Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
P.F.I.F.F.
27.01.2009 | 18:16 Uhr von
Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditionsreichen und im alljährlichen Absturz befindlichen Weißwasseraner Eishockeys! Der „Heiland“ ist wieder da! Was seit vielen Tagen durch die Gerüchteküche brodelte, ist nun wahr geworden. Und weil das so ist, schreibe ich Euch heute nur mittelbar und dem großen und letzten Hoffnungsträger dafür sozusagen „direkt“.

Lieber Carsten Gosdeck,

was man im Leben richtig oder falsch gemacht hat, weiß man ja immer erst hinterher. Das Gute ist: Vieles lässt sich korrigieren! Manche Fehlentscheidungen sind zudem so lehrreich, dass man die daraus zu ziehende Erfahrung nicht mehr missen möchte. Ob das auf Dich und die Episode Riessersee zutrifft, vermag ich nicht zu beurteilen. Allein der Umstand aber, dass Du, ein waschechter „Wessi“, den Wunsch hattest, zurückzukehren in den „fernen Osten“, in das so unge- und angeblich auch unbeliebte Weißwasser, ist mehr als eine Randbemerkung wert. Dazu kommt: Die aktuelle Situation ist alles andere als einfach. Sportlich läuft es wie im Vorjahr. Nichts Neues also für Dich. Und doch ist alles anders. Das wirst und musst Du schnell merken. Für uns Fans kommst Du als der Retter, der sofort wieder zur Leitfigur mutieren und Tore am Fließband schießen kann. Für die sportliche Leitung kommst Du als wichtige Verstärkung, der man Zeit gibt, sich einzugewöhnen. Das Problem ist: Wir haben kaum Zeit! Für den Trainer kommst Du als rechte Hand, wahrscheinlich auch als Freund. Du sollst sofort ein Führungsspieler werden. Für die Mannschaft aber kommst Du auf jeden Fall auch als „Unruhestifter“. Das muss nichts Schlechtes sein, wenn eine inzwischen etablierte Hackordnung ins Wackeln kommt. Aber der Mensch hat in aller Regel nicht nur gute Eigenschaften. Und weil das so ist, bin ich bei aller Freude über Deine Rückkehr auch etwas in Sorge, ob und wie Du es am Ende allen recht machen kannst. Der eine Spieler fürchtet um seinen Platz in der ersten Reihe, der andere darum, in der Publikumsgunst vielleicht nur noch auf Rang zwei einzukommen. Der dritte Akteur hat endlich die Gelegenheit, Verantwortung abzuschieben: Mach’ du es- verdienst ja auch mehr. Der Vierte beneidet Dein ungetrübtes Verhältnis zum Trainer. Der Fünfte fühlt sich als plötzlich überflüssig... Anders als im Sommer 2007 musst Du in einer für Dich überwiegend fremden Mannschaft schnellstens von 0 auf 100 kommen und Deinen „Stand“ finden. Damals gab es nur einen Häuptling und reichlich Indianer. Heuer ist die Zahl der Häuptlinge größer als Eins - mit Dir dann sogar x plus 1.

Einer der Gründe, die uns in die aktuelle Bredouille geführt haben, war das Zerfallen des Spiels in Einzelaktionen. Jeder für sich suchte zu oft den Erfolg, selten wurde Eishockey als echter Mannschaftssport betrieben. Vielleicht hast Du da das Patentrezept parat, den wahren Teamgeist neu zu wecken. Denn eins steht nicht nur deshalb fest, weil Du es mir anlässlich des ersten Auftritts mit dem SCR in Weißwasser bestätigtest: Die aktuelle Mannschaft hat mehr Potential und Tiefe im Kader als die der Vorsaison. Ich behaupte sogar: Es ist die bestbesetzte Füchse- Mannschaft seit der Saison 2004/05, als uns Deine alten Mitspieler Wikki und Lindmark oder auch Kreitl, Rohre und Sekera in die Play- offs schossen. Platz 11 und niedriger ist indiskutabel.

Du hast letzte Saison erlebt, wie Ihr abgeschmiert seid. Aktuell haben wir aus den letzten 22 Spielen sechs Siege und 19 Punkte geholt. Die Misere begann am 02.11.2008 mit einem 3:4 in Heilbronn. Ich habe mal in die Annalen geguckt und dabei entdeckt, dass am 02.11.2007 mit einem 2:4 daheim gegen Kassel der schleichende Abstieg eingeleitet wurde. Aus den damals folgenden 22 Spielen wurden sechs Siege und 20 Punkte geholt. Noch „paralleler“ geht es ja fast kaum. Das Verblüffende: Ohne Dich - denn Du bist ja nicht wirklich „weg“ gewesen *g* - stehen im Vergleich zum Vorjahr noch immer 17 Neue (einer, der 18., ist schon wieder weg; mal von denen abgesehen, die gar kein Punktspiel erlebten) im Team. Wie erklärst Du Dir diesen Gleichlauf der Dinge? Und viel wichtiger: Wie ist zu verhindern, dass es nicht weiter so „parallel“ wie 2007/08 läuft?

Ich möchte angesichts der Erwartungshaltung und den nicht von der Hand zu weisenden Unwägbarkeiten nicht in Deiner Haut stecken. Zum Glück bist Du sicher erfahren genug, um mit dieser Situation umzugehen. Ob Du sie so schon einmal erlebtest, weiß ich nicht. Stelle Dir vor, Du schießt am 13. Februar Deinen alten Club mit drei Toren in die Abstiegsrunde. Dann bist Du hier der Held. Aber Helden haben auch Feinde. „Verräter!“, werden sie Dich in Garmisch dann nennen. So schmal ist der Grat. Denn der Sportsgeist hat auch im Eishockey leider stark gelitten. Andererseits finde ich es eine beachtliche Geste vom SCR, Dich nicht für das Spiel gegen uns vertraglich zu sperren. Vielleicht hast Du bei uns mal im Forum die „Stimmungslage“ verfolgt. Ich versuche mir gerade auszumalen, wie unsere Vereinsführung „gelobt“ worden wäre, wenn sie in einer derartigen Konstellation im Sinne des Sports entschieden hätte...

