Die Lausitzer Füchse machen vor dem morgigen Derby gegen Dresden eine ganz neue Erfahrung: Sie hatten am Freitag spielfrei
Gestern Abend hatten die Lausitzer Füchse frei. Einfach so, einfach frei. Für Eishockey-Spieler ist es in dieser Jahreszeit ziemlich ungewöhnlich, an einem Freitagabend frei zu haben. In etwa so ungewöhnlich, als wenn ein Fußballprofi am Samstagnachmittag auf der heimischen Couch lümmelt, anstatt im vollbesetzten Stadion um den Ball zu sprinten. Da kann es schon mal passieren, dass der seit Jahren an einen bestimmten Wettkampfkalender gewöhnte Athletenkörper verwirrt reagiert und Fragen stellt. Auf der Couch liegen statt in den Zweikampf gehen? Einen beruhigenden Kräutertee anstelle der Elektrolyt-Mischung trinken? Auf solche Fragen muss man erst mal Antworten finden. Deshalb stehen die Profis der Lausitzer Füchse morgen im Sachsenderby der 2. Eishockey-Bundesliga gegen die Eislöwen Dresden (14 Uhr) auch vor einer ungewohnten Herausforderung: Sie müssen nicht nur den Gegner, sondern auch den eigenen Biorhythmus besiegen.
Da diesmal nur 13 statt der üblichen 14 Mannschaften an den Start der 2. Liga gegangen sind, hat ein Team am Freitag oder am Sonntag jeweils spielfrei. „Das ist eine neue Situation für uns alle. Der spielfreie Tag ist zwar gut, um Kraft zu sparen. Aber die Spieler müssen aufpassen, dass sie nicht zu locker in das Wochenende gehen. Sie müssen bis zum Sonntag die Spannung hochhalten“, warnt Füchse- Trainer Thomas Popiesch.
Wie schwer das sein kann, erlebten die Blau- Gelben am vergangenen Sonntag bei ihrem überraschend deutlichen 5: 0- Auswärtssieg bei den Fishtown Pinguins in Bremerhaven hautnah mit. Denn die Gastgeber, die zuvor am Freitag spielfrei hatten, standen in den gesamten 60 Minuten komplett neben den Schlittschuhen. „Ich war regelrecht erschrocken, wie schwach Bremerhaven aus der Kabine gekommen ist“, betont Popiesch.
Die Statistik lässt nach den ersten vier Zweitliga- Wochenenden noch keine klare Tendenz erkennen. Heilbronn und Riessersee gewannen jeweils ihre Sonntag- Partien nach dem freien Freitag. Crimmitschau und eben zuletzt Bremerhaven mussten dagegen deutlich Niederlagen hinnehmen. „Wir haben unter der Woche gut trainiert, möglicherweise hat uns der spielfreie Freitag doch mehr aus der Bahn geworfen als gedacht“, klagte Bremerhavens Coach Streu nach dem Heimdebakel seines Teams gegen die Füchse.
Aber was tun gegen zu viel Lockerheit nach einem spielfreien Freitag? Weißwassers Coach Thomas Popiesch hat am Mittwoch und Donnerstag die Trainingsintensität deutlich erhöht, um erst gar keinen Schlendrian aufkommen zu lassen.
Zudem spielte er mit dem Gedanken, am Freitagabend exakt zur Zeit des gewohnten Spielbeginns eine Übungseinheit anzusetzen. Letztlich nahm Popiesch davon Abstand, denn: „Training ist Training, und ein Wettkampf ist ein Wettkampf. Man kann im Training nicht die Wettkampf- Situation simulieren.“
Er hofft, dass seine Jungs morgen trotzdem hellwach sind.
VON FRANK NOACK
Quelle: Printausgabe der Lausitzer Rundschau vom 11.Oktober 2008
1 | rene72 | 11.10.2008 @ 18:48
Seit wann sprinten Eishockeyspieler einem Ball hinterher?
