Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Danny Albrecht: „Ich bin endlich wieder zu Hause!“
26.05.2009 | 19:47 Uhr von
Danny Albrecht wurde von den Füchsen als erster Neuzugang bekannt gegeben. WochenKurier sprach mit dem 24-jährigen Stürmer über die Zeit in der Fremde und seine Wünsche und Ziele.

Danny, wie kam es, dass Sie in der nächsten Saison wieder das Füchse-Trikot überstreifen?
Ich war jetzt sieben Jahre weg, habe viel gesehen und erlebt, einige Insolvenzen mitgemacht und fand es an der Zeit, in die Heimat zurückzukehren. Hier leben meine Familie und meine Freunde – da hängt viel Herzblut dran. Außerdem habe ich in Weißwasser die Möglichkeit, eine kaufmännische Ausbildung zu beginnen.
Nach Bekanntgabe Ihrer Rückkehr hat Trainer Thomas Popiesch die Füchse gen Dresden verlassen. Ein Nachteil für Sie?
Das wird sich erst im Laufe der Saison zeigen. Ich kannte ihn vom Sommertraining her und dachte eigentlich schon, dass er hier Trainer bleibt. Aber letztendlich war sowieso Manager Ralf Hantschke mein erster Ansprechpartner bei den Füchsen.
Im Gegensatz zu Ihrem letztjährigen Team in Schwenningen haben die Füchse eine sehr erfolgreiche Saison gespielt. Ansporn oder Belastung für Sie, den Erfolg zu wiederholen?
Ich habe mir immer das Ziel gestellt, bei Mannschaften zu spielen, die um die Meisterschaft kämpfen – das wird bei uns jetzt sicherlich nicht der Fall sein. In Schwenningen hat dies trotz sehr guter Spieler nicht geklappt. Ich bin da auch selbstkritisch und sage, dass ich die mir gebotene viele Eiszeit, auch im Überzahlspiel, nicht optimal genutzt habe. Die Füchse haben aber bewiesen, dass Namen nicht alles sind und haben dem Team für diese Saison die Messlatte sehr hoch gelegt.
Was wären denn dann Ihre Ziele fürs nächste Jahr?
Ich hoffe auf viel Eiszeit in einer der vorderen Reihen. Über konstant gute Leistung möchte ich mich als Führungsspieler im Team etablieren.
Kennen Sie schon einige Spieler persönlich und wie sehen Sie das Team bisher aufgestellt?
Vom Sommertraining her kenne ich einige. Vom deutschen Stamm sind wir bisher gut aufgestellt. Gut, dass sich die Verantwortlichen schon zeitig darum bemüht haben, diese Verträge zu verlängern. Die Ausländer haben alle eine gute Saison gespielt und werden schwer zu halten sein. Der wichtigste Ausländer ist aber noch da – Torhüter Ryan MacDonald. Kurioserweise habe ich aber gegen ihn diese Saison einmal getroffen. (grinst) Aber mir ist es schon lieber, wenn er in meinem Team spielt. Er hat gute Reflexe und spielt gut mit, was dem Team sehr hilft.
Bei Ihrem Weggang aus Weißwasser hatten Sie den Ruf, ein „schlampiges Genie“ zu sein. Wie sehen Sie diese Sache zum jetzigen Zeitpunkt?
Die wilden Zeiten sind vorbei. Ich hatte mich die ersten Jahre nicht so auf den Sport konzentriert und gern auch mal alle Fünfe gerade sein lassen. Nach einigen Verletzungen hat es aber Klick gemacht und ich habe realisiert, dass mein Körper mein Kapital ist. Ich habe lernen müssen, dass Talent nicht alles ist.
Gingen Sie mit ihrem Talent etwa schludrig um?
Ja, ich habe alles zu locker genommen. Es gab da in meiner Anfangszeit im Profiteam der Füchse eine Geschichte, die ich jetzt ganz anders aufnehmen würde. Ich kam in die Kabine rein und Andrej Fuchs (der damalige Kapitän - d.Red.) hat sofort gesagt, ich soll mich aufs Rad setzen und trainieren. Er hatte gesehen, dass ich von der Figur her nicht gerade der fitteste Spieler war und wollte mich fördern. Damals habe ich das nicht für voll genommen. Heute sehe ich das ganz anders und hätte es ernster nehmen müssen. Mittlerweile habe ich eine andere, professionellere Lebenseinstellung. So halte ich mich jetzt auch im Sommer selbst fit und spiele bei den Essen Rockets Inline-Hockey-Bundesliga. Ab Juli ist in Weißwasser wieder Eis und da bin ich da und werde weiter fleißig trainieren.
