Der Eishallen-Neubau ist beschlossen (die RUNDSCHAU berichtete). Aber wie geht es nun weiter?
„Der Stadtratsbeschluss ist das eine, nun müssen wir die Ausschreibung nach VOF vorbereiten“, erklärt Faschbereichsleiter Thomas Böse auf Nachfrage der RUNDSCHAU. VOF sei die Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen, übersetzt Böse das Amtsdeutsch. Dabei geht es noch nicht um den Bau der Eishalle, sondern um die Aufgabenstellungen für die Planung, und das muss bei so einem Millionen-Projekt europaweit erfolgen. Es gäbe noch viel Arbeit und Abstimmungsbedarf im Bau- und Wirtschaftsausschuss sowie im Stadtrat, bis es so weit ist, schätzt Thomas Böse ein. „Vor dem Spätsommer beziehungsweise Herbstbeginn werden wir noch keinen konkreten Planer kennen“, ist der Fachbereichsleiter realistisch.
Sehr geübt sei die Stadt in solchen Dingen bisher auch nicht. Es gab erst zwei Objekte, die europaweit ausgeschrieben werden mussten. Das seien die Schwimmhalle und das Volkshaus gewesen. „Parallel dazu geht es um die Fördermittel aus dem Stadtumbauprogramm Ost, die uns Referatsleiter Köppl aus dem Innenministerium ja zugesagt hat. Bis der Bescheid über die Gelder im Rathaus vorliegt, braucht es ebenfalls noch etliche Arbeit.“ Wie Thomas Böse weiß, ist man in Dresden zurzeit noch dabei, die Verwaltungsvorschrift zu diesem Förderprogramm zu aktualisieren.
Förderperiode endet 2013
Was den zeitlichen Rahmen bis zur Fertigstellung der Eishalle angeht, so sei eins klar: „Die Förderperiode endet 2013, bis dahin muss die Halle stehen.“
Bernard Stefan, Vorsitzender des Eissportvereins, ist glücklich, dass der neuen Halle nun ja nichts mehr im Wege stehe (die RUNDSCHAU berichtete). „Rund 250 aktive Kinder und Jugendliche unseres Vereins nutzen derzeit die Eishalle, hinzu kommen ja noch die Profis.“ Die gute Nachricht am Dienstagabend setzte dem guten Lauf der Füchse sozusagen noch die Krone auf, meine Stefan lachend.
Auch Stadtrat Hartmut Schirrock (Wir für hier) freute sich außerordentlich, wie er betonte, dass es der Stadtverwaltung gelang, die Frage der Finanzen so darzustellen und den Eissport damit langfristig zu sichern. Der neuen Halle wünschte er, dass diese weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wird. Eine Frage bewegte Schirrock dennoch – die nach dem Standort des Neubaus. Laut Beschlussvorlage soll diese im Bebauungsgebiet „Oberlausitzer Sport- und Freizeitpark“ (OSP, das ist der jetzige Bereich) entstehen. „Ist es notwendig, diesen Standort festzuschreiben?“ Denn es gibt auch Räte, die das Allbau-Gelände als besser geeignet ansehen, wie die RUNDSCHAU am Rande der Sitzung erfuhr.
OSP-Standort
Thomas Böse begründete, warum der Standort aufgeführt wurde. „Ansonsten müssten wir vor dem Fördermittelantrag erst eine Standortsuche machen und dann noch Bauleitverfahren vorschieben. Das würde den Zeitrahmen sprengen.“ Auch Finanzbürgermeister Ronald Krause (SPD) bekräftigte, dass es in das Bebauungsgebiet des OSP gut passe und beantwortete damit auch eine weitere Frage dazu von Sven Staub (Klartext). „Wir sollten den Beschluss so fassen wie er ist. Wir haben lange genug darüber gesessen“, forderte Ingo Roßmej (Linkgsfraktion). „Das sollte nicht der Gradmesser für den Beschluss sein, sondern ob es so funktioniert“, reagierte Finanzbürgermeister Krause.
