Die Lausitzer Füchse hatten in ihre wechselvollen Geschichte schon weitaus größere Pro bleme, als sich kurz vor dem Ende der Spielzeit zu einem höheren Saisonziel bekennen zu müssen. Schuld daran ist die Insolvenz der Tölzer Löwen, die mit chaotischem Geschäftsgebahren der 2. Eishockey-Bundesliga neue Finanzsorgen bescheren.
Barbara Lässig hatte am Sonntagabend, sagen wir mal so, nicht wirklich gute Laune. Die Vereinspräsidentin und starke Frau bei den Eislöwen Dresden ärgerte sich natürlich über die 2:4-Heimniederlage gegen die Lausitzer Füchse. Wobei Weißwasseraner Auswärtssiege in der sächsischen Landeshauptstadt ja fast schon zur Tradition werden. Wirklich sauer war Barbara Lässig jedoch über etwas anderes. Sie war sauer, weil ihr Team wegen der Tölzer Insolvenz nun aller Voraussicht nach nicht die lu krativen Abstiegsrunden- Duelle gegen Crimmitschau bestreiten darf und stattdessen den Klassenerhalt praktisch schon jetzt kampflos sicher hat. „Was nützt uns der Klassenerhalt, wenn wir am Ende rote Zahlen haben“, fragte sie den verdutzten Reporter des MDR-Fernsehens während des Interviews.
Zugunsten von höheren Zuschauer-Einnahmen um den Klassenerhalt zittern? Helau – darauf muss man selbst in Karnevalszeiten erst einmal kommen. Lässig treibt die Sorge um, dass auch andere Clubs mit in die Turbulenzen hineingezogen werden könnten, die vom Chaos in Bad Tölz ausgelöst worden sind. Nach wochenlangen Versuchen, das finanzielle Loch notdürftig zu stopfen, stellten die Tölzer Verantwortlichen am Samstag beim Amtsgericht Wolfratshausen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. So hat es zumindest der „Tölzer Kurier“ vermeldet.
Dem Vernehmen nach fehlen kurzfristig rund 300 000 Euro. Die langfristigen Verbindlichkeiten sollen sogar im siebenstelligen Bereich liegen. Trotz akuter Altschulden hat man sich eine zu teure Mannschaft gegönnt. Sie spielt zwar tolles Hockey und liegt auf Rang zwei, wurde aber scheinbar mit dubiosen Mitteln finanziert. Aus Angst davor, dass sie wegen der verschachtelten Gehaltszahlungen rechtliche Sanktionen befürchten müssen, boykottierten viele Spieler am Sonntag die Partie in Heilbronn. In der Branche wird getuschelt, dass bei den Gehaltszahlungen im Isarwinkl Brutto und Netto vertauscht worden sein könnten.
Was nun, Jungs? Nach dem vorzeitigen Klassenerhalt müssen sich die Füchse-Profis (v.l.) Thomas Götz, Patrick Saggau, Chris Straube und Patrick Strauch ein neues Saisonziel suchen. Foto: Aswendt
Eine Bestätigung des Insolvenzantrages durch den Verein gibt es nicht. Auch der Ligaverband hat sich bislang nicht positioniert und damit auch noch nicht bestätigt, dass Tölz entsprechend des Regelwerks als einziger Absteiger feststeht. Die Abstiegsrunde wäre dann überflüssig. Womit wir wieder bei der schlecht gelaunten Barbara Lässig angelangt sind. Rund 100 000 Euro, so rechnete sie vor, hätten die vier Heimspiele in der Abstiegsrunde den Eislöwen in die Kasse gespült. Eine mögliche Entschädigung durch den Verband für den Ausfall der Spiele falle viel geringer aus. Im März wären die Eislöwen also ohne nennenswerte Einnahmen. Lässig befürchtet das Schlimmste. „Es nützt doch am Ende niemandem, wenn Crimmitschau oder wir zum Insolvenzverwalter müssen, weil wir es finanziell nicht durchstehen.“ Allerdings ist es nicht üblich, die Einnahmen aus solchen Spielen von vornherein in vollem Umfang in die Kalkula tion einfließen zu lassen. Eben, weil im Sommer nicht kalkuliert werden kann, ob man erfolgreich in den Playoffs oder gegen den Abstieg spielt.
Die Stimmung bei den Füchsen ist dagegen der Karnevalszeit angemessen. Denn Auswärtssiege in Dresden gehören nach wie vor zu den höchsten Glücksgefühlen, die einem Weißwasseraner Fan zuteil werden können. Auch die Spieler, von denen nur wenige hier in der Lausitz geboren sind, schienen am Sonntagabend die Magie des Augenblicks begriffen zu haben. Das punktbeste Team des Trios aus dem Freistaat bedankte sich mit einem überdimensionalen Plakat „Sachsenmeister“ für die Unterstützung von den Rängen.
