Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Schmerzhafte Motivation
19.03.2009 | 09:42 Uhr von DavidH.
Der Anfang ist gemacht. Mit dem 4:3-Auswärtssieg haben die Lausitzer Füchse einen optimalen Einstand in die Playoff-Viertelfinalserie gegen die Heilbronner Falken erwischt. Für zusätzliche Motivation sorgte die Verletzung von Carsten Gosdeck.

Kurz vor Mitternacht präsentierte Carsten Gosdeck am Weißwasseraner Mannschaftsbus noch einmal sein ganz persönliches Andenken an dieses Spiel: eine Platzwunde über dem rechten Auge. Sie war das Ergebnis eines Zweikampfes mit Falken-Verteidiger Marco Schütz, dessen Schläger Gosdeck am Kopf getroffen hatte. Weil das Blut in Strömen floss, war für Schütz die Partie beendet. Er erhielt entsprechend des Regelwerkes eine Spieldauer-Disziplinarstrafe. Gosdeck kehrte nach einer kurzen Behandlungspause auf das Eis zurück und war fortan der Buhmann, weil die Falken-Fans eine Schauspiel-Einlage des Stürmers vermuteten. Dass dem nicht so war, konnte Gosdeck kurz vor Mitternacht mit seiner Platzwunde glaubhaft beweisen. Die Heilbronner Fans, die ihn in der Lavatec-Arena gnadenlos ausgepfiffen hatten, befanden sich zu diesem Zeitpunkt längst auf dem Heimweg. Gosdeck aber war immer noch da. Das Bild hatte irgendwie Symbolcharakter. Der Stürmer zeigte Präsenz – so wie zuvor auf dem Eis. Runde eins dieses Viertelfinal-Schlagabtausches ging jedenfalls an Weißwasser. „Jetzt ist Heilbronn unter Druck. Wenn wir unsere drei Heimspiele gewinnen, sind wir im Halbfinale“, fasste Gosdeck die Auswirkungen der sehr intensiv geführten Partie auf den Gesamtstand zusammen.
Seine Platzwunde könnte eine zentrale Rolle auf dem Weg in das Halbfinale einnehmen. Denn sie wirkte wie ein Hallo-Wach-Effekt für den Füchse-Stürmer, der den zweiten Treffer vorbereitete und dann mit dem 3:3 kurz vor der Schlusssirene die Verlängerung erzwang. „Wenn die Fans mich auspfeifen, stachelt mich das zusätzlich an“, verkündete Gosdeck. Sein Trainer sah das ähnlich. „Manche Spieler brauchen solche Erlebnisse, um Druck aufzubauen. Ich hoffe, Carsten zeigt diesen Druck jetzt von der ersten Minute an“, erklärte Popiesch. Was allein schon aus ästhetischen Gründen anzuraten ist, schließlich kann man sich nicht in jedem Spiel das Auge verbeulen lassen.

Dass der Füchse-Coach dennoch keinen Spieler für seine Leistung in Heilbronn besonders hervorheben mochte, war zweifellos ein kluger Schachzug angesichts der geschlossenen Mannschaftsleistung. Neben Gosdeck glänzte Kenny Roche als unermüdlicher Rackerer, Preston Mizzi zeigte einmal mehr seine technische Klasse und hinten organisierte Kevin Young umsichtig die Abwehr. Der Siegtreffer in der fünften Minute der Verlängerung ging dann auf das Konto von Patrick Saggau, einem Stürmer der dritten Reihe. „Jeder Spieler hat seinen Beitrag zum Sieg geleistet“, betonte Popiesch.

Diese Breite im Kader könnte sich im Verlaufe der Serie noch als wertvoll erweisen. Denn anders als bei den Füchsen liegt im Heilbronner Angriff die Verantwortung vor allem auf den Schultern der Routiniers Ian MacNeil und Luigi Calce sowie des zweifachen Torschützen Axel Hackert, die immer wieder gefährliche Konter aufzogen. Füchse-Trainer Popiesch fordert deshalb weiterhin höchste Konzentration. „Wir haben einen wichtigen Schritt gemacht, um gut in diese Serie reinzukommen. Nicht mehr und nicht weniger.“ Für die Füchse heißt es also weiterhin: Auge(n) auf! Selbst wenn es blau sein sollte.
Von Frank Noack

Quelle: Lausitzer Rundschau Regionalsport vom 19.03.09
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1 | elFranzo | 19.03.2009 @ 11:16
Herr Noack, so müssen nicht immer so übertreiben. Das Blut "floss" nicht in "Strömen". Es war lediglich eine Risswunde UNTER dem rechten Auge. Nach kurzer Behandlung konnte Carsten Gosdeck sofort weiter spielen.
2 | mat | 19.03.2009 @ 12:14
was ist nun eigentlich mit chris straube???
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