Mit der Insolvenz von Tölz sind Sachsens Zweitligisten frei von Abstiegsangst. Wirtschaftlich gibt es aber mehr offene Fragen denn je.
Zwei Wochen vor dem Abschluss der Hauptrunde hat die Saison in der 2. Eishockey-Bundesliga für das sächsische Duo am Tabellenende eine unerwartete Wendung genommen. Plötzlich müssen die Eislöwen aus Dresden und die Crimmitschauer Eispiraten nicht mehr den Absturz in die Oberliga fürchten. Dafür plagen beide Klubs finanzielle Sorgen. Statt auf der Eisfläche könnte deshalb morgen bei einem Arbeitstreffen der Zweitligisten in München die Entscheidung darüber fallen, wie die wirtschaftliche Bilanz von Eislöwen und Eispiraten ausfallen wird.
Nachdem der Tabellenzweite Bad Tölz am Montag beim Amtsgericht Wolfratshausen Insolvenz angemeldet hat, stehen die Oberbayern eigentlich als einziger Absteiger fest. Doch nicht einmal das ist bislang hundertprozentig klar. „Momentan gibt es viele offene Fragen, auf die wir keine Antwort wissen“, sagt Ralf Hantschke, Manager der Lausitzer Füchse, die indirekt ebenfalls betroffen sind.
Spielt Bad Tölz trotz des Insolvenzantrags weiter?
Unsicher ist, ob die Tölzer trotz ihrer Zahlungsunfähigkeit an den Play-offs teilnehmen (dürfen) und vor allem, ob und wann das Verfahren eröffnet wird. Der vorläufige Insolvenzverwalter Josef Hingerl verschafft sich derzeit einen Überblick über den Zustand der Tölzer Eissport GmbH. „Eine Teilnahme an den Play-offs ist rechtlich vielleicht durchsetzbar, (...) aber nicht zu empfehlen“, gab der Anwalt gestern in einer Pressemitteilung bekannt. Dies sei von der Spielbetriebsgesellschaft ESBG und den anderen Teams nicht gewünscht. Zudem schloss Hingerl ein ähnliches Husarenstück wie vor sechs Jahren aus, als er schon einmal eine Tölzer Insolvenz verwaltete und der Abstieg verhindert werden konnte.
Wie geht die Saison ohne Tölzer Beteiligung zu Ende?
Andreas Urban, Geschäftsführer der Dresdner Eislöwen, stellt vorm morgigen Treff in München deutliche Forderungen. „Es muss endlich Klarheit herrschen, wer die Play-offs spielt, was mit Tölz wird und ob die Abstiegsrunde nun stattfindet oder nicht“, sagt Urban. Zwei Vorschläge sollen diskutiert werden: Die Teams von Rang fünf bis zwölf könnten in einer Pre-Play-off-Serie noch vier Play-off-Plätze ausspielen. Dieses Modell, bei dem allerdings zwei Mannschaften ihre sichere Teilnahme an der Meisterrunde aufgeben müssten, favorisiert Crimmitschaus Geschäftsführer René Rudorisch. Bedenken kommen aus Weißwasser: „Einerseits fühlen wir uns den sächsischen Klubs verbunden, andererseits kann man sportlich nicht alles umwerfen. Wer verzichtet schon freiwillig und nachträglich auf die Qualifikation für die Play-offs“, fragt Füchse-Manager Hantschke.
Deshalb hält auch Eislöwe Urban die zweite Variante für die wahrscheinlichere: Der Modus bleibt unverändert. Das heißt, die besten sechs Teams ziehen direkt in die Play-offs ein, die Plätze sieben bis zehn bestreiten die Pre-Play-offs, und die sportlich nun wertlose Abstiegsrunde mit Dresden und Crimmitschau entfällt ersatzlos.
Welche folgen hätte das vorzeitige Saisonende?
„Das Positive an dem Dilemma ist unser Klassenerhalt. Doch nun fehlen die Zuschauereinnahmen aus mindestens einem Heimspiel“, betont Urban. Entschädigt würde das sächsische Duo zwar mit Geldern aus der Bürgschaft, die Tölz wie jeder Verein vor der Saison bei der ESBG hinterlegen musste. Offenbar haben die Dresdner dennoch finanzielle Sorgen. Ob auch den Eislöwen die Insolvenz droht, wie Präsidentin Barbara Lässig anklingen ließ, wollte Urban nicht sagen.
