WochenKurier sprach mit Füchse-Kapitän Sebastian Klenner über seine Heimkehr und die Zukunft der Weißwasseraner Kufenflitzer.
Sie hatten schon sehr zeitig sogar für die Oberliga zugesagt. Warum?
Ich habe schon ein bisschen darauf spekuliert, dass die Füchse in der Liga bleiben. Sportlich wäre die Oberliga auch kein Rückschritt gewesen. Die Spitzenteams brauchen sich vor fast keinem Team der 2. Liga zu verstecken.
Das Konzept von Ralf Hantschke hat mich auch absolut überzeugt, dass hier im Fuchsbau nach vorne geschaut wird und mittelfristig etwas aufgebaut werden soll.
Am wichtigsten war aber, dass ich nicht mehr so weit weg von der Familie bin. Deshalb habe ich auch sehr gute Angebote aus der Bundesliga ausgeschlagen.
1993 absolvierten Sie als 17-Jähriger die ersten Spiele im Füchse-Trikot. Seit 1997 waren Sie bei neun anderen Vereinen unter Vertrag. Schließt sich jetzt der Kreis?
Schön wäre es, aber das Leben ist nun mal keine Einbahnstraße. Wer weiß, was in ein oder zwei Jahren ist?
Was hat sich seit damals am meisten in Weißwasser verändert?
Die Stadt ist ruhiger und kleiner geworden. Erfreulich ist, dass es wieder mehr Kinder und junge Leute gibt. Beim Eissport ist auch vieles professioneller geworden, zum Beispiel Kabinen, Management oder VIP-Raum.
Welche Aufgaben haben Sie als Kapitän auf und neben dem Eis?
Ich vertrete die Interessen der Mannschaft gegenüber der Öffentlichkeit, dem Management, dem Trainer, den Schiedsrichtern und so weiter. Bevor Entscheidungen getroffen werden, sprechen wir dies aber im Mannschaftskreis ab. Weiterhin versuche ich das Team zu motivieren, muss Tendenzen im Team erkennen und den jungen Spielern helfend zur Seite stehen.
Wie schätzen Sie die Stärke der Liga ein und wie sind die Chancen der Füchse?
Die Liga ist in den letzten Jahren sehr stark und ausgeglichen worden. Immer mehr junge Spieler kommen in den Teams zum Einsatz. Dadurch ist das Spiel schneller, aber nicht unbedingt hochklassiger geworden.
Wir haben auch ein schnelles Team und können in der Liga mithalten. Wir müssen es schaffen, das Tempo über 60 Minuten zu gehen. Und nicht nur 30 Minuten wie bisher. Mit dem Ziel der Geschäftsführung „Pre-Play-Offs“ kann ich mich voll identifizieren.
Die Sachsenderbys sind in jeder Saison das Salz in der Liga-Suppe. Was rechnen Sie sich bei diesen aus?
In einer internen Sachsentabelle ist für uns alles drin. Ich sehe die Teams aus Dresden und Crimmitschau nicht stärker als uns. Wir können beide Teams hinter uns lassen. Was das bedeutet, kann sich jeder selbst ausrechnen.
Was waren die größten Siege und Niederlagen in Ihrer Karriere?
Der Meistertitel 2004 mit den Frankfurt Lions steht da ganz oben. Wir haben damals vom ersten bis zum letzten Mann hart gekämpft. Gleich danach kommt 2000 der A-WM-Aufstieg mit der Nationalmannschaft. Ich habe mir damals mit Chris Straube ein Zimmer geteilt und so kennen wir uns mittlerweile ganz gut (grinst). Über Niederlagen denke ich nicht lange nach.
Eishockeyspieler sind oft sehr abergläubisch. Hat Ihre Rückennumer eine besondere Bedeutung und haben Sie vor den Spielen ein festes Ritual?
Meine Rückennummer 8 ist der Geburtstag meiner Tochter. Ein Ritual habe ich auch. Ich versuche den Abend vorm Spiel immer das zu essen, was es vorm letzten Sieg gab. Bei einer Niederlage wird gewechselt. Ich hatte mal in einem Team eine lange Siegesserie. Da gab es Tomaten-Mozarella-Salat mit Pasta. Das hing mir dann aber irgendwann zum Hals raus (lacht).
Haben Sie nach 14 Jahren als Profi noch Träume?
Ja, endlich mal mit meiner Familie einen richtig langen Urlaub zu machen. Und später einmal einen Job im Sportbereich zu bekommen.
Welche Schlagzeile würden Sie gern einmal im WochenKurier lesen?
Die Füchse stehen vorm Halbfinaleinzug!
+++ STECKBRIEF +++ geb.: 28. November 1976 Größe: 1,83 Meter Gewicht: 91 Kilogramm Familie: Freundin, eine Tochter Position: Verteidiger Rückennummer: 8 Statistik: 23 Länderspiele, 470 DEL-Spiele, 297 Bundesligaspiele Lebensmotto: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebts sich gänzlich ungeniert.“ (Wilhelm Busch) Hobbies: Ski fahren, Musik, Internet surfen Stärken: Zielstrebigkeit, Geduld Schwächen: Vergesslichkeit, manchmal zu ehrlich
Den Erfolg des Teams und die Entwicklung der jungen Spieler (vorn: Stefan Ortolf) hat Füchse-Kapitän Sebastian Klenner voll im Blick. Foto: gs
Sie hatten schon sehr zeitig sogar für die Oberliga zugesagt. Warum?
