Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Lausitzer Füchse bejubeln Paukenschlag...
07.10.2008 | 09:15 Uhr von
...in Bremerhaven
Der 5:0-Sieg der Lausitzer Füchse am Sonntagabend in Bremerhaven war ein Paukenschlag und Genugtuung zugleich. Denn an der Nordseeküste hatte Weißwasser in der vergangenen Saison im siebten und entscheidenden Playdown-Spiel den sportlichen Klassenerhalt in der 2. Eishockey-Bundesliga verpasst. Mit dem ersten Auswärtserfolg in der laufenden Spielzeit katapultierten sich die Füchse auf den vierten Tabellenrang hinauf.
Von der souveränen Art und Weise, wie die Gäste im Eisstadion am Wilhelm-Kaisen-Platz ihr Pensum abspulten, zeigte sich auch Bremerhavens Coach Craig Streu schwer beeindruckt. Denn seine eigene Mannschaft fand im Grunde genommen nicht statt. „Es gibt ein Regelbuch und dort steht geschrieben: Tritt eine Mannschaft nicht an, dann ist sie mit 0:5 Toren und drei Punkten für den Gegner zu bestrafen. Genau dieser Fall ist eingetreten“, sagte Streu in einem Anflug von Galgenhumor. „Wir sind nicht angetreten. Meine Mannschaft war nicht da.“

Hundertprozentig da auf dem Eis waren dagegen die Füchse, die erneut vom bärenstarken Neuzugang Preston Mizzi angeführt wurden. Der Kanadier erzielte in Bremerhaven seine Saisontreffer Nummer drei und vier. Mizzi ist damit schon jetzt bester Scorer der Blau-Gelben, obwohl er zwei Partien weniger absolviert hat als seine Mitspieler. „Wir sind absolut happy mit dem 5:0. So hoch gewinnst du nicht alle Tage in Bremerhaven“, lobte Füchse-Trainer Thomas Popiesch nach einem äußerst gelungenen Wochenende, an dem Weißwasser erstmals beide Partien gewinnen konnte und sich damit bestens präpariert für das Sachsenderby am Sonntag gegen die Eislöwen Dresden (14 Uhr) zeigte. Einziger Wermutstropfen ist die Schulterverletzung von Sven Valenti. Der Verteidiger fehlte deshalb am Sonntag in Bremerhaven.

Am heutigen Dienstag wollen die Füchse-Verantwortlichen eine endgültige Entscheidung darüber treffen, ob sie den Protest gegen die Spielwertung der 4:5-Niederlage im Penaltyschießen bei den Eispiraten Crimmitschau weiterverfolgen oder zurückziehen. In dieser Partie hatte Schiedsrichter Carsten Lenhart aus Darmstadt einen Penalty-Treffer durch Kevin Young nicht anerkannt, weil der Crimmitschauer Torhüter Marko Suvelo das Tor verschoben hatte. Auch eine Wiederholung des Penalty ließ Schiri Lenhart nicht zu. Gerhard Müller, Regelreferent des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), hatte anschließend erklärt, dass die Regel 509 („Wenn der Torhüter zu irgendeiner Zeit während der Ausführung des Strafschusses... das Tor bewegt oder aus der Verankerung reißt, wird ein Tor zugesprochen.“) entgegen des Wortlautes nur für den Fall des absichtlichen Torverschiebens gelte. „Wir fühlen uns ganz klar benachteiligt, weil die hier vorgenommene Auslegung der Regel 509 eben nicht dem Wortlaut entspricht“ betont Füchse-Manager Ralf Hantschke. „Dennoch ist es keine leichte Entscheidung. Im Moment läuft es ganz gut für uns und wir wollen natürlich Unruhe möglichst vermeiden.“

Egal, wie die Entscheidung der Füchse über den Protest ausgeht: Auch der DEB muss sich Fragen gefallen lassen. Zum Beispiel: Warum taucht in der vom Schiedsrichter-Ausschuss autorisierten deutschen Übersetzung der Fallbeispielsammlung des Eishockey-Weltverbandes IIHF zur Regel 509 (Ausführen des Strafschusses) das entscheidende Wort „absichtlich“ nicht auf? Die englische Version beinhaltet nämlich in Bezug auf das Torverschieben durch den Keeper ausdrücklich das Wort „absichtlich“. Dass der DEB in seiner Übersetzung auf dieses Wort verzichtet, die Regel aber dennoch so auslegt wie die Originalversion, ist mehr als nur eine Ungenauigkeit.

VON FRANK NOACK

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 07. Oktober 2008
1020 mal gelesen
 
1 | Axel | 07.10.2008 @ 10:51
Alles Gummi, wie viele Gesetze. Naja ich denke der Protest bringt nicht viel, eher muss man auf eine gerechtere Formulierung drängen, z.B. absichtlich ist es nen technisches Tor (oh war das vorvoriges Jahr toll) bei unabsichtlich Wiederholung. IMHO
2 | Messias | 07.10.2008 @ 11:43
genau diese Änderung wäre das einzigst logische für diesen Gummi-Paragraphen, aber ich glaube nicht das sich da was ändert...
3 | L-X | 07.10.2008 @ 20:05
..wenn es lt. Regel 509 nicht zählt, so muß der Penalty aber der sportlichen Fairness halber wiederholt werden, da ja sonst die ausführende Mannschaft, wie in diesem Falle benachteiligt wird. Da liege ich mit Axel komplett auf einer Linie. Fazit: Einspruch soll aufrecht erhalten bleiben, auch die Herren der ESBG müssen sich mal die Birne kratzen, was sie da teilweise für nen Blödsinn niederschreiben. Fehler sind menschlich, also gehört zummindest diese Regel angepasst.... Habe Fertig!
4 | Taubentreter | 07.10.2008 @ 20:22
Hmmm... wenn wir den Einspruch aufrecht erhalten, dann sollten sich an der ganzen Geschichte mal ein paar Vereine beteiligen. Es kann schliesslich auch den anderen so gehen! Und wenn nur wir wieder "maulen" dann wirds wenig Wirkung haben.... Aber vielleicht haben andere ja gar kein Interesse dran... wer weiss, wer weiss
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