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Der neue Fuchsbau
 
Schlechte Karten für Eishallen-Neubau
28.06.2008 | 11:47 Uhr von
Großprojekt könnte Weißwassers Efre-Antrag gefährden / Volkshaus mit besseren Chancen
Deutlich ernüchtert, was die Hoffnungen auf einen Neubau der Eissporthalle in Weißwasser betrifft, sind Oberbürgermeister Hartwig Rauh (parteilos) und der städtische Fachbereichsleiter Bauwesen Thomas Böse am Montag aus Dresden zurückgekehrt. Zunächst im Wirtschafts- und Bauausschuss, dann im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung berichteten sie, was ihnen in einem unverbindlichen Gespräch im Regierungspräsidium zur Frage einer möglichen Förderung des Eishallen-Projektes vermittelt worden war: Die Chancen dafür, dass die benötigten mindestens neun Millionen Euro aus dem Europäische Fonds für regionale Entwicklung (Efre) für den Neubau bewilligt werden, stehen schlecht.
Dennoch hört man aus Hartwig Rauhs Stimme auch eine gewisse Erleichterung heraus. Erleichterung darüber, dass es sich als richtig erwiesen hat, das Gespräch mit dem Regierungspräsidium zu suchen, noch bevor die Ausschreibung für die neu angelaufende Efre-Förderperiode raus ist. Diese wird erst im Juli erwartet. «Wir wollten einfach wissen, wie viel Geld denn überhaupt zur Verfügung stehen würde und welche Chancen unser Gesamtpaket dabei hat, das immerhin Investitionen in Höhe von 22 Millionen Euro umfasst» , erklärt Rauh. «Wir waren nicht sicher, ob unsere Verfahrensweise mit diesem Paket die richtige ist.»
Für ganz Sachsen stellt das Efre-Programm bis 2013 voraussichtlich 110 Millionen Euro für investive und weitere 50 Millionen Euro für Brachenentwicklung zur Verfügung. Weißwasser würde mit seinem Maßnahmenpaket, welches es zur Beantragung vorbereitet hat, abzüglich des Eigenanteils der Stadt, immerhin noch etwa 16,7 Millionen davon beanspruchen, also etwa 16 Prozent vom gesamten Fördertopf. Dass das sehr hoch gepokert wäre, räumt auch Hartwig Rauh ein. Wenigstens aber, meint er, müsse ein solcher Antrag sehr gut begründet sein. Und gerade das scheint beim Eishallen-Projekt schwierig zu werden.
«Der Schwerpunkt der Efre-Förderung soll diesmal auf Stadtgebietsbereichen liegen, die zwischen 1870 und 1947 entstanden sind» , erklärt Hartwig Rauh. «Darunter fällt die Eishalle an ihrem Standort in Weißwasser-Süd schon mal nicht.» Zwar könne man überlegen, ob sich ein Eishallen-Neubau nicht im Altstadtbereich, zum Beispiel auf dem Gelände der früheren Schnitter-Brauerei, errichten ließe, aber auch dann fehle noch ein wesentliches Kriterium, das in den zu erwartenden Efre-Förderrichtlinien mit ziemlicher Sicherheit auftauchen wird. Bei der Mittelbewilligung werde es eine Rolle spielen, ob eine beantragte Maßnahme im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel in der Stadt steht und unter diesem Aspekt für sie hilfreich ist.
Auf die Umgestaltung des Bahnhofes zu einem Dienstleistungs- und Tourismus-Informations- Zentrum träfe dies sicher zu. Auch das Volkshaus, das zu einem Zentrum von Jugendarbeit und Jugendberatungsstellen werden soll, passe ganz unstrittig in diesen Rahmen und habe gute Chancen auf eine Förderung. «Im Regierungspräsidium könnte man sich sogar vorstellen, dass die Dreifach-Halle neben der Bruno-Bürgel-Schule über Efre förderfähig wäre, weil sie immerhin an das alte Stadtgebiet angrenzt» , sagt Rauh. «Der Bau dieser Halle ist auch durch den demografischen Wandel schlüssig zu begründen, denn die Stadt Weißwasser konzentriert hier ihren Mittelschul standort.»
