Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
P.F.I.F.F.
15.10.2008 | 23:49 Uhr von
Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditions-(und zu unser aller Glück über Dresden sieg-)reichen Weißwasseraner Eishockeys! Nicht nur, dass Ihr letzte Woche – bis auf eineinhalb Ausnahmen – nicht willens wart, mich ob meines verlorenen exponierten Stehplatzes in unserer Eishalle zu bemitleiden. Es kam alles noch vieeeel schlimmer. Als ich nämlich vor dem „gefälschten“ Dresden- Derby meinen neuen Ausguck beziehen wollte, da stand da schon eine Familie mit einem etwa 7- jährigen Jungen. Na gut- dachte ich: Musste dich halt mit Kommentaren bissel zurückhalten. Willst den angehenden Füchse- Fan ja nicht versauen. Spätestens als Sportsfreund Hruby die todsichere Chance zum 0:1 versiebte wurde klar: Das sind ja auch noch Dresden- Anhänger... Da man sich trotz des intensivsten Bemühens am Ende doch nicht verkneifen kann, mal so’n klein wenig zu provozieren und die Gefühlslagen auszuloten, kamen mir die vielen Strafen für Dresden und unser 1:0 gerade recht. Schließlich war dann irgendwann auch die Konzentration beim Formulieren dahin und unser 2:0 da. Obwohl ziemlich „unangenehm“: Vulgarismen (in Bezug auf gegnerische Akteure oder Referees) sprechen sich einfach viel schneller und leichter aus als z.B. „Vollpfosten“ oder „Geschlechtskasper“. Meine „Gegner“, die sich übrigens (fast) tadelsfrei verhielten, mussten schließlich erleben, wie ihre Eislöwen durch „meine“ Lieblinge praktisch überrannt wurden. Dem Braten getraut habe ich aber erst nach dem 3:0. Da ging ich dann so in mich, wurde etwas sentimental und dachte: Wird ganz schön leiden, der Kleine da. SOLL ER DOCH!!!!! Wie viel wir ob und mit unseren Füchsen schon gelitten haben, dass kann ja fast keiner erahnen. Sollen doch endlich mal andere leiden. Wir mussten es auch lernen. Man kann nie früh genug damit anfangen... *g* Als das Match dem Ende entgegen ging, setzten bei dem Jungen dann offenbar erste „Verdrängungsstrategien“ ein. Erst beschimpfte er unseren per Stockschlag niedergestreckten Chris Straube als „Schauspieler“. Dann jubelte er über das 1:3, als sei gerade der nachträgliche Klassenerhalt der Saison 2006/07 gelungen. Und da war ich gerade am Ärgern: Ich hätte doch den Little Mac so gerne zu Null spielen und meine „Platzbesetzer“ ohne jegliches Erfolgserlebnis nach Hause fahren sehen!

Warum erzähle ich Euch so eine Geschichte?

Erstens hätte es gegen die Truppe aus dem „Steuergelderversenkungstempel“ anders beginnen können. Denn da liefen wir Gefahr, mit ein oder zwei Toren in Rückstand zu geraten. Ob wir dann unsere Beine zum 40minütigen Sturmlauf locker bekommen hätten, ist zwar eine rein hypothetische Frage. Aber man wird sie ja mal stellen dürfen.

Zweitens ist es zugegeben schwierig, verbale Entgleisungen komplett zu vermeiden. Und wenn denn einige drastische Formulierungen vielleicht noch zum Eishockey gehören, so verurteile ich jegliche Tätlichkeiten, die es am Ende rund um das Derby doch wieder gab. Es mag zwar nicht so wild gewesen sein: Aber jede Ohrfeige, jede Bierdusche, jeder Faustschlag oder jedes geraubte Fanutensil sind eine miese Aktion zu viel.

