Füchse-Profi will trotz seiner Verletzung weiter ohne Vollvisier spielen
Nach seiner schweren Gesichtsverletzung und den Tagen voller Schmerzen befindet sich Alexander Engel auf dem Wege der Besserung: In dieser Woche konnte der Eishockey-Profi der Lausitzer Füchse das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum verlassen. Der 25-Jährige will so schnell wie möglich zurück aufs Eis. Eines ist für Engel aber schon jetzt klar: Trotz der Brüche im Gesicht wird er auch künftig ohne Vollvisier spielen. An den Moment des Einschlages kann sich der Verteidiger noch genau erinnern. Der Unfall passierte vor knapp zwei Wochen beim Vorbereitungsturnier im polnischen Torun. Engel hatte sich vor dem eigenen Tor positioniert und versuchte, einen Gegenspieler zu blocken. Eigentlich hatte er den Puck ganz genau im Blick. Doch dann änderte der Puck plötzliche seine Richtung, weil er von irgendeinem Schläger abgefälscht wurde. «Der Aufprall war hart, richtig hart» , erzählt der Füchse-Profi. Viel härter als bei jenem Unfall, bei dem Engel zwei Zähne verlor und an der Lippe genäht werden musste.
Diesmal waren die Folgen deutlich gravierender. Er erlitt einen Trümmerbruch der Nase und weitere Brüche im Gesicht. Zur Stabilisierung wurden ihm bei der Operation in Cottbus zwei Metallplatten in der rechten Augenhöhle und in der Mundhöhle eingesetzt. Zudem richteten die Ärzte seine Nase. «Vor allem die ersten Tag waren sehr schmerzhaft. Ich habe mit Sehnsucht auf die nächste Schmerz tablette gewartet» , erzählt Engel und zeigt zum Beweis das Foto auf dem Mobiltelefon. Es dokumentiert sein übel zugerichtetes Gesicht kurz nach dem Unfall. Um die Blutungen zu stoppen, haben ihm die Ärzte mehrere Watterollen in die Nase gestopft. In der ersten Nacht bekam er zudem Morphium gespritzt, um ein wenig schlafen zu können.
Erstes Training auf dem Fahrrad
Inzwischen muss Engel nur noch einen Tapeverband und eine Art Gitter als Schutz auf der lädierten Nase tragen. Nach den Tagen der Schmerzen ist sein Blick inzwischen wieder auf das sportliche Comeback gerichtet. Für die nächsten zwei Wochen hat der Verteidiger von den Ärzten zwar ein strenges Sportverbot mit auf den Weg bekommen, damit die noch frischen Nähte nicht aufplatzen. Danach will Engel aber aufs Fahrrad steigen und sich langsam an die Belastung herantasten. Wann er wieder für die Füchse spielen kann, lässt sich derzeit nicht verlässlich sagen. «Ich möchte so schnell wie möglich zurückkehren. Vielleicht klappt es schon in sechs Wochen, vielleicht dauert es aber auch länger» , betont Engel: «Ich muss schauen, wie mein Körper die Belastung verträgt.»
Vor allem bleibt die große Frage: Wie geht er mental mit dieser schweren Verletzung um? «Ich weiß es noch nicht» , gibt Engel zu. «Aber ich habe mir vorgenommen, genau so wie früher in die Zweikämpfe zu gehen.» Am Anfang wird er zwar mit einem Voll visier auflaufen. Auch, weil es die Berufsgenossenschaft bei derartigen Verletzungen fordert. Nach der vorgeschriebenen Frist will Engel das entweder aus Plexiglas oder einem Draht gitter bestehende Visier aber wieder ablegen, weil es seinen Erfahrungen nach die Sicht beeinträchtigt. Solche Vollvisiere sind lediglich für Spieler bis 18 Jahre Pflicht. Stattdessen vertraut Engel auf seine Reaktionsschnelligkeit und darauf, dass vor allem die abgefälschten Pucks vorbeifliegen. Eines ist ihm jedoch klar: «Eine solche Verletzung kann immer wieder passieren. Das ist einfach unser Berufsrisiko.»
ZUM THEMA Vorletzter Test
Das vorletzte Testspiel vor dem Saisonstart am 12. September bestreiten die Füchse heute in Österreich gegen die Black Wings Linz (19 Uhr).
