Das wird nichts für schwache Nerven: Den Fischtown Pinguins steht ein ähnlich dramatisches Saisonfinale wie im vergangenen Jahr bevor, als der Klassenerhalt erst in den Playdowns gegen die Lausitzer Füchse gesichert wurde. Gestern verloren sie bei eben jenem Gegner mit 2:5 (1:1, 0:2, 1:2) und damit ihr sechstes Spiel in Folge.
Man kann den Pinguins nicht vorwerfen, dass sie es nicht versuchen. Was sich allerdings auch gestern wieder zeigte: Nach einem Rückschlag resignieren die Spieler zu schnell. Sie scheinen den Glauben daran verloren zu haben, dass man einen Rückstand auch drehen kann. „Es war wie so häufig in den letzten Spielen: Wir fangen super an, kassieren dann ein oder zwei dumme Tore und hören auf zu spielen“, bilanzierte Pinguins-Trainer Craig Streu.
Tatsächlich legten seine Männer in Weißwasser gut los, rackerten wie sich das im Abstiegskampf gehört und wurden mit dem frühen 1:0 belohnt. Thomas Holzmann verwandelte nach einem Schuss von Derek Dinger den Abpraller. Das 1:1 für die Gastgeber fiel äußerst glücklich. Ein Bremerhavener Spieler bekam einen Pass von Ervin Masek an den Schlittschuh und von dort ging der Puck ins Tor. Das kann passieren. Streu ärgerte sich aber so sehr über den Scheibenverlust, der dieser Szene vorausging, dass er Verteidiger Nick Anderson im Mitteldrittel auf der Bank schmoren ließ. „Er war nicht voll bei der Sache“, lautete das Trainer-Urteil.
Dabei konnte Anderson an der Seite seines gewohnten Partners Rob Smith spielen, der nach seiner Hüftverletzung wieder dabei war. Nikolai Goc spielte zusammen mit Danny Pyka. „Er hat sich gut eingefügt“, meinte Streu, „auch wenn er natürlich noch nicht wieder der Alte ist.“ Goc machte gestern sein erstes Spiel nach seinem Jochbeinbruch. Am Freitag hatte er bei den Hannover Scorpions keine Eiszeit bekommen.
Der zweite Abschnitt begann mit Großchancen für die Pinguins. Chris Falloon machte den Anfang, wenig später hatte Sergej Janzen die Arme schon hochgerissen, doch die Scheibe hatte nach seinem „Bauerntrick“ die Linie nicht überschritten. Und Matthias Forster hätte in der 27. Minute das Führungstor schießen müssen, als er allein vor dem Tor von Ryan MacDonald auftauchte.
Die Pinguins liefen langsam heiß, doch dann folgte die kalte Dusche: Martin Sekera musste auf die Strafbank und der Ex-Bremerhavener Marvin Tepper nutzte die Überzahl in der 30. Minute zur Führung der Gastgeber.
Nun drehte sich das Spiel komplett. Patrick Saggau erzielte das 3:1, als die Pinguins viel zu weit aufgerückt waren und Platz zum kontern boten. So leicht darf man es dem Gegner nicht machen. Damit war das Spiel so gut wie gelaufen. Die Gastgeber konnten ihren Vorsprung relativ leicht verwalten. Die größte Chance, noch einmal zurückzukommen, hatte das Streu-Team in der 54. Minute, aber Falloon traf in einem Überzahl-Spiel nach Pass von Holzmann das leere Tor nicht.
So kam es ganz bitter: Kenny Roche kam gerade von der Strafbank zurück, da kam er an die Scheibe und konnte allein auf Alfie Michaud zufahren. Er ließ sich die Chance zum 4:1 nicht nehmen. Vitalij Janke erzielte in der Schlussminute noch das 2:4. Als Michaud dann dem sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte, erstickte erneut Masek mit dem 5:2 ins verwaiste Tor das letzte Fünkchen Hoffnung.
Fünf Spiele haben die Pinguins nun noch, um das Abrutschen auf einen Abstiegsrang zu verhindern. Sie liegen punktgleich mit den Lausitzer Füchsen und dem SC Riessersee. Es wird ein Nervenspiel, das Streu mit einer neuen Führungskraft angehen will. Vor dem gestrigen Spiel hat er Martin Sekera als Mannschaftsführer abgesetzt.
Sekera stand in den vergangenen Wochen nach durchwachsenen Leistungen in der Kritik. Hinzu kommen private Probleme. „Er kann sich nicht voll auf Eishockey fokussieren, deshalb habe ich einen neuen Kapitän benannt“, erläuterte Streu den Wechsel. Brandin Cote soll die Mannschaft in den ausstehenden Spielen führen. „Er ist ein Typ, der die Spieler mitreißen kann, der hundertprozentig bei der Sache ist.“
Hundert Prozent werden auch nötig sein, um das Abstiegsgespenst wieder zu verjagen.
