Dagegen beenden die Crimmitschauer das erste Saison-Drittel als Letzter.
In Weißwasser tanzten die Spieler trotz ihrer schweren Monturen Sirtaki, der Fuchsbau schunkelte nach dem sensationellen Erfolg über Spitzenreiter SC Bietigheim (1:0) mit, es gab Hochrufe auf Trainer Thomas Popiesch. Die Füchse haben den Fans in der alten Lausitzer Eishockey-Hochburg wieder ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Im Sommer nur dank des Zwangsrückzuges von Regensburg dem Abstieg entronnen, mischen die Füchse als Vierter mit bereits bemerkenswerten 26 Punkten vorn mit. Ganz anders in Crimmitschau. Nach der 2:10-Klatsche gegen Bremerhaven entlud sich die Fan-Wut auf Trainer Doug Irwin. Der solle schleunigst verschwinden, gellten die empörten Fan-Rufe durch den Sahnpark. Die Westsachsen, im Frühjahr noch beachtlicher Achter, müssen als Letzter um den Liga-Verbleib zittern. Unterschiedlicher hätte das erste Vorrunden-Drittel in der zweiten Eishockey-Bundesliga nicht laufen können.
„Wir wollen uns mit der Rolle als Fast-Absteiger nicht mehr abfinden“, sagte Popiesch mit Blick auf den Drahtseilakt in den zurückliegenden Jahren. „Der erste Schritt ist mit dem ordentlichen Start gelungen. Die Mannschaft wächst schneller zusammen als erwartet.“ Mit Bedacht verzichtet der 43-Jährige auf das Attribut „gute Saison“. Davon könne erst gesprochen werden, wenn das große Ziel Pre-Playoff-Runde, also mindestens Platz 10, gesichert sei. „Natürlich sollen sich die Spieler freuen, wenn sie auf die Tabelle schauen“, sagte Popiesch und fügte hinzu: „Aber wir müssen realistisch bleiben. Schließlich kennen wir die Situation, dass plötzlich sieben, acht Niederlagen in Folge alles Positive zuvor infrage stellen.“
Wie gegenwärtig in Crimmitschau. „Wir wussten, dass diese Saison für uns sehr schwer wird“, sagte Roland Frisch, Gesellschafter der Crimmitschauer GmbH. Deshalb gab die Vereins-Spitze gestern die Losung aus: Ruhe bewahren ist erste Eispiraten-Pflicht. „Wir haben auch früher große Durststrecken gehabt und am Ende noch die Play-offs erreicht“, gab sich Frisch optimistisch. Deshalb sei auch ein Trainerwechsel derzeit kein Thema.
Das Tabellenbild spiegelt auch adäquat die Lage in den Mannschaften wider. Während Popiesch in Weißwasser aus sage und schreibe siebzehn Neuzugängen eine schlagkräftige Mannschaft formte, plagen sich die Westsachsen seit Saison-Beginn ständig mit Ausfällen herum. „Unser Verletzungspech“, stöhnte Frisch. Dass am Sonntag von acht etatmäßigen Verteidigern nur zwei hundertprozentig fit waren, habe er selbst in seiner aktiven Zeit nicht erlebt. „Um den Kader zusätzlich aufzustocken, fehlt uns derzeit das Geld, also müssen wir mit den vorhandenen Spielern weitermachen“, meinte der ehemalige Stürmer, der dabei auch die dünner bevölkerten Zuschauerränge und damit geringere Einnahmen sorgenvoll betrachtet. In den letzten drei Heimspielen waren im Sahnpark insgesamt nur rund 5000 Zuschauer dabei – wenig für die jahrelange sprichwörtliche Treue der Westsachsen zu ihren Puck-Jägern.
In der von wirtschaftlicher Strukturschwäche gebeutelten Lausitz waren die 2350 Zuschauer gegen Bietigheim eine große Nummer für den Füchse-Kassenwart. „Die Lausitzer sind bodenständige Leute und jagen keinen Illusionen hinterher“, sagte der Trainer. „Wenn wir uns den Hintern für den Verein aufreißen, wird das honoriert – auch wenn es mal nicht so läuft.“ Die Mannschaft kommt ohne Stars aus, präsentiert sich geschlossen. Lediglich dem Torwart Ryan MacDonald stellte Popiesch ein Extralob aus. Gerade das unbedingte Vertrauen in das Können des erst 23-Jährigen hatten viele Beobachter vor Saisonbeginn als naiv abgetan. Das hat sich grundlegend geändert, der Kanadier hat sich einen Namen gemacht. „Mit seiner Sicherheit strahlt er Ruhe auf die gesamte Mannschaft aus“, sagte Popiesch.