Der Weißwasseraner Finanzplan
Finanzbürgermeister Ronald Krause (SPD) hat am Dienstag in der Stadtratssitzung die Rechnung für den Eishallen-Neubau aufgemacht. Dabei sagte er deutlich, dass es sich keineswegs um fiktive sechs Millionen Euro handelt:
700 000 Euro – ein Plus vom Jahresabschluss 2008;
900 000 Euro – Mittel aus dem laufenden Haushalt 2009, die für Sanierungszwecke in der jetzigen Eishalle vorgesehen waren;
1,3 Millionen Euro rückgestellte Gelder für Altersteilzeit, die nicht in Anspruch genommen wurden;
1,7 Millionen Euro geplante Kredittilgung; der Kredit wird bei den jetzt günstigen Konditionen umgeschuldet;
1,4 Millionen Euro aus dem Sparstrumpf der Stadt (offiziell Rücklage genannt).
OB und Stadträtin erklärten sich befangen
Als der Tagesodnungspunkt 1008/09 „Neubau einer Eishalle“ in der Ratssitzungaufgerufen wurde, erklärte sich Abgeordnete Gudrun Stein (Linkspartei) als befangen, nahm bei den Zuschauern Platz. Ihr Planungsbüro war an der Kostenermittlung beteiligt.
Ebenso handelte OB Hartwig Rauh. Aus der Beschlussvorlage ging hervor, dass dessen früheres Planungsbüro involviert war.
1976 gebaut als Trainingshalle
Die von der Stadtverwaltung Weißwasser beauftragten Planungsbüros (Planungsgruppe Petrick; Diplomingenieur Frank Meyer; Ingenieurbüro für Gebäudemanagement; Ingenieurbüro Lehmann; FWU Ingenieurbüro und Baubüro Gudrun Stein) haben unter Leitung der Planungsgruppe Petrick drei Varianten untersucht: Sanierung der Eishalle (19,1 Millionen Euro); Sanierung altes Sozialgebäude/Neubau Halle (16 Millionen Euro); Komplettneubau Eishalle (15,7 Millionen Euro). Die Maßgabe für die Untersuchungen waren: vergleichbarer Endzustand, insbesondere Zuschauerkapazität und DIN-Vorschriften für Eissporthallen.
Die genannten Kosten berücksichtigen den Rückbau der vorhandenen Altanlagen – die Halle war 1976 als Trainingshalle entstanden.
„Der Stadtratsbeschluss ist das eine, nun müssen wir die Ausschreibung nach VOF vorbereiten“, erklärt Faschbereichsleiter Thomas Böse auf Nachfrage der RUNDSCHAU. VOF sei die Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen, übersetzt Böse das Amtsdeutsch. Dabei geht es noch nicht um den Bau der Eishalle, sondern um die Aufgabenstellungen für die Planung, und das muss bei so einem Millionen-Projekt europaweit erfolgen. Es gäbe noch viel Arbeit und Abstimmungsbedarf im Bau- und Wirtschaftsausschuss sowie im Stadtrat, bis es so weit ist, schätzt Thomas Böse ein. „Vor dem Spätsommer beziehungsweise Herbstbeginn werden wir noch keinen konkreten Planer kennen“, ist der Fachbereichsleiter realistisch.
Sehr geübt sei die Stadt in solchen Dingen bisher auch nicht. Es gab erst zwei Objekte, die europaweit ausgeschrieben werden mussten. Das seien die Schwimmhalle und das Volkshaus gewesen. „Parallel dazu geht es um die Fördermittel aus dem Stadtumbauprogramm Ost, die uns Referatsleiter Köppl aus dem Innenministerium ja zugesagt hat. Bis der Bescheid über die Gelder im Rathaus vorliegt, braucht es ebenfalls noch etliche Arbeit.“ Wie Thomas Böse weiß, ist man in Dresden zurzeit noch dabei, die Verwaltungsvorschrift zu diesem Förderprogramm zu aktualisieren.
Förderperiode endet 2013
Was den zeitlichen Rahmen bis zur Fertigstellung der Eishalle angeht, so sei eins klar: „Die Förderperiode endet 2013, bis dahin muss die Halle stehen.“
Bernard Stefan, Vorsitzender des Eissportvereins, ist glücklich, dass der neuen Halle nun ja nichts mehr im Wege stehe (die RUNDSCHAU berichtete). „Rund 250 aktive Kinder und Jugendliche unseres Vereins nutzen derzeit die Eishalle, hinzu kommen ja noch die Profis.“ Die gute Nachricht am Dienstagabend setzte dem guten Lauf der Füchse sozusagen noch die Krone auf, meine Stefan lachend.