Am Ziel vorbeigeflogen: Die Dresdner Eislöwen beanspruchen trotz verpasster Qualifikation einen Platz in der Pre-Playoff-Runde, weil ihnen sonst überlebenswichtige Zuschauer-Einnahmen fehlen. Foto: Aswendt
Die Vereinsführung muss sich derweil mit einem Luxusproblem befassen. Wegen des vorzeitigen Klassenerhalts brauchen die Füchse nämlich dringend ein neues Saisonziel. Man habe sich „eine gute Ausgangsposition für die Pre-Playoffs oder die Playoffs geschaffen“, suchte Trainer Thomas Popiesch diplomatisch nach den richtigen Worten. Wie wäre es denn vier Partien vor dem Ende der Hauptrunde und nur noch zwei Punkten Rückstand auf Rang sechs mit einer klaren Ansage? Zum Beispiel: Wir wollen jetzt unbedingt in die Playoffs!
Verein, Mannschaft, Trainer und das Umfeld hätten es nach jahrelangem Abstiegskampf verdient. Was Dresden in dieser Saison noch verdient, ist dagegen offen. Club-Chefin Barbara Lässig hat vorsorglich einen ganz neuen Vorschlag ins Spiel gebracht. Weil die Abstiegsrunde wohl ausfallen wird, sollten Dresden als Vorletzter und Schlusslichtlicht Crimmitschau ihrer Meinung nach an der Pre-Playoff-Runde teilnehmen dürfen. Olle Kamellen? Abwarten. Morgen am Aschermittwoch ist zwar der Karneval vorbei. Das Chaos in der 2. Liga leider nicht. (Von Frank Noack)
Jetzt mal rein praktisch gedacht: Wie soll das denn mit zwei Teams mehr in den Pre- Play- offs funktionieren? Um den Meister auszuspielen brauchste zuletzt zwei (Finale), davor vier (Halbfinale), davor acht (Viertelfinale) Teams. Sechs sind direkt qualifiziert. Also sollten vier Mannschaften (7. bis 10.) die fehlenden zwei Teams ausspielen. Nach Frau Lässig hätten wir sechs Teams für zwei Plätze. Sollen die ne Doppelrunde spielen?Wäre das noch "Play-off"?
3 | Hoki | 24.02.2009 @ 12:52
Nö, die wollen , das die ersten 4 sicher in den Playoffs sind und Platz 5-12 die verbleibenden 4 Playoffplätze ausspielen, also 5.-12. , 6.-11, 7.-10. und 8.-9.
Wäre machbar, verstösst aber gegen die Durchführungsbestimmungen , die vor der Saison festgelegt wurden
4 | Odin | 24.02.2009 @ 13:49
Ich finds eh affig, dass der Modus aller Fürzelang geändert wird.
5 | Alexx | 24.02.2009 @ 16:46
Der Einwurf der drallen Blondine ist ja nicht ganz falsch. Die Art des Vortrages durchaus zum Schmunzeln.
Nun gut, jetzt ist wiederum der Verband gefordert. Lösungsansätze gibt es sicher, allerdings sind diese wirklich meist auf die Soli anderer Vereine angewiesen. Hier werden die Schwierigkeiten liegen.
6 | tanngrismir | 24.02.2009 @ 18:23
@ Hoki. Das würde bedeuten, daß die auf den Plätzen 5 und 6 platzierten FREIWILLIG ihre SICHERE PO-Teilnahme eintauschen gegen das Risiko eventuell gegen den 12. bzw. 11. auszuscheiden. Und das ganze weil die "dralle Blondine aus´m Osten" sonst "durchdreht". Bei aller Solidarität untereinander - ich als betreffender Verein würde mich hüten. Und wenn dd auf 5 oder 6 stehen würde wäre das Gezeter aber groß, wenn jemand so nen Vorschlag machen würde.
7 | Odin | 24.02.2009 @ 18:39
So ist es! Als wir Weinachten große Augen und Schmollmund machten, haben auch alle mit den Axeln gezuckt. Ich geb n Dreck auf der ihr Gejammer! Die Soll die Zeit nutzen um in der Volkshochschule Deutsch für Interviews zu pauken.
8 | Hoki | 24.02.2009 @ 18:57
Ich glaube auch nicht, das das passiert.
Ich wollte nur erklären, was sich die Dampfplauderin aus der Landeshauptstadt erhofft.
9 | atzegruenkohl | 24.02.2009 @ 19:17
Bin für keine Änderung im Modus. Selbst Schuld wenn man mit dem Geld der PlayOff Pre-Playoff-Playdown rechnet. Bin der Meinung diese Einnhamen sollten als Zusatz gesehen werden.
