Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Ist die 2. Bundesliga auf Dauer zu finanzieren?
21.03.2009 | 11:30 Uhr von
Die Wirtschaftskrise hat auch die Lausitzer Füchse eingeholt. Auf seiner Homepage veröffentlichte der Weißwasseraner Club am Freitagmittag eine „Stellungnahme zur aktuellen finanziellen Situation“.
Darin heißt es, dass einige Sponsoren ihre zugesagten Leistungen kurzfristig reduzieren beziehungsweise komplett einstellen mussten. Im Klartext: Den Füchsen droht am Saisonende ein Defizit. Dass derartige unangenehme Stellungnahmen normalerweise nicht freiwillig abgegeben werden, liegt auf der Hand. Die Füchse-Verantwortlichen sahen sich dazu veranlasst, weil im Internet von den Fans sehr aufgeregt das Ergebnis eines Sponsorenabends in dieser Woche diskutiert wird.
Vor den Sponsoren hatte Geschäftsführer René Reinert vorgerechnet, dass sich die Einnahmeausfälle auf etwa 225 000 Euro summiert haben. Dazu kommen die Erfolgsprämien der Spieler für den Einzug in die Playoff-Runde. Und es ist kein Geheimnis, dass die aktuelle Mannschaft teurer ist als der Kader des Vorjahres. Haben die Füchse zu risikoreich geplant? „Nein“, versichert Reinert. „Wir haben im Sommer gute Gespräche geführt. Leider kommen jetzt einige der eingeplanten Gelder nicht, weil auch unsere Sponsoren aufgrund der Wirtschaftskrise Probleme bekommen haben.“

Der Logistik-Unternehmer, der gemeinsam mit einigen Weggefährten seit Jahren die Füchse mit erheblichen Beträgen unterstützt, bekommt die Flaute am eigenen Leib zu spüren. Auftragsrückgang, Mauterhöhung und gestiegene Dieselpreise machen dem Spediteur zu schaffen. Doch die Füchse und ihre Sorgen sind kein Einzelfall in der 2. Liga. Die Tölzer Löwen mussten sogar Insolvenz anmelden. Bei Viertelfinal-Kontrahent Heilbronn klagt der Hauptsponsor ebenfalls über große wirtschaftliche Sorgen. Beim EHC München steigt der größte Geldgeber ganz aus.

Reinert hofft, nicht zuletzt dank des aktuellen sportlichen Erfolges, die fehlenden Gelder bis zum Saisonende doch noch aufzutreiben. Andernfalls müsse man auf die kommende Saison vorgreifen. „Die Bereitschaft der Sponsoren, Gelder vorzuziehen, ist da“, versichert er. Allerdings würde dies zu Lasten des Etats für die Spielzeit 2009/10 gehen. Und da ohnehin gespart werden muss, wäre die Handlungsfreiheit bei der Zusammenstellung einer konkurrenzfähigen Mannschaft stark eingeschränkt.

Deshalb stellt Reinert die Grundsatzfrage: Kann und will sich die Region Eishockey auf Zweitliga-Niveau leisten? „Sportlichen Erfolg, wie wir ihn derzeit haben, gibt es nicht zum Nulltarif. Wir müssen deshalb noch mehr Sponsoren und auch die regionale Politik ins Boot holen.“ Laut Reinert geht es langfristig um einen Betrag von 250 000 bis 300 000 Euro, der über die Zukunft des Weißwasseraner Eishockey entscheidet. Das sei jene Summe, die zwischen einem gesicherten Mittelfeldplatz in der 2. Liga und der Oberligaspitze liegt. „Wenn wir diese Mehreinnahmen nicht auftreiben können, werden wir mit ständigem Abstiegskampf leben müssen“, prophezeit der Füchse-Geschäftsführer. Ein freiwilliger Rückzug in die Oberliga um Kosten zu sparen, ist laut Reinert jedoch kein Thema.

Frank Noack

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 21. März 2009
1894 mal gelesen
 
1 | tomi | 21.03.2009 @ 12:25
Egal in welcher Situation oder Lage man sich befindet: "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen" Und Profi-Eishockeysport in Deutschland ist nun mal ein Glahaus! Also hätte man sich die Steine gegen Tölz wohl verkneifen können!
2 | Senator | 21.03.2009 @ 12:28
Ein guter, weil sachlicher Artikel. Und das zum richtigen Zeitpunkt.
3 | Renegade | 21.03.2009 @ 13:54
@1: Ich weiss nich , was dein Beitrag soll. Klar kann es jeden Verein treffen , gerade in der jetzigen Wirtschaftskrise, so dass die Vereine finanzielle Probleme bekommen können - allerdings sind dies im Falle Tölz , wie auch Essen und Regensburg , hausgemachte Probleme über Jahre - also ein gewaltiger Unterschied !
4 | Opi | 21.03.2009 @ 17:36
@3 stimm ich Dir voll zu!! @1, was soll Dein Beitrag,bevor Du so ein Stuß hier schreibst, solltest Du mal das Gehirn einschalten. Zum Artikel: find ich sehr gut, auch wenn die Nachrichten nich so schön sind, aber zu erwarten waren.Ich finde den Weg, den die Füchse gehen und zwar so an die Öffentlichkeit zu gehen vollkommen richtig.Wir können nur hoffen, das sich die Situation etwas entspannt, auch wenns schwer wird.
5 | DavidH. | 21.03.2009 @ 17:48
zumal das meiner Meinung nach auf nahezu 100 % der anderen Vereine in der 2.Liga und DEL auch zutreffenwird. Es sagt halt nicht jeder öffentlich.
6 | dynamo | 21.03.2009 @ 18:53
@1: R. Reinert und der ESW reden nur Klartext, machen niemanden etwas vor, wie z.B. Tölz das tat. Also erst denken! Hoffen wir darauf das es vernünftig weitergehen kann. Blau und Gelb ein Leben lang!!!
7 | Fuchs-Blau | 22.03.2009 @ 11:36
Also im Schluß der Aussagen,heißt es,für mich klingt es fast wie ein Bank Überfall:Geld her oder jetzt ist Ende!Die regionale Politik ist gefordert,man die kriegen nicht mal die regionalen Tagesthemen geklärt wie denn das noch.Politik ist doch keine Bank oder ein Unternehmen wie der große Stromerzeuger.Für mich gibt es da selbst im Ketering noch große Reserven(Eigenversorgung und Mehrweggebinde)wo anders klappt dies auch warum bei uns nicht? Kann und Wollen sind verschieden Dinge,Können?Wollen!
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