Drittens war die Leistung unserer Jungs spätestens ab dem Mitteldrittel vom Feinsten. Man kann jedoch immer nur so gut auftrumpfen, wie es der Gegner zulässt. Wahrscheinlich wird es uns nicht jeder Kontrahent (und DD auch kein zweites Mal) so leicht machen. Wenn es denn demnächst irgendwann früher oder später wieder eine Niederlage setzt, sollten wir Realisten bleiben und uns an solche Vorführungen erinnern, bevor gleich wieder das gesamte Gebilde in Frage gestellt wird. Meist nämlich sind die „Jetzt-laut-Jubler“ im Misserfolgsfalle die ersten „Alles- Verdammer“. Apropos erinnern: In Erinnerung an das Super- Solo unserer Nr. 27 würde ich den Preston in Anlehnung an Herrn Tomba in „Alberto Mizzi“ umbenennen wollen. Ist der doch durch den Fahnenstangenwald getanzt...

Viertens will leiden gelernt sein. Und weil wir EHC- Anhänger das können, ist bei uns die Freude über Siege – erst recht gegen die zukünftige DEL- Mannschaft aus der Landeshauptstadt – natürlicher und ehrlicher. Mögen noch viele Siegesfeiern folgen!!!

Fünftens habe ich Verständnis für die „Schauspielvorwürfe“ unseres kleinen Eislöwen- Fans. Woher soll er es, in dessen Lieblingsmannschaft ja auch schon Martin Sekera spielte, denn besser wissen???

Sechstens tut man dem Lubos Velebny Unrecht, wenn man ihm wegen der zwei aus dem Spielfeld beförderten Pucks, die zu Spielverzögerungsstrafen führten, Unfähigkeit vorwirft. Denn: Wer in der Freiberger Arena spielt und trainiert, in der rings um die Eisfläche Netze gespannt sind, kann die Scheibe dort ja hinbefördern wo er will. Sie kommt immer auf’s Eis zurück... (Sollte es die Netze nicht mehr geben: Als ich zuletzt in der Halle war, gab sie’s noch. Und so schön, um da öfter hinzureisen, ist das Beton- Blech- Gemisch mit den kurzen Spielerbänken ja nun wirklich nicht. * g * )

Siebtens bewundere ich den Ryan MacDonald. Wie ruhig und abgeklärt der mit 23 Jahren sein Heiligtum vernagelt, ist beeindruckend. Man könnte meinen, wir haben den besten Keeper seit Klaus Hirche. Aber: Auch hier gilt abwarten und beobachten. Denn es wäre einfach vermessen anzunehmen, auf derart hohem Niveau wären alle 48 Vorrundenspiele zu bestreiten. Wetten würde ich aber darauf, dass das 5:0 in Bremerhaven nicht der einzige Shutout bleibt.

Denn achtens ist unsere Abwehr bisher diesem Namen zunehmend gerechter geworden. Das zeigt, wie sehr ein guter Torhüter Sicherheit ausstrahlt und eine sichere Defensive dem Goalie hilft. Dazu kommt unser Käpt’n, der als Erfolgsgeheimnis die harte und ehrliche Arbeit der gesamten Mannschaft ausgemacht hat. Nur weiter so!!!

Die „Wir sind stolz auf unser Team!“- Gesänge waren daher nicht nur als „Ansage“ Richtung Dresden berechtigt. Unsere Füchsemannschaft in der Art ihres momentanen Auftretens macht einen wirklich stolz und glücklich. Endlich wird man in unserer Ecke auch wieder mit Erfolgen verwöhnt. Dass nach dem 3:1 des EHC gegen Dresden auch noch der LSV Friedersdorf bei der SV Zodel mit 1:0 siegte, setzte dem sportlichen Glücksgefühl am Wochenende praktisch die Krone auf. ;-))