Was hat Sie in der Fremde besonders reifen lassen?
Die verschiedenen Trainer und dass ich auf mich allein gestellt war. Es war eine harte Zeit. So habe ich bei Igor Pavlov in Bremerhaven zwar acht Kilogramm Gewicht verloren, aber dabei auch alle Kraft. Erst unter Jari Pasanen in Essen habe ich wieder Kraft gewonnen. Das härtet ab und hilft einem als Erfahrungswert in der Zukunft.
Gemeinsam mit Thomas Götz haben Sie im Nachwuchs die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander gewirbelt. Gibt es jetzt eine Neuauflage dieser „Show“?
Ich denke eher nicht, da wir beide mittlerweile als Center spielen. Aber vielleicht spielt ja Thomas jetzt auf Außen, damit wir zusammen wirbeln können. (lacht) Obwohl wir jetzt Konkurrenten um einen Platz als Center sind, werden wir Freunde bleiben. Ich habe mich sehr für Thomas gefreut, dass er eine so starke Saison gespielt hat.
Haben Sie Bammel davor, an den damaligen Leistungen im Füchse-Dress gemessen zu werden und als Weißwasseraner besonders im Fokus der Fans zu stehen?
Bei Rückkehrern sind die Meinungen der Fans immer etwas zwiespältig. Ich freue mich aber, wenn in Weißwasser etwas vorwärtsgeht, aber dafür brauchen wir auch die Unterstützung der Fans. Sie haben letztes Jahr bewiesen, dass Sie die Mannschaft zu sportlichen Höchstleistungen treiben können. Ich freue mich auf den Fuchsbau!
Also sind Sie heiß auf die Fans?
Natürlich, die Stimmung ist genial. Alleine schon, wenn man durch den langen Tunnel kommt, der auch so eine Besonderheit ist, bekommt man als Gegner Muffensausen. Jetzt habe ich ja wieder das richtige Trikot an und die Fans im Rücken. (lacht) Die Atmosphäre im Fuchsbau war letzte Saison wieder überragend. In Schwenningen kam es teilweise vor, dass man hören konnte, wie sich die Spieler auf dem Eis unterhalten haben... Die Fans sollen sich auch nicht scheuen, mich mal anzusprechen. Ich bin einer von hier und jederzeit für einen Small-Talk zu haben.
Ist das heimische Umfeld also für Ihre Leistung wichtig?
Ja, natürlich. Was Spieler leisten können, wenn man sich wohlfühlt, hat doch Carsten Gosdeck eindrucksvoll bewiesen. Und Weißwasser ist gar nicht so schlecht, wie viele denken. Die Spieler meiner Teams waren zwar wegen der Plattenbauten sehr erstaunt, dass ich gerne hier lebe. Aber wer sagt, dass hier nix los ist, war noch nie in Schwenningen. Da ist überhaupt gar nix los. (grinst)
Haben Sie denn aus der Ferne die Veränderungen in der Stadt mitbekommen?
Ja, klar. Ich war jeden Sommer hier und war also nah dran. Zum Beispiel steht unser altes Haus mittlerweile nicht mehr.
Und waren Sie über das Weißwasseraner Eishockeyumfeld auch immer informiert?
Auch darüber war ich informiert. Die Füchse-Macher haben eine gute Arbeit geleistet. In Spielerkreisen, wo sich so etwas schnell rumspricht, war nie etwas über finanzielle Schwierigkeiten in Weißwasser bekannt. Auch wenn wir jetzt weniger Geld für den Etat haben: Geld schießt keine Tore – Teamgeist kann Berge versetzen. Ich finde es auch gut, dass hier längerfristiger gedacht wird. Auch das Setzen auf einheimische Spieler sorgt für eine hohe Identifikation der Fans mit ihrem Team, da sind die Eisbären aus Berlin das beste Beispiel.
Und beim Drumherum gehört Weißwasser zur Spitzengruppe der Liga. Ich kenne keine größere Kabine und dazu noch einen Kraftraum, gleich neben der Halle einen Sportplatz mit 400 Meter-Bahn und, und, und. Bei anderen Teams wird mehr in Spieler investiert und an Kleinigkeiten gespart. In Schwenningen hatten wir nicht mal einen Physiotherapeut oder Masseur.


