Der junge Füchse-Torhüter Ryan MacDonald gerät frühzeitig unter Druck, doch die Verantwortlichen glauben an sein Potenzial
Die beiden Pokal-Niederlagen gegen Hamburg (0:5) und Wolfsburg (1:8) haben nicht nur für Ernüchterung bei den Füchsen gesorgt, sondern dem Eishockey-Zweitligisten auch eine Torwart-Diskussion beschert. Die brisante Frage: Hält der junge Keeper Ryan MacDonald dem großen Druck stand? Zuletzt fiel der Kanadier vor allem durch extreme Leistungsschwankungen auf. Als der sichtlich entnervte Ryan MacDonald im letzten Drittel gegen Wolfsburg sein Tor verließ und der Weißwasseraner Ersatzbank entgegenstrebte, hatte Füchse-Trainer Thomas Popiesch eine ganz schwierige Entscheidung zu treffen. Seine Mannschaft lag hoffnungslos im Rückstand und fast jeder Schuss des Gegners war in dieser Phase ein Treffer. Kurzum: Torhüter MacDonald hatte die Nase voll und flehte förmlich um seine Auswechslung. „Sportpsychologe eins würde mir wahrscheinlich raten: Nimm ihn raus, er muss geschützt werden. Sportpsychologe zwei würde dagegen sagen: Lass ihn drin, da muss er durch“, beschrieb Popiesch später den Zwiespalt, in dem er steckte.
Machtwort von Popiesch
Er hörte auf den Rat von Psychologe Nummer zwei. MacDonald musste bis zum bitteren Ende durchspielen. Po pieschs Begründung für sein Machtwort: «Ein Mittelstürmer kann auch nicht kommen und sagen, er möchte ausgewechselt werden.»
Nun ist dieser Vergleich zwar grundsätzlich richtig, ein wenig hinkt er dennoch. Denn so wichtig ein Mittelstürmer auch sein mag – der Torwart gilt als die sensibelste Position im Eishockey. Ohne einen entsprechenden Rückhalt tut sich jedes Team der Welt extrem schwer. Deshalb wissen die Füchse-Verantwortlichen ganz genau, dass sie zwei Wochen vor dem Saisonstart in die 2. Bundesliga eine Torwart-Diskussion eigentlich nicht gebrauchen können. Manager Ralf Hantschke mühte sich jedenfalls, den schwachen Auftritt von MacDonald zu relativieren. «Vor zwei Wochen gegen Liberec hat er eine super Leistung abgeliefert. Anschließend haben uns die Leute zu dieser Neuverpflichtung gratuliert und gefragt: Warum hält ein solcher Mann in der 2. Liga?»
So mancher Fan im Fuchsbau, der seine Finger bereits zu einem ersten, wenn auch zaghaften Pfeifkonzert an die Lippen geführt hatte, dürfte sich diese Frage am zurückliegenden Wochenende erneut gestellt haben – allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang. Auch Manager Hantschke waren diese Unmutsäußerungen nicht entgangen. Fast schon symbolisch baute der Ex-Profi seine lichte Höhe von 1,86 Meter am Sonntag vor der Füchse-Kabine auf und errichte nach den insgesamt 13 Gegentoren in den beiden DEB-Pokalspielen einen verbalen Schutzwall um Ryan MacDonald. «Eine verlässlich Bewertung ist erst dann möglich, wenn auch die Abwehr funktioniert» , betonte Hantschke. Wer genau hinschaute, konnte dennoch die eine oder andere Sorgenfalte auf seiner Stirn entdecken.
Die ohnehin sensible Torhüter-Position gilt in dieser Saison bei den Füchsen als besonders sensibel. Nach drei Jahren mit dem erfahrenen Nolan McDonald im Kasten setzt der Zweitligist nun auf dessen 23-jährigen Landsmann und Fast-Namensvetter Ryan MacDonald. Da auch Ersatzmann Christian Wendler erst 18 Jahre ist, bilden beide das jüngste Duo im deutschen Profi-Eishockey.
