Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Versicherung mit Auslaufklausel
31.03.2009 | 06:14 Uhr von
Zwischen Genie und Wahnsinn ist es ein schmaler Grat. Diese Erfahrung machte auch Füchse-Torhüter Ryan MacDonald in den Playoffs gegen Heilbronn. Trotz zweier kurioser Fehler war er ein großer Rückhalt. Dennoch stellt sich die Frage: Darf MacDonald auch im Halbfinale so risikoreich spielen?
Es sind jene Momente, in denen der mitfiebernde Fan beide Hände vor das Gesicht schlägt. Und in denen er fest davon überzeugt ist, dass sich oben im Hallendach ein Krimi-Regisseur versteckt haben muss, dessen einziger Auftrag es ist, für Spannung zu sorgen. Vielleicht hat dieser Krimi-Regisseur ja am Sonntag die Gedanken von Ryan MacDonald gelenkt. Beim Stand von 3:2 für die Füchse fuhr der Keeper jedenfalls sechs Minuten vor Schluss hinter das eigene Tor, zögerte beim Herausspielen des Pucks dann jedoch einen Moment zu lange – und ermöglichte Heilbronn so den Ausgleich ins leer Tor. Da Kenny Roche die Füchse in der Verlängerung doch noch in das Halbfinale schoss, bleibt der Fauxpas von MacDonald ohne Folgen. Verdient hatte sich der erst 23-jährige Kanadier diese Hilfestellung seiner Vorderleute auf jeden Fall. Denn MacDonald gehörte praktisch im gesamten Saisonverlauf zu den ganz großen Stützen im Team der Füchse. Seine Paraden sorgten dafür, dass Weißwasser zum ersten Mal seit elf Jahren wieder zu den vier besten Mannschaften der 2. Bundesliga zählt. „Ryan hat uns sieben Monate lang am Leben gehalten. Deshalb war es brutal stark von der Mannschaft, dass sie im entscheidenden Moment für ihn gekämpft und den Fehler ausgebügelt hat“, sagt Trainer Thomas Popiesch über die Weißwasse raner „Lebensversicherung“.
MacDonald, der im Sommer von den Newcastle Vipers in die Lausitz kam, hat sich längst als Glücksgriff für die Füchse entpuppt. Kein Wunder, dass sein Vertrag schon im Herbst um eine weitere Saison verlängert wurde. Der Kanadier zeigte trotz seiner Jugend eine beachtliche Konstanz. Dass er sich trotzdem zwischen Genie und Wahnsinn bewegt, liegt an seinen gewagten Ausflügen hinter das Tor. Auch im vierten Spiel gegen Heilbronn unterlief ihm dabei ein Patzer. Trotzdem gehört MacDonald stocktechnisch zu den besten Torhütern der 2. Liga. Denn in der Jugend war er auch schon als Verteidiger aktiv. „Deshalb habe ich keine Probleme, aus dem Tor zu laufen und den Puck rauszuschlagen. Außerdem entlastet das unsere Abwehrspieler", betont MacDonald.

Trainer Popiesch sieht es ähnlich. Nach den beiden jüngsten Fehlern hat er MacDonald ausdrücklich den Rücken gestärkt und ihn ermuntert, seinen Stil nicht zu ändern. „Ryan spielt normalerweise sehr gut hinter dem Tor. Durch sein Mitspielen hat er uns schon oft geholfen.“ Kurzum: Die Lebensversicherung der Füchse steht also weiterhin mit einer ausdrücklichen Auslaufklausel zwischen den Pfosten. Ab Freitag im Halbfinale gegen Bietigheim ist MacDonald erneut als Genie gefragt.

Frank Noack

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 31. März 2009
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