Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Die richtige Einstellung auf der Rasierklinge
08.08.2008 | 08:24 Uhr von
Weißwasseraner Profis schwitzen zwischen den Hürden und im Kraftraum
Die Saisonvorbereitung ist kein Erholungsurlaub: Das bekommen derzeit auch die Zweitliga-Profis der Lausitzer Füchse zu spüren. Bis zu vier Übungseinheiten pro Tag hat Trainer Thomas Popiesch seit Montag in Weißwasser angesetzt. Sein Motto: «Ein guter Eishockey-Spieler wird im Sommer gemacht.» Die Gegenspieler sind diesmal aus Holz und auch nur hüfthoch. Dennoch bringen die in Schwarz und Weiß gekleideten Kerle die Füchse schon frühmorgens kräftig ins Schwitzen. Immer und immer wieder treibt Trainer Thomas Popiesch seine Spieler über die Hürden. «Ihr müsst höher springen! Ich kann auch Rasierklingen auf die Hürden legen» , flachst er zwischendurch als kleine Aufmunterung. Auch der neue Torhüter Ryan McDonald kommt mächtig ins Schwitzen. «Attitude ist everything (Einstellung ist alles)» , hat der kleine Kanadier auf seinem mittlerweile klatschnassen Shirt zu stehen. Ein Spruch, der irgendwie auch Programm ist. Denn jetzt in der Saisonvorbereitung geht es längst nicht nur um die Fähigkeiten auf dem Eis. Die Spieler müssen sich durch die verschiedensten Übungseinheiten beißen. Los geht es jeden Tag nach dem gemeinsamen Frühstück im Eisstadion mit dem Athletik-Training auf dem Sportplatz neben der Halle. Pünktlich um 9 Uhr starten die Spieler das erste Mal durch den Hürdenwald oder auf der Laufbahn. Mit dabei ist auch der Großteil der 17 Neuzugänge. Lediglich der in der Vorwoche verpflichtete Kanadier Kenny Roche wird erst Mitte des Monats nach Weißwasser kommen. Marvin Tepper und Alexander Engel sind ins Trainingslager des Erstligisten Frankfurt Lions gereist, um sich für eine Förderlizenz zu empfehlen.
Nach dem Schwitzen im Freien geht es in den Kraftraum. Er ist sehr zweckmäßig eingerichtet. Man könnte auch sagen: ziemlich eng für 18 Spieler. Deshalb fordert Popiesch einen geordneten Ablauf zwischen den Gewichten. «Schulter geht zum Bankdrücken» , lautet seine knappe, aber präzise Aufforderung zum Stationswechsel nach jeweils drei Serien pro Gerät. In der kurzen Verschnaufpause nach dem Krafttraining tauschen die Spieler ihre verschwitzte Kleidung gegen die dicke Eishockey-Montur. Mittags und am Abend wird auf dem Eis geübt.
Wer im Sommer gut gearbeitet hat, ist bei diesem harten Vorbereitungs programm klar im Vorteil. Während die Fußball spielenden Berufskollegen rund sechs Wochen frei hatten, dauert die Sommerpause im Eishockey von April bis Ende Juli. Eine lange Zeit, die viel Selbstdisziplin erfordert, um sich fit zu halten. «Ein guter Eishockey-Spieler wird zwar im Sommer gemacht, aber nicht erst jetzt im August. Die Grundlagen muss jeder Spieler zu Hause legen» , betont Popiesch.
Neuzugang Ervin Masek beispielsweise sieht trotz seiner 40 Jahre rank und schlank aus. Sein persönliches Fitnessprogramm beginnt jedes Jahr am 1. Mai. Acht Einheiten pro Woche: Kraftraum, Läufe, Fahrradfahren, Tennis und Squash. Die Mitspieler im Fuchsbau nennen ihn «Opa» . Das ist keineswegs abfällig gemeint, sondern als Respektsbekundung, weil Masek so locker über die Hürden springt, als wäre er sein eigener Sohn.
Popiesch ist mit dem Fitnesszustand der meisten Spieler zufrieden. Nachholbedarf? «Wir können nicht erwarten, dass nach vier Monaten Pause alle Spieler hier erscheinen und das gleiche Level haben» , lautet sein diplomatischer Kommentar. Zeit, um den Rückstand aufzuholen, ist genug bis zum Saisonstart am 12. September. Deshalb wird auch heute wieder geschwitzt. Egal, ob mit oder ohne Rasierklinge.
(VON FRANK NOACK)

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 08. August. 2008
1338 mal gelesen
 
1 | bleaky | 08.08.2008 @ 12:28
Achso...schat mal her.. Der alte "Opa" und immer noch gut drauf mit der Fitness.
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