Auf die Tabelle schaute er auch gestern nicht. Stattdessen stand der Trainer mit Spielern auf dem Eis. „Es wäre töricht, sich jetzt zufrieden zurückzulehnen“, sagte er. „Denn als Punktlieferant wird uns keiner mehr unterschätzen. Sie werden uns jetzt jagen.“ (Von Berthold Neumann und Thomas Michel)
dann sollen sie uns jagen, der fuchs ist immer der schlauere und weiß sich zu helfen !!!! wir sind stolz auf euch jungs und mit einem dreier am 16. noch viel mehr !!! sport frei
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In Weißwasser tanzten die Spieler trotz ihrer schweren Monturen Sirtaki, der Fuchsbau schunkelte nach dem sensationellen Erfolg über Spitzenreiter SC Bietigheim (1:0) mit, es gab Hochrufe auf Trainer Thomas Popiesch. Die Füchse haben den Fans in der alten Lausitzer Eishockey-Hochburg wieder ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Im Sommer nur dank des Zwangsrückzuges von Regensburg dem Abstieg entronnen, mischen die Füchse als Vierter mit bereits bemerkenswerten 26 Punkten vorn mit. Ganz anders in Crimmitschau. Nach der 2:10-Klatsche gegen Bremerhaven entlud sich die Fan-Wut auf Trainer Doug Irwin. Der solle schleunigst verschwinden, gellten die empörten Fan-Rufe durch den Sahnpark. Die Westsachsen, im Frühjahr noch beachtlicher Achter, müssen als Letzter um den Liga-Verbleib zittern. Unterschiedlicher hätte das erste Vorrunden-Drittel in der zweiten Eishockey-Bundesliga nicht laufen können.
„Wir wollen uns mit der Rolle als Fast-Absteiger nicht mehr abfinden“, sagte Popiesch mit Blick auf den Drahtseilakt in den zurückliegenden Jahren. „Der erste Schritt ist mit dem ordentlichen Start gelungen. Die Mannschaft wächst schneller zusammen als erwartet.“ Mit Bedacht verzichtet der 43-Jährige auf das Attribut „gute Saison“. Davon könne erst gesprochen werden, wenn das große Ziel Pre-Playoff-Runde, also mindestens Platz 10, gesichert sei. „Natürlich sollen sich die Spieler freuen, wenn sie auf die Tabelle schauen“, sagte Popiesch und fügte hinzu: „Aber wir müssen realistisch bleiben. Schließlich kennen wir die Situation, dass plötzlich sieben, acht Niederlagen in Folge alles Positive zuvor infrage stellen.“
Wie gegenwärtig in Crimmitschau. „Wir wussten, dass diese Saison für uns sehr schwer wird“, sagte Roland Frisch, Gesellschafter der Crimmitschauer GmbH. Deshalb gab die Vereins-Spitze gestern die Losung aus: Ruhe bewahren ist erste Eispiraten-Pflicht. „Wir haben auch früher große Durststrecken gehabt und am Ende noch die Play-offs erreicht“, gab sich Frisch optimistisch. Deshalb sei auch ein Trainerwechsel derzeit kein Thema.
Das Tabellenbild spiegelt auch adäquat die Lage in den Mannschaften wider. Während Popiesch in Weißwasser aus sage und schreibe siebzehn Neuzugängen eine schlagkräftige Mannschaft formte, plagen sich die Westsachsen seit Saison-Beginn ständig mit Ausfällen herum. „Unser Verletzungspech“, stöhnte Frisch. Dass am Sonntag von acht etatmäßigen Verteidigern nur zwei hundertprozentig fit waren, habe er selbst in seiner aktiven Zeit nicht erlebt. „Um den Kader zusätzlich aufzustocken, fehlt uns derzeit das Geld, also müssen wir mit den vorhandenen Spielern weitermachen“, meinte der ehemalige Stürmer, der dabei auch die dünner bevölkerten Zuschauerränge und damit geringere Einnahmen sorgenvoll betrachtet. In den letzten drei Heimspielen waren im Sahnpark insgesamt nur rund 5000 Zuschauer dabei – wenig für die jahrelange sprichwörtliche Treue der Westsachsen zu ihren Puck-Jägern.
In der von wirtschaftlicher Strukturschwäche gebeutelten Lausitz waren die 2350 Zuschauer gegen Bietigheim eine große Nummer für den Füchse-Kassenwart. „Die Lausitzer sind bodenständige Leute und jagen keinen Illusionen hinterher“, sagte der Trainer. „Wenn wir uns den Hintern für den Verein aufreißen, wird das honoriert – auch wenn es mal nicht so läuft.“ Die Mannschaft kommt ohne Stars aus, präsentiert sich geschlossen. Lediglich dem Torwart Ryan MacDonald stellte Popiesch ein Extralob aus. Gerade das unbedingte Vertrauen in das Können des erst 23-Jährigen hatten viele Beobachter vor Saisonbeginn als naiv abgetan. Das hat sich grundlegend geändert, der Kanadier hat sich einen Namen gemacht. „Mit seiner Sicherheit strahlt er Ruhe auf die gesamte Mannschaft aus“, sagte Popiesch.
Auf die Tabelle schaute er auch gestern nicht. Stattdessen stand der Trainer mit Spielern auf dem Eis. „Es wäre töricht, sich jetzt zufrieden zurückzulehnen“, sagte er. „Denn als Punktlieferant wird uns keiner mehr unterschätzen. Sie werden uns jetzt jagen.“
(Von Berthold Neumann und Thomas Michel)
Quelle: Sächsische Zeitung vom 04.11.2008