Lieber Carsten,

bereits am 05.12.2007 habe ich Dir in einer meiner Kolumnen „Unsterblichkeit“ zugebilligt. Das las sich nach einem 5:2 über den EV Landsberg so: Die nicht zu dem Spiel erschienenen Zuschauer...

„...verpassten nicht nur unser EHC- Team auf dem Wege der Besserung, sondern zugleich das grandioseste Tor der letzten ??? Jahre! Scheibenannahme an der gegnerischen blauen Linie nach Hechtsprung im Liegen, schneller wieder auf den Beinen, als die Verteidiger zurückeilen konnten- und dann noch obercool den starken Endras verladen- Gose: Mit diesem Treffer hast Du Dich in Weißwasser unsterblich gemacht. Natürlich ist mir auch klar, dass Carsten nach Höherem (sportlich und Gehalt *g*) strebt. Aber nach den Leistungen im bisherigen Saisonverlauf und jetzt diesem Beleg seiner Klasse könnte man die Saisonplanungen für die nächste Zweitligaspielzeit durchaus etwas vorantreiben und schon mal anklopfen, ob da eventuell ein mehrjähriges Engagement denkbar ist.“

Besser spät als nie soll es nun auch mehrjährig werden. Deinem „Edelfan“ Bernd Nadebor sei Dank! Deine Geste nach dem besiegelten sportlichen Abstieg in Bremerhaven ging mehr unter die Haut, als der verpasste Klassenerhalt. Du hast Dich und Deine Gesundheit (Knie) im Dienst der Füchse nie geschont. Auch deshalb freue ich mich sehr auf Dein Comeback! Ich wünsche Dir physische und mentale Stärke sowie den richtigen Drive, um schnell auf Touren zu kommen. Vielleicht kannst Du der Mannschaft auch vermitteln, dass es nur besser werden kann, wenn sich jeder auf seine Stärken und seine Aufgaben besinnt, ohne nach dem Nebenmann zu schielen. Nur GEMEINSAM kommt Ihr aus dem Tal der Tränen. Du startest gegen Bietigheim. Gegen die Steelers gab es den letzten überzeugenden Auftritt hier. Am 31.10.2008 haben wir 1:0 gewonnen. Seither herrschte häufig Tristesse. Es wäre nun an Dir, neue Impulse für neue Siege zu setzen. Die Fans hätten es mehr als verdient. Sie haben übrigens nach dem letzten Spiel laut nach Dir gerufen: „Absteiger!“ ;-)) Das willst Du doch nicht zweimal sein???

Alles Gute- für Dich und uns!

Und falls Du es noch nicht weiß – hier gilt immer: Bleibt sauber! Und: Alles was recht ist!

Sebastian Matthieu
2019 mal gelesen
 
1 | Maik+Eve | 27.01.2009 @ 20:41
Klasse geschrieben!Dicker Daumen nach oben
2 | Eddy08 | 27.01.2009 @ 21:30
Manchmal sollte man warten mit dem Schreiben, sicher kann man jemanden begrüßen, manchmal kann solch Lobdudelei auch nach hintenlosgehen, lasst ihn doch erstmal ankommen, sich im Team zurechfinden und überschüttet ihn nicht mit euren Erwartungen, die können nämlich lähmen... mein Gott er ist nur ein Mensch, ein Spieler und kein Messias...
3 | Mozart | 27.01.2009 @ 22:48
Du hast den Text nicht verstanden...
4 | keeper | 27.01.2009 @ 23:06
Stimmt, hat er nicht.
5 | keeper | 27.01.2009 @ 23:07
Ansonsten wieder saubere Arbeit vom Pfeiffer aus dem Walde.
6 | Hoywoyfux | 27.01.2009 @ 23:21
@3 da sind wir mal einer Meinung ;-) ; Hey Pfiffikus, da haste die richtigen Worte gefunden; Ohne Dir die Sichtweise der "97" anzumaßen, skizzierst Du genau die Fettnäpfe, in die unser Riese treten kann. Und so bleibt er auch ganz einfach menschlich.
7 | Taubentreter | 28.01.2009 @ 00:34
Herr P.F.E.I.F.F.E.R.......*applaus* Sehr schöner Beitrag! Ich denk mal schwer, Gose wird ihn lesen. Und verstehen wird er ihn auch definitiv! Weitermachen! Gruss TT!
8 | Eddy08 | 28.01.2009 @ 12:26
Was habe ich denn nicht verstanden, oder wie soll ich es denn verstehen? Vielleicht kann mir ja einer derer die ihn verstanden haben, einen Tipp geben, ich bin da sehr aufnahmefähig, ich habe nun mehrfach diesen gut geschriebenen Artikel gelesen und bin noch immer meiner Meinung.
9 | Matzl | 28.01.2009 @ 13:01
Sehr guter, da differenzierter Beitrag, frei von "Lobhudelei"!
10 | HeavensDJ | 28.01.2009 @ 14:34
@8 genau auf diese Problematik spielt der ganze Text an. Sauber gelesen Eddy...
11 | Opi | 28.01.2009 @ 22:17
Ein sehr gut geschriebener Artikel, der irgentwie auch unter die Haut geht, weiß nich, ob das jemand verstehen kann... Ist im Moment so meine Gefühlslage.Sebastian :weiter so!!!
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