Was aber die Eissporthalle betreffe, so habe man den Weißwasseranern in Dresden dringend empfohlen, diese Maßnahme aus dem Antrag herauszunehmen, weil sie letztlich sogar die Förderung für die übrigen Maßnahmen gefährden könne. «Man hat uns darauf hingewiesen, dass unser Antrag als Gesamtpaket betrachtet wird und schlüssig sein muss» , erklärt Rauh. «Das hat uns kalt erwischt. Wir haben uns sehr auf die Efre-Mittel für die Eissporthalle verlassen.»
Nun müsste die Stadt den Antrag, den sie längst vorbereitet in der Schublade hatte, noch einmal umarbeiten, damit er bei der Förder-Behörde eine Chance hat. «Wir wissen, dass es Mitte Juli eine Infoveranstaltung des Ministeriums zur Efre-Förderung geben wird» , sagt Rauh. «Die werden wir noch abwarten und dann entscheiden, was zu tun ist. Bis Mitte September haben wir Zeit, Anträge einzureichen.»
Es wäre allerdings auch verfrüht zu behaupten, dass mit der ersten Aussage des Regierungspräsidiums, die Eissporthalle könne vermutlich nicht durch Efre-Mittel gefördert werden, alle Pläne für einen Hallen-Neubau gestoppt oder gar vom Tisch seien, betont der Oberbürgermeister. «Das entscheidet der Stadtrat» , sagt Rauh. Und der habe sich in seiner jüngsten Sitzung erst einmal darauf geeinigt, den Kostenaufwand für eine Sanierung der alten Eissporthalle, aber auch eines Neubaus erneut untersuchen zu lassen. Fünf Planungsbüros, die demnächst von der Stadtverwaltung damit beauftragt werden, hatten sich angeboten, gemeinsam diese Kostenuntersuchung vorzunehmen: das Büro Meyer, welches schwerpunktmäßig das Tragwerk der Eishalle untersuchen wird, das Büro Lehmann mit dem Schwerpunkt Heizung, Lüftung und Sanitär, das Büro Simson mit Blick auf die Elektrik sowie das Planungsbüro Gudrun Stein und die Planungsgruppe Petrick.
Nachdem der Architekt Ralf-Rüdiger Sommer die Sanierungskosten erst mit vier Millionen Euro angegeben hatte, dann, als sich herausstellte, dass das die Nettobausumme war, mit sechs Millionen; und nachdem er beim Variantenvergleich für den Neubau zwischen 17 und 13 Millionen veranschlagt hatte und schließlich wieder auf neun Millionen Euro zurückgerudert war, sei einfach ein Zeitpunkt gekommen, an dem die Stadträte eine zweite Meinung einholen wollten, erklärt Rauh.
Das Ergebnis der neuen Untersuchung ist offen. «Es kann auch sein, dass sich dabei herausstellt, ein Neubau wäre die kostengünstigere Alternative zu einer Sanierung» , gibt Rauh zu bedenken. «Dann müssen wir uns, wenn wir mit Efre nicht weiterkommen, nach anderen Finanzierungen umschauen»

Von Thoralf Schirmer

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 28. Juni. 2008
2165 mal gelesen
 
1 | HeavensDJ | 28.06.2008 @ 16:45
herrlich.. aber ganz ehrlich, die Regeln die so eine förderung vorraus setzt weiß man doch vorher bevor man sich um mittel in 2 stelligen millionen höhe bemüht. gibt es eine möglichkeit aus dem projekt eine eishalle mit kulturellem flair zu errichten? was wäre wenn die halle nun doch "vattenfall - Arena" Heißen würde? mein gott.. wir sind doch nicht die ersten die solche Probleme haben.. irgendwo passt da nen gewinde nich zu der weit größeren schraube... alles sehr löchrig für was "geplantes"
2 | Zwiebl | 28.06.2008 @ 18:05
War doch aber auch klar, oder!? In Weißwasser wird es nie ne neue Halle geben. Irgendwas ist immer, damit es nicht paßt.
3 | mko | 28.06.2008 @ 18:37
ich mag den rauh nicht
4 | fuchs-fan | 28.06.2008 @ 19:54
Zum Thema Vattenfall: Vielleicht will Weißwasser nicht zu einer Werks-Mannschaft umfungiert werden ;) Es reicht schon zu das fast die gesamte DEL nur durch Kommerz existiert. Ich wäre auch für ne Sanierung , hauptsache wir bekommen ne Lizenz und gehen nicht unter wie Essen! Schlimm genug das der Sport durch das scheiß geld so dermaßen zerstört wird!