10 | blaugelb | 24.02.2009 @ 20:28
denkt mal daran, wenn wsw in solcher situation wäre. weiß nicht ob ihr dann auch bei eurer meinung bleiben würdet oder anders diskutieren würdet. wsw hatte bis jetzt immer etwas glück.
carpe diem
11 | thingslikehockey | 24.02.2009 @ 20:56
Da fliegt mir doch das Blech weg @ 10...
12 | Taubentreter | 24.02.2009 @ 21:49
@10 Ja nee... is klar Murat! Nur das bei uns nich wirklich jemand auf solch Hirnrissige Idee'n kommt. Sei mal bissl vorsichtig mit'm Alkohol und geh ab und zu mal in den Schatten...is ja echt nich wahr... TT!
13 | Afrob | 24.02.2009 @ 22:46
Meiner Meinung nach ist es Legitim, mit den Einnahmen aus Play-Offs, Play Downs und Pre-Play-Offs zu kalkulieren.Natürlich im realistischen Maße, da ich als Verein ja sowieso an einem der drei Durchführungen teilnehmen muss.
@10 Es gibt nunmahl Durchführungsbestimmungen und egal auf wessen Seite man steht, die Vernünftigen würden nicht anders Diskutieren, es sei den sie hätten sich die soziale Ader angeritzt, so dass die unnützen Vorschläge nur so Sprudeln.......
14 | elFranzo | 25.02.2009 @ 09:53
@10 wenn ich so einen Saisonverlauf wie Crimme oder DD durch hab, wäre ich froh das die Saison vorbei ist. Da sie minimal mit einem zusätzlichen Heimspiel kalkulieren konnten, sollen sie doch nen Freundschaftsspiel gegen Crimme machen. Dann ist beiden geholfen und gut ist. Dazu die Bürgschaft von Tölz und frau B.L. ist sicher auch zufrieden.
15 | manfred | 25.02.2009 @ 19:02
von mir aus kann jeder seine meinung dazu haben, ich verstehe nur nicht, warum wir uns den kopf über finanzielle probleme dieser merkwürdigen fr. lässig zerbrechen. meiner meinung nach ist die mal zu hart aufs eis geschlagen! hätten wir in wsw diese probleme, würde sich in der verbotenen stadt keiner drum scheren! zuletzt diese komische person! im gegenteil, die würde uns für verrückt erklären! die soll mal vernünftig wirtschaften oder auf einen teil ihrer bezüge verzichten oder rechnen lernen!!
16 | eagleeye | 25.02.2009 @ 19:26
Also wenn ich recht informiert bin liegt Dresden 500 Zuschauer über der Kalkulation. Das heisst es sind Mehreinnahmen da als vorher geplant. Die Anzahl der Heimspiele gerechnet plus Entschädigung aus Tölz und es kann doch nichts fehlen. Also frage ich mich was dieses Huhn aus DD eigentlich will.
17 | manfred | 25.02.2009 @ 21:22
@16 ich kann mir denken was dieses huhn aus der verbotenen stadt will. die hat sich das gejammer von den grossbanken und der industrie abgeguckt und hofft auf diese weise ihre kasse aufbessern zu können! hoffentlich fällt keiner auf ihr geschwätz rein!
18 | blaugelb | 26.02.2009 @ 00:03
@11 und 12
ihr seit ja so schlau.
besonders an 12, du bist ja sowieso der beste der besten. manchmal schreibst du nur gülle.
19 | eagleeye | 26.02.2009 @ 09:00
Also wenn sich die ESBG jetzt wegen dem Gejammer aus DD weichklopfen lässt und am geplanten Spielplan etwas ändert können wir einpacken. Dann kommt jede Saison einer und will etwas zu seinen Gunsten geändert haben, weil er sportlich nicht erreicht hat was er wollte. DD und Crimme haben sich sportlich nicht für die PPO qualifiziert und Ende!!! Alles andere wäre lächerlich.
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Barbara Lässig hatte am Sonntagabend, sagen wir mal so, nicht wirklich gute Laune. Die Vereinspräsidentin und starke Frau bei den Eislöwen Dresden ärgerte sich natürlich über die 2:4-Heimniederlage gegen die Lausitzer Füchse. Wobei Weißwasseraner Auswärtssiege in der sächsischen Landeshauptstadt ja fast schon zur Tradition werden. Wirklich sauer war Barbara Lässig jedoch über etwas anderes. Sie war sauer, weil ihr Team wegen der Tölzer Insolvenz nun aller Voraussicht nach nicht die lu krativen Abstiegsrunden- Duelle gegen Crimmitschau bestreiten darf und stattdessen den Klassenerhalt praktisch schon jetzt kampflos sicher hat. „Was nützt uns der Klassenerhalt, wenn wir am Ende rote Zahlen haben“, fragte sie den verdutzten Reporter des MDR-Fernsehens während des Interviews.
