Erst purzelten die Strafminuten, dann fielen die Bärte: Nach der umstrittenen 2:5-Niederlage im vierten Playoff-Halbfinale gegen Bietigheim ist die Saison für die Lausitzer Füchse beendet. Die Genugtuung über eine erfolgreiche Spielzeit wollte sich nur schwer einstellen.
Der Zeiger der Uhr in der Mannschaftskabine ging am Gründonnerstag schon in Richtung Mitternacht, als Manager Ralf Hantschke zu einem halbwegs versöhnlichen Fazit in der Lage war. „Es ist schade, dass die Serie gegen Bietigheim auf diese Weise zu Ende geht. Die Jungs hätten sich einen Sieg verdient gehabt“, sagte Hantschke. Die meisten Spieler hatten zu diesem Zeitpunkt schon ihre seit Wochen munter sprießenden Playoff-Bärte abrasiert und damit das Ende der erfolgreichsten Saison seit elf Jahren dokumentiert.
Zwei Stunden zuvor kochten die Emotionen noch einmal hoch. Trotz zuvor drei Niederlagen hatten sich die Gastgeber keineswegs aufgegeben und nach den Toren durch Kevin Young (12.) sowie Mike Sullivan (24.) den ersten Erfolg gegen den Favoriten vor Augen. Doch dann rückte Schiedsrichter Martin Reichert (Lindau) in den Mittelpunkt. Im letzten Drittel kassierten die Füchse insgesamt 31 Strafminuten – zu viel gegen das beste Überzahlteam der Liga. Innerhalb von nur elf Minuten zerstörte Bietigheim mit fünf Toren die Hoffnungen der Füchse.
Der Schiedsrichter hinterließ mit seinen umstrittenen Entscheidungen jede Menge Frust. Die Fans warfen Plastikbecher und Feuerzeuge auf das Eis, die enttäuschten Spieler ließen ihre Schläger wütend in die Bande krachen und Geschäftsführer René Reinert übte scharfe Kritik: „Mit solch einer Schiedsrichter-Leistung machen wir unseren Sport unglaubwürdig. Wir brauchen endlich einen ligaweiten Standard und eine einheitliche Auslegung der Regeln.“ Auch Kapitän Sebastian Klenner trauerte dem verpassten Sieg nach. „Wir waren so nah dran, doch dann hat der Schiri im letzten Drittel das Spiel versaut. Wir fühlen uns schon betrogen.“
Und die Freude über eine trotzdem erfolgreiche Saison? „Wir wollten mehr erreichen als nur den Klassenerhalt. Dieses Ziel haben wir mit dem Einzug in das Halbfinale deutlich übererfüllt“, bilanzierte Klenner. Die Freude darüber, so vermutete der Kapitän „stellt sich erst später ein“. Aber sie wird kommen, völlig zu Recht.
Als das Saisonende unwiderruflich feststand, machte Thomas Popiesch seiner Mannschaft noch eine Liebeserklärung. „Ich bin stolz, dieses Team trainieren zu dürfen“, sagte der Füchse-Coach. Ein Fingerzeig für die Zukunft? Denn man soll bekanntlich gehen, wenn der Erfolg am größten ist. Der Wechsel Popieschs nach Dresden scheint näher zu rücken. Die RUNDSCHAU erkärt, welche Personalentscheidungen jetzt anstehen.
Wer bleibt? Die Trainerfrage ist die dringlichste Personalie. Nach Informationen der RUNDSCHAU muss sich Popiesch am Osterwochenende entscheiden, ob er bleibt oder nicht. Die Führung der Füchse ist bereit, den bis 2010 laufenden Vertrag aufzulösen. Trotz des Halbfinal-Einzuges stand Popiesch vor allem während der Talfahrt im Dezember und Januar in der Kritik. Seine jüngste Auseinandersetzung mit Verteidiger Reagan Rome offenbarte auch Risse zwischen dem Team und dem Coach. Verträge für die neue Saison haben Torwart Ryan MacDonald, die Verteidiger Sebastian Klenner, Sven Valenti und Robert Bartlick sowie die Stürmer Ervin Masek und Marvin Tepper. Hinter dem Tepper-Verbleib steht aber ein Fragezeichen.