Ich habe schon ein bisschen darauf spekuliert, dass die Füchse in der Liga bleiben. Sportlich wäre die Oberliga auch kein Rückschritt gewesen. Die Spitzenteams brauchen sich vor fast keinem Team der 2. Liga zu verstecken.
Das Konzept von Ralf Hantschke hat mich auch absolut überzeugt, dass hier im Fuchsbau nach vorne geschaut wird und mittelfristig etwas aufgebaut werden soll.
Am wichtigsten war aber, dass ich nicht mehr so weit weg von der Familie bin. Deshalb habe ich auch sehr gute Angebote aus der Bundesliga ausgeschlagen.
1993 absolvierten Sie als 17-Jähriger die ersten Spiele im Füchse-Trikot. Seit 1997 waren Sie bei neun anderen Vereinen unter Vertrag. Schließt sich jetzt der Kreis?
Schön wäre es, aber das Leben ist nun mal keine Einbahnstraße. Wer weiß, was in ein oder zwei Jahren ist?
Was hat sich seit damals am meisten in Weißwasser verändert?
Die Stadt ist ruhiger und kleiner geworden. Erfreulich ist, dass es wieder mehr Kinder und junge Leute gibt. Beim Eissport ist auch vieles professioneller geworden, zum Beispiel Kabinen, Management oder VIP-Raum.
Welche Aufgaben haben Sie als Kapitän auf und neben dem Eis?
Ich vertrete die Interessen der Mannschaft gegenüber der Öffentlichkeit, dem Management, dem Trainer, den Schiedsrichtern und so weiter. Bevor Entscheidungen getroffen werden, sprechen wir dies aber im Mannschaftskreis ab. Weiterhin versuche ich das Team zu motivieren, muss Tendenzen im Team erkennen und den jungen Spielern helfend zur Seite stehen.
Wie schätzen Sie die Stärke der Liga ein und wie sind die Chancen der Füchse?
Die Liga ist in den letzten Jahren sehr stark und ausgeglichen worden. Immer mehr junge Spieler kommen in den Teams zum Einsatz. Dadurch ist das Spiel schneller, aber nicht unbedingt hochklassiger geworden.
Wir haben auch ein schnelles Team und können in der Liga mithalten. Wir müssen es schaffen, das Tempo über 60 Minuten zu gehen. Und nicht nur 30 Minuten wie bisher. Mit dem Ziel der Geschäftsführung „Pre-Play-Offs“ kann ich mich voll identifizieren.
Die Sachsenderbys sind in jeder Saison das Salz in der Liga-Suppe. Was rechnen Sie sich bei diesen aus?
In einer internen Sachsentabelle ist für uns alles drin. Ich sehe die Teams aus Dresden und Crimmitschau nicht stärker als uns. Wir können beide Teams hinter uns lassen. Was das bedeutet, kann sich jeder selbst ausrechnen.
Was waren die größten Siege und Niederlagen in Ihrer Karriere?
Der Meistertitel 2004 mit den Frankfurt Lions steht da ganz oben. Wir haben damals vom ersten bis zum letzten Mann hart gekämpft. Gleich danach kommt 2000 der A-WM-Aufstieg mit der Nationalmannschaft. Ich habe mir damals mit Chris Straube ein Zimmer geteilt und so kennen wir uns mittlerweile ganz gut (grinst). Über Niederlagen denke ich nicht lange nach.
Eishockeyspieler sind oft sehr abergläubisch. Hat Ihre Rückennumer eine besondere Bedeutung und haben Sie vor den Spielen ein festes Ritual?
Meine Rückennummer 8 ist der Geburtstag meiner Tochter. Ein Ritual habe ich auch. Ich versuche den Abend vorm Spiel immer das zu essen, was es vorm letzten Sieg gab. Bei einer Niederlage wird gewechselt. Ich hatte mal in einem Team eine lange Siegesserie. Da gab es Tomaten-Mozarella-Salat mit Pasta. Das hing mir dann aber irgendwann zum Hals raus (lacht).
Haben Sie nach 14 Jahren als Profi noch Träume?
Ja, endlich mal mit meiner Familie einen richtig langen Urlaub zu machen. Und später einmal einen Job im Sportbereich zu bekommen.
Welche Schlagzeile würden Sie gern einmal im WochenKurier lesen?
Die Füchse stehen vorm Halbfinaleinzug!
+++ STECKBRIEF +++
geb.: 28. November 1976
Größe: 1,83 Meter
Gewicht: 91 Kilogramm
Familie: Freundin, eine Tochter
Position: Verteidiger
Rückennummer: 8
Statistik: 23 Länderspiele, 470 DEL-Spiele, 297 Bundesligaspiele
Lebensmotto: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebts sich gänzlich ungeniert.“ (Wilhelm Busch)
Hobbies: Ski fahren, Musik, Internet surfen
Stärken: Zielstrebigkeit, Geduld
Schwächen: Vergesslichkeit, manchmal zu ehrlich
Quelle: Wochenkurier vom 24.9.2008