Auch Stadtrat Hartmut Schirrock (Wir für hier) freute sich außerordentlich, wie er betonte, dass es der Stadtverwaltung gelang, die Frage der Finanzen so darzustellen und den Eissport damit langfristig zu sichern. Der neuen Halle wünschte er, dass diese weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wird. Eine Frage bewegte Schirrock dennoch – die nach dem Standort des Neubaus. Laut Beschlussvorlage soll diese im Bebauungsgebiet „Oberlausitzer Sport- und Freizeitpark“ (OSP, das ist der jetzige Bereich) entstehen. „Ist es notwendig, diesen Standort festzuschreiben?“ Denn es gibt auch Räte, die das Allbau-Gelände als besser geeignet ansehen, wie die RUNDSCHAU am Rande der Sitzung erfuhr.
OSP-Standort
Thomas Böse begründete, warum der Standort aufgeführt wurde. „Ansonsten müssten wir vor dem Fördermittelantrag erst eine Standortsuche machen und dann noch Bauleitverfahren vorschieben. Das würde den Zeitrahmen sprengen.“ Auch Finanzbürgermeister Ronald Krause (SPD) bekräftigte, dass es in das Bebauungsgebiet des OSP gut passe und beantwortete damit auch eine weitere Frage dazu von Sven Staub (Klartext). „Wir sollten den Beschluss so fassen wie er ist. Wir haben lange genug darüber gesessen“, forderte Ingo Roßmej (Linkgsfraktion). „Das sollte nicht der Gradmesser für den Beschluss sein, sondern ob es so funktioniert“, reagierte Finanzbürgermeister Krause.
Der Weißwasseraner Finanzplan
Finanzbürgermeister Ronald Krause (SPD) hat am Dienstag in der Stadtratssitzung die Rechnung für den Eishallen-Neubau aufgemacht. Dabei sagte er deutlich, dass es sich keineswegs um fiktive sechs Millionen Euro handelt:
700 000 Euro – ein Plus vom Jahresabschluss 2008;
900 000 Euro – Mittel aus dem laufenden Haushalt 2009, die für Sanierungszwecke in der jetzigen Eishalle vorgesehen waren;
1,3 Millionen Euro rückgestellte Gelder für Altersteilzeit, die nicht in Anspruch genommen wurden;
1,7 Millionen Euro geplante Kredittilgung; der Kredit wird bei den jetzt günstigen Konditionen umgeschuldet;
1,4 Millionen Euro aus dem Sparstrumpf der Stadt (offiziell Rücklage genannt).
OB und Stadträtin erklärten sich befangen
Als der Tagesodnungspunkt 1008/09 „Neubau einer Eishalle“ in der Ratssitzungaufgerufen wurde, erklärte sich Abgeordnete Gudrun Stein (Linkspartei) als befangen, nahm bei den Zuschauern Platz. Ihr Planungsbüro war an der Kostenermittlung beteiligt.
Ebenso handelte OB Hartwig Rauh. Aus der Beschlussvorlage ging hervor, dass dessen früheres Planungsbüro involviert war.
1976 gebaut als Trainingshalle
Die von der Stadtverwaltung Weißwasser beauftragten Planungsbüros (Planungsgruppe Petrick; Diplomingenieur Frank Meyer; Ingenieurbüro für Gebäudemanagement; Ingenieurbüro Lehmann; FWU Ingenieurbüro und Baubüro Gudrun Stein) haben unter Leitung der Planungsgruppe Petrick drei Varianten untersucht: Sanierung der Eishalle (19,1 Millionen Euro); Sanierung altes Sozialgebäude/Neubau Halle (16 Millionen Euro); Komplettneubau Eishalle (15,7 Millionen Euro). Die Maßgabe für die Untersuchungen waren: vergleichbarer Endzustand, insbesondere Zuschauerkapazität und DIN-Vorschriften für Eissporthallen.
Die genannten Kosten berücksichtigen den Rückbau der vorhandenen Altanlagen – die Halle war 1976 als Trainingshalle entstanden.
Von Gabi Nitsche
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 26. Februar 2009