Als Lohn für die Leistung beim Derbysieg haben sich unsere Jungs am Sonntag gegen München (egal wie es Freitag in Puzzlehausen ausgeht) einen Heimspielbesuch mit einer „2“ an erster Zuschauerzahlenstelle verdient. Denn momentan kann uns daheim nichts mehr aufhalten: Die Bahnschranke in Rietschen eben so wenig wie der „Glücksbote“ Carsten N. (er hatte letztes Jahr nur einen Sieg gesehen, den beim 3:2 n.P. gegen Landsberg – und das auch nur, weil da seine Frau mit war) oder der Gegner. Einen Nachteil hat die Siegesserie aber schon: Es gibt daheim Misstöne, weil ich die Wäsche meines siegbewährten Füchse- Polos konstant verweigere. Der Geruch... Aber: Man darf doch dem Erfolg keine Steine in den Weg legen!!!

In diesem Sinne: Bleibt (wenigstens Ihr) sauber! Und: Alles was recht ist!

Euer Sebastian Matthieu

P.S. Es wäre prima, wenn unser Andreas Friebel die Pressekonferenz am Sonntag wieder sinngemäß mit den Worten beginnen könnte: „Thomas Popiesch- wird es nicht langsam langweilig, immer nur Siege kommentiere zu müssen...“
1762 mal gelesen
 
1 | stesi | 16.10.2008 @ 00:02
echt klasse der text
2 | schlagschuss | 16.10.2008 @ 01:11
Ich denke nur an dein P.S. und das es geschieht
3 | Howy2008 | 16.10.2008 @ 09:15
Das Solo der 27 erinnerte mich an die von mir so geliebte #19. Deshalb würde ich ihn lieber "EDUARD" Mizzi nennen. Also mehr davon! (Vom Solo und vom P.F.E.I.F.F.E.R.) Grüße aus Slowenien
4 | max DD | 16.10.2008 @ 10:26
zu 6.) ringsrum netze ist schon seit nem jahr vorbei, die spielerbänke sind seit dieser saison umgebaut.
5 | Axel | 16.10.2008 @ 10:35
@max beim Dorint waren die Netze noch da, aber nicht gespannt. Wofür sind die eigentlich? Fürs Training habt ihr ja noch ne zweite Eisfläche. @P.F.E.I.F.F.E.R, naja ich denke die DEL-Ambitionen werden wohl diese Saison nicht auftauchen. Ansonsten schöner Text.
6 | max DD | 16.10.2008 @ 10:41
@Axel: ich glaube es ging um versicherungstechnische fragen, deshalb gab es in der vorbereitung 07/08 rundrum netze. das wurde dann scheinbar geklärt und die netze an den längsseiten entfernt. wie das im training gehandhabt wird: keine ahnung...
7 | Hoywoyfux | 16.10.2008 @ 20:02
Das ist Infoentertainment pur. Danke für diese "Spielberichtserstattung". Bei Fünftens ist mir vor Lachen bald die eben konsumierte Cola aus dem Rachen gesprungen. / Mein Haar in der Suppe vom Sonntag (nur, dass keiner abhebt) : für unsere Tore brauchten wir immer Platz durch nummerische Überlegenheit ...
8 | Jörg | 16.10.2008 @ 20:13
Mal ein älteres Haar aus der Suppe: Früher haben wir nur bei 5 gg. 5 und nicht in Überzahl getroffen... ;-))
9 | kojoti | 16.10.2008 @ 21:46
Deine Zeilen sind ein Segen für zum zu Hause bleiben verdonnerte Füchsefans. Bitte weiter so.
10 | Foxy1 | 16.10.2008 @ 23:01
Wenn doch mal mehr "Fans" mit solch einer Logik ihre Gedanken kundtuen würden dann wäre ein noch besserer Zusammenhalt zu spüren.Aber naja Nörgler gibt es immer manchmal gehöre ich auch dazu.Mach weiter so PFEIFFE "g"
11 | Blacki_back | 17.10.2008 @ 06:45
Super geschrieben liest man immer wieder gern sowas.
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