2 | SEFI | 11.10.2008 @ 19:16
Sortier Dich mal Teilnehmer! "In etwa so ungewöhnlich, als wenn ein FUßBALLPROFI am Samstagnachmittag auf der heimischen Couch lümmelt, anstatt im vollbesetzten Stadion um den Ball zu sprinten."
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Gestern Abend hatten die Lausitzer Füchse frei. Einfach so, einfach frei. Für Eishockey-Spieler ist es in dieser Jahreszeit ziemlich ungewöhnlich, an einem Freitagabend frei zu haben. In etwa so ungewöhnlich, als wenn ein Fußballprofi am Samstagnachmittag auf der heimischen Couch lümmelt, anstatt im vollbesetzten Stadion um den Ball zu sprinten. Da kann es schon mal passieren, dass der seit Jahren an einen bestimmten Wettkampfkalender gewöhnte Athletenkörper verwirrt reagiert und Fragen stellt. Auf der Couch liegen statt in den Zweikampf gehen? Einen beruhigenden Kräutertee anstelle der Elektrolyt-Mischung trinken? Auf solche Fragen muss man erst mal Antworten finden. Deshalb stehen die Profis der Lausitzer Füchse morgen im Sachsenderby der 2. Eishockey-Bundesliga gegen die Eislöwen Dresden (14 Uhr) auch vor einer ungewohnten Herausforderung: Sie müssen nicht nur den Gegner, sondern auch den eigenen Biorhythmus besiegen.
Da diesmal nur 13 statt der üblichen 14 Mannschaften an den Start der 2. Liga gegangen sind, hat ein Team am Freitag oder am Sonntag jeweils spielfrei. „Das ist eine neue Situation für uns alle. Der spielfreie Tag ist zwar gut, um Kraft zu sparen. Aber die Spieler müssen aufpassen, dass sie nicht zu locker in das Wochenende gehen. Sie müssen bis zum Sonntag die Spannung hochhalten“, warnt Füchse- Trainer Thomas Popiesch.
Wie schwer das sein kann, erlebten die Blau- Gelben am vergangenen Sonntag bei ihrem überraschend deutlichen 5: 0- Auswärtssieg bei den Fishtown Pinguins in Bremerhaven hautnah mit. Denn die Gastgeber, die zuvor am Freitag spielfrei hatten, standen in den gesamten 60 Minuten komplett neben den Schlittschuhen. „Ich war regelrecht erschrocken, wie schwach Bremerhaven aus der Kabine gekommen ist“, betont Popiesch.
Die Statistik lässt nach den ersten vier Zweitliga- Wochenenden noch keine klare Tendenz erkennen. Heilbronn und Riessersee gewannen jeweils ihre Sonntag- Partien nach dem freien Freitag. Crimmitschau und eben zuletzt Bremerhaven mussten dagegen deutlich Niederlagen hinnehmen. „Wir haben unter der Woche gut trainiert, möglicherweise hat uns der spielfreie Freitag doch mehr aus der Bahn geworfen als gedacht“, klagte Bremerhavens Coach Streu nach dem Heimdebakel seines Teams gegen die Füchse.
Aber was tun gegen zu viel Lockerheit nach einem spielfreien Freitag? Weißwassers Coach Thomas Popiesch hat am Mittwoch und Donnerstag die Trainingsintensität deutlich erhöht, um erst gar keinen Schlendrian aufkommen zu lassen.
Zudem spielte er mit dem Gedanken, am Freitagabend exakt zur Zeit des gewohnten Spielbeginns eine Übungseinheit anzusetzen. Letztlich nahm Popiesch davon Abstand, denn: „Training ist Training, und ein Wettkampf ist ein Wettkampf. Man kann im Training nicht die Wettkampf- Situation simulieren.“
Er hofft, dass seine Jungs morgen trotzdem hellwach sind.
VON FRANK NOACK
Quelle: Printausgabe der Lausitzer Rundschau vom 11.Oktober 2008