Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
P.F.I.F.F.
07.11.2008 | 23:19 Uhr von
Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditionsreichen und an diesem Wochenende punktspielfreien Weißwasseraner Eishockeys! Wenn schon der Puck nicht gegen die Bande kracht, sieht und hört man sich eben so mal etwas um. Denn schließlich ist – anders als vielleicht in den Jahren 2004 bis 2006 – der Eishockey- Entzug diesmal quälend. Wenn man derart schönen Sport geboten kriegt, mag man schließlich auch nicht ein einziges Wochenende auf die Stimmung, den Enthusiasmus und den Adrenalinschub verzichten. Wieso anders als 2004 bis 2006, werdet Ihr Euch vielleicht fragen? Ich habe extra nachgeguckt: Letztes Jahr, also 2007, hatten wir zur Länderspielpause acht von 17 Spielen gewonnen und standen auf Rang 8. Da war die Welt noch in Ordnung, obwohl sie doch schon zu bröckeln begann. Denn der Nicht- mehr- Ravensburger war erkrankt oder verletzt oder nicht Willens. Nach dem 2:4 in Essen las sich das aus „Betroffenen- Sicht“ damals so: «Die Untersuchungen haben keinen negativen Befund ergeben. Die Ärzte gehen davon aus, dass meine Probleme mit einem Check gegen den Kopf zusammenhängen, den ich am Freitag im Spiel gegen Kassel kassiert habe» , sagte Brezina. Er hatte anschließend über Sehstörungen und Schwindelgefühle geklagt. Nach einigen Tagen Pause will der Stürmer am Sonntag wieder ins Training einsteigen. «Ich hoffe, dass ich mit viel Power zurückkomme» , erklärte der neunfache Torschütze zuversichtlich.

Während das mit der „Power“ nicht ganz so stimmte, war die Geschichte mit den „Schwindelgefühlen“ wohl nicht gelogen. Egal: Jedenfalls war ja Chris Straube auch schon weg. Aber das böse Erwachen war noch nicht absehbar. Kassels Trainer Stephan Richer aber muss ein Hellseher gewesen sein. Er meinte am 02.11.2007 nach dem 4:2 seiner Huskies über unsere Füchse: „Weißwasser gehört unter die Top- 4 der Liga.“ Schwupps- und ein Jahr später sind wir es schon!

Zurück zur „Pause“. War also häufig das spielfreie Länderkampfwochenende eine willkommene „Unterbrechung“ des Leidens, leiden wir dieses Jahr unter der Unterbrechung. Man hört und guckt sich um- und macht sich plötzlich Sorgen. Denn ich musste aus gewöhnlich gut informierten Kreisen folgendes Klagelied zur Kenntnis nehmen:

„Es ist momentan sehr schwierig, ...wenn die Menschen weniger Geld haben, geben sie auch weniger für Tickets aus. Es wird auch immer schwerer, Sponsoren zu halten oder zu finden, denn in der Finanzkrise spart die Wirtschaft zuerst beim Sponsoring. Wir mussten noch nie so viel werben und Marketing- Maßnahmen ergreifen wie in dieser Saison. Zum Glück haben wir sehr gute und langjährige Partner, aber neue Sponsoren zu finden, wird sehr schwer.“

Wer sich jetzt in seinem Sessel zurücklehnt und meint, dass da der Matthias Kliemann auf hohem Niveau jammern würde, irrt gewaltig. Die zitierte Elegie stammt von Thomas Eichin. Und der ist kein geringerer als der Geschäftsführer der Kölner Haie! „Was juckt uns das Elend der Rheinländer...“, könnte eine weitere Reaktion sein. Naja: Klar muss Köln selber sehen, wo sie bleiben. Aber glaubt Ihr, dass die Situation in Sachsen, Ostsachsen, der Lausitz oder „Westpolen“ wirklich besser und einfacher ist???

Ich will versuchen zu erklären, warum ich mir trotz bzw. gerade wegen unseres momentanen Erfolges Sorgen mache.

Nicht erst einmal (auch durch mich) wurde laut darüber nachgedacht, wichtige Leistungsträger schon jetzt mit Verträgen über die laufende Saison hinaus zu binden. Kandidaten wären sicher Ryan MacDonald, Preston Mizzi, Chris Straube, Reagan Rome, Patrick Strauch oder auch Kevin Young. Aus welchen Gründen und in welcher „Stückelung“ auch immer diese Cracks für uns bezahlbar waren und in den aktuellen Etat passten, mit ihren Leistungen und dem Erfolg der Mannschaft werden diese Spieler einfach teurer. Also müsste bei Vertragsverlängerungsangeboten beim Salär nachgebessert werden. Da aber neue Sponsoren in und um Weißwasser nicht an den Bäumen wachsen und neue Einnahmequellen hier kaum leichter zu erschließen sein dürften als in Köln, wird sich unser Etat absehbar auf etwa dem Niveau der letzten beiden Jahre einpegeln. Kosten danach fünf/ sechs Leute im kommenden Jahr mehr als diesmal, müssten die restlichen 16/17 Spieler mit Gehaltseinbußen vorlieb nehmen. Ob die das wollen? Und ob nicht auch unter den „übrigen“ 16/ 17 Spielern Cracks sind, die sich in der momentanen Verfassung mit ihren bisher gebrachten Leistungen natürlich für andere Vereine und Regionen empfehlen? Die Konsequenz wäre, dass man um die „verlängerten“ Leistungsträger wieder eine neue Mannschaft formen müsste. Da schiebe ich das Problem „Reindl- Pool“ mal einfach weg.