Zugunsten von höheren Zuschauer-Einnahmen um den Klassenerhalt zittern? Helau – darauf muss man selbst in Karnevalszeiten erst einmal kommen. Lässig treibt die Sorge um, dass auch andere Clubs mit in die Turbulenzen hineingezogen werden könnten, die vom Chaos in Bad Tölz ausgelöst worden sind. Nach wochenlangen Versuchen, das finanzielle Loch notdürftig zu stopfen, stellten die Tölzer Verantwortlichen am Samstag beim Amtsgericht Wolfratshausen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. So hat es zumindest der „Tölzer Kurier“ vermeldet.
Dem Vernehmen nach fehlen kurzfristig rund 300 000 Euro. Die langfristigen Verbindlichkeiten sollen sogar im siebenstelligen Bereich liegen. Trotz akuter Altschulden hat man sich eine zu teure Mannschaft gegönnt. Sie spielt zwar tolles Hockey und liegt auf Rang zwei, wurde aber scheinbar mit dubiosen Mitteln finanziert. Aus Angst davor, dass sie wegen der verschachtelten Gehaltszahlungen rechtliche Sanktionen befürchten müssen, boykottierten viele Spieler am Sonntag die Partie in Heilbronn. In der Branche wird getuschelt, dass bei den Gehaltszahlungen im Isarwinkl Brutto und Netto vertauscht worden sein könnten.
Eine Bestätigung des Insolvenzantrages durch den Verein gibt es nicht. Auch der Ligaverband hat sich bislang nicht positioniert und damit auch noch nicht bestätigt, dass Tölz entsprechend des Regelwerks als einziger Absteiger feststeht. Die Abstiegsrunde wäre dann überflüssig. Womit wir wieder bei der schlecht gelaunten Barbara Lässig angelangt sind. Rund 100 000 Euro, so rechnete sie vor, hätten die vier Heimspiele in der Abstiegsrunde den Eislöwen in die Kasse gespült. Eine mögliche Entschädigung durch den Verband für den Ausfall der Spiele falle viel geringer aus. Im März wären die Eislöwen also ohne nennenswerte Einnahmen. Lässig befürchtet das Schlimmste. „Es nützt doch am Ende niemandem, wenn Crimmitschau oder wir zum Insolvenzverwalter müssen, weil wir es finanziell nicht durchstehen.“ Allerdings ist es nicht üblich, die Einnahmen aus solchen Spielen von vornherein in vollem Umfang in die Kalkula tion einfließen zu lassen. Eben, weil im Sommer nicht kalkuliert werden kann, ob man erfolgreich in den Playoffs oder gegen den Abstieg spielt.
Die Stimmung bei den Füchsen ist dagegen der Karnevalszeit angemessen. Denn Auswärtssiege in Dresden gehören nach wie vor zu den höchsten Glücksgefühlen, die einem Weißwasseraner Fan zuteil werden können. Auch die Spieler, von denen nur wenige hier in der Lausitz geboren sind, schienen am Sonntagabend die Magie des Augenblicks begriffen zu haben. Das punktbeste Team des Trios aus dem Freistaat bedankte sich mit einem überdimensionalen Plakat „Sachsenmeister“ für die Unterstützung von den Rängen.
Die Vereinsführung muss sich derweil mit einem Luxusproblem befassen. Wegen des vorzeitigen Klassenerhalts brauchen die Füchse nämlich dringend ein neues Saisonziel. Man habe sich „eine gute Ausgangsposition für die Pre-Playoffs oder die Playoffs geschaffen“, suchte Trainer Thomas Popiesch diplomatisch nach den richtigen Worten. Wie wäre es denn vier Partien vor dem Ende der Hauptrunde und nur noch zwei Punkten Rückstand auf Rang sechs mit einer klaren Ansage? Zum Beispiel: Wir wollen jetzt unbedingt in die Playoffs!
Verein, Mannschaft, Trainer und das Umfeld hätten es nach jahrelangem Abstiegskampf verdient. Was Dresden in dieser Saison noch verdient, ist dagegen offen. Club-Chefin Barbara Lässig hat vorsorglich einen ganz neuen Vorschlag ins Spiel gebracht. Weil die Abstiegsrunde wohl ausfallen wird, sollten Dresden als Vorletzter und Schlusslichtlicht Crimmitschau ihrer Meinung nach an der Pre-Playoff-Runde teilnehmen dürfen. Olle Kamellen? Abwarten. Morgen am Aschermittwoch ist zwar der Karneval vorbei. Das Chaos in der 2. Liga leider nicht.
(Von Frank Noack)
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 24. Februar 2009