Wer geht? Offiziell gibt es zwar noch keine Abgänge. Aber schon jetzt ist klar, dass es das Erfolgsteam in dieser Form nicht mehr geben kann, da der Etat reduziert wird. Topscorer Preston Mizzi, dem mehrere lukrative Angebote vorliegen, dürfte nur schwer zu halten sein. Geplant ist, dass die Füchse zunächst mit fünf statt der erlaubten sechs Ausländer in die Saison gehen. Bremerhaven wirbt um Thomas Götz.
Wer kommt? Die Rückkehr von Danny Albrecht (Schwenningen) ist fix. Interesse besteht auch an den Ex-Füchsen Marcel Linke und Jörg Wartenberg (Dresden). Eig. Ber./noc
gosdeck hat auch vertrag für nächste saison !
wieso steht der nicht drin ????
2 | Senator | 11.04.2009 @ 12:24
Der wichtigste Mann hat jedenfalls einen Vertrag: Ryan ! Und Valenti, Klenner, Ervin, Ede....Das klingt doch schonmal.
3 | dynamo | 11.04.2009 @ 12:27
tepper angeblich auch nach DD
4 | Brian | 11.04.2009 @ 12:31
Bartlick, Klenner, Linke, Wartenberg in der bBwehr. Ryan wird nächste Saison mehr zu tun haben wie ihm lieb ist. Aber warten wir ab.
5 | die-claudi | 11.04.2009 @ 13:28
Na so hört sich das nicht ganz schlecht an. Aber müssen noch mehr positive Entscheidungen getroffen werden. Das ist ganz klar
6 | jensmel | 11.04.2009 @ 14:32
Anscheinend soll Tepper zu den Lions,er wills in der DEL nochmal wissen.
Auch wenn der Etat runtergeschraubt wird müssen Stützen wie Straube und Gose auch da bleiben, aber nun endlich auch mal Lehnigk aufbauen und vor allem Götz nicht abgeben!
Das Abwehrbollwerk Klenner + Bresagk wirds im Fuchsbau nicht mehr geben, manchmal auch schade ;-)
7 | Heidi | 11.04.2009 @ 15:05
@6: Ich glaube auch Michael B. wird es sich reiflich überlegen eventuell nocheinmal in WsW zu spielen. Man beachte das Füchse-TV Interview von Mirko Lüdemann. Er eminte: "Die Fans erwarten dann einfach das das das...." und ob man das erfüllt weis man selber nicht. Der Erwartungsdruck auf dei Spieler wird enorm hoch. Obwohl ich gern M.B. auch nochmal hier spielen sehen würde.
8 | atzegruenkohl | 11.04.2009 @ 20:54
Dachte die Option von Tepper wurde gezogen??? Wurde doch so offiziell bekannt gegeben.
9 | Fuchstino | 12.04.2009 @ 10:05
@8. Ja aber er hat eine Klausel für die DEL.Ich denke mir mal dann würd es ein Kader werden der wieder nur um den Klassenerhalt spielt aber gut das kennen wir ja
10 | 3liter | 12.04.2009 @ 10:38
Erstmal abwarten, die anderen müssen nächste Sasion auch kleinere Brötchen backen ...
11 | dynamo | 12.04.2009 @ 17:49
Man sollte nächste Saison auf keinen Fall mit dieser vergleichen und vorallem dem Neuen hinter der Bande Zeit geben.
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Der Zeiger der Uhr in der Mannschaftskabine ging am Gründonnerstag schon in Richtung Mitternacht, als Manager Ralf Hantschke zu einem halbwegs versöhnlichen Fazit in der Lage war. „Es ist schade, dass die Serie gegen Bietigheim auf diese Weise zu Ende geht. Die Jungs hätten sich einen Sieg verdient gehabt“, sagte Hantschke. Die meisten Spieler hatten zu diesem Zeitpunkt schon ihre seit Wochen munter sprießenden Playoff-Bärte abrasiert und damit das Ende der erfolgreichsten Saison seit elf Jahren dokumentiert.