Sollten wir, was niemand hofft, wie im letzten Jahr nach hinten „abschmieren“, bleiben die ausgemachten Könner für andere Clubs interessant und der Rest wäre entweder zu schwach (also weg) oder müsste sich bei uns für weniger Kohle verdingen. Machen die das? Und wie wollen wir dann konkurrenzfähig werden? Insofern bewegen wir uns gewissermaßen in einem Teufelskreis. Läuft es gut, wird die Mannschaft teurer bis nicht mehr bezahlbar. Läuft es schlecht, fehlen in aller Regel Zuschauereinnahmen und es muss sportlich nachgebessert werden, was Geld kostet. Ich will kein Wasser in den „Erfolgs-“ Wein kippen oder wem auch immer die Laune verderben. Vielmehr halte ich es mit Goethe: „Werd’ ich zum Augenblicke sagen – verweile doch, du bist so schön.“

Wie aber soll es dann möglich werden, sich dauerhaft sportlich im Mittelfeld zu etablieren, ohne das alljährliche Hoffen auf Glück bei den Spielerverpflichtungen bzw. ohne Zusatz- Finanzspritzen der einschlägig bekannten Gönner? Drei Dinge fallen mir spontan ein, die ich gar nicht ausführlich erläutern will:

- Die neue Halle mit besseren Vermarktungschancen muss kommen.
- Die Politik muss mehr denn je Türen für unsere „Geldbeschaffer“ öffnen. Eine noch günstigere Konstellation als einen Wirtschaftsminister praktisch „aus der Eishalle“ und einen Ministerpräsidenten aus der Lausitz kann es kaum geben. Zudem muss der Landrat des neuen Großkreises ein Stück Blau- Gelb im Herzen tragen.
- Jeder Füchse- Fan sollte in seinem Freundes- und Bekanntenkreis um die Gunst potenter Firmeninhaber werben. Zudem sind Hinweise, wo es sich lohnen könnte, in Sachen Sponsoring nachzufragen, sicher stets willkommen.

Denn wie mir Matthias Kliemann bestätigte, sind auch in Zeiten des sportlichen Höhenfluges neue Geldgeber nicht einfach so im Dutzend zu akquirieren. Unter diesem Aspekt ist dann wohl auch der „Unterstützerclub der Lausitzer Füchse“ zu verstehen, der schnell wachsen und zu massiver Eigendynamik finden möge. Beredtes Zeugnis, wie hoch die Gunst erfolgreicher Weißwasseraner Eissputniks noch immer ist, war das „Italienische Frühstück“ mit einer Besucherzahl, die sich nahe am Zuschaueraufkommen von Dienstagspielen in Misserfolgszeiten bewegte.

Hoffen wir also auf finanzielle Zuwächse sowie wirtschaftliche Stabilität und freuen wir uns schon auf den kommenden Freitag bzw. noch mehr den nächsten Sonntag, wenn zunächst Schwäne und dann „einäugige Frost- Banditen“ auf dem Speiseplan stehen. Vielleicht hat ein gewisser R.B. auf dem Höhepunkt seiner Karriere (* g *) bis dahin schon im EHC Freiburg den nächsten Verein gefunden, der auf Läuterung hofft und spätestens im kommenden Herbst mit einer Verletzung, äh: „Versetzung“ konfrontiert wird.

Ich sah mich noch konfrontiert mit folgendem Satz aus einem Spielbericht, welcher im „einzig wahren“ Fachmagazin abgedruckt war: “Mit einer Rumpftruppe von gerade einmal fünf Verteidigern und acht Stürmern gewannen sie völlig verdient gegen eine über weite Strecken überheblich wirkende Truppe aus der Lausitz mit 4:3.“ Nanu: Ohne Mizzi und Roche sollen unsere Füchse nach der grandiosen Abwehrschlacht gegen Bietigheim dann in Heilbronn arrogant aufgetreten sein? Und „Sascha ich kaufe ein T“ war dann wohl gut? An alle Augenzeugen des Spiels: Hat der Fachmagazinfachexperte echten Sachverstand oder gehört er „korrigiert“? Noch duellieren wir uns ja zweimal mit den Käthchenstädtern! Übrigens: Verfasst hat den Spielbericht vermutlich ein Schreiberling namens Thorwartl. Ihr wisst schon: Thorwartl und Linksaußen...

Trotzdem gilt wie immer: Bleibt sauber! Und: Alles was recht ist!