Die Generalprobe findet am Sonntag in Weißwasser gegen den Oberligisten Halle statt (17 Uhr). Die Partie ist das Abschiedsspiel für den langjährigen Füchse-Stürmer Jörg Pohling. (VON FRANK NOACK)
Nach seiner schweren Gesichtsverletzung und den Tagen voller Schmerzen befindet sich Alexander Engel auf dem Wege der Besserung: In dieser Woche konnte der Eishockey-Profi der Lausitzer Füchse das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum verlassen. Der 25-Jährige will so schnell wie möglich zurück aufs Eis. Eines ist für Engel aber schon jetzt klar: Trotz der Brüche im Gesicht wird er auch künftig ohne Vollvisier spielen. An den Moment des Einschlages kann sich der Verteidiger noch genau erinnern. Der Unfall passierte vor knapp zwei Wochen beim Vorbereitungsturnier im polnischen Torun. Engel hatte sich vor dem eigenen Tor positioniert und versuchte, einen Gegenspieler zu blocken. Eigentlich hatte er den Puck ganz genau im Blick. Doch dann änderte der Puck plötzliche seine Richtung, weil er von irgendeinem Schläger abgefälscht wurde. «Der Aufprall war hart, richtig hart» , erzählt der Füchse-Profi. Viel härter als bei jenem Unfall, bei dem Engel zwei Zähne verlor und an der Lippe genäht werden musste.
Diesmal waren die Folgen deutlich gravierender. Er erlitt einen Trümmerbruch der Nase und weitere Brüche im Gesicht. Zur Stabilisierung wurden ihm bei der Operation in Cottbus zwei Metallplatten in der rechten Augenhöhle und in der Mundhöhle eingesetzt. Zudem richteten die Ärzte seine Nase. «Vor allem die ersten Tag waren sehr schmerzhaft. Ich habe mit Sehnsucht auf die nächste Schmerz tablette gewartet» , erzählt Engel und zeigt zum Beweis das Foto auf dem Mobiltelefon. Es dokumentiert sein übel zugerichtetes Gesicht kurz nach dem Unfall. Um die Blutungen zu stoppen, haben ihm die Ärzte mehrere Watterollen in die Nase gestopft. In der ersten Nacht bekam er zudem Morphium gespritzt, um ein wenig schlafen zu können.
Erstes Training auf dem Fahrrad
Inzwischen muss Engel nur noch einen Tapeverband und eine Art Gitter als Schutz auf der lädierten Nase tragen. Nach den Tagen der Schmerzen ist sein Blick inzwischen wieder auf das sportliche Comeback gerichtet. Für die nächsten zwei Wochen hat der Verteidiger von den Ärzten zwar ein strenges Sportverbot mit auf den Weg bekommen, damit die noch frischen Nähte nicht aufplatzen. Danach will Engel aber aufs Fahrrad steigen und sich langsam an die Belastung herantasten. Wann er wieder für die Füchse spielen kann, lässt sich derzeit nicht verlässlich sagen. «Ich möchte so schnell wie möglich zurückkehren. Vielleicht klappt es schon in sechs Wochen, vielleicht dauert es aber auch länger» , betont Engel: «Ich muss schauen, wie mein Körper die Belastung verträgt.»
Vor allem bleibt die große Frage: Wie geht er mental mit dieser schweren Verletzung um? «Ich weiß es noch nicht» , gibt Engel zu. «Aber ich habe mir vorgenommen, genau so wie früher in die Zweikämpfe zu gehen.» Am Anfang wird er zwar mit einem Voll visier auflaufen. Auch, weil es die Berufsgenossenschaft bei derartigen Verletzungen fordert. Nach der vorgeschriebenen Frist will Engel das entweder aus Plexiglas oder einem Draht gitter bestehende Visier aber wieder ablegen, weil es seinen Erfahrungen nach die Sicht beeinträchtigt. Solche Vollvisiere sind lediglich für Spieler bis 18 Jahre Pflicht. Stattdessen vertraut Engel auf seine Reaktionsschnelligkeit und darauf, dass vor allem die abgefälschten Pucks vorbeifliegen. Eines ist ihm jedoch klar: «Eine solche Verletzung kann immer wieder passieren. Das ist einfach unser Berufsrisiko.»
ZUM THEMA Vorletzter Test
Das vorletzte Testspiel vor dem Saisonstart am 12. September bestreiten die Füchse heute in Österreich gegen die Black Wings Linz (19 Uhr).
Die Generalprobe findet am Sonntag in Weißwasser gegen den Oberligisten Halle statt (17 Uhr). Die Partie ist das Abschiedsspiel für den langjährigen Füchse-Stürmer Jörg Pohling.
(VON FRANK NOACK)
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 05. September. 2008