Noch kann Danny Albrecht das süße Leben etwas genießen. Am 3. August zum Trainingsauftakt beginnt wieder der Ernst des Lebens. Foto: Hache



++ Sommerpausen-Geflüster ++
Unterstützeraktion: Die Einnahmen aus der Aktion, die der Fanrat zum Saisonende initiiert hatte, sollen dazu beitragen, dass die Verluste aus der abgelaufenen Saison etwas verringert werden. Nach dem Start der virtuellen Eisfläche kann ein positives Zwischenfazit gezogen werden. Zehn Flächen sind bislang reserviert beziehungsweise verkauft. Insgesamt wurden durch die Unterstützeraktion (inklusive Lose) etwa 800 Euro auf das Unterstützerkonto überwiesen. Nach Absprache mit dem Fanrat der Lausitzer Füchse wurde entschieden, dass die Aktion bis Ende August laufen wird. Danach wird die virtuelle Eisfläche auf eine große Leinwand aufgebracht und bekommt einen Ehrenplatz in der Eishalle. Alle weiteren Infos unter www.lausitzer-fuechse.de.
Fanparty: Die Fans der Lausitzer Füchse wollen am 20./21. Juni eine Fanparty in Lohsa veranstalten. Als Rahmenprogramm sind unter anderem Kartfahren, Streethockey, Beachvolleyball, ein Kinderprogramm und eine Disko geplant. Eine Übernachtung im eigenen Zelt ist vor Ort möglich. Anmeldungen für die Party sind bis 15. Juni per Mail unter fanratesw@gmx.de möglich. Weitere Infos gibt es auf der Füchse-Fanpage unter www.es-weisswasser.de.
Neuzugänge: Nach Danny Albrecht wurden von den Füchsen zwei weitere Neuzugänge bekannt gegeben. Vom Oberligisten Blue Lions Leipzig wechseln der 20jährige Torhüter Rostislav Kosarek und der ebenfalls 20jährige Stürmer Jakub Wiecki in die Lausitz. Beide Spieler waren bereits 2007/2008 beim Regionalligisten EHC 80 Nürnberg Teamkameraden.

Quelle: www.wochenkurier.info
2137 mal gelesen
 
1 | tanngrismir | 26.05.2009 @ 20:32
Geiles Interview mit nem Weisswasseraner Jung.....Hau rein Danny!!!!!!
2 | Opi | 26.05.2009 @ 20:45
Jo nich schlecht gemacht. Nu muss er aber auch bischen was zeigen und sich beweisen,vor allem das er einiges gelernt hat.Viel Glück, Danny!!
3 | elFranzo | 26.05.2009 @ 22:09
Klasse Interview!
4 | Mozart | 26.05.2009 @ 22:10
Lasst das Interview nur keinen Schwenninger lesen... ;-)
5 | Fuchstino | 26.05.2009 @ 23:43
Stimmt@4 ab er recht hat er ja in Schwenningen und umgebung ist ja nun wirklich nicht viel los noch weniger wie bei uns
6 | Partisan | 27.05.2009 @ 08:16
Wenn wir gut finden wie er über die Stadt Schwenningen redet, dann dürfen wir uns aber auch nicht über die Worte von T.P. nach seinem Wechsel aufregen.
7 | 3liter | 27.05.2009 @ 09:18
@6 Oja, der hat gesessen ... treffsicher wie immer
8 | Dynamix12 | 27.05.2009 @ 09:18
Schwenningen und Weisswasser haben vom Stadtbild her mehr gemeinsam als den Schwaben lieb ist. Darum fühle ich mich in VS ganz wohl. Nur die meisten Fans kannst du in die Tonne treten. Einfach erfolgsverwöhnte Schnarcher. Wenn man es mit 30 Füchsefans schafft mehr Stimmung zu machen als 1000 Hühnerfans, dass sagt alles. Kein Wunder also, wernn sich Danny Albrecht auf den Fuchsbau freut. Auch treue Fans kann man nicht mit Geld kaufen.
9 | Partisan | 27.05.2009 @ 11:21
Aber mit dem Geld der Fans kann sich die GmbH gute Spieler kaufen. Und mit 700 Fans mehr im Schnitt bei sicherlich höheren Eintrittspreisen sind auch die Schwenninger Fans nicht gerade wertloser als wir...
10 | Aigars44 | 27.05.2009 @ 12:03
partisan so wie man ihn kennt :)
11 | Dynamix12 | 27.05.2009 @ 14:53
@ 9 Wertlos sind die Fans der Hühnerbande sicher nicht, aber dafür sehr leise. :) Übrigens, wenn man bedenkt, dass WSW mit 20000 Einwohnern gerade mal 700 Zuschauer im Schnitt weniger hat als Schwenningen mit über 80000 Einwohnern, kann man sich ausmalen welchen Stellenwert der Sport in der Stadt hat. Trotzdem kann man hier auch ob und an mal Kids beim Streethockeyspielen beobachten. Fazit: WSW braucht sich vor keiner Stadt zu verstecken, auch wenn es einige Ex-Trainer anders sehen.
12 | Polly | 27.05.2009 @ 16:54
Hmm, Schwenningen hin oder her, die sind sich ja nicht mal einig mit Villingen. Die Fans, haben zu viele Erwartungen sind aber nicht bereit da zu sein wenn es eng wird, ansonsten ist es eigentlich nicht sooo schlimm da das drumherum in *meinen* Augen besser ist wie wsw. Meine das Freizeit angebot und nicht die Sportliche Seite. Für Danny, alles gute und viel Erfolg.
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