Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
P.F.I.F.F.
20.02.2009 | 12:58 Uhr von
Popeyes Füchse Im FanFokus
Liebe Freunde des traditionsreichen und rhythmusgestörten Weißwasseraner Eishockeys! Früher gab es Samstag immer Eintopf- aus: Kartoffeln vom Montag, Soße vom Dienstag, Fleisch vom Mittwoch, Gemüse vom Donnerstag, Badewasser vom Freitag... Nun gibt’s am Sonnabend Eishockey. Prima! Da muss man die kompletten Wochenendplanungen umstellen. Und das nur, um sich eine Heimniederlage unserer Füchse anzugucken. „Spinnt der?“, werdet Ihr jetzt denken: „Wieso Heimniederlage?“ Dafür gibt es zwei durchschlagende Gründe. Der Erste: Samstag ist für uns der 30. Spieltag. Zwischen dem 23. und 42. Spieltag holten wir nur drei Siege; davon zwei auswärts. In dieser Phase gelangen uns nie zwei Erfolge in Serie. Und am 29. Spieltag wurde in Heilbronn mit 3:2 triumphiert... Der Zweite: Landshut hat „Lolli- Mike“ gefeuert. Sah immer so lustig aus, wenn Sportskamerad Bullard vor den Matches beim Warmspielen mit einem Lutscher (vermutlich in eine der zahlreichen Zahnlücken geklemmt) im Mund die Reihenzusammenstellung des Gegners zu erhaschen versuchte. Nun ist der Mike weg. Bereits zweimal – wenn ich nichts vergesse – hatten wir in dieser Saison die Ehre, gegen Teams anzutreten, die sich von ihrem Coach getrennt hatten. Zur Erinnerung: Gegen Schwenningen gab es im Spiel nach Pasanen daheim ein 2:5. Und Dresden rückte nach der Tabor-/ Keresztes- Ära mit Markus Berwanger im Fuchsbau an und schaffte ein 3:1. Nun seid Ihr dran: Weshalb und wie sollen wir bei diesen Vorzeichen gegen den EVL eine Chance haben???

Unser Thomas Popiesch lässt sich von solchen „Orakeln“ nicht beeindrucken. „Gegen Dresden waren wir besser, hätten einfach gewinnen müssen. Da hat der neue Trainer nicht die entscheidende Rolle gespielt.“, reagierte der Oberfuchs auf meine „einschlägige“ Frage trotzig. Und ich sage sogar: Egal ob alter, neuer oder Interimstrainer – unsere Mannschaft ist individuell so gut besetzt, dass wir nicht einmal immer 60 Minuten vernünftig spielen mussten, um zuletzt aus fünf Partie elf Zähler zu holen. Wenn dieses Füchse- Team sich nicht den ewig langen und rein hausgemachten „Hänger“ gegönnt hätte, wäre eine Platzierung auch zwischen Rang 4 und 7 alles andere als eine Sensation gewesen. Und weil das so ist und wir mit Carsten Gosdeck und Boris Flamik nun noch einen zusätzlichen „Qualitätssprung“ machen konnten, müssen jetzt die dereinst verschenkten Punkte ohne Wenn und Aber geholt werden. Gegen Landshut stehen bisher zwei Niederlagen zu Buche. Das kann nicht alles sein. Und gegen die Eislöwen gilt es, die Scharte der so blöden Heimniederlage auszuwetzen. Punkt!

Wofür aber nutzt der ganze Aufwand am Ende möglicherweise? Was wird, wenn Bad Tölz nach mehr als drei „verschleppenden“ Wochen nun doch das tut, was längst überfällig ist; nämlich Insolvenz anmeldet?!?! Ob es für diesen „Fall“ schon offizielle Lösungsvorschläge in Sachen „Wie weiter?“ gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Denkbar wäre, dass Dresden und Crimme aus der Bürgschaft, die ja jeder Zweitligist – also auch Tölz – stellen musste, befriedigt werden. Denn einfach so mal noch vier Spiele gegeneinander um Nichts wären mit Sicherheit kein Kassenschlager. Tölz dürfte dann nicht Play- offs spielen. Also rückt der Siebte für Tölz in die „direkten“ Play- offs und der Elfte für den Siebten in die Pre- Play- offs nach. Käme es so, dann wäre für uns das von Gose schon lange geforderte bzw. prognostizierte „Umschiffen“ der Pre- Play- offs absolut kein Ding der Unmöglichkeit und mit sechs Wochenendpunkten sicher auch das lohnenswerte Ziel.

Lohnenswert – weil Ausgangspunkt für weitergehende Ausführungen - scheint mir auch mal folgendes Zitat (aus der aktuellen EHN):

„Wir haben gearbeitet, aber was gefehlt hat, war die Leidenschaft, der letzte Biss. Wir müssen dahin gehen, wo es weh tut, vor das Tor. Wir müssen mit Herz und Emotionen spielen. Wir schießen auch viel zu wenig, einige Spieler denken wohl, es sei verboten zu schießen.“

