Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Vorführung mit Handbremse
13.10.2008 | 11:04 Uhr von
Gut eineinhalb Jahre nach dem Playdown-Erfolg in der 2. Bundesliga bezwangen die Lausitzer Füchse die Dresdner Eislöwen gestern erneut mit 3:1 und feierten damit bereits den vierten Heimerfolg in Serie. Anders als in den dramatischen Duellen 2007 waren die Gastgeber vor 2750 Zuschauern im ausverkauften Fuchsbau diesmal eine Klasse besser als der Kontrahent, der phasenweise eine regelrechte Vorführung erlebte. Als die Weißwasseraner Spieler nach der zweiten Pause wieder das Eis betraten und sich auf das letzte Drittel vorbereiteten, gönnte sich Kevin Young schnell noch eine Art Sonnenbad. Der Verteidiger machte seine Dehnungsübungen nämlich im sonnendurchfluteten Teil der Halle. Er schloss für einen kurzen Moment die Augen und genoss die wärmenden Strahlen. Es war eine Szene, die viel über den Charakter dieses Spiels aussagte. Denn mit Ausnahme der Anfangsphase, als die Füchse zu sorglos agierten, kam die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch zu einem vergleichsweise entspannten Heimsieg. Hatte Weißwasser im März 2007 den Favoriten vor allem dank des unbändigen Willens niedergerungen, so waren die Blau-Gelben diesmal auch in spielerischer Hinsicht überlegen. Zwischenzeitlich musste man sogar schon fast Angst haben, dass Weißwasser die Handbremse zu sehr anzieht und angesichts der Vielzahl an vergebenen Chancen den Gegner auf die leichte Schulter nimmt. Popiesch berichtete später von lauten Worten in der Kabine, mit denen er sein Team in der ersten Pause zu mehr Ordnung ermahnte. Worte, die ihre Wirkung nicht verfehlten. "Wir waren läuferisch besser und haben auch die wichtigen Zweikämpfe gewonnen", bilanzierte der Coach sichtlich zufrieden. "Wir sind sehr froh über diese drei Punkte."

Auch, weil sie eben gegen Dresden errungen wurden. Obwohl mit Robert Bartlick, Thomas Götz, Christian Rösler und Chris Straube nur noch vier Profis von 2007 dabei waren, schien das gesamte Team vom damaligen Playdown-Geist beflügelt zu sein. Selbst ein Mann wie der erst kürzlich verpflichtete Preston Mizzi wirbelte über das Eis, als wenn er es gegen den ungeliebten Nachbarn aus der Landeshauptstadt ganz besonders gut machen wollte. Für sein sehenswertes Solo von einem Tor zum anderen bekam Mizzi in der 19. Minute Szenenapplaus. Bei soviel Engagement im Derby konnte man den Eindruck gewinnen, dass der gewiefte Topscorer nicht in Kanada, sondern in Krauschwitz vor den Toren von Weißwasser geboren worden ist. "Das Team der Füchse ist nicht mit jener Mannschaft aus den Playdowns zu vergleich. Sie haben einen starken Torhüter und sehr gute Ausländer im Kader. Wir haben verdient verloren", betonte Eislöwen-Trainer Jan Tabor.

Einige Dresdner Akteure waren sichtlich überfordert, wenn Weißwasser die Handbremse löste und schnell kombinierte. Sie konnten sich nur noch durch Fouls helfen, was von den Füchsen mit drei Überzahltoren bestraft wurde. "Wir sind stolz auf unser Team", sangen die Anhänger schon lange vor der Schlusssirene.

Weil das Spiel längst entschieden war, konnten die Füchse in den letzten Minuten ihr Augenmerk darauf lenken, ohne Gegentreffer zu bleiben. Sie wollten damit Torhüter Ryan MacDonald für eine erneut starke Leistung belohnen. Dass dies nur bis 17 Sekunden vor dem Ende gelang, war laut Trainer Popiesch allenfalls "ein kleiner Schönheitsfehler", mehr nicht. Es gab schon Spiele, in denen die Füchse größere Sorgen gegen Dresden hatten.
(VON FRANK NOACK)

Lausitzer Füchse – Eislöwen Dresden 3:1 (1:0, 1:0, 1:1)
Tore: 1:0 Straube (6.), 2:0 Valenti (27.), 3:0 Young (48.), 3:1 Schmerda (60.); Zuschauer: 2750 (ausverkauft); Schiedsrichter: Georg Jablukov (Berlin); Strafminuten: 10 / 22 + 10 (Hruby).
RUNDSCHAU-Spieler des Tages der Füchse: Ryan MacDonald.

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 13. Oktober 2008
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