«Kalkuliertes Risiko»
Beobachter der Szenerie im Fuchsbau sprechen von einem «kalkulierten Risiko» . Kalkuliert deshalb, weil die Youngster-Lösung deutlich preiswerter ist als im vergangenen Jahr. Und ein Risiko, weil MacDonald hierzulande als unbeschriebenes Blatt gilt. Allerdings ist der Vorschusslorbeer, den er von den Newcastle Vipers aus der 1. englischen Liga mitbrachte, durchaus beachtlich. In allen relevanten Statistiken gehörte der Kanadier zu den fünf besten Torhütern. In den 65 Saisonspielen hielt er auf konstant hohem Niveau. Zudem haben die Weißwasseraner Verantwortlichen umfangreiche Experten-Einschätzungen zu Rate gezogen, um sich ein besseres Bild machen zu können. Und diese Experten haben MacDonald jede Menge Potenzial bescheinigt.
Man darf also gespannt sein. Das Vertrauen der Verantwortlichen in die Fähigkeiten des neuen Keepers ist jedenfalls groß. Allerdings auch die Erwartungshaltung. «Welcher Spieler hat das Zeug zum Top-Star der Liga?» , fragte die Fachzeitschrift «Eishockey-News» vor kurzem sämtliche Zweitliga-Trainer. Die Antwort von Thomas Popiesch lautete: Ryan MacDonald. (von Frank Noack)
ichdenke, daß Ryan auf jedenfall ein richtig guter Keeper ist =)
2 | Brian | 02.09.2008 @ 10:20
Es kamen schon viele sehr gute Torhüter nach WSW und wurden und wurden zusammen geschossen . Franke, Wiberg (der musste dann sogar gehen) u.s.w..
3 | Jeerk_Bollink | 02.09.2008 @ 10:20
Ach, Shit Happens. Blabla hier, blabla da. Am 12.9. gehts los
4 | dynamo | 02.09.2008 @ 10:43
@3: Wolln wir hoffen, daß es dann besser wird!!!
5 | 3liter | 02.09.2008 @ 11:23
So richtig eins in die Fresse bekommen ist auch mal gut. Da sieht man die Fehler und Schwachstellen und kann an diesen gezielt arbeiten und ggf. abstellen. Teilweise waren die Spiele den Berichten zufolge besser als das Ergebnis zeigt, Aber eins ist klar: Eine höherklassige Mannschaft nutzt Fehler des Gegners nicht nur besser aus, sondern ist auch besser in der Lage, den Gegner überhaupt ersteinnmal zu diesen Fehlern zu zwingen.
6 | martenn | 02.09.2008 @ 12:41
ich denke das es bei ryan eher eine kopfsache ist, wer im training beobachtet, sieht das er potential hat... warten wir bis zum saisonstart ab und hoffen wir das ryan sich fängt
7 | Polly | 02.09.2008 @ 17:45
lieber raus aus dem Pokal mit lerneffekt, als in der Liga nur wieder rumeiern... und wer jetzt schon pfeift is wohl selbst ne pfeife, grad jetzt wo das team zusammenfinden muss, sollte man nicht glei wieder rum maulen...
8 | 3liter | 02.09.2008 @ 23:52
@7 Warum denn nicht meckern? Das ist supereinfach und man kann dabei nichtmal was velieren. Wenns dann doch besser läuft, dann hat man ja auch gewonnen. Falls nicht, dann hat man wenigstens noch Recht gehabt und kann dann behaupten: "Ich habs ja von Anfang an gesagt ... "
9 | willithefish | 04.09.2008 @ 12:43
@3/7 ich bin euer meinung ! alle die jetzt meckern über ryan sind die ersten die ihn dann feiern werden !!!!
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Die beiden Pokal-Niederlagen gegen Hamburg (0:5) und Wolfsburg (1:8) haben nicht nur für Ernüchterung bei den Füchsen gesorgt, sondern dem Eishockey-Zweitligisten auch eine Torwart-Diskussion beschert. Die brisante Frage: Hält der junge Keeper Ryan MacDonald dem großen Druck stand? Zuletzt fiel der Kanadier vor allem durch extreme Leistungsschwankungen auf. Als der sichtlich entnervte Ryan MacDonald im letzten Drittel gegen Wolfsburg sein Tor verließ und der Weißwasseraner Ersatzbank entgegenstrebte, hatte Füchse-Trainer Thomas Popiesch eine ganz schwierige Entscheidung zu treffen. Seine Mannschaft lag hoffnungslos im Rückstand und fast jeder Schuss des Gegners war in dieser Phase ein Treffer. Kurzum: Torhüter MacDonald hatte die Nase voll und flehte förmlich um seine Auswechslung. „Sportpsychologe eins würde mir wahrscheinlich raten: Nimm ihn raus, er muss geschützt werden. Sportpsychologe zwei würde dagegen sagen: Lass ihn drin, da muss er durch“, beschrieb Popiesch später den Zwiespalt, in dem er steckte.