5 | ESW-FAN-HH | 28.06.2008 @ 22:28
Kommerz hin oder her, Vattenfall würde es sehr zu gute kommen wenn man sich mehr als bisher engagiert, das Image könnte etwas Glanz vertragen, nachden Skandalen mit den Atommeilern bei uns im Norden!
6 | fuchs-fan | 29.06.2008 @ 00:22
Hamburg Freezers haben Vattenfall doch als Hauptsponsor oder!?Was hat der Sport mit dem Atom zu tun!? Sicherlich lebt die Region davon aber man muss auch Grenzen setzen und den Sport nicht davon profitieren lassen! Ich will die Füchse sehen und nicht Vattenfall ;)
7 | DavidH. | 29.06.2008 @ 01:49
um es hier mal ganz klar zu sagen. Vattenfall hat keinerlei Interesse in unserer Region als Großsponsor für Hallen ,Vereine etc. aufzutreten. Für die ist das hier nur ein sozialer Beitrag als Ausgleich für ihre Art der Energiegewinnung.
8 | accomander | 29.06.2008 @ 12:10
Ja leider stimmt das so.Die Stadt müßte mal das Herz in die Hand nehmen und richtig loslegen. Vattenfall mal irgend wie die Pistole auf die Brust legen.Aber wer legt sich schon mit einem Großkonzern an.Man müßte mal EON oder EnBw fragen, dann würde Vattenfall mal die Augen auf gehen.So und jetzt alle Heute Abend Deutschland nach vorne brüllen.
9 | rene72 | 29.06.2008 @ 21:30
die müssen nicht vattenfall die Pistole auf die Brust setzen, sondern ihre Hausaufgaben machen´. Die Förderrichtlinien für diesen Topf sind schon lange bekannt, nämlich seit dem er eröffnet wurde.
10 | timmi | 30.06.2008 @ 02:33
die förderrichtlinien sind neu und erst kürzlich erschienen. die ausschreibeungen für den topf starten ja auch erst im juli. und ganz ehrlich, warum soll mans nicht versuchen die efre mittel für die halle zu verwenden, es hätte ja durchaus klappen können. besser nachfragen, als chancen ungenutzt verstreichen zu lassen
11 | 3liter | 30.06.2008 @ 08:40
Was hier manche so für Vorstellungen haben. Vonwegen Pistole auf die Brust setzen ... Vattenfall ist Sponsor und zwar in nicht geringem Maße. Darüber sollten wir froh sein. Warum Vattenfall sponsort, dürfte ja wohl auch jedem klar sein. Wie David H. schon sagt .... man kann es als sozialen Beitrag sehen, wirtschaftlich macht der Auftritt als Großsponsor hier sicher keinen Sinn ...
12 | SEFI | 30.06.2008 @ 09:30
So ist es. Die müssen hier keinen Strom verkaufen wie in Hamburg oder Berlin. Hier werden nur die Löcher in die Landschaft gegraben.
13 | Maddel | 30.06.2008 @ 20:19
Ich mag unsere alte Halle!! Basta! Dieses Gefasel über Hallenneubau geht mir sowieso auf den Kranz! Jedes Jahr das Gleiche!
14 | Thorben | 30.06.2008 @ 22:01
@13: Richtig, ich mag sie auch. Muß nur halt nach und nach saniert werden! Basta und Ende! Alles andere sind eh nur Wunschdenken, wie ich schon immer schrieb!
15 | Renegade | 30.06.2008 @ 22:38
Ist nur die Frage, ob dieses "Rumdoktorn" nicht am Ende teurer kommt als was Neues !
16 | Alter Schwede | 01.07.2008 @ 10:04
@13/14: Jeder darf ja seinen Ärger irgendwie verarbeiten ... ob nun schön saufen oder schön reden ... ABER: Die alte Halle kostet mehr Geld und kostet, mangels Komfort und Platzsicherheit definitiv einen dreistelligen Zuschauerzuspruch!
17 | Thorben | 01.07.2008 @ 20:14
@16: das hat nix mit schön reden zu tun. Fakt ist doch, daß sich WSW und jeder drumherum, sich keine neue Halle leisten kann (das sollten sich Andere nicht schön reden oder saufen). Von daher sehe ich nur die Möglichkeit, das vorhandene zu sanieren und langfrißtig Kosten damit zu senken, auch wenn dies in der Summe teurer ist! Und als Nebeneffekt: Mir gefällt unsere Halle vom Grunde her, wobei ich mit schweren Herzen noch an unsere Katakombe denke!
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