Quelle: Nordsee-Zeitung
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Man kann den Pinguins nicht vorwerfen, dass sie es nicht versuchen. Was sich allerdings auch gestern wieder zeigte: Nach einem Rückschlag resignieren die Spieler zu schnell. Sie scheinen den Glauben daran verloren zu haben, dass man einen Rückstand auch drehen kann. „Es war wie so häufig in den letzten Spielen: Wir fangen super an, kassieren dann ein oder zwei dumme Tore und hören auf zu spielen“, bilanzierte Pinguins-Trainer Craig Streu.
Tatsächlich legten seine Männer in Weißwasser gut los, rackerten wie sich das im Abstiegskampf gehört und wurden mit dem frühen 1:0 belohnt. Thomas Holzmann verwandelte nach einem Schuss von Derek Dinger den Abpraller. Das 1:1 für die Gastgeber fiel äußerst glücklich. Ein Bremerhavener Spieler bekam einen Pass von Ervin Masek an den Schlittschuh und von dort ging der Puck ins Tor. Das kann passieren. Streu ärgerte sich aber so sehr über den Scheibenverlust, der dieser Szene vorausging, dass er Verteidiger Nick Anderson im Mitteldrittel auf der Bank schmoren ließ. „Er war nicht voll bei der Sache“, lautete das Trainer-Urteil.
Dabei konnte Anderson an der Seite seines gewohnten Partners Rob Smith spielen, der nach seiner Hüftverletzung wieder dabei war. Nikolai Goc spielte zusammen mit Danny Pyka. „Er hat sich gut eingefügt“, meinte Streu, „auch wenn er natürlich noch nicht wieder der Alte ist.“ Goc machte gestern sein erstes Spiel nach seinem Jochbeinbruch. Am Freitag hatte er bei den Hannover Scorpions keine Eiszeit bekommen.
Der zweite Abschnitt begann mit Großchancen für die Pinguins. Chris Falloon machte den Anfang, wenig später hatte Sergej Janzen die Arme schon hochgerissen, doch die Scheibe hatte nach seinem „Bauerntrick“ die Linie nicht überschritten. Und Matthias Forster hätte in der 27. Minute das Führungstor schießen müssen, als er allein vor dem Tor von Ryan MacDonald auftauchte.
Die Pinguins liefen langsam heiß, doch dann folgte die kalte Dusche: Martin Sekera musste auf die Strafbank und der Ex-Bremerhavener Marvin Tepper nutzte die Überzahl in der 30. Minute zur Führung der Gastgeber.
Nun drehte sich das Spiel komplett. Patrick Saggau erzielte das 3:1, als die Pinguins viel zu weit aufgerückt waren und Platz zum kontern boten. So leicht darf man es dem Gegner nicht machen. Damit war das Spiel so gut wie gelaufen. Die Gastgeber konnten ihren Vorsprung relativ leicht verwalten. Die größte Chance, noch einmal zurückzukommen, hatte das Streu-Team in der 54. Minute, aber Falloon traf in einem Überzahl-Spiel nach Pass von Holzmann das leere Tor nicht.
So kam es ganz bitter: Kenny Roche kam gerade von der Strafbank zurück, da kam er an die Scheibe und konnte allein auf Alfie Michaud zufahren. Er ließ sich die Chance zum 4:1 nicht nehmen. Vitalij Janke erzielte in der Schlussminute noch das 2:4. Als Michaud dann dem sechsten Feldspieler Platz gemacht hatte, erstickte erneut Masek mit dem 5:2 ins verwaiste Tor das letzte Fünkchen Hoffnung.
Fünf Spiele haben die Pinguins nun noch, um das Abrutschen auf einen Abstiegsrang zu verhindern. Sie liegen punktgleich mit den Lausitzer Füchsen und dem SC Riessersee. Es wird ein Nervenspiel, das Streu mit einer neuen Führungskraft angehen will. Vor dem gestrigen Spiel hat er Martin Sekera als Mannschaftsführer abgesetzt.
Sekera stand in den vergangenen Wochen nach durchwachsenen Leistungen in der Kritik. Hinzu kommen private Probleme. „Er kann sich nicht voll auf Eishockey fokussieren, deshalb habe ich einen neuen Kapitän benannt“, erläuterte Streu den Wechsel. Brandin Cote soll die Mannschaft in den ausstehenden Spielen führen. „Er ist ein Typ, der die Spieler mitreißen kann, der hundertprozentig bei der Sache ist.“
Hundert Prozent werden auch nötig sein, um das Abstiegsgespenst wieder zu verjagen.
Quelle: Nordsee-Zeitung