Euer Sebastian Matthieu
1805 mal gelesen
 
1 | Fredi | 08.11.2008 @ 09:07
Seit Freitag Mittag warte ich auf den "P.F.I.F.F". Aber Fehlanzeige! Nun ist er endlich da und mit gewohnter Klasse. Darin ist alles gesagt. Was das eventuell fehlende Geld angeht - vielleicht hat Herr Ackermann von der DB die Möglichkeit, auf einen seiner vielen Boni zu verzichten. Das hätte zur Folge, dass wir für die nächsten 10 Jahre liquide wären und er würde sich nach wie vor ein warmes Mittagessen leisten können.
2 | DavidH. | 08.11.2008 @ 09:50
also Punkt eins der Zukunftssicherung könnt ihr gleich mal getrost streichen.
3 | Fuchstino | 08.11.2008 @ 10:19
Was anderes wird uns auch nicht übrig bleiben als weiter solide zuwirtschaften.Es war doch schon immer ein kommen und gehen was die Leistungsträger an geht da ist es beim Hockey nicht anders wie im Fußball die großen Clubs werben die (Stars) der kleinen Vereine ab und die müssen dann schauen das sie wieder mit weniger Geld ein unbekanntes Juwel finden und dafür gibt es ja Leute wie der Ralf Hantschke
4 | Fuchstino | 08.11.2008 @ 10:21
Ach und sehr guter Pfiff wie gewohnt
5 | Odin | 08.11.2008 @ 10:32
Alle Jahre wieder....Die Kaderschmiede ist kein Zuckerschlecken und eh ein Stück weit Glück. Alle Leistungsträger wird man nicht halten können. Mit etwas Glück tippe ich mal auf 3 oder 4. Mit den momentanen Leistungen von Mizzi, MacDonald, und Co locken nicht nur mehr Geld, sondern auch eine höere Spielklasse. Will man da mithalten, muss man sich schon sehr ins Zeug legen. Nichts gegen das Verhandlungsheschick der Oberfüchse, aber an ein solches Unterfangen glaube ich nicht.
6 | Odin | 08.11.2008 @ 10:34
Sofern die Saison weiter so gut läuft wie bisher, sollten wir es einfach genießen und hoffen, dass nächste Saison wieder 1...2 Glücksgriffe gelingen.
7 | eagleeye | 08.11.2008 @ 13:21
sehe ich auch so. freuen wir uns über das heute und jetzt. wenn sich zwei drei mann bei uns so entwickeln das sie höherklassik spielen können nächstes jahr dann können wir in wsw darauf stolz sein denn dann muss man einiges richtig gemacht haben im fuchsbau.
8 | Opi | 08.11.2008 @ 13:57
Guter Beitrag! Auch ich sage:Punkt eins der Liste vergeßt mal ganz schnell.Die Hoffnung auf eine neue Halle haben glaub ich schon einige verloren.Und somit auch die Möglichkeit einer besseren Vermarktung.Vielleicht sollte Herr.Matthieu in der Sponsorensuche auch einmal voran gehen, ich denke genug Verbindungen hat er ja... Was die Leistungsträger betrifft wird es so sein wie immer, wer für uns gut ist-wird nicht lange bei uns bleiben, so ist das nun mal im Profisport.Leider, also nix für ungut.
9 | Opi | 08.11.2008 @ 13:58
Bleibt also nur für Ralf neue Juwelen zu suchen und das beste daraus zu machen.
10 | sachse | 08.11.2008 @ 17:16
Sollte es noch keine Gespräche gegeben haben könnte man ja in der Oberlausitz fündig werden und die Geschäftsführer einer Neugersdorfer Firma welche stark im Fußballsponsoring (Bayern,AC Mailand,Real Madrid) vertreten ist auch für den lokalen Sport in WSW begeistern. Ein Versuch ist es Vielleicht wert.
11 | Odin | 08.11.2008 @ 17:24
@9, was kann man aus einem Juwel noch Besseres machen. Ich wäre ja mit so nem Kiesel vollends zu frieden. *g*
12 | P.F.E.I.F.F.E.R | 08.11.2008 @ 20:09
@8:Gute Idee.Ich werde gleich mal gucken, gegen wen wir alles wegen Insolvenzverschleppung ermittelt haben... ;-))
13 | Stadtfuchs | 09.11.2008 @ 11:52
Eine Frage am Rande: Mit welchem Zuschauerschnitt kalkuliert man eigentlich die Saison? Ich hoffe nicht über 1600. Damit sollte dem sportlichen Höhenflug doch bei konservativer Budgetrechnung ein gewisses Plus in der Erfolgsrechnung bleiben, wenn ein nachhaltiger Schnitte von über 1800 geholt wird. Den investiert man im nächsten Jahr für entsprechende Handgelder ...
14 | Hoywoyfux | 09.11.2008 @ 18:22
@ 12 /grins/ gerade da wird`s wohl viel zu holen geben ... - ansonsten halte ich es ebenfalls mit Goethe (siehe oben). So sieht es derzeit (dank des Trainers) sehr gut aus, doch werd ich den Wein nicht vor dem Abend loben ... der Erfolg gibt vielen recht und Ruhe. Bin mal gespannt, was noch kommt.
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