Zwei Stunden zuvor kochten die Emotionen noch einmal hoch. Trotz zuvor drei Niederlagen hatten sich die Gastgeber keineswegs aufgegeben und nach den Toren durch Kevin Young (12.) sowie Mike Sullivan (24.) den ersten Erfolg gegen den Favoriten vor Augen. Doch dann rückte Schiedsrichter Martin Reichert (Lindau) in den Mittelpunkt. Im letzten Drittel kassierten die Füchse insgesamt 31 Strafminuten – zu viel gegen das beste Überzahlteam der Liga. Innerhalb von nur elf Minuten zerstörte Bietigheim mit fünf Toren die Hoffnungen der Füchse.
Der Schiedsrichter hinterließ mit seinen umstrittenen Entscheidungen jede Menge Frust. Die Fans warfen Plastikbecher und Feuerzeuge auf das Eis, die enttäuschten Spieler ließen ihre Schläger wütend in die Bande krachen und Geschäftsführer René Reinert übte scharfe Kritik: „Mit solch einer Schiedsrichter-Leistung machen wir unseren Sport unglaubwürdig. Wir brauchen endlich einen ligaweiten Standard und eine einheitliche Auslegung der Regeln.“ Auch Kapitän Sebastian Klenner trauerte dem verpassten Sieg nach. „Wir waren so nah dran, doch dann hat der Schiri im letzten Drittel das Spiel versaut. Wir fühlen uns schon betrogen.“
Und die Freude über eine trotzdem erfolgreiche Saison? „Wir wollten mehr erreichen als nur den Klassenerhalt. Dieses Ziel haben wir mit dem Einzug in das Halbfinale deutlich übererfüllt“, bilanzierte Klenner. Die Freude darüber, so vermutete der Kapitän „stellt sich erst später ein“. Aber sie wird kommen, völlig zu Recht.
Als das Saisonende unwiderruflich feststand, machte Thomas Popiesch seiner Mannschaft noch eine Liebeserklärung. „Ich bin stolz, dieses Team trainieren zu dürfen“, sagte der Füchse-Coach. Ein Fingerzeig für die Zukunft? Denn man soll bekanntlich gehen, wenn der Erfolg am größten ist. Der Wechsel Popieschs nach Dresden scheint näher zu rücken. Die RUNDSCHAU erkärt, welche Personalentscheidungen jetzt anstehen.
Wer bleibt? Die Trainerfrage ist die dringlichste Personalie. Nach Informationen der RUNDSCHAU muss sich Popiesch am Osterwochenende entscheiden, ob er bleibt oder nicht. Die Führung der Füchse ist bereit, den bis 2010 laufenden Vertrag aufzulösen. Trotz des Halbfinal-Einzuges stand Popiesch vor allem während der Talfahrt im Dezember und Januar in der Kritik. Seine jüngste Auseinandersetzung mit Verteidiger Reagan Rome offenbarte auch Risse zwischen dem Team und dem Coach. Verträge für die neue Saison haben Torwart Ryan MacDonald, die Verteidiger Sebastian Klenner, Sven Valenti und Robert Bartlick sowie die Stürmer Ervin Masek und Marvin Tepper. Hinter dem Tepper-Verbleib steht aber ein Fragezeichen.
Wer geht? Offiziell gibt es zwar noch keine Abgänge. Aber schon jetzt ist klar, dass es das Erfolgsteam in dieser Form nicht mehr geben kann, da der Etat reduziert wird. Topscorer Preston Mizzi, dem mehrere lukrative Angebote vorliegen, dürfte nur schwer zu halten sein. Geplant ist, dass die Füchse zunächst mit fünf statt der erlaubten sechs Ausländer in die Saison gehen. Bremerhaven wirbt um Thomas Götz.
Wer kommt? Die Rückkehr von Danny Albrecht (Schwenningen) ist fix. Interesse besteht auch an den Ex-Füchsen Marcel Linke und Jörg Wartenberg (Dresden). Eig. Ber./noc
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 11.4.2009