„Wir brauchen eine gemeinsame Lösung“, sagt der ESBG-Geschäftsführer Oliver Seeliger, dem schon im vergangenen Jahr die Insolvenzen von Regensburg und Essen den Spielplan durcheinanderbrachten. Den Vorwurf, die Lizenzierung der ESBG sei zu weich, weist er zurück. „Wir können nur das prüfen, was uns vorgelegt wird. Wir müssen jedoch immer wieder feststellen, dass die Zahlen nicht der Wahrheit entsprechen.“ Stattdessen sieht er die Versäumnisse bei den Vereinen: „Das Kunststück ist doch, einen realistischen Etat aufzustellen und den dann auch einzuhalten.“
Zwei Wochen vor dem Abschluss der Hauptrunde hat die Saison in der 2. Eishockey-Bundesliga für das sächsische Duo am Tabellenende eine unerwartete Wendung genommen. Plötzlich müssen die Eislöwen aus Dresden und die Crimmitschauer Eispiraten nicht mehr den Absturz in die Oberliga fürchten. Dafür plagen beide Klubs finanzielle Sorgen. Statt auf der Eisfläche könnte deshalb morgen bei einem Arbeitstreffen der Zweitligisten in München die Entscheidung darüber fallen, wie die wirtschaftliche Bilanz von Eislöwen und Eispiraten ausfallen wird.
Nachdem der Tabellenzweite Bad Tölz am Montag beim Amtsgericht Wolfratshausen Insolvenz angemeldet hat, stehen die Oberbayern eigentlich als einziger Absteiger fest. Doch nicht einmal das ist bislang hundertprozentig klar. „Momentan gibt es viele offene Fragen, auf die wir keine Antwort wissen“, sagt Ralf Hantschke, Manager der Lausitzer Füchse, die indirekt ebenfalls betroffen sind.
Spielt Bad Tölz trotz des Insolvenzantrags weiter?
Unsicher ist, ob die Tölzer trotz ihrer Zahlungsunfähigkeit an den Play-offs teilnehmen (dürfen) und vor allem, ob und wann das Verfahren eröffnet wird. Der vorläufige Insolvenzverwalter Josef Hingerl verschafft sich derzeit einen Überblick über den Zustand der Tölzer Eissport GmbH. „Eine Teilnahme an den Play-offs ist rechtlich vielleicht durchsetzbar, (...) aber nicht zu empfehlen“, gab der Anwalt gestern in einer Pressemitteilung bekannt. Dies sei von der Spielbetriebsgesellschaft ESBG und den anderen Teams nicht gewünscht. Zudem schloss Hingerl ein ähnliches Husarenstück wie vor sechs Jahren aus, als er schon einmal eine Tölzer Insolvenz verwaltete und der Abstieg verhindert werden konnte.
Wie geht die Saison ohne Tölzer Beteiligung zu Ende?
Andreas Urban, Geschäftsführer der Dresdner Eislöwen, stellt vorm morgigen Treff in München deutliche Forderungen. „Es muss endlich Klarheit herrschen, wer die Play-offs spielt, was mit Tölz wird und ob die Abstiegsrunde nun stattfindet oder nicht“, sagt Urban. Zwei Vorschläge sollen diskutiert werden: Die Teams von Rang fünf bis zwölf könnten in einer Pre-Play-off-Serie noch vier Play-off-Plätze ausspielen. Dieses Modell, bei dem allerdings zwei Mannschaften ihre sichere Teilnahme an der Meisterrunde aufgeben müssten, favorisiert Crimmitschaus Geschäftsführer René Rudorisch. Bedenken kommen aus Weißwasser: „Einerseits fühlen wir uns den sächsischen Klubs verbunden, andererseits kann man sportlich nicht alles umwerfen. Wer verzichtet schon freiwillig und nachträglich auf die Qualifikation für die Play-offs“, fragt Füchse-Manager Hantschke.
Deshalb hält auch Eislöwe Urban die zweite Variante für die wahrscheinlichere: Der Modus bleibt unverändert. Das heißt, die besten sechs Teams ziehen direkt in die Play-offs ein, die Plätze sieben bis zehn bestreiten die Pre-Play-offs, und die sportlich nun wertlose Abstiegsrunde mit Dresden und Crimmitschau entfällt ersatzlos.
Welche folgen hätte das vorzeitige Saisonende?
„Das Positive an dem Dilemma ist unser Klassenerhalt. Doch nun fehlen die Zuschauereinnahmen aus mindestens einem Heimspiel“, betont Urban. Entschädigt würde das sächsische Duo zwar mit Geldern aus der Bürgschaft, die Tölz wie jeder Verein vor der Saison bei der ESBG hinterlegen musste. Offenbar haben die Dresdner dennoch finanzielle Sorgen. Ob auch den Eislöwen die Insolvenz droht, wie Präsidentin Barbara Lässig anklingen ließ, wollte Urban nicht sagen.
„Wir brauchen eine gemeinsame Lösung“, sagt der ESBG-Geschäftsführer Oliver Seeliger, dem schon im vergangenen Jahr die Insolvenzen von Regensburg und Essen den Spielplan durcheinanderbrachten. Den Vorwurf, die Lizenzierung der ESBG sei zu weich, weist er zurück. „Wir können nur das prüfen, was uns vorgelegt wird. Wir müssen jedoch immer wieder feststellen, dass die Zahlen nicht der Wahrheit entsprechen.“ Stattdessen sieht er die Versäumnisse bei den Vereinen: „Das Kunststück ist doch, einen realistischen Etat aufzustellen und den dann auch einzuhalten.“
Von Tino Meyer
Quelle: Sächsische Zeitung vom 27.02.2009