Machtwort von Popiesch
Er hörte auf den Rat von Psychologe Nummer zwei. MacDonald musste bis zum bitteren Ende durchspielen. Po pieschs Begründung für sein Machtwort: «Ein Mittelstürmer kann auch nicht kommen und sagen, er möchte ausgewechselt werden.»
Nun ist dieser Vergleich zwar grundsätzlich richtig, ein wenig hinkt er dennoch. Denn so wichtig ein Mittelstürmer auch sein mag – der Torwart gilt als die sensibelste Position im Eishockey. Ohne einen entsprechenden Rückhalt tut sich jedes Team der Welt extrem schwer. Deshalb wissen die Füchse-Verantwortlichen ganz genau, dass sie zwei Wochen vor dem Saisonstart in die 2. Bundesliga eine Torwart-Diskussion eigentlich nicht gebrauchen können. Manager Ralf Hantschke mühte sich jedenfalls, den schwachen Auftritt von MacDonald zu relativieren. «Vor zwei Wochen gegen Liberec hat er eine super Leistung abgeliefert. Anschließend haben uns die Leute zu dieser Neuverpflichtung gratuliert und gefragt: Warum hält ein solcher Mann in der 2. Liga?»
So mancher Fan im Fuchsbau, der seine Finger bereits zu einem ersten, wenn auch zaghaften Pfeifkonzert an die Lippen geführt hatte, dürfte sich diese Frage am zurückliegenden Wochenende erneut gestellt haben – allerdings in einem ganz anderen Zusammenhang. Auch Manager Hantschke waren diese Unmutsäußerungen nicht entgangen. Fast schon symbolisch baute der Ex-Profi seine lichte Höhe von 1,86 Meter am Sonntag vor der Füchse-Kabine auf und errichte nach den insgesamt 13 Gegentoren in den beiden DEB-Pokalspielen einen verbalen Schutzwall um Ryan MacDonald. «Eine verlässlich Bewertung ist erst dann möglich, wenn auch die Abwehr funktioniert» , betonte Hantschke. Wer genau hinschaute, konnte dennoch die eine oder andere Sorgenfalte auf seiner Stirn entdecken.
Die ohnehin sensible Torhüter-Position gilt in dieser Saison bei den Füchsen als besonders sensibel. Nach drei Jahren mit dem erfahrenen Nolan McDonald im Kasten setzt der Zweitligist nun auf dessen 23-jährigen Landsmann und Fast-Namensvetter Ryan MacDonald. Da auch Ersatzmann Christian Wendler erst 18 Jahre ist, bilden beide das jüngste Duo im deutschen Profi-Eishockey.
«Kalkuliertes Risiko»
Beobachter der Szenerie im Fuchsbau sprechen von einem «kalkulierten Risiko» . Kalkuliert deshalb, weil die Youngster-Lösung deutlich preiswerter ist als im vergangenen Jahr. Und ein Risiko, weil MacDonald hierzulande als unbeschriebenes Blatt gilt. Allerdings ist der Vorschusslorbeer, den er von den Newcastle Vipers aus der 1. englischen Liga mitbrachte, durchaus beachtlich. In allen relevanten Statistiken gehörte der Kanadier zu den fünf besten Torhütern. In den 65 Saisonspielen hielt er auf konstant hohem Niveau. Zudem haben die Weißwasseraner Verantwortlichen umfangreiche Experten-Einschätzungen zu Rate gezogen, um sich ein besseres Bild machen zu können. Und diese Experten haben MacDonald jede Menge Potenzial bescheinigt.
Man darf also gespannt sein. Das Vertrauen der Verantwortlichen in die Fähigkeiten des neuen Keepers ist jedenfalls groß. Allerdings auch die Erwartungshaltung. «Welcher Spieler hat das Zeug zum Top-Star der Liga?» , fragte die Fachzeitschrift «Eishockey-News» vor kurzem sämtliche Zweitliga-Trainer. Die Antwort von Thomas Popiesch lautete: Ryan MacDonald.
(von Frank Noack)
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 02. September. 2008