Nein, diese Worte stammen nicht aus dem Mund bzw. von den Tonbandaufzeichnungen des Füchse- Coaches. Dieses im Fuchsbau wohlbekannte Klagelied sang Kim Collins. Das ist jener Trainer, der beim SC Riessersee erst den Gose verärgert hat, dann rausflog und nun Schwenningen zielsicher in den Tabellenkeller führt. 0:4 haben die Schwäne gegen Freiburgs Wölfe verloren. Schwenningen: Was ist nur aus dieser Mannschaft geworden??? Vor der Saison hoch gehandelt, super besetzt, Halle neu – und nun??? Das Beispiel SERC zeigt, dass der Sport nur selten ein Wunschkonzert ist und Erfolg von mehr Faktoren als nur der Kaufkraft abhängt. Insofern geht es also nicht nur uns so, dass es nicht vollends nach Plan läuft. Anderswo sind die Nöte – da bin ich mir ziemlich sicher – viel größer als in Weißwasser. Weil Geduld nicht irgendwo erworben werden kann und ohnehin eine der knappsten Ressourcen ist, wird wieder zu dem gegriffen, was nicht da ist: Geld. Die Spirale dreht sich und wir sind zurück in Bad Tölz. Möge uns ein derartiges Schicksal erspart bleiben. Der Weg ist einfach wie schwierig: Klasse in Sachen Geldbeschaffung ermöglicht Klasse in Sachen Spielerpotential. Klasse in der sportlichen Leitung ermöglicht klasse sportliche Leistungen. Und über allem „wacht“ Fachkompetenz und Charakterstärke.

Typisch Sport ist auch, dass in Erfolgszeiten Ruhe an den Kritikerfronten herrscht. Beispiel: In „Matzes82 T.P. Trainerthread“ gab’s seit 7. Februar keine ernsthaften Forderungen mehr nach einer Trainerentlassung... ;-)) Dafür musste ich, der Kolumnist, in einer Kolumne (Kolumnen scheinen ja jetzt wirklich IN zu sein...) – nämlich „Konzoks Corner“ (auch EHN) – neue „Attacken“ auf Thomas Popiesch zur Kenntnis nehmen. Der „...ziert die Erklärungsspalte bei ‚ahnungslos’...“, war da zu lesen. Hintergrund: Es ging in der „Druckspalte“ um die Entlassung des Charakterkopfes Mike Bullard und damit das Verschwinden des letzten polarisierenden „B“’s. Statt dessen stünden nur noch Spaßbremsen mit „B“ hinter der Bande: Berwanger, Brittig, Brunner – und Bobiesch. Im Zusammenhang mit den anderswo nachzulesenden angeblichen Ambitionen, unseren Coach nach Dresden locken zu wollen, weil da im Herzen Sachsens jetzt die Preußen das Sagen bekommen, kriegt das „Bobiesch“ gleich einen ganz anderen Touch. Hat er vielleicht schon in der verbotenen Stadt unterschrieben? Wird Thomas jetzt „eingesächsischt“, um das Wunder von Weißwasser jetzt auch in Dresden zu schaffen? (Wobei das nicht klappen kann, da wir ja unabsteigbar sind!!!!!) Und was ich gleich gar nicht verstanden habe, war der Satz bei Kronzok: „Das lustige Trio verweigert auch im Untergeschoss tapfer wie stur jeglichen Ansatz eines Lachens, der Vierte im Bunde weilt indes im Archiv und schlägt im Eishockey- Almanach von 1969 nach, um sich dem Begriff Taktik einmal anzunähern.“

Soll das bedeuten, die Füchse würden ohne Taktik spielen? Oder mit der falschen? Wie gesagt, ich verstehe das nicht...

Ebenso wenig wie die angeblich unmittelbar bevorstehende Einbürgerung von Nolan McDonald. Für alle Erinnerungslückenhaber: Das ist der, der die Eislöwen ins Psychotief und die Oberliga hielt. Ein langjähriger durchgehender Aufenthalt in Deutschland kann nach den zuletzt elf Monaten in Kanada oder auch in Anbetracht der üblichen Sommeraufenthalte hinterm Teich nicht das durchschlagende Argument sein. Vielleicht gibt es ja Verwandte. Oder es reißen wieder Eindeutschungszustände ein, wie dereinst in Freiburg. Da war ja sogar der Fahrer der Eismaschine ein Tscheche mit deutschem Pass...

In diesem Sinne: Bleibt sauber! Und: Alles was recht ist!

Euer Sebastian Matthieu
1124 mal gelesen
 
1 | Turbotox | 20.02.2009 @ 14:25
Beim Thema "Ruhe an den Kritikerfronten in Erfolgszeiten" stellt sich mir dann aber die Frage welche Erfolge unter dem Scheffel der eigenen Ansprüche, Erwartungen und Ziele bis zum heutigen Zeitpunkt zu finden sind?! Wenn man nach Niederlagenserien zwei, drei Siege als Erfolg bucht mag das kurzzeitig helfen. Jedoch abgerechnet wird wie immer am Schluss. Und deshalb glaube ich, lieber P.F.E.I.F.F.E.R, dass die Diskussion um T.P. lange noch nicht ausgestanden sind…. In diesem Sinne, Sport frei!
2 | Opi | 20.02.2009 @ 14:48
Es gibt immer Kritiker, die was an der Arbeit des Trainers auszusetzen haben, sei es berechtigt oder aus reiner Klugscheisserei. Daran wird sich nichts ändern. Ansonsten, Sebastian, wieder ein sehr guter Artikel. Vor allem Deine kulinarische Köstlichkeit am Anfang des Beitrages hat es mir angetan, wenn Du den mal kochst, lad mich mal ein.In diesem Sinne-Sport frei!!!
3 | Taubentreter | 20.02.2009 @ 21:08
Tja... da trifft der P.F.E.I.F.F.E.R. dem "Prognosennagel" auf'n Kopp! Landshut...naja... ich wees ja nich...! Aber das mit dem Kochen...*grübel* Badewasser vom Freitag??? Freitag wird doch garnich gebadet.... sondern jeden 2ten Sonntag mit ungerader Datumsziffer im Monat! *g* Ansonsten... "Thumbs up!" für den P.F.I.F.F.
4 | Mozart | 20.02.2009 @ 22:29
Vielleicht meint er Mekkis Badewasser... ;-)
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