie nicht mehr die Strapatzen in der 2,BL haben wollen neben Beruf was ich auch verständlich finde.Dazu fehlte auch die Leistung dafür.Und der Verein hätte nur die Info geben können,daß im beiderseitigem Einvernehmen kein Vertrag für 2.BL zustande gekommen ist und hätte den Beiden eine FöLi anbieten können.Und aus.
34 | Hoywoyfux | 06.06.2008 @ 09:59
Was "Behind the doors" gelaufen ist, weiß von uns wohl keiner so richtig. Ich habe Verständnis für beide Seiten. 2 junge Menschen, die sich aus einem sicheren Unternehmen heraus eine sichere Zukunft aufbauen wollen und ein Management, das eine hunrige und voll konzentrierte Mannschaft braucht. Die beiden haben sich gegen den Zirkus und den Jubel entschieden, weil das Risiko offenbar zu groß war. Steve Hannusch geht einen anderen Weg (hat auch mehr Talent); Respekt, mein "Kleener".
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